Letzi-Ausschreitungen

22. Oktober 2011 15:53; Akt: 23.10.2011 11:43 Print

Elf Rezepte gegen ChaotenElf Rezepte gegen Chaoten

Der FCZ empfängt heute den FC Basel. Nach der Schande vom Letzigrund wurde das Stadion aufgerüstet – doch die Forderungen gehen noch viel weiter. Eine Übersicht.

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1. Polizei im Stadion

«Polizei in den Letzigrund!», forderte CVP-Gemeinderat Daniel Meier gleich nach dem Skandal-Spiel. Andere Politiker fanden den Vorschlag prüfenswert. So auch Gerold Lauber, Vorsteher des Schul- und Sportdepartements Zürich. Die Idee stiess allerdings auf taube Ohren. Die Zürcher Polizei winkte rasch ab, es gebe schlicht zu wenig Personal. Und auch die oberste Polizeivorsteherin der Kantone, Karin Keller-Sutter, liess verlauten, Polizeipräsenz im Stadion sei nicht möglich, es fehlten die Ressourcen.

2. Polizeiliche Konfliktvermittler

Verschiedene Experten sind gegen Repressionen. Sie plädieren für polizeiliche Konfliktvermittler in Zivil, die in den Fankurven stehen. Solche teilen bei Unruhen im Sektor den Beteiligten mit, die Übergriffe müssten beendet werden, sonst komme die Polizei. Die Methode funktioniert - beispielsweise in Deutschland -, weil sich dadurch Unbeteiligte meistens von Extremisten distanzieren. Allerdings sind auch für diese Massnahme mehr Polizisten nötig. Solche fehlen jedoch (siehe Punkt 1).

3. Sicherheitspersonal an Eingängen aufstocken

Die Klubs und die Liga diskutieren, ob mehr Sicherheitspersonal an den Eingängen Sinn macht. So würde es für die Fans schwieriger, Pyros ins Stadion zu schmuggeln. Dies wäre - wenn auch mit Mehrkosten - sicher rasch umsetzbar. Allerdings kommen viele Fangruppen erst knapp vor Spielbeginn zum Stadion. Durch die Massen wird bei den Eingängen grosser Druck erzeugt, was die Kontrollen schwierig macht.

4. Spielabbruch bei Pyros

GC-Präsident Roland Leutwiler fordert, dass Fussballspiele sofort abgepfiffen werden können, wenn Pyros, Knallpetarden oder Rauchbomben gezündet werden. Der Vorschlag dürfte kaum umgesetzt werden. FCZ-Präsident Ancillo Canepa gab bereits zu bedenken, mit einem solchen Passus könnten mutwillig Abbrüche provoziert werden, wenn den Fans das Resultat nicht gefällt. Thomas Grimm, Präsident der Swiss Football League, ergänzt: «Der Vorschlag von GC ist zu radikal und wird bei den Präsidenten der Klubs keine Chance haben.»

5. Sektor räumen

Liga-Präsident Grimm schlägt eine partielle Sektorräumung vor. Sollten Petarden gezündet werden, würden die Fans zuerst über Stadionsprecher verwarnt werden. Bei einem weiteren Abbrennen von Pyros sollte der ganze betroffene Sektor geräumt werden. Eine Sektorräumung ist für die Sicherheitskräfte aber nicht ganz einfach. Auch hier wäre wohl die Hilfe der Polizei nötig.

6. Verbot von Fahnen

Matthias Remund, Direktor des Bundesamts für Sport, verlangt ein Verbot von Fahnen im Stadion. «Wenn sich Fans zu oft unter ihren Fahnen verstecken, muss man diese verbieten.» Auf den Hinweis, es handle sich um einen Eingriff in die Fankultur, antwortet Remund: «Na und? Natürlich sind Fahnen für Fans ein Heiligtum. Die Sicherheit hat aber Priorität. Werden Fahnen missbraucht, sind Massnahmen nötig.» Gegen ein Fahnenverbot spricht wenig. In England wird die Massnahme seit Jahren umgesetzt.

7. Ausweispflicht

Remund ist als oberster Sportbeamter des Bundes klar für eine Ausweispflicht. «Auch im Ausgang muss man sich für den Besuch gewisser Lokale ausweisen.» Konkret müsste sich jeder, der ins Stadion will, via Identitätskarte ausweisen. Die ID würde eingelesen. Dadurch müssten die Fans rund zwei Stunden vor einem Match beim Stadion sein, dadurch wären spontane Spielbesuche nicht mehr möglich.

