Zukunft am Spengler-Cup

31. Dezember 2017 15:22; Akt: 01.01.2018 04:47 Print

Wie weiter? Nun rauchen die Köpfe wegen der Nati

von Marcel Allemann, Davos - Die Rückkehr der Nati nach 38 Jahren an den Spengler-Cup war trotz Finalniederlage ein voller Erfolg. Doch bleibt es eine einmalige Sache?

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Brutales Ende: Der bedauernswerte HCD-Goalie kassiert acht Tore. (30. Dezember 2017) Der Begin des ersten Doppelschlags: Herzog (61) hat soeben das 3:3 erzielt, wenig später trifft Schlumpf zum 4:3. Eine wunderbare Verabschiedung: Mark Streit wird so richtig geehrt. Effizienz und starker Goalie: Am Ende jubeln die Kanadier gegen grossartig kämpfende Tschechen. (30. Dezember 2017) Starke Leistung und Matchwinner: Kevin Poulins Paraden helfen mit, dass Team Canada erneut im Final des Davoser Turniers steht. Verpasste Gelegenheit: Der HC Davos verliert den Klassiker gegen den Titelverteidiger am Ende klar. (28. Dezember 2017) SCB-Kanadier Andrew Ebbett ist mit seinem Doppelschlag im Mitteldrittel massgeblich für die Wende verantwortlich. Dabei startet der HCD sehr gut in den Klassiker und geht sogar in Front. Die Enttäuschung ist gross, das Pensum in den nächsten Tagen riesieg: Andres Ambühl, Dino Wieser und Goalie Gilles Senn (v. l.) sind bedient. Torjubel: Auch im zweiten Spiel in Davos geben sich die Schweizer keine Blösse. (28. Dezember 2017) Tristan Scherweys (l.) Treffer erlöst die Nationalmannschaft von ihrer anfänglichen Lethargie gegen Hämeenlinna PK. Reto Schäppi behauptet sich an der Bande und erzielt später das 2:0. Noah Rods Goal zum 3:0 im Schlussdrittel bedeutet die Entscheidung. Am Ende siegt die Nati 4:0. Zehn Schweizer Treffer mit zehn verschiedenen Torschützen – das zeigt, wie ausgeglichen das Fischer-Team offensiv besetzt ist. Klotens Goalie Luca Boltshauser spielt gegen die Finnen tadellos und darf einen Shutout feiern. Gruppensieger nach zwei gewonnenen Spielen und direkt in den Halbfinals: Die Schweizer sind auf Kurs in Davos. Die bisherigen Auftritte der Nati verlaufen auch ganz nach dem Geschmack des Publikums. Davoser Jubel: Brandon Buck (l.) bedankt sich nach dem 4:0 bei Passgeber Noah Schneeberger. (27. Dezember 2017) Was für ein Auftakt gegen Mountfield HK: Jeremy Morin erzielt nach 32 Sekunden das 1:0 für die Davoser. Der Gastspieler des SCB schiesst auch den fünften Treffer. Die Leihgaben überzeugen im ersten Auftritt am Spengler-Cup. Erklärend: Arno Del Curto kann nach dem Auftritt seines Teams mit der Leistung mehr als zufrieden sein. Joren van Pottelberghe zeigt eine tadellose Leistung im Spiel gegen die Tschechen. Vor allem zu Beginn wird der junge HCD-Goalie gefordert. Die Supporter der Bündner kommen beim 5:1-Erfolg gegen Mountfield HK voll auf ihre Rechnung. Spannung in Davos: Erst in der Overtime kann sich Dinamo durchsetzen. (27. Dezember 2017) Miks Indrasis (g. r.), der beste Spieler der Letten, trifft im Sudden Death in Überzahl. Tomas Vincour sorgt mit seinem späten Treffer zum 3:3 überhaupt für die erste Verlängerung am diesjährigen Turnier. Rigas Danny Kristo (r.) düpiert den jungen finnischen Goalie innert zehn Minuten gleich zweimal. Klotens Verstärkungsspieler Tommi Santala (r.) kann die 3:4-Niederlage für Hämeenlinna PK nicht abwenden. Der spannende Spielverlauf geht an die Nerven: Gespannt blicken die Trainer Antti Pennanen (HPK, M.) und... ...und Girts Ankipans (Riga) aufs Eis. In der heimischen Meisterschaft läuft es beiden Clubs nicht nach Wunsch. Fröhliche Gesichter während des Turniers: Die Spielerfrauen des finnischen Teams fiebern mit. Entscheidende Aktionen in der Schlussphase: Auch dank Zugs David McIntyre setzen sich die Kanadier gegen Mountfield HK durch. (26. Dezember 2017) Hart umkämpt: McIntyre (v.) und Bedrich Kohler kämpfen mit vollem Einsatz. Ausgeglichene und spannende Partie: Rapperswil-Jonas Curtis Hamilton (2. v. r.) bringt den Titelverteidiger mit 2:1 in Front. Eine grosse Figur meldet sich in der Schweiz zurück: Jaroslav Bednar ist trotz seinen 41 Jahren immer noch eine Schlüsselfigur bei den Tschechen. Er darf nicht fehlen in Davos: Maskottchen Hitsch unterhält die Fans bestens und sorgt für gute Laune. Auftakt in Davos geglückt: Pius Suter und Eric Blum freuen sich über das 1:0. (26. Dezember 2017) Schwungvolles Startdrittel der Schweiz gegen Riga: Vincent Praplan (8) bejubelt das 3:0 von Damien Brunner (g. r.). Luganos Luca Cunti ist mit Einsatz bei der Sache. Lausannes Joel Vermin befindet sich in einer ungemütlichen Lage. Wunderbare Atmosphäre in der Kathedrale: Das Schweizer Nationalteam 2017 lässt schlimme Erinnerungen von früher an diesem Turnier vergessen. Ein in jeder Beziehung geglücktes Comeback des Nationalteams am Spengler-Cup: Fischers Männer bezwingen Dinamo Riga am Ende verdient mit 6:1.

