Knall beim ZSC

29. Dezember 2017 18:43; Akt: 29.12.2017 18:43 Print

Die Notbremse gerade noch rechtzeitig gezogen

von Marcel Allemann - Hans Wallson wird als Missverständnis und grosse Enttäuschung in die Vereinsgeschichte der ZSC Lions eingehen. Eine Analyse zum Trainerwechsel.

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Im September hatten einige Journalisten prognostiziert, dass Hans Wallson an Weihnachten nicht mehr Trainer der ZSC Lions sein werde. Der Schwede hat seine Kritiker Lügen gestraft – um fünf Tage. Aber das war dann auch bereits sein einziger Erfolg.

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Ist Hans Kossmann die richtige Übergangslösung für die ZSC Lions?

Die Zürcher haben enorm viel Geduld bewiesen. An anderen Orten hätte es Wallson bereits nach dem letzten Playoff-Desaster oder spätestens nach dem miesen Saisonstart aus dem Amt gefegt. Mit der zweiten Krise in dieser Saison in den Wochen vor Weihnachten wurde er dann aber definitiv untragbar. Es war fünf nach zwölf.

Es steht enorm viel auf dem Spiel

Für die ZSC Lions steht in dieser Saison enorm viel auf dem Spiel. Zweimal infolge sind sie als Titelaspirant in den Playoff-Viertelfinals kläglich gescheitert. Wenn sie nun nicht gerade noch rechtzeitig die Notbremse gezogen hätten und damit ein klares Zeichen gesetzt hätten, alles zu unternehmen, um diese bislang verkorkste Saison noch zu retten, hätten sie ihren Status als erfolgsorientiertes Sportunternehmen und ihre Glaubwürdigkeit verloren.

Mit ihrem langen Zuwarten haben sie in ihrem Umfeld viele Leute verärgert und auch Fans vergrault. Dies schlug sich nicht zuletzt in den Zuschauerzahlen nieder. Und der ZSC kämpft derzeit nicht nur um den sportlichen Erfolg, sondern vor allem auch gegen einen massiven Einbruch beim Saisonkartenverkauf in der nächsten Spielzeit. Die Konkurrenz im Unterhaltungssektor ist in Zürich gross – und von den ZSC Lions wurde man nun schon länger nicht mehr gut unterhalten.

Wallson hat der Mannschaft nie ein Gesicht gegeben

Noch ist es nicht zu spät, noch lässt sich die unglückliche Figur, die das Team und das Management in den letzten Wochen abgab, korrigieren. Durch den Trainer- und Kurswechsel sind die ZSC Lions nun wieder ein heisser Meisterkandidat und potenzieller Herausforderer für den SC Bern.

Die Ära Wallson wird als riesige Enttäuschung und grosses Missverständnis in die Geschichte der ZSC Lions eingehen. Er schaffte es nie, der Mannschaft ein Gesicht zu geben und in den letzten Wochen wirkte diese dann vollends verloren. Ein Team, das mit seinem Tempo, seiner Wendigkeit und seinen technischen Fähigkeiten früher mit den Gegnern Katz und Maus spielte, liess sich von diesen aus dem Lehnstuhl kontrollieren.

Die Jungen stagnierten oder wurden gar schlechter

Wallson, der mit dem Ruf eines glänzenden Ausbildners nach Zürich kam, hat in seiner Amtszeit auch kaum einen Spieler weiter entwickelt. Diese stagnierten im Idealfall oder wurden sogar schlechter. Zudem harzte der Einbau der eigenen Talente, weil Wallson ihnen nie wirklich das Vertrauen schenkte.

Nun ist dieses Missverständnis also beendet und man muss den ZSC Lions zugestehen, dass sie mit Hans Kossmann den bestmöglichen verfügbaren Trainer als Lösung bis Ende Saison präsentieren. Der Kananda-Schweizer wird wieder Leben in die Bude bringen, die Mannschaft wird wieder richtig angetrieben und es wird auch wieder getobt in der Garderobe. Kossmann ist aber keineswegs nur ein herumbrüllender Hardliner, sondern auch ein guter Kerl mit einem feinen Humor – wenn man ihn nicht verärgert.

