Nati-Trainer Patrick Fischer

31. Dezember 2017 17:18; Akt: 31.12.2017 17:51 Print

«Selektion ist wichtiger als Spengler-Cup»

von Marcel Allemann, Davos - Ohne Denis Hollenstein/Vincent Praplan gelang der Nati im Final kein Tor. Trainer Patrick Fischer verzichtete bewusst auf das Duo.

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Brutales Ende: Der bedauernswerte HCD-Goalie kassiert acht Tore. (30. Dezember 2017) Der Begin des ersten Doppelschlags: Herzog (61) hat soeben das 3:3 erzielt, wenig später trifft Schlumpf zum 4:3. Eine wunderbare Verabschiedung: Mark Streit wird so richtig geehrt. Effizienz und starker Goalie: Am Ende jubeln die Kanadier gegen grossartig kämpfende Tschechen. (30. Dezember 2017) Starke Leistung und Matchwinner: Kevin Poulins Paraden helfen mit, dass Team Canada erneut im Final des Davoser Turniers steht. Verpasste Gelegenheit: Der HC Davos verliert den Klassiker gegen den Titelverteidiger am Ende klar. (28. Dezember 2017) SCB-Kanadier Andrew Ebbett ist mit seinem Doppelschlag im Mitteldrittel massgeblich für die Wende verantwortlich. Dabei startet der HCD sehr gut in den Klassiker und geht sogar in Front. Die Enttäuschung ist gross, das Pensum in den nächsten Tagen riesieg: Andres Ambühl, Dino Wieser und Goalie Gilles Senn (v. l.) sind bedient. Torjubel: Auch im zweiten Spiel in Davos geben sich die Schweizer keine Blösse. (28. Dezember 2017) Tristan Scherweys (l.) Treffer erlöst die Nationalmannschaft von ihrer anfänglichen Lethargie gegen Hämeenlinna PK. Reto Schäppi behauptet sich an der Bande und erzielt später das 2:0. Noah Rods Goal zum 3:0 im Schlussdrittel bedeutet die Entscheidung. Am Ende siegt die Nati 4:0. Zehn Schweizer Treffer mit zehn verschiedenen Torschützen – das zeigt, wie ausgeglichen das Fischer-Team offensiv besetzt ist. Klotens Goalie Luca Boltshauser spielt gegen die Finnen tadellos und darf einen Shutout feiern. Gruppensieger nach zwei gewonnenen Spielen und direkt in den Halbfinals: Die Schweizer sind auf Kurs in Davos. Die bisherigen Auftritte der Nati verlaufen auch ganz nach dem Geschmack des Publikums. Davoser Jubel: Brandon Buck (l.) bedankt sich nach dem 4:0 bei Passgeber Noah Schneeberger. (27. Dezember 2017) Was für ein Auftakt gegen Mountfield HK: Jeremy Morin erzielt nach 32 Sekunden das 1:0 für die Davoser. Der Gastspieler des SCB schiesst auch den fünften Treffer. Die Leihgaben überzeugen im ersten Auftritt am Spengler-Cup. Erklärend: Arno Del Curto kann nach dem Auftritt seines Teams mit der Leistung mehr als zufrieden sein. Joren van Pottelberghe zeigt eine tadellose Leistung im Spiel gegen die Tschechen. Vor allem zu Beginn wird der junge HCD-Goalie gefordert. Die Supporter der Bündner kommen beim 5:1-Erfolg gegen Mountfield HK voll auf ihre Rechnung. Spannung in Davos: Erst in der Overtime kann sich Dinamo durchsetzen. (27. Dezember 2017) Miks Indrasis (g. r.), der beste Spieler der Letten, trifft im Sudden Death in Überzahl. Tomas Vincour sorgt mit seinem späten Treffer zum 3:3 überhaupt für die erste Verlängerung am diesjährigen Turnier. Rigas Danny Kristo (r.) düpiert den jungen finnischen Goalie innert zehn Minuten gleich zweimal. Klotens Verstärkungsspieler Tommi Santala (r.) kann die 3:4-Niederlage für Hämeenlinna PK nicht abwenden. Der spannende Spielverlauf geht an die Nerven: Gespannt blicken die Trainer Antti Pennanen (HPK, M.) und... ...und Girts Ankipans (Riga) aufs Eis. In der heimischen Meisterschaft läuft es beiden Clubs nicht nach Wunsch. Fröhliche Gesichter während des Turniers: Die Spielerfrauen des finnischen Teams fiebern mit. Entscheidende Aktionen in der Schlussphase: Auch dank Zugs David McIntyre setzen sich die Kanadier gegen Mountfield HK durch. (26. Dezember 2017) Hart umkämpt: McIntyre (v.) und Bedrich Kohler kämpfen mit vollem Einsatz. Ausgeglichene und spannende Partie: Rapperswil-Jonas Curtis Hamilton (2. v. r.) bringt den Titelverteidiger mit 2:1 in Front. Eine grosse Figur meldet sich in der Schweiz zurück: Jaroslav Bednar ist trotz seinen 41 Jahren immer noch eine Schlüsselfigur bei den Tschechen. Er darf nicht fehlen in Davos: Maskottchen Hitsch unterhält die Fans bestens und sorgt für gute Laune. Auftakt in Davos geglückt: Pius Suter und Eric Blum freuen sich über das 1:0. (26. Dezember 2017) Schwungvolles Startdrittel der Schweiz gegen Riga: Vincent Praplan (8) bejubelt das 3:0 von Damien Brunner (g. r.). Luganos Luca Cunti ist mit Einsatz bei der Sache. Lausannes Joel Vermin befindet sich in einer ungemütlichen Lage. Wunderbare Atmosphäre in der Kathedrale: Das Schweizer Nationalteam 2017 lässt schlimme Erinnerungen von früher an diesem Turnier vergessen. Ein in jeder Beziehung geglücktes Comeback des Nationalteams am Spengler-Cup: Fischers Männer bezwingen Dinamo Riga am Ende verdient mit 6:1.

