Hollenstein/Praplan

28. Dezember 2017 20:50; Akt: 28.12.2017 20:53 Print

Zwei geprügelte Hunde als schnittigste Waffe der Nati

von Marcel Allemann, Davos - Denis Hollenstein und Vincent Praplan sind in der Nati gesetzt und unumstritten. Trotz ihrer schwierigen Situation im Club.

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Brutales Ende: Der bedauernswerte HCD-Goalie kassiert acht Tore. (30. Dezember 2017) Der Begin des ersten Doppelschlags: Herzog (61) hat soeben das 3:3 erzielt, wenig später trifft Schlumpf zum 4:3. Eine wunderbare Verabschiedung: Mark Streit wird so richtig geehrt. Effizienz und starker Goalie: Am Ende jubeln die Kanadier gegen grossartig kämpfende Tschechen. (30. Dezember 2017) Starke Leistung und Matchwinner: Kevin Poulins Paraden helfen mit, dass Team Canada erneut im Final des Davoser Turniers steht. Verpasste Gelegenheit: Der HC Davos verliert den Klassiker gegen den Titelverteidiger am Ende klar. (28. Dezember 2017) SCB-Kanadier Andrew Ebbett ist mit seinem Doppelschlag im Mitteldrittel massgeblich für die Wende verantwortlich. Dabei startet der HCD sehr gut in den Klassiker und geht sogar in Front. Die Enttäuschung ist gross, das Pensum in den nächsten Tagen riesieg: Andres Ambühl, Dino Wieser und Goalie Gilles Senn (v. l.) sind bedient. Torjubel: Auch im zweiten Spiel in Davos geben sich die Schweizer keine Blösse. (28. Dezember 2017) Tristan Scherweys (l.) Treffer erlöst die Nationalmannschaft von ihrer anfänglichen Lethargie gegen Hämeenlinna PK. Reto Schäppi behauptet sich an der Bande und erzielt später das 2:0. Noah Rods Goal zum 3:0 im Schlussdrittel bedeutet die Entscheidung. Am Ende siegt die Nati 4:0. Zehn Schweizer Treffer mit zehn verschiedenen Torschützen – das zeigt, wie ausgeglichen das Fischer-Team offensiv besetzt ist. Klotens Goalie Luca Boltshauser spielt gegen die Finnen tadellos und darf einen Shutout feiern. Gruppensieger nach zwei gewonnenen Spielen und direkt in den Halbfinals: Die Schweizer sind auf Kurs in Davos. Die bisherigen Auftritte der Nati verlaufen auch ganz nach dem Geschmack des Publikums. Davoser Jubel: Brandon Buck (l.) bedankt sich nach dem 4:0 bei Passgeber Noah Schneeberger. (27. Dezember 2017) Was für ein Auftakt gegen Mountfield HK: Jeremy Morin erzielt nach 32 Sekunden das 1:0 für die Davoser. Der Gastspieler des SCB schiesst auch den fünften Treffer. Die Leihgaben überzeugen im ersten Auftritt am Spengler-Cup. Erklärend: Arno Del Curto kann nach dem Auftritt seines Teams mit der Leistung mehr als zufrieden sein. Joren van Pottelberghe zeigt eine tadellose Leistung im Spiel gegen die Tschechen. Vor allem zu Beginn wird der junge HCD-Goalie gefordert. Die Supporter der Bündner kommen beim 5:1-Erfolg gegen Mountfield HK voll auf ihre Rechnung. Spannung in Davos: Erst in der Overtime kann sich Dinamo durchsetzen. (27. Dezember 2017) Miks Indrasis (g. r.), der beste Spieler der Letten, trifft im Sudden Death in Überzahl. Tomas Vincour sorgt mit seinem späten Treffer zum 3:3 überhaupt für die erste Verlängerung am diesjährigen Turnier. Rigas Danny Kristo (r.) düpiert den jungen finnischen Goalie innert zehn Minuten gleich zweimal. Klotens Verstärkungsspieler Tommi Santala (r.) kann die 3:4-Niederlage für Hämeenlinna PK nicht abwenden. Der spannende Spielverlauf geht an die Nerven: Gespannt blicken die Trainer Antti Pennanen (HPK, M.) und... ...und Girts Ankipans (Riga) aufs Eis. In der heimischen Meisterschaft läuft es beiden Clubs nicht nach Wunsch. Fröhliche Gesichter während des Turniers: Die Spielerfrauen des finnischen Teams fiebern mit. Entscheidende Aktionen in der Schlussphase: Auch dank Zugs David McIntyre setzen sich die Kanadier gegen Mountfield HK durch. (26. Dezember 2017) Hart umkämpt: McIntyre (v.) und Bedrich Kohler kämpfen mit vollem Einsatz. Ausgeglichene und spannende Partie: Rapperswil-Jonas Curtis Hamilton (2. v. r.) bringt den Titelverteidiger mit 2:1 in Front. Eine grosse Figur meldet sich in der Schweiz zurück: Jaroslav Bednar ist trotz seinen 41 Jahren immer noch eine Schlüsselfigur bei den Tschechen. Er darf nicht fehlen in Davos: Maskottchen Hitsch unterhält die Fans bestens und sorgt für gute Laune. Auftakt in Davos geglückt: Pius Suter und Eric Blum freuen sich über das 1:0. (26. Dezember 2017) Schwungvolles Startdrittel der Schweiz gegen Riga: Vincent Praplan (8) bejubelt das 3:0 von Damien Brunner (g. r.). Luganos Luca Cunti ist mit Einsatz bei der Sache. Lausannes Joel Vermin befindet sich in einer ungemütlichen Lage. Wunderbare Atmosphäre in der Kathedrale: Das Schweizer Nationalteam 2017 lässt schlimme Erinnerungen von früher an diesem Turnier vergessen. Ein in jeder Beziehung geglücktes Comeback des Nationalteams am Spengler-Cup: Fischers Männer bezwingen Dinamo Riga am Ende verdient mit 6:1.

