Kap der Leiden

02. November 2012 16:11; Akt: 02.11.2012 19:12 Print

Dieser Höllenritt steht uns bevor

von R. Fehr - 698 Kilometer innert acht Tagen auf dem Mountainbike und dabei 15650 Höhenmeter bewältigen: Felsige Wege, loses Geröll und schmachten bei bis zu 40 Grad - das Cape Epic wird unerbittlich.

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Alle Etappen des Cape Epic 2013.

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Jetzt ist die Route bekannt: Das Cape Epic 2013 führt vom 17. bis 24. März 2013 während acht Tagen in 698 Kilometern über 15650 Höhenmeter (einberechnet sind nur die Meter bergauf). Das 20-Minuten-Team «Stiftung Wädlitest» weiss jetzt also genauer, auf was sie sich eingelassen haben. Wir sagen es kurz: Es wurde uns beim Blick auf die Höhenprofile ein bisschen mulmig. Mindestens ein bisschen.

Als «Königsetappen» gelten der dritte (145km, 2350 Höhenmeter) und siebte (100km, 2950 Höhenmeter) Tag. «Wenn ihr die schafft, dann habt ihr grosse Chancen, das Rennen zu beenden», sagt OK-Chef und Cape-Epic-Gründer Kevin Vermaak. Natürlich lacht er dabei am Telefon. Es ist kein fieses Lachen, mehr ein motivierendes. Als ob er alle Hindernisse, die sich uns in den Weg stellen werden, weglächeln möchte. Und ja, man hat dann wirklich kurz das Gefühl, dass das möglich sei. Ähnlich reagierte er schon auf meine erste Feststellung, als ich ihm sagte, dass das Rennen sich sehr hart anhört. «Ja, das ist so», war sein Kommentar. Und er lachte wieder. 18 Monate nahmen sich die «Streckenmänner» Zeit, um die Jubiläumsausgabe zusammenzustellen.

«Temperaturen von bis zu 40 Grad sind möglich»

Es ist fast unglaublich, wie Vermaak die Tortur loben kann. Die ersten zweieinhalb Tage seien fast magisch. «Die Landschaft ist wunderschön, manchmal hat man das Gefühl, man fährt durch Mondlandschaften und die afrikanischen Sonnenauf- und untergänge werdet ihr nie vergessen.» Ich bin nicht sicher, ob wir wirklich Zeit haben werden, die Landschaft zu bestaunen. Und obwohl ich gerne in der Natur bin und meine romantische Ader pulsieren kann, habe ich mir kurz eine Hitliste überlegt, mit Dingen, die mich während dem Cape Epic sicher nicht interessieren: 1. Ob die Sonnenaufgänge schön sind. 2. Ob wir durch Mondlandschaften fahren oder nicht. 3. Ob die Sunnenuntergänge schön sind.

Vielmehr werden wir während jedem Meter auf die Strecke konzentriert sein müssen. Felsige Wege, loses Geröll, teilweise Sandstrecken und auch mal ein Fluss, der überquert werden muss. Erholende Abfahrten nach einer anstrengenden Steigung - und vielleicht gar ein Rivella in der Beiz am Kulminationspunkt - wird es auch kaum geben: «In den Abfahrten müsst ihr noch konzentrierter sein», so Vermaak.

Doch so steinig die Wege auch sein werden, so steil die Abfahrten und so tief der Sand, das Hauptproblem für Europäer sieht Vermaak nicht im technischen Bereich: «Auf dem Papier ist die diesjährige Ausgabe nicht so hart, aber das Wetter wird euch Mühe bereiten. Auf einigen Teilstücken sind Temperaturen von bis zu 40 Grad möglich.» Dehydrierung war einer der Hauptgründe für Aufgaben von Teilnehmern bei der letzten Austragung.

Der lohnenswerteste Aufstieg des Rennens

Trotzdem nochmals die Frage nach dem schwierigsten Teilstück. Vermaak will keine Antwort geben, vielmehr schafft er es wieder einem glauben zu machen, dass das Rennen Spass machen kann: «Ich sag euch lieber, was der lohnenswerteste Moment sein dürfte: Wenn ihr in der letzten Etappe den Helderberg-Mountain-Anstieg geschafft habt, eröffnet sich euch eine fantastische Sicht auf die False Bay, Cape Point und den berühmten Tafelberg von Kapstadt. Von dort könnt ihr schon fast die Ziellinie sehen.» Diese liegt dann noch gut 25 Kilometer entfernt. Fragt sich nur, wie wir die ersten 673 Kilometer bewältigen werden, um den sicherlich traumhaften Moment zu erleben.

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Die Strecke des Cape Epic 2013 (Quelle: Cape Epic)


Darum gehts beim Cape Epic (Quelle: Cape Epic)