Das Wagnis mit Serge Aubin

Mit Serge Aubin ab der nächsten Saison nahmen die ZSC Lions zudem einen Trainer-Emporkömmling, der in einem hervorragenden Ruf steht, unter Vertrag. Ob er jedoch das Charisma besitzt, um die ZSC Lions wieder konstant an die Spitze zu führen, steht auf einem anderen Blatt Papier. Doch es ist alleweil besser, einen neuen Weg zu gehen und etwas zu riskieren, anstatt sich im Kreis zu drehen. Und sollte es mit Aubin schiefgehen: Die Telefonnummer von Hans Kossmann haben die ZSC Lions ja.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ZSC4ever am 29.12.2017 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    stimmt ganz genau

    perfekt geschrieben Herr Allemann. Genau so ist es. Ich bin seit über 35 Jahre Z Fan doch so wenig Spass wie mit diesem Trainerduo hat mir der ZSC nicht mal als Liftclub gemacht.

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  • MaKe am 29.12.2017 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich...

    Endlich.... Dachte schon er bleibt bis zu Saisonende. Ich hoffe Kossmann treibt den Spielern endlich auch mal die sinnlosen Strafen aus. Ich hätte jedem für diese dummen Strafen 100 Liegestützen noch auf der Strafbank verprasst. Aber Wallson zeigte nie eine ersichtliche Reaktion. War auch ein Teil des Misserfolgs... Jetzt geht hoffentlich Vorwärts ZSCeeee

  • Ricotrico am 29.12.2017 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Spitzengoalie=Meister

    Jetzt sollte auch mal nach Alternativen auf der Torhüterposition gesucht werden....seit Jahren der grosse Schwachpunkt beim Z und zugleich die wichtigste Position jedem Team.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • kobra11 am 30.12.2017 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    welche glaubwürdigkeit..

    welche glaubwürdigkeit? die von prallvollen geldbeuteln der zu teuren hockeystaren oder deren einkäufer?

  • Lugano am 30.12.2017 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    freddi

    Das mit Prtterson ist wirklich so. geiler Spieler geiler Schuss aber ab Februar unbrauchbar das werden auch die Zsc fans noch realisieren, aber die mögen bekanntlich ja Hockey nur von September bis Februar.

  • Luganesi am 30.12.2017 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück

    Ich frage mich ja schon, was soll das? Kossmann ist bislang den Beweis schuldig geblieben, ein guter Trainer zu sein. Ok, Aubin kommt erst auf nächste Saison. Dann hätte man halt den Wallson an der Bande lassen sollen, Saison abhaken. Aber jetzt? Spieler wissen genau, dass sie für niemanden spielen müssen ausser für sich selber. In Lugano führte das über viele Jahre in ein Desaster. Allgemein erinnert mich der Z an Lugano vor 6, 7 Jahre wo alles planlos verlief und man meinte, mit Geld alles kaufen zu können. In Lugano ist zum Glück diese Zeit vorbei

  • SCB am 30.12.2017 00:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    für mich war in den letzten und wird auch in den nächsten 2-3 Jahren Lugano der Herausforderer nummer 1 sein. Bestes beispiel Petterson, Lugano hatte die Chance ihn wieder zuholen verzichtete (richtigerweise) darauf weil der in den Playoffs einfach untauglich ist und da kommt der ZSC und verpflichtet ihn obwohl ihnen gerade ein richtiger Playoffspieler fehlt a la Baltisberger 2.

    • ZSC am 30.12.2017 01:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @SCB

      Mmn haben wir mit Klein, Schäppi, C.Baltisberger schon ein paar Playoffspieler aber klar wir könnten noch mehr "Krieger" a la Rüfenacht, Moser, Scherwey und Gerber vertragen, vorallem da Kenins nicht mehr so ein Anführer und. Cecker ist wie vor seinem Wechsel nach Nordamerika.

    • SC BÄRN FÄN am 30.12.2017 09:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ZSC

      Rüfenacht,,Scherwey Moser, Gerber und Co...wollen Eishockey spielen,und nicht Landhockey..

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  • Pierre am 29.12.2017 23:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ZSC braucht Nordamerika

    Endlich findet die schwedische Wohlfühl Oase ein Ende. Kann doch nicht sein, dass alle Spieler nach ihrer Meinung befragt werden - die wollen das gar nicht.

    • SC BÄRN FÄN am 30.12.2017 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pierre

      Warum ein Kossmann?der brachte nicht einmal Fribourg Gotteron weiter.Also schon wieder einen Fehlentscheid...BERN freuts....

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