Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Kooperation mit SBB
31. Januar 2012 21:00; Akt: 01.02.2012 10:06 Print
Der YB-Fan-Express rollt weiter
von Lukas Mäder - Der Berner Fussballclub YB wird auch weiterhin die Extrazüge der SBB betreuen. Mit den Ausweiskontrollen beim Eishockey-Club SCB ist ein zweites Pilotprojekt erfolgreich verlaufen.
In der Diskussion um gewaltätige Fussballfans kommen von Seiten der kantonalen Justizdirektoren am Donnerstag schärfere Massnahmen auf den Tisch. Doch es geht auch anders: Das Beispiel von SBB und den Berner Young Boys (YB) zeigt, wie es auch auf freiwilliger Basis funktionieren kann. YB und SBB hatten im letzten August einen Pilotversuch beschlossen, bei dem der Fussballclub für die Sicherheit in den Extrazügen zu den Auswärtsspielen aufkommt. Noch ist es nicht offiziell, aber 20 Minuten Online weiss: Der bis Ende der Hinrunde befristete Pilotversuch wird weitergeführt.
Bildstrecken Im FanzugSchwere Krawalle bei Spielen mit Schweizer BeteiligungDie grössten Fussball-Katastrophen Video
Fanzug des FC Sion in Neuchâtel
Lesen Sie auch die Reportage von der Fahrt des ersten Fanzugs unter Verantwortung von YB.
Die Bilanz des Pilotversuchs mit fünf Extrazügen ist positiv. Zu Schäden kam es nicht. Einzig ein erhöhter Reinigungsbedarf wurde festgestellt. Finanziell profitieren die SBB davon, dass sie weniger Personal aufbieten müssen. In den YB-Fanzügen standen neben dem Lokführer nur je zwei Zugbegleiter im Einsatz, was der normalen Besetzung bei Fernverkehrszügen entspricht. Ansonsten müssen die SBB auf Fussball-Extrazügen je nach Gefahrenpotential zusätzlich bis zu zwölf Transportpolizisten einsetzen. Den zusätzlichen Personalaufwand hat YB zu tragen. Abhängig von der Anzahl Fans begleiteten jeweils mindestens zehn Sicherheitsleute des Clubs die Fanzüge, die jeweils aus sechs oder mehr Waggons bestehen. Das YB-Personal wurde von der Transportpolizei vorgängig geschult. Sie übernahmen auch die Billettkontrolle bei den Berner Fans.
Haftung übernahmen die SBB
Bei den YB-Fanzügen handelte es sich bisher nicht um Charterzüge, sie waren also nicht von YB gemietet. Zudem musste YB für allfällige Schäden keine Haftung übernehmen, wie dies die SBB allgemein seit längerem von den Fussballclubs fordern. Ob diese Regelung auch künftig so bestehen bleibt, wollen die SBB noch nicht mitteilen. Klar ist, dass die SBB sowieso ein Interesse an Einigungen wie mit YB haben. «Wie dieses Modell zeigt, gelingt es gemeinsam, den Aufwand zu minimieren, wenn die Clubs Verantwortung übernehmen», sagt SBB-Sprecher Reto Kormann. Deshalb stehen die SBB auch mit anderen Clubs in Verhandlung. Diese sind offenbar nicht immer einfach. Laut eines Insiders warteten die anderen Clubs bisher ab, wie das Projekt mit YB weitergeht.
Noch deutlich weniger weit ist ein zweites Projekt in Bern: die Ausweiskontrolle beim Einlass ins Stadion, wie die Justizdirektoren zumindest bei gewissen Spielen vorschreiben wollen. Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) führte zusammen mit dem Berner Hockeyclub SCB in den letzten Monaten an drei Spielen Tests durch, bei denen es um einen Abgleich der Ausweisdaten mit der Hooligan-Datenbank ging, in der unter anderem Stadionverbote gespeichert sind. Die bisherigen Versuche sind erfolgreich verlaufen, wie es beim SCB heisst. Insbesondere der letzte Versuch vom 9. Dezember, bei dem erstmals Matchbesucher in Echtzeit kontrolliert wurden, sei vielversprechend gewesen. Der Test fand auf freiwilliger Basis nur an einem Eingang statt, sieht doch die Hausordnung keine Ausweispflicht vor.
