ZSC - Lugano

16. März 2017 14:49; Akt: 16.03.2017 18:56 Print

Schlammschlacht im Playoff wegen Trend-Lokal

von Marcel Allemann - Der HC Lugano fordert die Absetzung der Einzelrichter Oliver Krüger und Victor Stancescu. Die Tessiner zweifeln an ihrer Unparteilichkeit. Stancescu zog die Konsequenzen.

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Die umstrittene und emotionale Viertelfinal-Serie zwischen dem HC Lugano und den ZSC Lions verkommt nun auch noch zur Schlammschlacht. So haben die Tessiner heute Vormittag, wenige Stunden vor dem kapitalen sechsten Spiel, eine neue Provokation lanciert und bei der Liga einen Protest hinterlegt. Sie forderten die Absetzung des Einzelrichter-Duos Oliver Krüger und Victor Stancescu und verlangen, dass ein Richter ad hoc eingesetzt wird.

Zürcher Trendlokal «Stubä» gerät in den Playoff-Fokus

Dies, weil Stancescu und ZSC-Spieler Roman Wick eine Geschäftsbeziehung pflegen. Der HC Lugano zweifelt deshalb an der Unparteilichkeit des Einzelrichter-Duos. Wick und Stancescu sitzen beide im Verwaltungsrat der Brauer Gastro AG, welche im Zürcher Kreis 4 das Trend-Lokal «Stubä» betreibt. Ein auch bei Eishockeyspieler jeglicher Clubzugehörigkeit sehr beliebter Treffpunkt. Vor allem in den Sommermonaten. Auch aktuelle Spieler von Lugano wurden dort übrigens schon gesichtet. Die «Stubä» preist damit, die besten Steak-Sandwiches in der Stadt Zürich zu vertreiben. Diese sind nun dem HC Lugano förmlich im Hals stecken geblieben.

Dass der langjährige Kloten-Stürmer Stancescu, als er nach Beendigung seiner Spielerkarriere die Funktion des Einzelrichter-Stellvertreters antrat, nicht aus dem Verwaltungsrat der Brauer Gastro AG, bei der er sich primär um rechtliche Dinge kümmert, ausschied, ist in der Tat heikel. Genauso heikel ist aber auch, dass er direkt nach seiner Spielerkarriere Einzelrichter wurde und nicht eine Schonfrist von einigen Jahren verstreichen liess.

Stancescu oder Kaufmann: Was ist nun schlimmer?

Denn Stancescu, als Ex-Spieler und Jurist eigentlich der perfekte Einzelrichter, trug auf dem Eis so manches hartes Duell mit Gegenspielern aus. Genauso pflegt er freundschaftliche Beziehungen zu noch aktiven Spielern. Dazu gehören neben seinen langjährigen Kloten-Teamkollegen unter anderem auch die Ex-Klotener Wick und Severin Blindenbacher in Diensten der ZSC Lions. Aber übrigens auch einige Spieler, die aktuell beim HC Lugano unter Vertrag stehen. So sehr es Stancescu auch zuzutrauen ist, dass er professionell und frei von persönlichen Befindlichkeiten richtet, er macht sich mit jedem umstrittenen Urteil angreifbar. Genau dies ist nun geschehen und eigentlich war es nur eine Frage der Zeit. Stancescu zog nach dem aufgekommenen Wirbel umgehend die Konsequenzen und trat per sofort von seinem zurück. Er hatte wegen dem Lugano-Protest keine andere Wahl mehr, aber dass es soweit kommen musste ist trotzdem schade.

Dass es in einem kleinen Land wie der Schweiz immer wieder dazu kommt, dass Amtsträger von unabhängigen Stellen zuvor schon mal mit einem Club oder Spielern in geschäftlicher oder persönlicher Form verbandelt waren, lässt sich indes kaum vermeiden. Auch der HC Lugano ist in eine solche, sehr spezielle Beziehung involviert. Ihr langjähriger Präsident Beat Kaufmann ist inzwischen Schiedsrichter-Chef. Eigentlich eine noch viel delikatere Konstellation, als jene von Stancescu in seiner Funktion als Einzelrichter-Stellvertreter, die es ihm erlaubt, dass er bei Bedarf jederzeit in den Ausstand treten kann.

