ZSC Lions

14. April 2018 14:58; Akt: 14.04.2018 14:58 Print

Kossmann deckt auf, wie miserabel Wallson war

von Marcel Allemann - Der Höhenflug der ZSC Lions. Die Auferstehung von Spielern wie Mike Künzle und Fabrice Herzog. Es wirft kein gutes Licht auf Ex-Trainer Hans Wallson.

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Die ZSC Lions räumen bis jetzt alles aus dem Weg, was sich ihnen in diesem Playoff in den Weg stellt. Zunächst musste der EV Zug dran glauben, im Halbfinal dann der SC Bern und nun führen sie auch in der Final-Serie gegen Lugano mit Break.

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Es ist die grandiose Leistung eines Teams, das plötzlich zu einander gefunden hat und echtes Playoff-Hockey spielt. Geschrieben wurden in den letzten Wochen aber auch interessante Einzelgeschichten. Sie zeigen, wie gut Notnagel-Trainer Hans Kossmann mit seinem Team gearbeitet hat. Dadurch ist jetzt aber auch ersichtlich geworden, wie miserabel sein Vorgänger Hans Wallson effektiv war.

Kossmann hat viele Spieler an das Maximum ihres Leistungspotenzials gebracht. Unter Wallson, der notabene bei seiner Verpflichtung als der grosse Ausbildungs-Guru angepriesen wurde, stagnierten sie oder wurden sogar schlechter. Der Schwede war ein riesiges Missverständnis. Ein Traumtänzer, der unsere Liga nie wirklich verstanden hat und seine Spieler erst recht nicht, wie diese Beispiele zeigen:

Phil Baltisberger: Man hatte immer das Gefühl, dass viel mehr Potenzial in ihm schlummert. Doch erst seit Wallson entlassen wurde, ist auch etwas davon zu sehen. Vorher war er oft ein Risikofaktor, unter Kossmann ist der Bruder von Chris Baltisberger nun ein physisch starker, verlässlicher Defensivverteidiger und Blocker geworden, der die Gegenspieler beträchtlich nervt. Man spürt richtiggehend, wie wohl er sich inzwischen in seiner Haut fühlt.

Dave Sutter: Der Romand kam aus Biel nach Zürich, weil er sich weiter entwickeln, den nächsten Karriere-Schritt tätigen wollte. Doch der gebürtige Kameruner erhielt von Wallson keinerlei Weiterbildung, war auf sich allein gestellt, in seinem Spiel hektisch und beging dadurch zu viele Fehler. Sutter war auf bestem Weg, zum Fehleinkauf abgestempelt zu werden. Erst jetzt unter Kossmann sieht man, wie wertvoll dieser Hüne ist. Er spielt überragende Playoffs.

Samuel Guerra: Der Tessiner ist ein ähnlicher Fall wie Sutter. Kam 2016 aus Davos, um in einer noch grösseren Organisation besser zu werden. Doch die anderthalb Jahre unter Wallson waren nichts anderes als verlorene Zeit. Guerra war ein Hochrisikofaktor, seine Blackouts teilweise haarsträubend. Doch unter Kossmann hat auch er sich stabilisiert, lässt sich nicht mehr stressen und begeht kaum noch Fehler. Unterschrieb, als er beim ZSC noch nicht auf Touren kam, in Ambri. Sein Jugendverein kann sich auf den erstarkten Rückkehrer Guerra freuen.

Ronalds Kenins: Enttäuschte grenzenlos, seit er vor anderthalb Jahren aus der NHL zurückkehrt ist. Bewegte sich irgendwo im luftleeren Raum und machte nicht mehr dies, was ihn einst so stark gemacht hatte. Auch weil er von Wallson offensichtlich keinerlei Vorgaben erhielt. Doch Kossmann glaubte an den Letten mit Schweizer Lizenz und gab ihm das zu spüren. Seither trumpft er wieder auf. Als während der Saison bekannt wurde, dass Kenins auf die nächste Saison zu Lausanne wechselt, hielt sich das Bedauern darüber in engen Grenzen. Dies hat sich inzwischen geändert.

Fabrice Herzog: Ein weiterer Spieler, der unter Wallson nicht auf Touren kam und mit dessen Führungsstil nicht zurecht kam. Bei den ZSC Lions hatte man den Powerflügel schon fast aufgegeben, ihn Ende Saison trotz weiterlaufendem Vertrag abzugeben, wurde zum Thema. Doch dann kam Kossmann und auch Herzog blühte auf. Bärenstark in den Playoffs. Immer in Bewegung, geht dem Gegner unter die Haut, dazu ein Mann für wichtige Tore.

Mike Künzle: Noch ein Spieler, der von Wallson richtiggehend zu einem anderen Verein getrieben wurde. Unterschrieb zum Jahreswechsel beim EHC Biel. Doch Kossmann ermöglich ihm nun einen schönen Abgang, hat eine Rolle für ihn gefunden, in welcher der Stürmer seine Stärken ausspielen kann. Traf in den letzten drei Partien stets, erzielte das goldene Tor zum 1:0-Sieg in Finalspiel 1.

