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23. Juni 2016 15:01; Akt: 23.06.2016 23:33 Print

Sechs dreckige Fakten zum Balkongarten

Selbst der schönste Balkon wird nicht von alleine grün. Sechs Tipps, mit denen jedes Greenhorn sein grünes Glück findet.

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Regen bringt Segen: Aus alten Regenrinnen entsteht ein hübsches Hochbeet an der Wand. (Bild: aquaduckrainguters.com)

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Nur der richtige Dreck macht Speck

Jedes Frühjahr soll man seinen Pflanzen frische Erde gönnen. Wer das Substrat vom letzten Jahr weiterverwendet, riskiert Schädlinge und Krankheiten. Zur Auswahl stehen Anzucht- und Gemüseerde. Die nährstoffarme, feinkörnige Anzuchterde bleibt gleichmässig feucht und bietet den Samen optimale Bedingungen, um starke Wurzeln zu bilden. Nach etwa zwei bis drei Wochen werden die Pflänzchen in die Gemüseerde umgesetzt. Diese hat idealerweise einen hohen Humusgehalt, der dafür sorgt, dass Nährstoffe gespeichert werden. Gute Gemüseerde zerfällt locker in der Hand und ist etwas gröber. Für Garten-Profis, die ihren «Dreck» selbst herstellen wollen: Man nimmt gesiebten Kompost und vermischt ihn im Verhältnis 1:1 mit Kokosfasern. 2-3 Gramm Horndünger pro Liter darauf und fertig ist eine kostengünstige Alternative zur Qualitätserde aus dem Geschäft.

Die Qual der Gemüsewahl

Generell gilt: Man sollte nur das anbauen, was man gerne isst! Und nur so viel, wie man auch verbrauchen kann. Kräuter, Salate und Radieschen sind klassische Einsteigermodelle. Wie überall gibt es auch Pflanzen, die sich nicht vertragen: Melisse und Basilikum sind wie Minze und Kamille kein gutes Paar und sollten nicht in einem Topf stehen. Als Faustregel gilt: Gemüse, dessen Früchte oberirdisch reifen, passt gut zu Pflanzen, die ihre Früchte unterirdisch ausbilden. So können Pflanzen auch enger gesetzt werden, ohne dass sie sich mit ihren Blättern und Früchten gegenseitig bedrängen. Um die Ernte zu maximieren, kann man schnell wachsendes Gemüse mit langsameren Sorten mischen. Blattsalate, Spinat und Radieschen sind in etwa 40 Tagen erntereif. Basilikum, Kürbis, Zucchini, Mangold und Gurken brauchen nicht länger als 60 Tage. Für die richtige Aussaatzeit lohnt der Blick auf den Pflanzkalender von VEGantheCity.

Heimische Klimaforschung

Wahre Gärtnerseelen denken in drei Kategorien: Sonnig, schattig, halbschattig. Letzteres sind Standplätze, an denen Pflanzen zwischen drei bis sechs Stunden direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Welche Pflanze welches Klima bevorzugt, steht übrigens auf der Samenverpackung. Wer nicht mit Südseiten-Balkon ausgestattet ist, muss die Harke nicht gleich ins Korn werfen. Rucola, Rauke, Endivien, Spinat, Mangold und Grünkohl lieben es schattig. Bei fast allen Wurzelgemüsen gilt: Weniger Licht führt zu höherer Ernte. Selbst Koriander erhält im Schatten einen viel intensiveren Geschmack. Tomaten hingegen lieben es sonnig und warm. Eine windgeschützte Hauswand ist der ideale Standplatz.

Wasser marsch! Oder doch nicht?

Wer seine Pflanzen liebt, der giesst. Aber Vorsicht: Schon der kleinste Fehler kann einen grossen Schaden anrichten. Frühaufsteher haben gute Pflanzkarten, denn morgens ist die beste Zeit, zum Giessen. Durch die kühle Morgenluft kann das Wasser den Boden durchdringen und gelangt dort bis zu den Wurzeln. Wer mittags giesst sollte sich vielleicht ein anderes Hobby als Gärtnern suchen. So wird das nämlich nichts! Aber auch abendliches Wässern ist nicht ratsam. Dadurch bleiben die Blätter über Nacht nass und locken Schnecken und Pilzkrankheiten an.

Altes Gemüse feiert sein Comeback

Herkömmliche Gemüsesamen interessieren nicht die Bohne und schon gar keinen angehenden Sternegärtner: Blaue St.Galler, Green Zebra und Negro Romana heissen die Kartoffeln, Tomaten und Salate, die Sie heute aufziehen und irgendwann in der Pfanne haben sollten. Lohnt sich. Alte Gemüsesorten sind robust, unkompliziert und vermehren sich leicht. Kartoffeln wie die blaue St.Galler kann man in einem mit Erde gefüllten Jutesack auf dem Balkon wachsen lassen. Sieht hübsch aus und funktioniert. Wer auf Tomaten steht, dem sei die «Green Zebra» ans Anbauherz gelegt. Diese wird zwar nie rot, schmeckt aber trotzdem saftig und süss-säuerlich und enthält kaum giftiges Solanin. Naschgärtner finden in der vitaminreichen Physalis «Goldvital» oder den Snack Gurken «Mini Stars» – direkt aus der Hängampel verzehrt – ihr grünes Genuss-Glück. Unter www.garten-des-lebens.de kann man die Samen vieler alter Sorten beziehen.

