Nach dem BMW-Ausstieg

29. Juli 2009 15:08; Akt: 29.07.2009 15:28 Print

Nur Peter Sauber kann den Rennstall rettenNur Peter Sauber kann den Rennstall retten

von Peter Haab - Die rund 400-köpfige Belegschaft in Hinwil ist nach dem BMW-Rückzug aus der Formel 1 völlig verunsichert und vor allem wütend. Die Zukunftsaussichten sind alles andere als rosig. Nur Ex-Teamchef Peter Sauber kann den Rennstall vor dem Untergang retten.

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Keiner aus der BMW-Vorstandsetage würde es zugeben. Aber die Führungsspitze des deutschen Automobilherstellers fürchtet den heiligen Zorn der Schweizer. Vor allem aber jenen ihrer Schweizer Belegschaft in Hinwil, wo das BMW-Sauber-Formel-1-Team seinen Hauptsitz hat. Diese rund 400 Leute fühlen sich von den Münchnern – sorry für die Wortwahl – ziemlich verarscht. Für die Art und Weise des Vorgehens gibt es praktisch null Verständnis. Jetzt ist für BMW München diplomatisches Vorgehen und Hilfestellung für die Angestellten angesagt. Denn die Schweiz ist für BMW ein wichtiger Markt.

Wie geht es weiter?

Doch wie soll es in Hinwil weitergehen? Die ganze Hightech-Fabrik und der supermoderne Windkanal, der gegen 80 Millionen Euro gekostet hat, sind auf das Formel-1-Engagement ausgerichtet. Hier können nicht ab 2010 einfach alte Kühlschränke entsorgt werden. Im schlechtesten Fall wird die Firma also liquidiert und die Leute werden entlassen. Das würde aber erstens sehr teuer und zweitens den Sympathie-Pegel für BMW ins Bodenlose fallen lassen. Eine weitere Möglichkeit wäre, die Hightech-Firma im Auftrag der Automobil-Industrie forschen zu lassen. Die für alle Beteiligten bei Weitem beste Lösung wäre allerdings ein Weiterbestehen des Teams unter neuem Namen und neuer Führung.

Doch bis es so weit wäre, gäbe es noch ein paar Stolpersteine. Denn der Internationale Automobil-Verband FIA müsste dem neuen Team eine Formel-1-Lizenz erteilen. Die von der FIA bestätigte Einschreibung für 2010 erfolgte noch unter dem Namen BMW-Sauber und ist seit heute Morgen hinfällig. Fraglich ist auch, ob die aktuellen Sponsoren dem neuen Team die Treue halten würden. Eine wichtige Sache, denn obwohl in der Formel 1 grösste Sparbemühungen im Gange sind, benötigt ein Team, das an der Spitze mitmischen will, auch in den nächsten zwei, drei Jahren zwischen 150 und 200 Millionen Euro.

Peter Sauber muss eingreifen

Das Wichtigste an der Geschichte ist aber die personelle Frage. Oder konkreter gesagt: Wer kann den BMW-Sauber-Rennstall noch retten? Und da fällt mir nur ein Name ein: Peter Sauber! Der Ex-Teamchef pflegt exzellente Beziehungen zum Internationalen Automobil-Verband in Paris und zu Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone. Zudem hat ihm Luca di Montezemolo, der Ferrari-Chef und Präsident der Formel-1-Teamvereinigung FOTA, bereits Unterstützung zugesagt. Sauber kennt Montezemolo gut. Bevor er seinen Rennstall 2005 an BMW verkauft hat, war das Hinwiler Team mit Ferrari-Motoren unterwegs. Peter Sauber wüsste auch, was in den Köpfen der BMW-Vorstands-Etage in München vorgeht. Keine Frage: Peter Sauber wäre der beste Mann für diesen Job. Ob er sich das alles mit 65 Jahren nochmals antun will, ist allerdings eine ganz andere Frage.

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  • Plen Titusaii am 06.08.2009 02:59 Report Diesen Beitrag melden

    Verpasste Chance

    Schade, dass nicht einzelne schweizer Vorzeige-Investoren wie Herr Hayek mit seiner Swatch Group zugeschlagen haben. Design in gewissen zugeschnittenen Märkten lässt sich gut verkaufen, und mit den Forschungsmöglichkeiten in Hinwil geht eine gute Chance bergab.

  • Christian Hirter am 30.07.2009 22:49 Report Diesen Beitrag melden

    BMW rückzug

    Für mich ist die FIA mit dem SADO Mosley schuld, dieser macht mit seinen Gesetzen die ganze F1 kaputt, ich hoffe für die betroffenen gibt es eine Lösung.

  • Ein Fan am 30.07.2009 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Heuchlerei

    Die meisten von euch freuen sich das bmw aussteigt,die f1 sei sinnlos und und umweltverschmutzend.. Ihr seid alles heuchler.. Hier geht es um einen Traum.. Ein lebenswerk,dass zerstört wurde.. Denkt mal an peter sauber und sein team das seit 40 jahren für diesen traum gearbeitet haben..