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25. Januar 2006 15:58; Akt: 25.01.2006 15:59 Print
WEF-Awards gehen an Disney, Citigroup und Chevron
Die drei Firmen erhielten den «Public Eye Award» für unverantwortliches Handeln. Die Veranstalter wollen die Firmen «dort treffen, wo sie am meisten verwundbar sind, nämlich beim Image».
Der US-Konzern Walt Disney obsiegte in der Kategorie Soziales. Er wird von der Nichtregierungsorganisation (NGO) «Students and Scholars Aganist Corporate Misbehavior (SACOM) aus Hongkong für schwere Menschenrechtsverletzungen in seinen Zulieferbetrieben im Süden Chinas verantwortlich gemacht
Disney-Kinderbücher durch Ausbeutung
SACOM fand nach der Befragung von 120 Arbeits-Migranten heraus, dass die Arbeiterinnnen und Arbeiter in diesen Betrieben für die Herstellung von Disney-Kinderbüchern und anderen Spielwaren für unter 50 US Cents pro Stunde an sechs bis sieben Tagen ausgebeutet werden.
Wie der SACOM-Vertreter Parry Leung bei der Preisverleihung sagte, werden ihnen dabei dabei jegliche Rechte abgesprochen: Die Arbeiterinnen und Arbeiter erhalten keine Krankenversicherung, keine Pension und keinen Mutterschaftsurlaub. Der «Preis» sei ein wichtiger Schritt, damit der Druck auf Disney in Europa erhöht werde.
Firmen zur Rechenschaft ziehen
Dasselbe Ziel verfolgt auch die Veranstalterin des «Public Eye Awards». Er soll «bisher unverdächtige Firmen wie Walt Disney mit seinem Mickey-Mouse Image dafür zur Rechenschaft zu ziehen, dass es von den schlechten arbeitsrechtlichen Arbeitsbedingungen in China und anderswo profitiert», sagte Sprecher Oliver Classen der Nachrichtenagentur sda.
«Wir nutzen die mediale Aufmerksamkeit hier in Davos, um auf Missstände aufmerksam zu machen». Der vom Kabarettisten Patrick Frey moderierte Anlass war in diesem Jahr bewusst unterhaltsam gestaltet. In starkem Kontrast dazu standen die bewegenden Präsentationen der NGO-Vertreter über die Verfehlungen der Preisträger.
Chevron und Citigroup
Neben Disney wurden die US-Firmen Chevron in der Kategorie Umwelt und Citigroup in der Kategorie Steuern ausgezeichnet. Nach Recherchen der kalifornischen Umweltorganisation Amazon Watch verschmutzte Chevron unter dem damaligen Namen Texaco während 30 Jahren Bäche, Flüsse und Feutchtgebiete im unberührten Regenwald im Norden von Ecuador.
Die US-Grossbank Citigroup erhielt den Preis für ihre Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Geldwäscherei. Wie die Organisation «Tax Justice Network» erläuterte, hat Citigroup zwischen 1973 und 1980 58 Mio. Dollar von Hochsteuerländern in steuerfreie Zonen wie zum Beispiel Panama, Monaco oder die Kanalinseln verschoben und etliche Diktatoren unterstützt.
Positiv Award
Zum ersten Mal vergab «Public Eye» auch einen «Positiv Award» - jedoch nicht an eine Firma; dafür sei der Weg, der vor den Konzernen liege, einfach noch zu lang, sagte Classen.
Der Preis ging stattdessen an die mexikanische Gewerkschaft SNRTE und die beiden deutschen NGO Germanwatch und FIAN. Sie hatten sich zusammen erfolgreich gegen die widerrechtliche Schliessung einer Fabrik des Reifenmultis Continental in Mexiko gewehrt.
(sda)




























