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Benaglios Auskick
19. Mai 2011 23:00; Akt: 20.05.2011 00:30 Print
«Trainingsplan statt Beine hochlagern»
Der Schweizer Goalie Diego Benaglio berichtet über seine Gedanken am letzten Samstag. Erstmal war da eine grosse Leere –war er doch mit seiner Mannschaft Wolfsburg zwischenzeitlich zweitklassig. Er weiss aber, warum sie den Umschwung noch geschafft haben.
«Man kann sich ungefähr vorstellen, was mir letzten Samstag kurz nach Beginn der 2. Halbzeit in Hoffenheim durch den Kopf ging, als ich – gezwungenermassen – auf die Anzeigetafel blickte: Frankfurt führte dank Rode bei Meister Dortmund mit 1:0, Gladbach lag mit dem Treffer von Arango beim HSV vorne und wir mit 0:1 hinten. Vor zwei Jahren waren wir zu diesem Zeitpunkt Meister und jetzt plötzlich abgestiegen! Es ist schon verrückt, da werden in einer Bundesliga-Saison in 34 Partien mindestens 3060 Minuten gespielt und bei uns sollten die verbleibenden knapp 45 Minuten über Sein oder Nichtsein entscheiden. Glücklicherweise drehten wir die Partie noch und gewannen schliesslich 3:1.
Was zu diesem Umschwung führte? Schwer zu sagen. Vielleicht hat genau diese Konstellation der Resultate dazu geführt, dass nochmals ein Ruck durch die Mannschaft ging. Nach dem Motto: jetzt erst recht! Ich mag im Rückblick jedoch keine endlose Analyse machen. Wir haben eine schlechte Saison einigermassen versöhnlich beendet und damit basta! Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass Felix Magath die richtigen Schlüsse daraus zieht und die neue Saison wieder nach seinen Vorstellungen in Angriff nehmen wird.
Ich genoss in dieser Woche zwar vier freie Tage, doch dann gilt es für das wegweisende Länderspiel der Schweizer Nati vom 4. Juni in England schon wieder ernst. Wir haben für die Zeit bis zu unserem Zusammenzug am 30. Mai in Feusisberg einen Trainingsplan erhalten – also nichts mit Beine hochlagern. Im Wembley erwartet mich erneut ein Finale: Wir müssen punkten, um in der EM-Qualifikation noch eine Chance zu haben. Aber glauben Sie mir, nach dem Nervenkrieg vom letzten Samstag kann mich nichts mehr so leicht erschüttern!»
Aufgezeichnet von Andy Huber






