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Für gewöhnlich spielt die Nati Mitte Dezember auf heimischem Boden gegen ihren Dauer-Testgegner Slowakei. Oder gegen Weissrussland, Dänemark oder Norwegen. Zur Kenntnis genommen von einer breiten Öffentlichkeit wird dies kaum. Eine gewisse Trostlosigkeit ist nicht wegzudiskutieren.

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Soll die Nati wieder an den Spengler-Cup kommen?

Am 91. Spengler-Cup in Davos lernte die Nati eine komplett andere Seite eines Dezember-Termins kennen. Jedes Spiel war ein Fest. Volles Stadion, tolle Stimmung, TV-Übertragung mit stattlichen Einschaltquoten. Es waren die meistbeachteten Spiele einer Schweizer Nati auf Schweizer Boden seit der Heim-WM 2009 in Bern und Kloten.

Eine traumhafte Plattform

Swiss Ice Hockey erhielt eine Plattform, um wenige Wochen vor den Olympischen Spielen in Südkorea beste Eigenwerbung zu betreiben. Und die Spieler waren begeistert, in Davos auflaufen zu können. «Es ist ein Geschenk für jeden», betonte Trainer Patrick Fischer immer wieder. Und der Spengler-Cup erhielt durch die Teilnahme der Auswahl neben dem heimischen HC Davos ein zweites grosses Zugpferd für sein Publikum. Eine klassische Win-Win-Situation.

Die Teilnahme der Nationalmannschaft war deshalb in jeder Hinsicht ein grosser Erfolg. Und weshalb sollte man eine Erfolgsgeschichte nicht weiterführen? Obwohl vor dem Turnier immer wieder betont worden war, dass dies eine einmalige Geschichte als Vorbereitungsevent hinsichtlich der Winterspiele sei.

Fischer würde gerne wieder kommen

Die beteiligten Parteien müssen sich nun mit der Frage ausseinandersetzen, was für die Zukunft das Beste ist. Marc Gianola, der OK-Boss des Spengler-Cups, wurde nie müde, zu betonen, wie viel Freude er an der Nati hat. Er sagte auch: «Über die Zukunft haben wir uns bislang null Gedanken gemacht. Dafür lassen wir uns bis im Februar Zeit.» Eine automatische Einladung als Titelverteidiger wird es nach der Finalniederlage ohnehin nicht geben.

Von Seiten des Verbandes ist bekannt, dass die sportliche Seite mit Nationaltrainer Patrick Fischer und Nati-Direktor Raeto Raffainer sehr gerne wieder kommen würden, aber CEO Florian Kohler dies kategorisch ausschliesst. Dafür ist die Liga sehr daran interessiert, dass der Termin Mitte Dezember fix gestrichen wird und das Nationalteam diesen während der Altjahreswoche abhält, damit Mitte Dezember – so wie 2017 – Meisterschaftsspiele ausgetragen werden können.

Es gibt also einige Interessenkonflikte. Die Entscheidungsfindung ist überaus delikat und zwar in vielerlei Hinsicht. Die Köpfe der Entscheidungsträger dürften in den nächsten Wochen und Monaten rauchen. Eine Gefahr für den Spengler-Cup: Würde die Nati jedes Jahr dabei sein, kann dies zu einer Verwässerung des eigentlichen Clubturniers führen, indem das Besondere zum Alltag wird und seinen Reiz verliert.

Delikate Sponsorenproblematik

Noch viel problematischer ist die Sponsoren-Situation. Die Nati und der Spengler-Cup haben unterschiedliche Geldgeber. So ist etwa im Banken-Bereich die PostFinance Partner der Nati, am Spengler-Cup hat aber die UBS ihren grossen Auftritt. Dass «ihre» Nati-Spieler in Davos vor einem grossen Publikum auf dem Helm für Konkurrent UBS werben müssen, bereitet der PostFinance Augenschmerzen, denen man sich bestimmt nicht jährlich aussetzen möchte.