Gute Planung ist der halbe Garten: 6 Tipps

Der Balkon oder die Terrasse sind räumlich begrenzt, um so wichtiger ist deshalb gute Planung. Denn gut geplant, ist halb geerntet:

1. Skizze machen
Messen Sie Ihren Garten aus und fertigen Sie eine massstabsgerechte Zeichnung an. So verschafft man sich einen Überblick über den Platz, der einem zur Verfügung steht. Beobachten Sie den Sonneneinfall und markieren Sie die einzelnen Standorte.

2. Bereiche festlegen
Überlegen Sie sich, was Sie zukünftig in Ihrem kleinen Garten machen möchten. Essen? Grillen? Wie schaut es mit einem kleinen Geräte-Schuppen aus? Zeichnen Sie alles massstabsgerecht in Ihre Skizze ein.

3. Pflanzenauswahl
Entscheiden Sie sich für Obst, Gemüse oder Salate, die sie anbauen möchten. Recherchieren Sie, welche Pflanzen gut miteinander können. Trennen Sie nach Sonnenanbetern und Schattengewächsen (Siehe oben).

4. Hardware
Informieren Sie sich, welche Pflanzen in Blumenkästen und welche in Töpfen am besten gedeihen. Braucht man zusätzliche Aufbauten wie Rankhilfen oder spezielle Bewässerung?

5. Deko
Ordnen Sie verschieden grosse Töpfe in unterschiedlichen Höhen an. Das sieht hübsch aus und spart zudem Platz. Fade Balkonwände motzt man mit einem neuen Farbanstrich auf. Ein kräftiges Türkis oder ein leuchtendes Pink macht sich super auf kleinen Flächen.

6. Auf Höhe bauen
Dem Gärtnerwahn sind keine Grenzen gesetzt. Luft nach oben ist immer. Wer horizontal schon alles beackert hat, baut einfach in die Höhe. Übereinander angeordnete Regenrinnen, bepflanzt mit Pflücksalaten, verschönern kahle Wände. Eine alte Europalette wird – senkrecht aufgestellt – zum Etagenbeet für Kräuter. Alte Dachrinnen gibt es übrigens günstig beim Schrotthändler. Europaletten kann man für ein paar Franken in jedem Supermarkt kaufen.

Auf so-geht-sommer.ch finden Sie neben tollen Grillrezepten auch Tipps zu Garten und Do-it-yourself.

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Dieser Artikel wurde von Commercial Publishing Tamedia in Zusammenarbeit mit Migros erstellt.

(CP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ella am 23.06.2016 16:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Giessen!

    Giesse meine Pflanzen immer abends! Das mit du Schnecken mag ja im Garten stimmen, aber auf der Terrasse im dritten Stock ist dieses Problem nicht wirklich akut!

    einklappen einklappen
  • Domino am 24.06.2016 00:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fachmesse der Grünen Branche

    Vom 29. 6 bis 1.7 findet die grösste Gartenmesse der Schweiz statt. Die ÖGA ist immer wieder fantastisch und jedem zu empfehlen, der sich für Garten interessiert.

  • Schmetterling am 24.06.2016 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selbstgemachte Gärten

    Superbeitrag ! Gute Tipps , ein Fleckchen grün ist immer schön , erst recht , wenn ein grosser Teil davon , auf dem Teller landet.Frischer geht's nicht..und bei Bio , hast Du dann Gewissheit , dass es auch bio ist. Toll. Grünoasen in Städten sind schön , wenn's über den Dächern spriesst , Üppiges ,von den Balkonen runterhängt und allgemein jede Stadt verschönert mit dieser Lebendigkeit.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Terrassengärtner am 24.06.2016 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Regenrinne?

    EinKopfsalat in der Regerinne? Kohlrabi in der Regenrinne etc.? Da muss man ständig düngen, da viel zu wenig nährstoffreiche Erde in die Regenrinne reinpasst. Auf dem Beispielbild scheint es überhaupt keine Erde in den Rinnen zu haben. Hors-sol Gemüse also. Ein Fake!

  • schweizerin am 24.06.2016 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lokal kaufen!

    ich frage mich bloss wieso ihr auf Deutsche Onlineshops verweist...bei Pro Specie Rara findet man im Markt auch alle alten Sorten!

  • Antje am 24.06.2016 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Natur oder was?

    Migroswerbung zum Ko.... Aber wie sieht es aus? Schnaps in den Filialen und immer miesere industrielle Billigfood Produkte. "Alnatura" kommt aus dem Ausland und da ist wahrlich nicht alles Natur...

  • Marina am 24.06.2016 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Gelinkt

    Irgendwie fühle ich mich jedes mal betrogen, wenn sich ein "Artikel" als Werbung herausstellt. Ich will keine Migroswerbung sondern ein ehrlicher Artikel, auch wenn es nur die Gartenrubrik ist.

    • Miezi am 24.06.2016 09:47 Report Diesen Beitrag melden

      Win-Win

      Solche Werbung ist doch ein Win-Win. Lieber das als ein störender Banner.

    einklappen einklappen
  • Schmetterling am 24.06.2016 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selbstgemachte Gärten

    Superbeitrag ! Gute Tipps , ein Fleckchen grün ist immer schön , erst recht , wenn ein grosser Teil davon , auf dem Teller landet.Frischer geht's nicht..und bei Bio , hast Du dann Gewissheit , dass es auch bio ist. Toll. Grünoasen in Städten sind schön , wenn's über den Dächern spriesst , Üppiges ,von den Balkonen runterhängt und allgemein jede Stadt verschönert mit dieser Lebendigkeit.