Leichathletik-WM

31. August 2011 23:03; Akt: 31.08.2011 23:04 Print

Alle Augen richten sich auf Caster SemenyaAlle Augen richten sich auf Caster Semenya

In der Nacht auf Donnerstag kommt es an der WM in Daegu zum vielbeachteten Auftritt von Caster Semenya. Die Südafrikanerin tritt im 800-m-Lauf der Frauen zur Titelverteidigung an.

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wurde 2009 als 18-Jährige überraschend Weltmeisterin über 800 Meter. Danach machte das Gerücht die Runde, dass die Südafrikanerin ein Zwitter sei. Es kam soweit, dass Semenya sich einem Geschlechtstest unterziehen musste, was von Menschenrechtsgruppen heftig kritisiert wurde. Danach verkündete IAAF-Generalsekretär Pierre Weiss, es sei klar «dass sie eine Frau ist, aber vielleicht nicht zu 100 Prozent.» Seit 6. Juli 2010 darf die Südafrikanerin nach einer vorübergehenden Sperre wieder bei den Frauen starten. Semenya ist nicht die erste Sportlerin, deren Geschlecht umstritten ist. In der Vergangenheit sorgten schon einige andere Athletinnen für Überraschungen ... gewann bei den Asienspielen 2006 Silber über 800 Meter. Sie fiel im Geschlechtstest durch und wurde als Mann identifiziert. Ihre Medaille musste sie abgeben. Sie versuchte sich darauf das Leben zu nehmen. wurde bei den Olympischen Sommerspielen 1936 Vierte im Hochsprung. Zwei Jahre später holte sie sich in Wien den Europameistertitel mit Weltrekord. Bei der Rückreise nach Deutschland stellte ein Polizeiarzt fest, dass Ratje männliche Genitalien hatte, die sie sich während dem Wettkampf nach oben band. Horst Ratjen - wie die Person in Wahrheit hiess - gab später an, nur drei Jahre lang als Frau gelebt zu haben. Rekord und Titel wurden aberkannt. wurde 1966 Weltmeisterin in der Abfahrt. Vor den Olympischen Spielen 1968 stellten Ärzte bei einem medizinischen Test fest, dass Schinegger männlich ist. Weil die Geschlechtsteile des Deutschen nach innen gewachsen waren, war er jahrelang nicht richtig identifiziert worden. Schinegger entschied sich für eine Operation und nannte sich fortan Erik. Der Weltmeistertitel wurde ihm nachträglich aberkannt. wurde das Potenzial vorausgesagt, unter die Top 100 der Tennis-Weltrangliste vorstossen zu können. Die Deutsche wurde als Zwitter geboren, entschied sich aber, als Frau zu leben. Das stiess ihren Gegnerinnen sauer auf, immer wieder warfen sie Gronert vor, ein Mann zu sein. Und das, obwohl ein medizinisches Attest ihre Weiblichkeit nachwies. 2008 unterbrach die damals 22-Jährige ihre Karriere wegen den Anfeindungen - unterdessen ist sie aber auf den Platz zurückgekehrt. gewann bei den Olympischen Sommerspielen 1936 Gold über 100 Meter. Die polnische Delegation beschuldigte sie, ein Mann zu sein. Deshalb musste sich Stevens einem Geschlechtstest unterziehen, der jedoch ergab, dass die Amerikanerin eindeutig eine Frau war. lief an den Olympischen Sommerspielen 1932 mit Weltrekord über 100 Meter zu Gold. Vier Jahre später holte sie in derselben Disziplin Olympia-Silber. Es folgten mehrere Europameistertitel und - nach dem Erhalt der US-Staatsbürgerschaft - amerikanische Meistertitel. Walasiewiz wurde 1980 bei einem bewaffneten Raubüberfall erschossen. Bei ihrer Obduktion stellte man fest, dass die einstige Spitzenläuferin ein Zwitter war - und das 30 Jahre nach ihrem Rücktritt. Es stellte sich heraus, dass Walasiewiz' Geburtsurkunde auf den Vornamen Stefan ausgestellt war. Pikant an der ganzen Affäre: Die Olympiasiegerin hatte in den 1930er-Jahren ihre schärfste Konkurrentin Helen Stephens verdächtigt ein Mann zu sein, was sich aber als unwahr herausstellte. gewann bei den Olympischen Sommerspielen 1960 und 1964 zweimal die Goldmedaille im Kugelstossen sowie einmal Gold und einmal Silber im Diskuswerfen ... ... Genau wie ihre Schwester gewann sie so ziemlich alles, was es in der Leichtathletik zu gewinnen gibt. Auch Irina holte mehrfach Olympia-Gold und zwar 1960 über 80 Meter Hürden und 1964 im Fünfkampf. Den «Press Sisters» wurde nachgesagt, dass sie Zwitter seien. Als 1968 die Geschlechtsbestimmungstests für Sportler eingeführt wurden, verschwanden die beiden Russinnen urplötzlich von der Bildfläche. gewann 1964 über 100 Meter die Bronzemedaille an den Olympischen Sommerspielen sowie Gold mit der Staffel. 1966 holte sie an der Europameisterschaft Gold über 100 Meter und in der Staffel sowie Silber über 200 Meter. Den obligatorischen Gentest vor der EM passierte Klobukowska problemlos. Ein Jahr später blieb sie aber mit einem auffälligen Chromosomensatz hängen und wurde als Zwitter eingestuft. Klobukowskas Weltrekorde wurden in der Folge gelöscht, ihre Titel durfte sie aber behalten. gewann 2004 bei den südafrikanischen Jugendspielen fünf Goldmedaillen. Ihre Kolleginnen zeigten sie aber an, denn Sithole sei in Wirklichkeit ein Mann - und der Kerl habe sie beim Duschen begafft. Die beschuldigte Athletin ihrerseits gab an, als Zwitter geboren zu sein. Jetzt sei sie aber nur noch eine Frau, da ein Hexer ihr Glied habe schrumpfen lassen. Wenig später stellten Ärzte fest, dass Sithole nichts anderes als ein Mann war. Zudem kam heraus, dass ein ehemaliger Sportlehrer dem «Wundertalent» eine neue Identität beschafft hatte. Nach dem Aufflug des Schwindels musste Simbabwes Olympiahoffnung für dreieinhalb Jahre hinter Gitter. lief 1962 einen fabelhaften Weltrekord über 400 Meter, zwei Jahre später über 800 Meter. Die Zeiten wurden jedoch nicht anerkannt, da ihr Geschlechtsstatus umstritten war. Aufgeklärt wurde der Fall nie. Dass Shin Kim Dan aber zurücktrat, als die Geschlechtsüberprüfung für Sportler eingeführt wurde, spricht für sich. stellte 1934 einen neuen Weltrekord über 800 Meter auf. Ärzte stellten aber beim darauffolgenden Geschlechts-Test fest, dass die Tschechin eigentlich ein Mann war. Die Läuferin nahm ein paar Jahre später durch eine Operation ihr «richtiges» Geschlecht an und nannte sich Zdenek Koubkov. Der Weltrekord wurde gelöscht. lief 1983 in München den noch heute gültigen Weltrekord über 800 Meter in 1:53,28 Minuten. Aufgrund ihrer sehr muskulösen Erscheinung wurde ihr Rekord aber immer in Frage gestellt.

