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13. März 2008 11:39; Akt: 18.03.2008 14:15 Print

Die Kosten sind ausser KontrolleDie Kosten sind ausser Kontrolle

Die Kostenexplosion in der Formel 1 hat selbst für die finanzstarken Automobil-Hersteller alarmierende Ausmasse angenommen. Jetzt reden im Grand-Prix-Zirkus alle vom Sparen. Doch Motorsport-Experte Peter Haab weiss: Keiner will damit beginnen.

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Morgen Freitag beginnt die Formel-1-Saison 2008 mit dem ersten freien Training im Albert Park von Melbourne. Und sie endet am 2. November mit dem Grand Prix von Brasilien in Sao Paulo. Der Grand-Prix-Zirkus hat sich in jüngster Vergangenheit zum weltumspannenden Wirtschafts-Gebilde entwickelt. Er ist zu einer gewaltigen Geldmaschine geworden, die jährlich von Autokonzernen, Sponsoren, TV-Anstalten und unzähligen Merchandising-Firmen gefüttert wird. Rund 10 000 Stunden Fernseh-Zeit und über 800 Millionen TV-Zuschauer in 185 Ländern sorgen dafür, dass der Geldbeutel bei den Autoherstellern und Sponsoren relativ locker sitzt.


Die Kostenspirale dreht sich

Als am 13. Mai 1950 in Silverstone der erste offizielle Formel-1-Grand-Prix ausgetragen wurde, hätte noch keiner gedacht, dass sich diese WM-Rennserie innerhalb von fünf Jahrzehnten zur weltweit grössten Sportshow neben Olympischen Spielen und Fussball-Weltmeisterschaften entwickeln würde. Gleichzeitig mit dieser Entwicklung hat sich auch die Kostenspirale immer schneller gedreht: Die Top-Teams der Formel 1 agieren heute mit Budgets zwischen 500 und 700 Millionen Dollar. 2007 haben die Rennställe mit ihren Gesamtausgaben erstmals die Schallmauer von drei Milliarden Dollar durchbrochen. Damit geniesst der Rennzirkus von Formel-1-Strippenzieher Bernie Ecclestone endgültig den Ruf als teuerster Sport der Welt. Wenn sich die Budget-Entwicklung unaufhaltsam Richtung Milliarden-Grenze bewegt, wird die Luft selbst für die Reichsten der Branche dünn. Darum reden sie unterdessen selbst in den Konzern-Zentralen von Fiat/Ferrari, BMW, Mercedes, Renault, Toyota und Honda vom Sparen.

Nur: Keiner will freiwillig damit beginnen. Denn wer Geld hat, kann sich eine kostenaufwändige technische Weiterentwicklung leisten. Und wer in der Formel 1 die effizienteste Weiterentwicklung betreibt, hat beste Aussichten auf den Gewinn von Grand Prix und WM-Titel. Diese Erfolge wiederum rechtfertigen die hohen Investitionskosten. Denn mit Grand-Prix-Siegen schaffen sich BMW und Co. das Image von technischer Kompetenz in der höchsten Kategorie des internationalen Automobilrennsports.


Auch die Sympathie siegt

Neben Hightech-Kompetenz ist auch der Sympathie-Faktor nicht zu unterschätzen. Als Toyota 2002 in den GP-Zirkus einstieg, hing in der Formel-1-Zentrale in Tokio ein Transparent mit dem Slogan: «Toyota ist in der Formel 1, um zu siegen. Aber auch, um weltweit Sympathien zu gewinnen.» Zum Glück gibt es diesen Sympathie-Aspekt. Denn mit dem Siegen hat es in den letzten sechs Jahren für Toyota aus den unterschiedlichsten Gründen noch nie geklappt.

Auch Mercedes setzt mit seinem Formel-1-Engagement auf den Slogan «Sieg und Sympathie.» Als Mika Häkkinen 1998 und 1999 zweimal hintereinander die Formel-1-Weltmeisterschaft gewann, erzeugten die Erfolge eine Strahlkraft, die sich auch auf die Verkaufszahlen im Konzern auswirkte. Mercedes hatte damals während der Schlussphase der Formel-1-Saison weltweit TV-Werbespots mit Häkkinen ausgestrahlt. Die leicht unterkühlte Art des Finnen kam in der gewünschten Zielgruppe unheimlich gut an. Wie viele Luxusautos mit dem Stern deshalb mehr verkauft wurden, liess sich zwar selbst Mercedes-intern nicht genau beziffern. Gesichert ist aber: Seit Mercedes die Formel-1-Renner wieder in silberner Farbe lackiert, hat sich die Nachfrage nach silbernen Serien-Modellen verdoppelt.

Klar, dass nach solchen Erfahrungen keiner der erwähnten Automobil-Hersteller das Rad von sich aus zurückdrehen will. Die Teams werden sich untereinander nie auf Massnahmen zu einer einschneidenden Kostenreduktion einigen. Hier verhindert der Konkurrenz-Gedanke einen möglichen Konsens. Deshalb hat sich jetzt die oberste Motorsportbehörde eingeschaltet. Bereits für die Saison 2009 prüft der Internationale Automobil-Verband (FIA) die Einführung einer Budgetbeschränkung. Die grundsätzliche Zustimmung aller Teamchefs liegt vor. Aber noch steht ein riesiges Fragezeichen im Raum: Wie lassen sich die Formel-1-Ausgaben von Ferrari, McLaren-Mercedes und Co. von externer Stelle seriös überprüfen? Kein einfaches Unterfangen. Denn der Begriff der kreativen Buchführung ist auch den Zahlen-Jongleuren von Motorsport-Abteilungen nicht ganz fremd.


Peter Haab, 20minuten.ch

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  • Ferraristo am 14.03.2008 23:18 Report Diesen Beitrag melden

    Einmalig

    Wir reden hier von ein paar wenigen Menschen auf dieser Welt, welche Millionen Zuschauern eine gute Show bieten. Was machen da im Vergleich unsere lieben Top-Manager???

  • Fridu Bürgin am 13.03.2008 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Formel 1

    Man sollte auch bei den Fahrern die Löhne überdenken,nicht nur bei den Autokonzernen.Kann ja nicht sein dass gewisse Leute pro Jahr 100Mio. verdienen!!! Aber es ist ja nicht nur die Formel 1, die Gehälter beim Fussball sind ja irgendwie auch krank und haben mit Sport herzlich wenig zu tun.....

  • Marco Z. am 13.03.2008 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    Gel

    F1 ist global und wenn geld fliest lasst es fliesen.