BMW Sauber

29. Juli 2009 09:51; Akt: 29.07.2009 12:05 Print

Nach Total-Absturz den Stecker gezogenNach Total-Absturz den Stecker gezogen

von Peter Haab - BMW steigt Ende Saison 2009 aus der Formel 1 aus. «Strategiewechsel» lautet die offizielle Begründung der Vorstands-Etage in München. Das ist vornehm formuliert. In Wahrheit hat man aus lauter Frust über den Total-Absturz auf der Rennstrecke den Stecker gezogen.

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Rennfahrer Peter Sauber in einem getunten VW Käfer 1968 in Fällanden. Peter Sauber 1969 in einem offenen Rennwagen bei einem Bergrennen. Der Konstrukteur (l.) mit dem C7 von 1983. Kurz darauf stieg Mercedes als Partner ein. Peter Sauber und der langjährige Technikchef Leo Ress präsentieren den Kouros-Mercedes C9 von 1987. Der legendäre «Silberpfeil» C9, mit dem Sauber-Mercedes 1989 einen Doppelsieg bei den 24 Stunden von Le Mans realisierte. 1993 folgte der Einstieg in die Formel 1 mit den beiden Piloten Karl Wendlinger (l.) und JJ Lehto. 1994 rang Wendliger nach einem Horrorunfall in Monte Carlo mit dem Tod. Fünf Monate später sass der Österreicher in Japan bereits wieder im Cockpit. Heinz-Harald Frentzen eroberte 1995 in Belgien den ersten Podestplatz für den Sauber-Rennstall. Nach langer Durststrecke konnte Peter Sauber 2001 die Grossbank Credit Suisse als Sponsor gewinnen. Das Wagnis mit den jungen Piloten Nick Heidfeld und Kimi Räikkkönen erwies sich als Volltreffer. 2001 belegte Sauber in der Konstrukteurswertung den vierten Rang. Auch Felipe Massa wurde von Peter Sauber entdeckt. Der Brasilianer sass 2002 als Räikkönen-Nachfolger im Sauber-Cockpit. Peter Sauber und Technikchef Willy Rampf 2003 im Windkanal in Hinwil: Technisch eine Meisterleistung, finanziell eine schwere Belastung. 2005 verkaufte Sauber seinen Rennstall an BMW. Neuer Teamchef wurde Mario Theissen. Grosse Ehre für Peter Sauber: Er wurde zum Schweizer des Jahres 2005 gewählt. Das Verkehrshaus ehrte ihn und sein Lebenswerk mit einer Ausstellung. Ein festes Ritual: Nach jedem Rennen gönnt sich Peter Sauber eine edle Zigarre. Am 8. Juni 2008 fuhr Robert Kubica in Montreal den ersten und bisher einzigen Sieg für das BMW-Sauber-Team ein. Am 29. Juli 2009 gibt BMW den Ausstieg aus der Formel 1 bekannt - ist das das Aus für den Rennstall, den Peter Sauber einst aufgebaut hatte? Nach dem gescheiterten Verkauf an die ins Zwielicht geratene Investoren-Gruppe Qadbak treten Peter Sauber und BMW-Motorchef Mario Theissen am 27. November 2009 erneut vor die Medien ... ... Die beiden verkündeten eine neue, überraschende Lösung: Peter Sauber kaufte sich seinen Rennstall von BMW zurück und wurde mit 66 Jahren erneut Teamchef. 2010 und 2011 kam das neue Sauber-Team nicht wie gewünscht auf Touren. Es resultierten lediglich Rang 8 und 7 in der Konstrukteurswertung. Das Jahr 2012 begann aber mit einem Paukenschlag. Sergio Perez fuhr in Malaysia im zweiten Rennen der Saison als Zweiter sensationell aufs Podest.

