Fussball-Randale

10. Oktober 2011 17:17; Akt: 10.10.2011 17:37 Print

Die Mehrheit ist gegen Polizei in StadienDie Mehrheit ist gegen Polizei in Stadien

von Olaf Kunz - Abpfiff bei Petardenwürfen, Polizeieinsätze bei Fussballspielen und Alkoholverbot in Stadien - viele Forderungen nach der «Schande von Zürich» sind für die Leser reiner Unfug.

Konsequentes Abpfeifen bei bei Fackelwürfen im Stadion: Lediglich 29 Prozent befürworten eine solche Regelung ohne Vorbehalte. Ein fairer Spielbetrieb wäre nicht mehr gewährleistet. (Quelle: 20 Minuten Online)

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Nach den massiven Ausschreitungen während des Derbys im Letzigrund vom 2. Oktober, werden von Fussball-Clubs, Polizeidirektoren und Politikern ständig neue Vorschläge, Verbote und Forderungen in die Runde geworfen, mit denen sich ihrer Ansicht nach solch dramatische Szenen künftig vermeiden lassen. Wie steht eigentlich die Bevölkerung zu den kontroversen Ideen? 20 Minuten Online befragte seine Leser.

Eines der Ergebnisse der nicht repräsentativen Umfrage unter über 3 000 Teilnehmern: Es muss gehandelt werden. 53 Prozent glauben, dass die aktuellen Ausschreitungen sonst zum Regelfall werden könnten. Doch allem Populismus zum Trotz: Viele der Forderungen, nach denen jetzt lautstark gerufen wird, sind nach Ansicht der Befragten überzogen oder unpraktikabel. Insbesondere bei der strikten Trennung von Sport und Alkohol winken die meisten nur ab.

Polizei im Stadion? Nein, danke!

Sowohl Fussball-Fans als auch Nicht-Fans sind überwiegend gegen ein Alkohol- und Stehplatzverbot bei Risikospielen. 60 Prozent lehnen beide Verbote strikt ab. Lediglich jeder Fünfte erachtet diese Massnahmen als zielführend. Auch der Bewilligungspflicht für Hochrisikospiele wird eine klare Absage erteilt: Zwei Drittel der Befragten sehen bei einer Umsetzung massive Probleme vorprogrammiert. Sie vertreten die Ansicht, dass der Behördenwillkür damit «Tür und Tor geöffnet» werde und viele Fans durch überzogene Auflagen zu unrecht bestraft würden.

Bei der Frage, ob künftig generell Polizeikräfte die Sicherheitskräfte in den Stadien unterstützen sollen, vertritt ein Drittel der Befragten den Standpunkt, dass dies absolut notwendig sei. Noch mehr sehen indes Polizisten höchstens bei Hochrisikospielen als eine mögliche flankierende Massnahme gerechtfertigt. Etwas mehr als jeder Vierte hingegen ist der Meinung, dass die Sicherheit in Stadien Sache der privaten Security-Mitarbeiter bleiben soll. Diese Ansicht vertritt auch Heinz Buttauer, Präsidenten des Verbandes Schweizerischer Polizei-Beamter (VSPB). Für ihn ist das Stadion privates Areal und somit auch «eine privatrechtliche Angelegenheit».

Doch ob Polizei oder Sicherheitsmitarbeiter: Leibesvisitationen bis in den Intimbereich als Präventivmassnahme stossen auf Empörung: 40 Prozent finden das völlig unverhältnismässig. Weitere 30 Prozent sehen dies maximal gerechtfertigt, wenn es sehr konkrete Verdachtsmomente gibt. Fraglich bleibt, wer darüber im Einzelfall befinden sollte.