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Nati-Coach Fischer hatte vor der Final-Partie am 91. Spengler-Cup betont, dass man sich für das Olympia-Duell gegen die Kanadier am 15. Februar in Pyeongchang ein gutes Gefühl holen wolle. Das ging schief. Seine Spieler verzweifelten an Kanada-Keeper Kevin Poulin und ihrer schlechten Chancenverwertung.

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Hatten sie zuvor im Turnier 17 Tore erzielt, brachten sie im Final keines mehr zu Stande und verloren mit 0;3. «Heute waren wir nicht kaltblütig genug, in den anderen Spielen waren wir es», so Fischer. Er trauerte vor allem den Chancen im zweiten Drittel nach: «Es war womöglich unser bestes Drittel im gesamten Turnier und trotzdem verloren wir es mit 0:2. Aber das ist Sport.»

Fischers Argumente

Dass Fischer im Finalspiel auf seine offensiv kreative und eingespielte Flügelzange Denis Hollenstein/Vincent Praplan verzichtete, war eine Überraschung. Und man muss sich fragen, ob Fischer damit den erstmaligen Spengler-Cup-Sieg einer Schweizer Nationalmannschaft fast fahrlässig aufs Spiel setzte.

«Es war von Anfang an klar, dass wir rotieren werden. Doch ich hätte sie auch einsetzen können, wenn ich gewollt hätte. Aber ich wollte sehen, ob die anderen Spieler bereit sind, ihre Leaderrollen einzunehmen.» Fischer deklarierte denn auch seine Prioritäten deutlich: «Die Olympia-Selektion ist wichtiger als der Turniersieg am Spengler-Cup.»

«Wir haben hier gute Spiele gemacht»

Captain Raphael Diaz befand die Turnierwoche in Davos trotz der Final-Niederlage als geglückt. «Wir haben hier gute Spiele gemacht. Schade, dass wir gegen Kanada unsere Chancen nicht verwerten konnten und dann in Konter gelaufen sind. Denn im zweiten Drittel haben wir eigentlich so gespielt, wie wir auch an den Olympischen Spielen spielen wollen – mit viel Speed und Druck aufs Tor.»