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Vom Tabellenkeller in den ersten Nati-Sturm

Obwohl sie beim 4:0-Sieg gegen Hämeenlinna für einmal ohne Treffer blieben – die Flügelzange Denis Hollenstein/Vincent Praplan ist zweifellos die schnittigste und kreativste Angriffswaffe im Team von Patrick Fischer. Das zeigen sie derzeit am Spengler-Cup im ersten Nati-Sturm, aber bewiesen sie vor allem auch im Mai an der WM in Paris. Als eingespieltes Duo aus ihrem Club.

Doch eben, das mit ihrem Club ist so eine Sache. Denn dieser heisst im Fall von Hollenstein und Praplan EHC Kloten ist das abgeschlagene Schlusslicht der National League. Dass die Rote Laterne zwei der wichtigsten Nati-Spieler stellt, ist schon enorm speziell und gewöhnungsbedürftig.

«Wir müssen härter arbeiten als alle anderen»

«Ihre Situation im Club tat mir zwar leid, denn diese ist nicht schön, aber Sorgen um sie habe ich mir nie gemacht. Das sind Profis», sagt Nationaltrainer Patrick Fischer über Hollenstein/Praplan. «Die Spiele hier in Davos sind sicher gut für sie. Sie kreieren viel, sind derzeit aber sicherlich noch nicht dort, wo sie sein müssen. Dies wissen sie selbst.»

Dies bestätigt auch Hollenstein, indem er sagt, «Was Praplan und ich nun primär zu tun haben, ist jeden Tag hart arbeiten, härter als alle anderen. Das versuchen wir auch in der Nati. Voraus gehen und zusammen gehen mit unseren Linienkollegen und der ganzen Mannschaft. Wir sind eine Einheit von 25 Spielern und das einzige, was zählt, ist dass wir hier gute Leistungen abliefern.»