Peter Sauber und sein Rennstall

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Eines war schon vor dem Saisonstart am 29. März im australischen Melbourne klar: Das wird ein heisses Jahr für BMW! Während nämlich in Valencia Mitte Januar das neue F1-Auto vorgestellt wurde, hat BMW gleichzeitig 26 000 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Damit war schon vor sechs Monaten klar: Das Formel-1-Team ist zum Siegen verdammt. Hier der massive Umsatzeinbruch, da die sportliche Herausforderung WM-Titel. BMW-Sauber stand vor dem schwierigsten Spagat in seiner Formel-1-Geschichte.

Nicht nur BMW sah sich auf Grund der globalen Wirtschaftskrise mit massiven Absatzproblemen konfrontiert. Auch aus den Häusern Mercedes und Renault drang hinter vorgehaltener Hand die Kunde, dass laut darüber nachgedacht wird, auf Grund der negativen Entwicklung bei den Verkaufszahlen die Formel 1 zu verlassen. Bei solchen Überlegungen geht es nicht in erster Linie um die tatsächlichen Kosten für die Formel 1. Es geht um die Art der Kommunikation und um Psychologie. Denn schliesslich hat Kurzarbeit auch schmerzhafte Lohneinbussen zur Folge.

Kein neuer Hauptgeldgeber in Sicht

Schlecht war auch, dass sich ausgerechnet auf die Saison 2009 hin Hauptsponsor Credit Suisse von BMW verabschiedet hat und es den Marketingverantwortlichen nicht gelungen ist, gleichwertigen Ersatz zu beschaffen. Die CS-Werbeflächen am Auto blieben leer. Und auch für 2010 war gemäss interner Quellen noch kein neuer Hauptgeldgeber in Sicht. Auch dies hat mit der Wirtschaftskrise zu tun. Denn im Normalfall hätten sich die Sponsoren bei einem topseriösen Formel-1-Partner wie BMW-Sauber die Finger geleckt. Glücklicherweise hatte BMW-Sauber-Teamchef Mario Theissen die nötige Weitsicht - und das Budget für 2009 auch ohne das Credit-Suisse-Geld schon seit längerem im Trockenen.

BMW-Sauber war zum Erfolg verdammt

Doch eines war schon zu Saisonbeginn klar: Falls die BMW-Absatzkrise längere Zeit anhalten würde, wäre die Formel-1-Mannschaft zum Erfolg verdammt. Beste Medizin wären Grand-Prix-Siege gleich in den ersten Wochen der neuen Saison gewesen. Doch es kam bekanntlich ganz anders. BMW-Sauber blamierte sich regelmässig bis auf die Knochen. Und es war absehbar, dass im Falle von anhaltenden Misserfolgen auch in München - wie vorher schon bei Renault und Mercedes – die kritischen Stimmen im Vorstand Überhand nehmen würden. Als Folge davon kam das längerfristig angelegte BMW-Formel-1-Engagement in den vergangenen Wochen ein zweites Mal auf den Prüfstand. Und es ist durchgefallen. Die Entscheidung an sich ist nachvollziehbar. Etwas mehr Ehrlichkeit in der Ausstiegs-Begründung würde allerdings nicht schaden.

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  • Plen Titusaii am 06.08.2009 02:59 Report Diesen Beitrag melden

    Verpasste Chance

    Schade, dass nicht einzelne schweizer Vorzeige-Investoren wie Herr Hayek mit seiner Swatch Group zugeschlagen haben. Design in gewissen zugeschnittenen Märkten lässt sich gut verkaufen, und mit den Forschungsmöglichkeiten in Hinwil geht eine gute Chance bergab.

  • Christian Hirter am 30.07.2009 22:49 Report Diesen Beitrag melden

    BMW rückzug

    Für mich ist die FIA mit dem SADO Mosley schuld, dieser macht mit seinen Gesetzen die ganze F1 kaputt, ich hoffe für die betroffenen gibt es eine Lösung.

  • Ein Fan am 30.07.2009 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Heuchlerei

    Die meisten von euch freuen sich das bmw aussteigt,die f1 sei sinnlos und und umweltverschmutzend.. Ihr seid alles heuchler.. Hier geht es um einen Traum.. Ein lebenswerk,dass zerstört wurde.. Denkt mal an peter sauber und sein team das seit 40 jahren für diesen traum gearbeitet haben..