Stürmer Reto Schäppi lobte den Zusammenhalt der Mannschaft während dem ganzen Turnier: «Das war eine Super-Truppe und wir haben ein gutes System. Alle arbeiten hart und können dieses spielen. Es gibt viele gute Sachen, die wir aus Davos mitnehmen können.» Den Konkurrenzkampf um die Olympia-Plätze habe man schon gespürt, so Schäppi: «Jeder wollte eine gute Visitenkarte abgeben. Doch Konkurrenzkampf ist für Eishockeyspieler nichts Neues, das kennt jeder schon seit den Junioren. Und jeder weiss auch, dass er allein nichts ausrichten kann und es nur zusammen geht.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hungi am 31.12.2017 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Erfolg an der Olympiade

    Die Spieler Denis Hollenstein/Vincent Praplan haben eindeutig gefehlt. An der Olympiade muss dann wirklich das Top-Team spielen. Jedenfall freue ich mich auf die Olympiaden Spiele und wünsche dem Schweizer Hockey-Team viel Glück und Erfolg. Ich wünsche mir auch, dass in den SRF Sportsendungen etwas gemässigter geredet wird vom Kommentator-Team.

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  • Giancarlo am 31.12.2017 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    Powerplay muss viel besser werden

    Die Nati hat gute Spiele gezeigt. Ebenfalls können sie Schwäche-Perioden der Gegner sofort ausnützen. Was aber auffällt: Im Powerplay fehlt die Kreativität. Wenn ich mit NHL Powerplays vergleiche, muss viel mehr Bewegung ins Spiel, viel zu statisch das ganze. Die Schnelligkeit der Schweizer wird andere Teams zu Strafen zwingen. Da muss Fischer viel mehr mit der Nati am Powerplay arbeiten, denn da liegen die Chancen der Schweizer, eine der grossen Teams zu schlagen.

  • AlterKrüger am 01.01.2018 00:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Garantie

    Als der Kommentator gesagt hat, dass Pius Suter für Olympia keinen Platz auf sicher hatte musste ich lachen. Meiner Meinung sollte bei den Stürmern aus dem Spengler Cup Team Suter, Praplan, Hollenstein, Scherwey und Richard einen Platz auf sicher haben. Ich denke auch Ambühl, Moser und Haas werden sicher dabei sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Schweizer am 03.01.2018 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Als Schweizer

    Sollten wir langsam wissen, je tiefer die Erwartungen an die Mannschaft, je mehr Aussagen wie "so haben die nie eine Chance", desto erfolgreicher und überrachender schneiden sie ab. Vielleicht nehmen die Kanadier die Nati an Olympia nicht mehr so ernst, auch wenn sie den Ruf haben alles zu geben wenn sie das Leibchen tragen dürfen. Denke all die negativen Vorhersagen und schlechte Stimmungsmache wird sie beflügeln. Obwohl dies positiv klingt, bin ich nicht mal ein besonders grosser Fan des Teams.

  • Hockeyfan am 03.01.2018 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Schade ist Brunner

    Nicht ein Spürchen intelligenter und zu egoistisch, er hätte das Talent um ein absoluter Leader zu sein.

  • Werner Wenger am 02.01.2018 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beides geht nicht!

    Zum Glück entscheidet der Natitrainer und nicht die Kommentarschreiber. Das Turnier in Davos war gut für die Abstimmungen im Team zu verbessern. So gesehen stimmt die Aussage, teambildung war wichtiger als der Turniersieg. Vertraut doch dem Natitrainer!

  • Ruwi am 01.01.2018 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    Selektionskriterien wichtiger als Sieg?

    Die Aussage dass die Selektionskriterien wichtiger sind als der Sieg im Spenglercup nehme ich Fischer nicht ab. Wieso setzt er dann im Final Genoni ein der zu 200% von seiner Leistung her an die Olympiade geht und nicht Boltshauser um zu sehen wie sich Boltshauser im zweiten Spiel bestätigen kann.

  • Walter Portmann am 01.01.2018 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Peinliche Vorstellung

    Die NAti hat ganz klar enttäuscht, der Final war wirklich nicht gut und wenn man gegen diese bescheidenen Kanadier verliert, sollte man besser nicht an die Olympiade fahren !! Tore schiessen, kann man üben, üben und üben, dann klappt es auch. Aber die Schweizer können das einfach nicht ! Die ersten beiden Gegner waren ja keine wirklichen Gegner und Davos war viel zu müde.