8.Vermummungsverbot/Stadionverbot

Der FCZ und GC wollen in Zukunft verschärft Stadionverbote aussprechen. Das Vermummungsverbot wird in die Hausordnung aufgenommen, was auch bei anderen Vereinen Sinn machen würde. Ein Verbot von Kapuzen und Schals gibt es hingegen nicht. Fehlbare Fans, so der Plan, wird man in Zukunft nicht aus der Kurve holen. Laut den Verantwortlichen gibt es aber genügend Möglichkeiten (etwa mit Videoaufnahmen), solche Chaoten zu identifizieren und mit einem Stadionverbot zu belegen.

9. Bewilligungspflicht von Spielen

Die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen- und direktoren (KKJPD) strebt an, dass Fussball- und Eishockey-Spiele nur noch mit einer Bewilligung durchgeführt werden können. So könnten die Kantone je nach Risiko des Matchs Auflagen machen. Härtere Eingangskontrollen, Alkoholverbote oder zusätzliche bauliche Massnahmen am Stadion könnten verordnet werden. In einigen Kantonen ist dies bereits der Fall.

10. Kombitickets

Der Schrei nach Kombitickets ist nicht neu. Die KKJPD sprach sich mehrfach dafür aus. Solche schreiben den Fans vor, in Extrazügen anzureisen. Wer dies nicht tut, wird nicht in den Gästesektor gelassen. Auch hierfür ist der Aufwand grösser, dürfte sich aber auszahlen.

11. Schnellrichter

Die St. Galler Behörden hatten im Juli 2009 Schnellverfahren gegen Fussball-Chaoten eingeführt. Ende Oktober 2009 wurden dann erstmals sieben GC-Fans im Schnellverfahren verurteilt. Gemäss den Behörden gab es seither weniger Ausschreitungen. Solche Schnellverfahren sind mit grösserem Personalaufwand grundsätzlich überall in der Schweiz durchführbar. Der Ruf nach Schnellrichtern wird nach der Schande vom Letzigrund in Zürich lauter. Wie nachhaltig die Schnellverfahren sind, muss sich jedoch erst noch weisen.

(feb)

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  • Nubi am 30.10.2011 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Weitere Möglichkeiten.

    Eine verlängerte Polizeihaft, so dass die Krawallbrüder in einen Erklärungsnotstand kämen, warum sie nicht zur Arbeit können. Freiticket für Zivilcouragierte, Pyromanen zu isolieren. Die Schweizer Regierung hat nicht genug Füdle so etwas durchzusetzen.

  • Borussia Dortmund am 23.10.2011 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    einfache Sache

    Ganz klar wie in Deutschland - Polizei muss her, um bei solchen Konflikten einzuschreiten oder gar die Anführer oder Aufputscher von Gewalt aus dem Sektor zu holen - hat auch ein Einschüchterungsfaktor! Vermummungsverbot sollte sowieso klar sein und vorallem sollte jeder Polizeitrupp Kameras dabei haben um im nachhinein die Straftäter per Videobeweis überführen zu können. Schnellrichter und Co. sind gut und schön, allerdings braucht man dazu auch die Täter. Ein Fahnenverbot bringt hier garnichts, wenn überhaupt müssten diese aber vor den Spielen kontrolliert und bewilligt werden!

    • MacDubh am 23.10.2011 13:18 Report Diesen Beitrag melden

      Aufhören mit diesen Beispielen

      Hahah beispiel Deutschland. Dass sich dort aber die Polizei für Fan-Betreuung und Deeskalation einsetzt interessiert wohl niemanden. Auch mit den England beispielen bitte aufhören, die Massnahmen dort haben den Fussball zerstört, ausser illegallen Tickets kommt man an keine heran, da diese als Saison Tickets verkauft werden, Warteschlange ca 20 Jahre....

    einklappen einklappen
  • Marco U am 23.10.2011 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Probleme

    Die einfachste Lösung wäre wenn man Security bei jeder Reihe hinstellt die Schauen das sich die Leute benehmen, macht eine Person ärger wird er gleich mitgenohmen und raus geschickt. Wer im Kino lärm macht wird auch gleich vom Personal aufgefordert zu gehn...