«Marathon-Stan»

21. Januar 2013 14:02; Akt: 21.01.2013 14:15 Print

Wawrinkas bitterste Grand-Slam-Pleiten

Stanislas Wawrinka trägt seinen Übernamen «Marathon-Stan» zu Recht. Schon 25-mal musste der Lausanner bei Major-Turnieren über fünf Sätze gehen und kassierte dabei einige böse Niederlagen.

Bildstrecke im Grossformat »
Stanislas Wawrinka steht im Achtelfinal gegen Novak Djokovic kurz vor der Sensation. Doch «Marathon-Stan» zeigt in den entscheidenden Momenten Nerven und verliert 6:1, 5:7, 4:6, 7:6, 10:12. In Wimbledon verliert Wawrinka in der 1. Runde gegen den Österreicher Jürgen Melzer trotz 2:1-Satzführung mit 6:3, 6:7, 6:2, 4:6 und 6:8. Im Achtelfinal des French Open holt der Romand gegen Jo-Wilfried Tsonga einen 0:2-Satzrückstand auf, verliert die Partie dann aber doch noch 4:6, 6:7, 6:3, 6:3, 4:6. Beim US Open werden Wawrinkas Hoffnungen früh zerstört. Der Lausanner unterliegt in der 2. Runde Donald Young mit 6:7, 6:3, 6:2, 3:6 und 6:7. Nachdem Wawrinka im Achtelfinal seinen grössten Sieg errungen und Andy Murray ausgeschaltet hat, verliert er im Viertelfinal gegen Michael Juschni trotz 2:1-Satzführung 6:3, 6:7, 6:3, 3:6, 3:6. Frühes Aus in Wimbledon: Wawrinka verabschiedet sich mit 7:6, 1:6, 6:2, 6:7, 3:6 in der 1. Runde aus dem Turnier. Auch hier verspielt er eine Vorsprung. Beim US Open ist bereits in der 1. Runde Schluss. Der Ecuadorianer Nicolas Lapentti ringt Wawrinka nach 0:2-Satzrückstand mit 6:4, 6:3, 6:7, 6:7, 3:6 nieder. Wawrinka verlangt Andy Murray im Achtelfinal von Wimbledon alles ab, doch der Schotte hat im fünften Satz den längeren Atem: 6:2, 3:6, 3:6, 7:5, 3:6 lautet das Schlussresultat. Wawrinka versteht die Welt nicht mehr. Beim French Open verspielt der Schweizer in der 3. Runde gegen Fernando Gonzalez einen 2:0 Satzvorsprung und verliert 7:5, 6:2, 4:6, 4:6, 4:6. Wawrinka steht beim US Open erstmals im Achtelfinal eines Grand-Slam-Turnier, verliert gegen Juan Ignacio Chela nach harter Gegenwehr aber 6:4, 2:6, 6:7, 6:1, 4:6.

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Den Kopf gesenkt, die Tränen in den Augen: Stanislas Wawrinka war die Enttäuschung nach der bitteren Niederlage gegen Novak Djokovic ins Gesicht geschrieben. Knapp über fünf Stunden hatte der Lausanner gekämpft, ehe er sich am Ende mit 10:12 im fünften Satz geschlagen geben musste. Wieder einmal stand Wawrinka kurz vor dem lang ersehnten Exploit, bekam in den entscheidenden Moment aber das grosse Zittern.

Umfrage
Wer gewinnt das Australian Open?
26 %
69 %
5 %
Insgesamt 35853 Teilnehmer

Die Niederlage gegen Djokovic ist die wohl bitterste in Wawrinkas Karriere. Doch es ist längst nicht die erste Fünfsatz-Pleite in seiner Laufbahn. Schon 25-mal musste der 27-jährige Romand bei Major-Turnieren über die volle Distanz. Davon hat «Marathon-Stan», wie er wegen seiner zahlreichen langen Matches genannt wird, 15 gewonnen und 10 verloren. Die Gesamtbilanz bei Spielen über fünf Sätze beträgt - Davis Cup inklusive - 19:14. So schön Marathon-Siege sein können, viel schlimmer ist es, wenn man solch hartumkämpfte Partien verliert.

Pleite mit dem Halbfinal vor Augen

2012 musste Wawrinka zweimal nach fünf Sätzen als Verlierer vom Platz. In der ersten Runde von Wimbledon gegen Jürgen Melzer gab er den letzten Durchgang mit 6:8 ab, nachdem er schon mit 2:1-Sätzen geführt hatte. Im Achtelfinal des French Open kämpfte sich «Stan the Man» gegen Jo-Wilfried Tsonga nach einem 0:2-Satzrückstand zurück, verlor dann aber den Entscheidungssatz mit 4:6.

