Adventskalender 16. Dez

22. November 2012 22:27; Akt: 22.11.2012 22:27 Print

Das soll die gefährlichste Schlittel-Bahn sein?

von Lina Selmani - Der Eiger Run in Grindelwald landete beim ADAC-Rodelbahnen-Test auf dem letzten Platz. Warum bloss? Wir haben die als riskant eingestufte Strecke getestet – und waren von den Socken.

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Der Eiger Run soll die gefährlichste Rodel-Bahn sein? Die müssen wir testen! (Kamera: P. Rüegg, M. Bangerter; Schnitt: Marion Bangerter) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Mehrere Schweizer Rodelbahnen weisen laut dem ADAC Rodelbahnentest 2011 erhebliche Sicherheitsmängel auf. Mit dem Urteil «Sehr mangelhaft» wurde der Eiger Run im Skigebiet Kleine Scheidegg auf den letzten von 30 Plätzen verwiesen. Somit ist die Bahn im Berner Oberland also die gefährlichste von ganz Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz. Grund genug für 20 Minuten Online diese angebliche Horror-Strecke selbst runterzuflitzen.

Bevor man sich auf den Schlitten schwingt und runtersaust, hat man noch die Wahl: Entweder wird es «steil» oder «leicht». Wer hier die steile Ausgabe wählt, der sollte wissen, worauf er sich einlässt: Bei einem maximalen Gefälle von 36 Prozent auf 100 Metern entscheidet man sich in diesem Fall gegen eine gemütliche Plausch-Fahrt und für schnellen Rodel-Spass mit möglichen Tiefschnee-Abstechern – gefährlich wurde es bei unseren Fahrten aber nie.

Tunneldurchfahrt ungenügend gesichert

Als einzige Kritik in puncto Sicherheit ist jedoch die Tunneldurchfahrt nach einer scharfen Kurve (Minute 02:04 im Video oben) aufzuführen. Nicht nur der ADAC vermisst einen Aufprallschutz in der Tunneldurchfahrt. Als weitere Schwächen des Testverlierers wird vor allem die ungenügende Beschilderung aufgezählt: Keine Warnungen vor Gefahrenstellen, keine Hinweise mit Verhaltensregeln und Notfallnummern, keine markanten Wegpunkte beschildert. Unsere Erfahrungen zeigen allerdings, dass man 1. bei diesem Tempo nicht wirklich Zeit zum Schilderlesen hat, 2. der entgegenkommende Schnee, der beim (zwar falschen, aber verbreiteten mit den Fersen) Bremsen entsteht, die Sicht sowieso einschränkt und 3. die Strecke so verläuft, dass es sonnenklar ist, wo Bahn, wo Wald und wo Tiefschnee ist.

Weiter sollte jedem bewusst sein, dass man nicht mitten auf der Bahn abrupt anhält und mit seinem Schlitten im Weg herumsteht. Wer dies trotzdem tut, läuft Gefahr, von anderen Rodlern über den Haufen gefahren zu werden. So fast auch bei uns geschehen (Minute 01:10 im Video oben). Das gilt jedoch für jede Bahn.

«Gefährliche Stellen» gehören nicht zur offiziellen Eiger-Run-Bahn

Der ADAC führt unter «Schwächen» auch auf, dass die Bahn «mehrmals Strassen und Bahnstrecken kreuzt» und «Kreuzungen nicht ausgeschildert und gesichert» sind. Hierzu muss gesagt werden, dass wir auf der offiziellen Eiger Run Rodelbahnpiste nicht ein einziges Mal über eine Strasse oder eine Bahnstrecke fahren mussten. Allerdings kann man nach den dreieinhalb Kilometern bis ins Tal nach Grindelwald rodeln - dies aber auf eigene Gefahr. Da muss man tatsächlich (einmal) die Gleise der Wengernalpbahn überqueren und an Häusern und kleinen Waldwegen entlang rodeln bis ganz runter zu einer befahrbaren Strasse. Jedoch bleibt genügend Zeit um Geschwindigkeit abzubauen und rechtzeitig zu halten. Bei gebotener Vorsicht sollte auch bei dieser Strecke nichts passieren.

«Mit Mini-Rock und 'Stöggeli-Schuhen' auf der Rodelbahn»

Fazit: Augen offen halten, lieber einmal zu viel als zu wenig bremsen und auf die Mitrodler Rücksicht nehmen. Dann wird die «gefährlichste Schlittelbahn» von ganz Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz zu einem Riesengaudi.

Damit wir wissen, wie man ganz korrekt rodelt, haben wir vor unserem Selbstversuch in der Rodelschule in der Bodmiarena einen Schnellkurs belegt. Die wichtigsten Manöver, was man auf keinen Fall tun sollte, und welche verrückten Aktionen die Rodellehrer schon selbst auf der Bahn gesehen haben, sehen Sie hier:

So kratzt man die Kurve richtig:
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(Kamera: P. Rüegg, M. Bangerter; Schnitt: Philipp Rüegg)

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