Welches Ergebnis soll zählen? Die meiste Zustimmung unter den möglichen Optionen erhält ein 0:0, das mit Null Punkten für GC und FCZ gewertet wird.
Quelle: 20 Minuten Online

Kein Abbruch bei Fackelwurf

«Der Grasshopper Club Zürich (GC) und Stadtrat Gerold Lauber sind sich einig, dass Spiele abgebrochen werden sollten, wenn Pyros und ähnliches im Stadion abgebrannt werden» - dies wurde wenige Tage nach den Ausschreitungen über eine Medienmitteilung verbreitet. 30 Prozent der Umfrage-Teilnehmer unterstützen diese Forderung. Genauso viele hingegen sehen dies lediglich gerechtfertigt, wenn Feuerwerke klar gegen Menschen gerichtet sind.
Tatsächlich wäre durch einen derart erzwungenen Spielabbruch ein fairer Spielbetrieb nicht mehr gewährleistet. Warum, zeigt der Kommentar von Leser Steve Stöckli: «Endlich weiss ich, wie ich den GC absteigen lassen kann. Ich kauf mir eine Saisonkarte und zünde regelmässig Pyros. Dann gibt es immer 0 Punkte und der Verein steigt ab!» Aus gutem Grund fordern 40 Prozent der Teilnehmer daher, dass bei derartigen Vorfällen die Partien nicht bedingungslos beendet werden, sondern die Referees von Fall zu Fall entscheiden.

Schnellgerichte müssen her

In zweierlei Hinsicht hingegen herrscht grossflächige Einigkeit. So wird die Einrichtung von Schnellgerichten für die Verurteilung von Krawallmachern bei Fussballspielen von einer breiten Basis gestützt. Zum anderen sollen Fackelwerfer an den Internetpranger gestellt werden. Ihr Name und Bild soll im Web für jedermann sichtbar werden.

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  • broennimann marianne am 11.10.2011 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist Kriminalität!

    Das soll noch Sport sein?

  • Ferdinand Hablützel am 11.10.2011 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Moltowcocktail im Fanblock

    Im EM-Quali-Spiel Griechenland-Kroatien haben griechische Hooligans einen Moltowcocktail in den kroatischen Fanblock geworfen. Nur mit viel Glück wurde niemand ernsthaft verletzt. Möchten wir warten, bis auch bei uns ein derartiger Tiefpunkt erreicht wird und es Schwerverletzte oder gar Tote gibt? Zero tolerance!

    • dini muetter am 11.10.2011 10:28 Report Diesen Beitrag melden

      und was ist passiert???

      das spiel wurde für 6min unterbrochen.... und dann wurde weitergespielt.. bei fcz - basyl gab's schwerverletzte und es wurde weitergespielt... nur beim letzten derby gab's keine alternative als das spiel abzubrechen??? fair, fairer, schweizer fussball...

    • meccano am 11.10.2011 12:31 Report Diesen Beitrag melden

      schwarzer peter

      es ist zu befürchten, dass das eintreten kann. unmittelbar nach der "schande von zürich" schrie alles nach griffigen massnahmen, jetzt, einige zeit danach, scheint alles doch nicht so schlimm gewesen zu sein. wie man den aktuellen kommentaren entnehmen kann, sind es die zuschauer, die bereits wieder zurückkrebsen und nicht die behörden, denen ja so gerne der schwarze peter zugespielt wird.

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  • Mouris am 11.10.2011 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Sobald man Polizisten in die Kurven schickt, eskaliert es so oder so. Dann kann man ja direkt jedes Spiel abbrechen wegen Ausschreitungen ;-)!

    • Zürich am 11.10.2011 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt nicht

      Das stimmt nicht ganz, in der alianz arene in münchen ist eine spezial einheit rein, machte sich den weg frei, nahm die chaoten mit und wieder raus. Da kann sich niemand mehr zu weh setzten, nur kônnen unsere pozilei das nicht.

    • Beobachter am 11.10.2011 11:33 Report Diesen Beitrag melden

      Warum?

      Und warum sollte es eskalieren? Ah natürlich, die Polizei provoziert allein durch ihre Präsenz.... Beweist einfach nur die Intelligenz dieser '''Fans''' - alles nur faule Ausreden - oder kommt es auch zu Ausschreitungen wenn die Polizei sonst irgendwo präsent ist?

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