Aargauer vor Alaska-Durchquerung

21. Mai 2018 21:37; Akt: 21.05.2018 21:38 Print

9 Dinge, die für einen Trip in die Wildnis wichtig sind

Ein Trip in der Wildnis ist nicht zu unterschätzen. Zwei Aargauer wagen die Durchquerung Alaskas und müssen bei der Vorbereitung an vieles denken.

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Zwei 24-jährige Aargauer werden im Juni und Juli 1700 Kilometer durch die Wildnis Alaskas zurücklegen und dabei vermutlich nur in einem Dorf auf andere Menschen treffen. Zehn Dinge mussten Manuel Meier und Lukas Mathis bei den Vorbereitungen beachten:

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Hungrige Bären: Der Geruch von Essen zieht wilde Tiere an. Mit einem Angriff von Bären müssen die beiden Wanderer jederzeit rechnen. Deshalb wird das Essen in einem bärensicheren Container weit weg vom Zelt aufbewahrt. Ihr eigenes Zelt wird von einem Elektrodraht geschützt und ein Pfefferspray hilft in Not.

Gekürzte Zahnbürste: Der bequemste Rucksack wird einmal ungemütlich zum Tragen. Damit den beiden Aargauern nicht schon in der ersten Woche der Rücken schmerzt, versuchen sie, möglichst wenig Gewicht mitzuschleppen. Bei der Zahnbürste etwa bleibt der Stiel zu Hause. Damit können einige Gramm gespart werden.

Eingefettete Füsse: Wer die falschen Schuhe trägt, hat am Abend Blasen an den Füssen. Damit das nicht passiert, müssen die Füsse jeden Tag mit einer dicken Schicht Vaseline eingecremt werden. So können die beiden Abenteurer mit leichtem und schnell trocknendem Schuhwerk durch Sumpf und Morast waten.

Cracker mit Tartarsauce: Bewegung gibt Hunger. Die beiden Aargauer setzen auf ihrer Tour deshalb auf fetthaltige, aber leichte Nahrung wie Nüsse und Schokolade, insgesamt 4000 Kalorien pro Tag. Dehydrierte Menüs stehen ebenfalls auf dem Speiseplan sowie Cracker mit Tartarsauce und Erdnussbutter auf dem Löffel.

Nur ein Liter Trinkwasser: In Alaska hat es viele Bäche und Flüsse. Diese sind beim Wandern ein Hindernis, für das Überleben aber von grösster Bedeutung. Statt viel Wasser mitzuschleppen, können die beiden Abenteurer mit zwei Tropfen Chemikalien daraus Trinkwasser machen.

Unterhosen am Rucksack: In der Wildnis gelten andere Hygienestandards. Die beiden Aargauer tragen nur ein Minimum an Kleidern mit. Zwei Unterhosen müssen für den monatelangen Trip genügen. Einmal im Bach geschwenkt und am Rucksack an der Luft getrocknet, ist die Unterwäsche wieder einsatzbereit.

Augenbinden aus dem Flugzeug: Draussen in der Natur zu sein, macht müde. Neben 10 bis 12 Stunden Wanderzeit braucht es ebenso lange, um sich wieder zu erholen. Doch wegen der Mitternachtssonne braucht es dafür eine Augenbinde – gespendet von der Fluggesellschaft, mit der die beiden Abenteurer anreisen.

Hilfe im Notfall: Die Infrastruktur in der Tundra ist eingeschränkt. Ein Handy-Netz gibt es beispielsweise nicht. Deshalb nehmen die 24-Jährigen ein Satellitentelefon mit, das im Notfall eine Verbindung zur Aussenwelt herstellt. Damit können sie auch die Flugzeuge abrufen, die die Essenscontainer auf der Strecke deponieren.

50 Jahre alte Karten: Das Gebirge wurde letztmals vor rund 50 Jahren erfasst. Die Wanderkarten sind entsprechend alt. Da es im Gebiet ohnehin weder Strassen noch Wege hat, spielt das aber nicht so eine grosse Rolle. Die Berge stehen ungefähr am gleichen Ort wie vor einem halben Jahrhundert.

(tam)