Auch privat eng befreundet

Der 28-Jährige sagt aber auch: «Die Situtation in Kloten ist derzeit nicht einfach, das wissen wir alle. Aber wir müssen dran bleiben. Es ist hart und wird hart, aber ich bin zuversichtlich, dass wir im neuen Jahr stark zurück kommen und einen guten Januar zeigen werden.»

Ein Schlüssel dafür sind natürlich er und Praplan. Und im Februar sollen sie dann auch die Nati in Südkorea auf die Erfolgsspur führen. «Wir spielen nun schon so lange zusammen, das macht es natürlich schon einfacher. Ich kenne die Laufwege von Praplan, weiss genau, was er nun als nächstes tut und wo er den Puck hinspielt. Auch privat sind wir gut befreundet.»

Am Spengler-Cup mit Cunti statt Haas

Am Spengler-Cup ist Luganos Luca Cunti ihr Center. «Mit ihm habe ich schon früher zusammen gespielt. Wir sind alle drei ähnliche Spielertypen», so Hollenstein. Für Olympia ist jedoch der derzeit noch verletzte SCB-Stürmer Gaëtan Haas in der in der Favoritenrolle für diese Position. «Spass haben wir mit Beiden. Patrick Fischer entscheidet, wer zwischen uns spielt», gibt sich Hollenstein neutral.

Einer, der vom souveränen Leader SCB kommt, kann als Mittelachse für die zwei geprügelten Kloten-Hunde als Stabilisator in der Mittelachse so schlecht nicht sein.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • !!!!!! am 28.12.2017 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleiben die Kommentare????

    Am Schluss lesen alle nur noch nzz oder weltwoche Selber schuld

  • Schrecklich am 29.12.2017 05:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wiedereinmal

    Ich finde den schriftlichen Ausdruck in diesem Artikel zum heulen!

  • Chlooten den Tooten am 28.12.2017 23:48 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst doch Kloten den Toten die Ruhe

    Wie lange wollt ihr Kloten noch tritzen. Es ist beschlossene Sache, dass die Flieger abstürzen müssen und auch wollen - vom eigenen Totengräber so beschlossen! Selbst wenn es diese Saison nicht klappen sollte, so wird, bei den Abgängen, nächste Saison, bei all den Verkäufen, der Suizid erfolgreich sein... Ruhe sanft: EHC Kloten - wir haben sehr lange - zu lange mitgelitten. In stiller Trauer: ein einsamer Fan.

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  • Schrecklich am 29.12.2017 05:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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    Ich finde den schriftlichen Ausdruck in diesem Artikel zum heulen!

  • Chlooten den Tooten am 28.12.2017 23:48 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst doch Kloten den Toten die Ruhe

    Wie lange wollt ihr Kloten noch tritzen. Es ist beschlossene Sache, dass die Flieger abstürzen müssen und auch wollen - vom eigenen Totengräber so beschlossen! Selbst wenn es diese Saison nicht klappen sollte, so wird, bei den Abgängen, nächste Saison, bei all den Verkäufen, der Suizid erfolgreich sein... Ruhe sanft: EHC Kloten - wir haben sehr lange - zu lange mitgelitten. In stiller Trauer: ein einsamer Fan.

    • Hecki am 29.12.2017 01:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chlooten den Tooten

      Ein Fan gibt doch nicht so einfach seinen Klub auf, was bist den du für ein Fan

    • mimo am 29.12.2017 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chlooten den Tooten

      Es geht hier in erster Linie nicht um den EHC Kloten sondern um die Personen Hollenstein und Praplan. Und wirklich wahre Fans halten auch in schlächten Zeiten zum Verein!

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  • !!!!!! am 28.12.2017 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleiben die Kommentare????

    Am Schluss lesen alle nur noch nzz oder weltwoche Selber schuld