Benfica

26. September 2017 12:41; Akt: 26.09.2017 13:50 Print

50 Millionen – neues Preisschild für Seferovic

von E. Tedesco - Haris Seferovic spielt seit dem Sommer in Lissabon. Wer den Nati-Stürmer vor Vertragsende verpflichten will, muss 50 Millionen Euro hinblättern.

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Am 11. Dezember 2011 absolvierte Haris Seferovic sein letztes Spiel in der Super League. Der Gegner, gegen den der damalige Xamax-Stürmer antrat? Der FC Basel. Knapp einen Monat nach dem 1:1 wurde Seferovic vom damaligen Präsidenten Bulat Tschagajew zusammen mit Stéphane Besle, Javier Arizmendi und Vincent Bikana entlassen. Für den U17-Weltmeister von 2009 begann danach eine Odyssee von Italien (Lecce, Fiorentina, Novara) via Spanien (Real Sociedad) in die Bundesliga.

Nach drei Jahren bei Eintracht Frankfurt wechselte der 43-fache Internationale (11 Tore) im Sommer ablösefrei zum portugiesischen Meister, wo er einen Fünfjahresvertrag unterschrieb. Benfica verpasste dem Schweizer dabei ein neues Preisschild. Es nennt sich festgeschriebene Ablösesumme und beträgt 50 Millionen Euro!

Clubs bestimmen Ausstiegssumme

Will Seferovic nicht fünf Jahre in Lissabon bleiben und Benfica vor Ablauf des Vertrages verlassen, kann er den Club nur unter der Bedingung wechseln, dass ein neuer Arbeitgeber 50 Millionen Euro für ihn aufwirft. Ein Knebelvertrag? Gier? Warum so ein Fantasiepreis?

Solche Summen sind in den Verträgen auf der Iberischen Halbinsel üblich und werden auch öffentlich gemacht. Denn rein rechtlich ist eine Ausstiegsmöglichkeit für Arbeitnehmer in Spanien verpflichtend. Und das gilt auch für Fussballspieler.

Die Clubs können die Ausstiegssummen nach eigenen Bedürfnissen festlegen. Das Geld wird dann beim Verband hinterlegt, bis eine Einigung der Parteien durch ist. Oft geschieht das ohne vorherigen Kontakt zum aktuellen Verein und verstösst so gegen die Fifa-Regeln. Da aber die Entschädigung meist so lukrativ und der Spieler kaum zu halten ist, herrscht eine Art Stillschweige-Abkommen unter den Clubs. Wenn der Spieler schon weg ist, soll wenigstens die Kasse stimmen.

Ronaldo gibt es für eine Milliarde

In erster Linie dienen die festgeschriebenen Ablösesummen aber dazu, andere interessierte Clubs abzuschrecken. Das hat zum Beispiel bei Ricardo Rodriguez eine Zeit lang funktioniert. Der Nati-Verteidiger hatte bei Wolfsburg eine festgeschriebene Ablösesumme von 25 Millionen Euro im Vertrag, die mit jedem Jahr weniger wurde. 2017 bezahlte Milan 15 Millionen, mindestens drei Millionen Bonuszahlungen folgen noch.

Dass die Abschreckung manchmal nicht klappt, zeigte zuletzt der Fall Neymar. Barcelona setzte die Schmerzgrenze auf 222 Millionen fest. PSG schlug trotzdem zu. Die bisher höchsten festgeschriebene Weiterverkaufssummen stehen in den Verträgen von Cristiano Ronaldo und Karim Benzema. Will ein Verein einen der beiden Real-Stars abwerben, muss er eine Milliarde Euro in die königliche Kasse überweisen.

Seferovic hat einen Lauf

Die Ablöseklausel deutet aber auch auf Potenzial und Erwartungen hin. Auch auf die von Benfica in Seferovic. Der Start verlief vielversprechend. Seferovic erzielte in bisher neun Pflichtspielen fünf Tore. Das ist schon ein Treffer mehr als in seiner gesamten letzten Bundesliga-Saison (29 Pflichtspiele / 4 Tore). «Bei Benfica sind die Pässe genauer, das Spiel ist viel stärker auf die Stürmer ausgerichtet; mir scheint manchmal, ich muss den Ball nur noch reinmachen», erklärte der 25-Jährige beim letzten Nati-Zusammenzug seinen Lauf.

Der Stürmer schwärmte richtiggehend von seinem Arbeitgeber. «Ein grosser Club, den man auf der ganzen Welt kennt. Er steht für Tradition, Professionalität und nimmt jedes Jahr an der Champions League teil.» Und wie es das Schicksal so will, trifft er in ebendieser auf einen Club aus der Heimat.

Treffen mit den Nati-Kollegen

Fünf Jahre, neun Monate und 18 Tage nach seinem letzten Duell mit Xamax gegen den FCB heisst der Gegner am Mittwoch im Joggeli wieder Basel. Bei Rotblau trifft Seferovic auf seine Nati-Kollegen Manuel Akanji, Michael Lang, Renato Steffen und Luca Zuffi. Die sind gewarnt.

«Wir wissen, dass Haris einer der torgefährlichsten Offensivspieler in den Reihen von Benfica ist», sagt Michael Lang und fügt lachend an: «Deshalb wäre mir lieber, wenn er irgendwie gesperrt wäre.» Seinen Wert müsse Seferovic ja nicht unbedingt in der Königsklasse gegen den FCB steigern. Lang: «Von mir aus kann er gern in Basel gegen Ungarn ein Tor schiessen. Das muss nicht am Mittwoch sein.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • fh am 26.09.2017 14:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irrsinn

    Wer 50 Mio. für einen Seferovic auf den Tisch legt, ist nicht ganz bei Trost.

    einklappen einklappen
  • Theorie & Praxis am 26.09.2017 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorgeschrieben

    In portugal wie auch spanien müssen alle spieler eine ausstiegsklausel haben. Und zur eigenen sicherheit bekommt auch der 3. torwart eine klausel wie seferovic

  • Augen Rollator am 26.09.2017 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Scott beam sie runter

    Kommt mal wieder auf den Boden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Luis Sarda am 27.09.2017 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Go Haris

    Er ist mehr wert als de rganze Pleitenklub aus dem Norden, muahahha:-))) Schenk ihnen heute drei Stück ein Haris, danke!

  • rogeriu am 27.09.2017 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Sefero trifft doch die Kiste ganz gut in letzter Zeit ! Welcher andere Schweizer Stürmer trifft denn öfter als der "Mann aus Sursee" ??

  • rogeriu am 27.09.2017 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Habe ich auch...

    Also ICH habe auch eine Ausstiegsklausel im Arbeitsvertrag: 2.50CHF + 1 Schinkenbrot und schon bin ich weg.

  • Zico am 26.09.2017 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witzig

    Niemand auf der Welt wird je nur annähernd 50 Millionen für Seferovic zahlen. Die grosse Anfangseuphorie als bester Neuzugang aller Zeiten ist ja auch schon am abklingen!

  • Ueli Gübeli am 26.09.2017 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer

    Ich würde relativ laut schmunzeln, wenn Seferovic Basel mit einem entscheidenden Tor schlagen würde. Seferovic hat momentan einen guten Lauf und solche Kritik sicher nicht verdient!