Noch schlimmer war die Niederlage gegen Michael Juschni beim US Open 2010. Wawrinka hatte im Achtelfinal gegen Andy Murray einen seiner bislang grössten Siege gefeiert, verlor dann aber im Viertelfinal gegen den etwas schwächer eingestuften Michael Juschni in fünf Sätzen. Auch hier verspielte Wawrinka eine 2:1-Satzführung und damit seinen grössten Erfolg. Noch nie stand der 1,85-grosse Rechtshänder im Halbfinal eines Major-Turniers.

Zweimal 2:0-Satzführung verspielt

Bitter war auch die Niederlage gegen Andy Murray 2009 im Achtelfinal von Wimbledon. Der Romand holte gegen den grossen britischen Hoffnungsträger den ersten und vierten Satz, verlor dann aber den fünften mit 3:6. Damals wurde zum ersten Mal unter dem geschlossenen Dach des Centre Courts gespielt, und zugleich war es das späteste Spiel in Wimbledon aller Zeiten mit Spielende um 22.37 Uhr.

Zweimal hat Wawrinka in seiner Grand-Slam-Karriere trotz einer 2:0-Satzführung noch verloren: 2009 in der 1. Runde des US Open gegen Nicolas Lapentti und 2008 in der 3. Runde beim French Open gegen Fernando González.

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Ausgewählte Leser-Kommentare

Stan, du hast so geil gespielt, lass den Kopf nicht hängen! Jetzt weisst du dass Du super Tennis spielst und beim nächsten mal wirst du siegen!! Soche Schläge wie du hat selten ein Spieler! Kämpfe weiter und du wirst bald unter den besten 5 der welt sein...! – haligali

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin Schiegg am 22.01.2013 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    kombination

    Die Kämpfermentalität und den absoluten Siegeswille kombiniert mit Roger Federers Leichtigkeit und Genialität des Spieles würde wohl definitv den besten Spieler aller Zeiten hervorbringen.

  • Leandro K. am 22.01.2013 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Stolz auf die Schweizer Vertretung

    Stan wird in der Schweiz wohl immer die Nummer 2 bleiben. An Federer kann er kaum noch vorbeikommen. Trotzdem ist er ein super Tennisspieler und auch er repräsentiert die Schweiz bei diesen grossen Turnieren. Allgemein sollten wir stolz darauf sein, dass wir als so kleine Nation 2 Spieler in den Top 20 haben. Wawrinka wird seinen grossen Erfolg auch bekommen wenn er sich weiterhin so stark dahinter stellt. Das Spiel war der Hammer und es tut mir leid für ihn, dass er es so knapp verloren hatte.

  • Soda am 21.01.2013 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Fangunst

    Mich überrascht doch etwas, dass Stan plötzlich so viele Fans hat, welche bei seinem Spiel mitfiebern. Da frage ich mich, ob die meisten sich wirklich für Wawrinka gefreut hatten oder ob sie doch eher darauf hofften, dass mit Djokovic ein grosser Brocken für Federer aus dem Weg geräumt wird?! Ob diese Fans Wawrinka ebenfalls bei einem allfälligen 1/8-Finale gegen Federer an den nächsten French Open so anfeuern würden?

    • Evelyn am 22.01.2013 10:28 Report Diesen Beitrag melden

      RF Fan und auch Wawrinka Fan

      Ich gebe es zu, ich bin RF Fan aber trotzdem schaue ich sehr gerne die Matches von Stan und drücke ihm auch immer die Daumen, den die Schweiz kann Stolz sein auf zwei solch gute Tennisspieler! Ich finde es auch Schade, dass SRF Wawrinka viel zu wenig zeigt, den wenn er spielt sind es meistens sehr gute und tolle Matches! aber wenn Stan gegen Federer spielt gebe ich Ihnen recht würde ich RF den Daumen drücken aber die Leistung von beiden honorieren.

    einklappen einklappen
  • Laali Laa am 21.01.2013 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Erweitert mal euren Horizont!

    Wenn Federer nicht wäre und die Erwartungen derart hoch weil der Master alles reisst, was es zu gewinnen gibt und gab, dann wären ausnahmslos alle Schweizer stolz auf Stan! Das war verdammt gutes Tennis!!! Es ist schon Schande genug, dass er der ewige Joker bleibt aber gopfertelli gesteht ihm doch zu, dass er gestern eine hervorragende Leistung gebracht hat! Bravo Stan!!!

    • ksnd am 21.01.2013 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      jawoll

      so ist es!!!

    • David Joller am 22.01.2013 09:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      finde ich auch :)

    einklappen einklappen
  • Günther N. am 21.01.2013 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Stan Flop Roger Top

    Wawrinkas Schwächen zeigen, wie stark Roger Federer wirklich ist!!