Diesbezüglich einen Kompromiss zu finden, dürfte fast aussichtslos sein, weshalb es wiederum logisch ist, dass CEO Kohler eine neuerliche Teilnahme der Nati ausschliesst. Wie die NZZ schrieb, flossen gar Entschädigungen von Swiss Ice Hockey an verärgerte Partner. Immerhin bekamen diese in einem angemieteten Chalet neben der Davoser Eishalle ihren Auftritt.

Ein Kompromiss?

Vielleicht gibt es ja einen typisch schweizerischen Kompromiss. Etwa, wenn die Nati alle vier Jahre im Rahmen der Olympia-Vorbereitung am Traditionsturnier dabei wäre – sofern sie sich denn für die Winterspiele qualifiziert. Das nächste Mal wäre sie dann 2021 wieder mit von der Partie.

So würde der Reiz des Besonderen bestehen bleiben. Und auch für andere Aspekte - wie die Sponsoren-Problematik - liessen sich eher Lösungen finden. Gianola dazu: «Das wäre durchaus ein realistischer Weg, aber ich kenne die Gedankengänge des Verbandes nicht.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chrümel am 31.12.2017 15:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kritik

    Wieso muss der CH erfolgreiche Sachen, sei es im Sport oder anderswo dauernd negativ kritisieren? Kritik darf oder muss selbstverständlich auch ihren Platz haben - aber dann objektiv und saclich, unter der Gürtellinie ist ein no go

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  • B'N'G am 31.12.2017 15:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neue Ideen

    Ich fände es eine geile Idee, wenn anstelle der beiden Schweizer Equipen jeweils eine Swiss-All-Star und eine Import-All-Star Mannschaft spielen würde. Man könnte daraus etwas ähnliches machen wie in der NHL mit east vs west. Wären bestimmt coole Spieler. Vielleicht könnte man auch ein Zuschauervoting im Vorfeld abhalten um jeweils 3 Spieler pro Team aufzubieten.

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  • r. g am 31.12.2017 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig schreiben

    Das heisst Spengler Cup. Wohl schon ein Cüpli zuviel gehabt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kasache am 01.01.2018 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steinbock-Cup

    Ein murmeliturnier mit allen steinböcken aus allen ligen können sie ja machen. Einfach die nla und nlb während dieser besten eishockeyzeit spielen lassen. Das gäbe locker 3-4 spiele sprich entsprechend vollere stadien. Die beiden ligen sollen durchspielen können.

    • Norbert Mayer, ZH am 04.01.2018 12:57 Report Diesen Beitrag melden

      Puck mal flach halten

      Schon mal daran gedacht dass viele Eishockeyspieler vielleicht gar nicht spielen wollen und die Pause zur Erholung bei den Familien bevorzugen? Wer so viele Spiele inkl Quali, PO, Olympia, WM und dann noch SC hat, Champions League und Cup noch gar nicht dazu gerechnet, kann ein Spieler mit allem drum und dran, Vorbereitungsspiele mit der Nati gut und gerne auf 100 Spiele kommen. Da haben NHL Spieler ohne PO weniger. Ich will dich sehen du Spengler Cup Gränni. Dann kommt noch das Andere. Die 80`000.- CHF vom SC aus Davos generiert kein NLA als Mehrwert in einem Heimspiel. Den Puck flach halten.

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  • Mike am 01.01.2018 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Club-Teams

    ich mag die CH-Nati, aber am SC sehe ich lieber Club-Teams - auch das Team Canada könnte man mal in Frage stellen. Ausserdem sind die Tabellenletzen der Finnischen Liga u. der KHL keine wirklichen Gradmesser für unsere Nati.

  • Amando am 01.01.2018 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    SC war auch schon unterhaltsamer

    Gab auch schon bessere Spengler-Cups. Dynamo Riga=letzter der Gruppe West in der KHL; Hämeenlinna letzter der Finnischen Liga und ein Team aus Tschechien, das auch nicht gerade ein Brüller ist - Das sieht man auf dem Eis und bei nur 6 Mannschaften fällt das doch sehr ins Gewicht. Schade, hoffentlich wirds 2018 besser! Hoffe auf Jokerit Helsinki, HK Metallurg Magnitogorsk, die für schönes Eishockey sorgen.

  • Biel basler am 01.01.2018 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    haha

    wie wäre es mit einem vorbereitungsturnier gegen den sc lyss den hc ajoje und dem ehc meinisberg zum beispiel vielleicht würde das ja auch helfen. Sarkasmuss off

  • bebbi freak am 01.01.2018 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja

    es rauchen die Köpfe der Nati? ich dachte rauchen sei ungesund und das im sport

    • Gert am 01.01.2018 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @bebbi freak

      Sory aber ich werde nicht gür Soldner Zalen!!!Wo sind üsere Jungs?Wo ist für üsere June Geldvorderung?Ach gabe vergesen das sp das Geld für Solldner eu und andere fremdartige brauchen drum ist für üsere Jungs nicht ume!Merci aber ohne mich!!!

    • Augenkrebs am 01.01.2018 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gert

      Haben Sie das mit der Nase geschrieben?

    • Gert am 01.01.2018 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Augenkrebs

      Nö :) Habe nur 12J alte Natel :) drum!

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