Caster Semenya war nicht die erste Sportlerin, deren Geschlecht umstritten ist.

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An der Leichatlethik-WM im südkoreanischen Daegu tritt in der Nacht auf Donnerstag (4.40 Uhr MESZ) eine besondere Persönlichkeit aufs Parkett. Caster Semenya tritt im 800-m-Lauf der Frauen zur Titelverteidigung an.

Wie einfach dieses Unternehmen werden wird, ist unklar. Vor der WM kamen Gerüchte auf, dass die 20-Jährige für die Verteidigung des Weltmeistertitels nicht bereit sei. Eine Formschwäche, Verletzungen, sowie Gerüchte um Gewichtsprobleme und ein Zerwürfnis mit ihrem Coach Michael Serne begleiteten die letzten Monate der 800-m-Läuferin - ganz zu schweigen von ihrer Geschichte an der Weltmeisterschaft 2009.

Geschlechterfrage und ihre Folgen

Die Südafrikanerin sorgte damals mit und nach ihrem überraschenden Weltmeistertitel über 800 m für viel Aufregung. Es war damals umstritten, ob Semenya als Frau oder Mann gelten soll und lancierte deshalb die Debatte um Geschlechtertests bei Leichtathletinnen. Semenya durfte ihre Goldmedaille am Ende behalten, der Internationale Leichtathletikverband (IAAF) entschloss sich aber in der Folge dazu, offiziell wieder Geschlechtstests bei Frauen durchzuführen. Seit 1999 hatten die Sportverbände darauf verzichtet, nun werden sie in der Leichtathletik seit diesem Frühjahr wieder gemacht – und auch das Olympische Komitee (IOC) will nachziehen.

Obwohl sie ihren Weltmeistertitel behalten durfte, wurde Semenya nach ihrem Sieg vor zwei Jahren suspendiert und durfte erst knapp ein Jahr später wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Um an dieser WM antreten zu können, hat sich die Südafrikanerin wohl einer Hormonbehandlung unterzogen. Neu darf nämlich ein gewisses Level des männlichen Hormons Testosteron nicht überschritten werden. Bei einem Verdacht darf eine Athletin zum Test aufgefordert werden. Wenn sie zu viel männliche Hormone aufweist, muss sie sich einer Hormon-Thearpie unterziehen.

Tests können heikel sein

Bei einer Verweigerung des Tests erhält die betroffene Athletin keine Starterlaubnis. Diese Fälle sollen allerdings geheimgehalten werden, damit keine öffentliche Diskussion um das Geschlecht der betroffenen Sportlerin aufkommt. Welche gravierenden Auswirkungen Geschlechtstests haben können, zeigt der Fall der indischen Weltklasseläuferin Santhi Soundarajan. Sie hatte vor fünf Jahren an den Asienspielen im 800-Meter-Lauf die Silbermedaille gewonnen. Aufgrund eines Geschlechtstests wurde ihr diese aberkannt. Einige Monate später versuchte sie, sich das Leben zu nehmen. An Rennen teilgenommen hat sie später nicht mehr, arbeitete aber als Leichathletiktrainerin an einer von ihr gegründeten Trainingsakademie.

(fbu)

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  • michi am 01.09.2011 01:12 Report Diesen Beitrag melden

    text

    er hätte mich fast rein gelegt

  • OdinX am 01.09.2011 00:00 Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch

    Die sollten das ganze so einfach wie möglich halten: Y-Chromosom vorhanden => Mann Y nicht vorhanden => Frau Wegen dem Hormonspiegel sollte man nichts tun müssen, solange es natürlich ist. Wird der Hormonspiegel künstlich erhöht, so ist der Athlet gedopt. (Möglicherweise müssten Athletinnen auf einige hormonelle Verhütungsmittel verzichten, keine Ahnung)

  • Amhof am 31.08.2011 23:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    danke für die tollen berichte über die WM!