Die Jungen: Eine echte Chance erhielten sie unter Wallson nie. Wallson setzte sie nur ein, wenn ihm die Verletzten-Situation keine andere Möglichkeit liess. So wurde beispielsweise der im Playoff so grossartig aufspielende Tim Berni nach einigen Tagen beim ZSC wieder zu GCK zurück geschickt. Das reiche nicht, befand Wallson, der sich ohnehin nie gross dafür interessierte, was beim Farmteam so abgeht. Und Marco Miranda, von dem nun alle schwärmen, wurde nach seinem ersten Tor in der National League so abgestraft, dass er anschliessend kaum noch Eiszeit erhielt. Was für unfassbare Fehleinschätzungen des Schweden! Unter Kossmann erhalten die Junglöwen Auslauf. Sie zahlen es ihm mit Topleistungen zurück.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ZSC4ever am 14.04.2018 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    perfekt geschrieben

    Herzlichen Dank Marcel Allemann für diesen sensationellen Bericht. Sie sprechen mir genau aus dem Herzen. Wow war ich froh als die beiden Schweden weg waren. Zum Glück hat die sportliche Leitung, ich denke auch auf Druck der Fans und Sponsoren, noch rechtzeitig reagiert denn mit den Schweden wäre der Z längst in den Ferien.

  • 4i Linie Fan am 14.04.2018 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Wallson? Pft ...

    Richtig, stimmt, richtig, stimmt. Alles, was in diesem Artikel steht ist richtig und stimmt!

  • Pierre am 14.04.2018 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chapeau Kossmann!

    Schon vor einem Jahr war es klar: Hockeyspieler brauchen klare Worte und kein pseudo demokratisches Schweden-Gesäusel. Kossmann ist ein echter Boss!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • rudi rüssel am 15.04.2018 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wie schnell sich das blatt doch wenden kann

    unglaublich - hätte nolan diem im viertelfinale spiel 2 seine topchance zum 5-4 genutzt, wären nun die meisten hier erwähnten spieler totale versager und müssten um ihren vertrag bei den lions fürchten...

  • Volbeat66 am 14.04.2018 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also...

    jaja..jubelt ihn nur hoch..er war noch nie wirklich lange trainer irgendwo..würde Aubin nicht kommen,denke ich wäre Kossmann nächste Saison irgendwann entlasse worden.

    • Kanadier am 14.04.2018 19:54 Report Diesen Beitrag melden

      Glaube die Zeitform stimmt nicht

      Sie müssten schreiben: "Würde Aubin nicht kommen, denke ich, dass Kossmann wohl nächste Saison igendwann entlassen werden würde". Oder aber "Würde Aubin nicht kommen, denke ich, dass Kossmann wohl nächste Saison igendwann würde entlassen worden sein". Hoffe da sind irgendwelche Deutschlehrer da die mich nötigenfalls korrigieren. Lerne seit vier Monaten Deutsch und freue mich auf Feedback. (Ist auch Hausaufgabe, also bitte fleissig antworten)

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  • Pööögg am 14.04.2018 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alpenliga

    Er kommt bestimmt wieder zurück. Aubin wird es nicht lange machen. Zu wenig Erfahren. Dazu ist Bozen in einer zu schlechten Liga.

    • Armando am 14.04.2018 18:17 Report Diesen Beitrag melden

      Zsc

      Er war bein den wiener und nicht bei bozen ge mal genau nach lesse

    • Timse am 15.04.2018 00:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Armando

      Unfassbar deine Orthographie. Das tut einfach nur weh beim Lesen!

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  • F.Meier am 14.04.2018 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    ....und dafür hätte eigentlich Kossmann verdient, ZSC-Coach zu bleiben + mind. 20% mehr Lohn ....!!!

  • Kusi Grande am 14.04.2018 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    Fribourger

    Schade musste Kossmann bei Fribourg gehen. Wahr mein Lieblings Trainier und Vice Meister ist er auch noch geworden. Schade wurde er von den Spieler die nichts mehr bringen rausgeäckelt. Grande Leistung Hans bleib doch noch beim zsc.

    • Markus am 14.04.2018 18:06 Report Diesen Beitrag melden

      Würde es Hans sehr gönnen

      Der Hans hat nun ein Team, dass weiss wie man Meister wird. Darum hoffe ich das Team schenkt sich, Kline, Segi und Hans diesen Titel. Er hat ihn schon längst verdient! Danach wird Hans sicher wieder sehr gefragt sein. Vielleicht auch das Trainergespann der Lions komplettieren

    • @nicht Welsch am 15.04.2018 05:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kusi Grande

      Ja, da gebe ich dir recht. Damals war Fribourg näher am Meister- Titel als mit Cadieux mit dem Stecher Problem in den 90er Jahren. Das Problem bei Fribourg ist Sprunger. Ein Häuptling der genial Eishockey spielen kann, aber in wichtigen Spielen keine Impulse und Akzente setzt und nicht bereit ist für die Mannschaft zu spielen. Hier müsste der Trainer mehr Rückendeckung erhalten, den es braucht eine Mannschaft und nicht nur 2-3 Häuptlinge.

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