Kosten optimieren
Die mobilen Lesegeräte für Ausweise sowie die Online-Abfrage hätten am Versuch fehlerfrei funktioniert. Die betroffenen Matchbesucher haben positiv reagiert. Optimierungsbedarf besteht hingegen noch beim Personaleinsatz. Laut SCB wurden deutlich mehr Helfer benötigt. Voraussetzung für eine regelmässige Durchführung ist für den Berner Hockeyclub jedoch, dass keine zusätzlichen Stellen geschaffen werden müssen. Die Kostenfrage ist Teil des Evaluationsberichts, den der SCB nun erstellt und in den nächsten Wochen dem federführenden Bundesamt für Polizei zustellt.
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 20 Kommentare
































Der Umgang mit unseren Daten
So richtig wohl ist es mir auch nicht, wenn ich die ID vor Stadion durch ein Lesegerät ziehen muss. ABER: Wir geben bei jedem Einkauf mit Kreditkarte oder Maestro/EC unsere Daten auch nach aussen. Und mit wir sind ca. 99% der Schweizer Bevölkerung gemeint. Das ist ja auch kein Problem, oder?
Hofer:
Na und? Weil bei bestimmten Dingen schon Daten gesammelt werden müssen wir nicht überall unsere Rechte abtreten oder? Ausserdem hat es bei der Kreditkarte einen Sinn, die Abwicklung von Transaktionen muss halt registriert werden. Beim Stadion geht es nur darum, Leute die der Öffentlichkeit nicht passen weil sie Bier statt Cüpli saufen auszusperren.
Wird der Ausweis tatsache...
... werd ich in kein Stadion mehr gehen :-). Sowohl bei Konzerten als auch bei Sportveranstaltungen. Und das sage ich auch als Mitarbeiter eines Ordnungsdienstes eines NLA Clubs - Sobald die Ausweispflicht kommt, werde ich dies weder als Besucher noch als Mitarbeiter unterstützen. Als Mitarbeiter ging ich eh schon durch die Datenbank - mir gehts effektiv nur ums Prinzip... Sicherheit durch gläserne Bürger - Nein Danke!
Alternativen
Als Mitarbeiter des Ordnungsdienstes können Sie bestimmt auch eine geeignete Alternative anbieten, wie Hooligans effektiv vom Stadion ferngehalten werden. Alternativ kann man z.B. eine Liste der Namen (inkl. Fotos) der Leute mit Stadionverbot allen Ordnungshütern verteilen und diese müssen sie sich merken. Wird dann besonders "lustig", wenn man bei einer solchen "analogen Lösung" die Ordner noch haften lässt; vom Datenschutz durch die Verteilung dieser Listen spreche dabei noch gar nicht.
Schäden
Gute Sache. Allerdings hätte man im Artikel erwähnen können, dass mutwillige Sachbeschädigungen auch vorher fast nie passiert sind. Die "Schadensummen" der SBB setzen sich aus Reinigungskosten und Defizit wegen der vergünstigten Tickets zusammen. Das einzige Foto, das zu Schäden in Extrazügen existiert ist ja auch nicht wirklich tragisch, es handelt sich um herausgehobene Sitzflächen, die sich problemlos wieder einsetzen lassen. Natürlich gab es auch schon Zwischenfälle, auf die Anzahl Züge und Passagiere gerechnet passiert allerdings so gut wie gar nichts.
Ungedeckte Kosten
Guten Tag. Die 3 Millionen Franken sind die ungedeckten Kosten der SBB. Darin sind neben Schäden (die aber keinen besonders grossen Anteil ausmachen) auch Mehraufwand für die Züge und die Reinigung sowie insbesondere auch die Personalkosten enthalten. Den SBB geht es nicht nur darum, die teilweise vorkommenden Schäden zu verhindern, sondern insbesondere auch darum, die Personalkosten zu senken. Mit freundlichen Grüssen, Lukas Mäder
@Lukas Mäder
Gute Antwort, besten Dank. Dies wird für meinen Geschmack oft einfach zu wenig betont oder meist nicht einmal erwähnt. In vielen Artikeln liest man nach wie vor von 3 Mio. Schäden pro Jahr und da frage ich mich jeweils, ob es sich um fehlende Recherche oder um beabsichtigte Hetze auf Kosten der Fussballfans handelt.