ZSC Lions nehmen Luganos Forechecking gelassen

Der HC Lugano tat sich schwer zu akzeptieren, dass Severin Blindenbacher für seinen Schubser gegen Linesman Roger Bürgi nach lediglich einer Sperre für Spiel 6 wieder spielberechtigt ist. Doch die Tessiner konnten dagegen nicht juristisch vorgehen, weil Bürgi ja nicht ein Spieler von ihnen, sondern Schiedsrichter ist. Definitiv auf die Palme gebracht hat sie jedoch, dass die ZSC Lions am Mittwoch vom Einzelrichter die nochmalige Beurteilung des Fouls ihres Stürmer Maxim Lapierre an Patrick Thoresen verlangten. Dies war – zumindest offiziell – auch der Auslöser für ihre Intervention.

Vom HC Lugano war keine zusätzliche Stellungnahme zu bekommen. Bei den ZSC Lions sieht man die Nebenschauplatz-Aktivität des Gegners relativ gelassen. «Jeder tut das, womit er denkt, noch etwas beeinflussen zu können», sagt CEO Peter Zahner gegenüber 20 Minuten. Und zum «Fall Lapierre» sagt er: «Wir haben nur die reglementarische Frist ausgenützt, gesetzt haben nicht wir diese.»

Ob es geschickt war vom HC Lugano, diesen Wirbel ausgerechnet wenige Stunden vor Spiel 6 zu lancieren, wird sich weisen. Es muss befürchtet werden, dass die ohnehin schon hitzige Atmosphäre in der Resega nun ausser Kontrolle geraten könnte. Zahner sieht jedoch auch diesem möglichen Problem entspannt entgegen: «Für die Sicherheit ist heute Abend niemand anderes als der HC Lugano zuständig.»


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Richter am 16.03.2017 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Beziehungen?

    Ein Richter hat keine Beziehungen zu Personen oder Gesellschaften zu pflegen, über die er zu richten hat. Das gilt auch für den Sport. Punkt.

  • eismeister am 16.03.2017 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was soll das?

    also wenn das stimmt das der hc lugano erst gestern informiert wurde das man das urteil gegen lapierre weiter ziehen will dan ist der HCL im recht

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  • Märe am 16.03.2017 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Objektiv

    Die Kommentare hier beweisen wieder mal, dass es den wenigsten um die Sache geht sondern das man einfach gegen das Feindbild Schiedsrichter/Einzelrichter schiesst ohne jegliche objektivität. Als es darum ging, dass Blindenbacher einen Restausschluss kassiert hat haben alle den SR dafür kritisiert und den Entscheid als ungerechtfertigt empfunden. Jetzt wo er nachträglich sozusagen freigesprochen wurde wettern alle gegen die Einzelrichter. Für mich der Beweis, dass es den meisten nur darum geht, ihren Unmut über den Verband und die SR kund zu tun. Etwas Objektivität wäre angebracht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Condorman am 16.03.2017 22:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeder

    Ja es kann jeder erwischen, auch der Z ! Vielleicht kommt die Revanche gegen die "gummibärlis von Bern" möchte ich Lugano zutrauen und gönnen!!!!

  • Trudlä am 16.03.2017 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tschüss ZSC

    Als Kloten Fan gratuliere ich den ZSC Lions zum Playoff Out. Miserable Leistung bei so einem Kader. Schämt euch!

    • Markus B. am 17.03.2017 05:42 Report Diesen Beitrag melden

      Die Worte eines...

      Die Worte aus dem Maul eines Kloteners/Klotenerin! Was anderes erwartet? Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr dem EHC Kloten nicht zum Abstieg gratulieren müssen. Soviel Sportlichkeit und Fairness ist bei uns in Zürich noch vorhanden.

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  • Rolf am 16.03.2017 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlammschlacht

    Ich finde es schade, dass herr stancescu das Handtuch so schnell wirft. Schließlich wurde er von der Liga gewählt und ich gehe davon aus, dass seine Beziehungen den wählenden bekannt war! Aber in den Playoffs ist halt alles anders. Gibt ja auch Präsidenten die öffentlich gegen die Schiedsrichter wettern, ob schon die Mannschaft die Klasse nicht hat. Aber es gelingt nicht jedem achtplazierten die halbfinals zu erreichen..... Hoffe es wird einfach bis zum meisterschaftsabschluss Eishockey gespielt und man lernt auch entscheide und Niederlagen zu akzeptieren.... Fehlerfrei sind nur die Fans...!?

  • Sara am 16.03.2017 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Back to the roof

    Ich liebe Eishockey. Bitte lasst es nicht zu, dass es wie im Fussball wird. Geld und Macht hat diesen Sport auch kaputt gemacht. Wir sollten back to the roof gehen. Das Spiel ist wichtig und nicht die Machtgierigen Besitzer. Sport ist geil und sollte es auch bleiben. Ich vermisse die alten Zeiten im Schluefweg, da wurde noch gekifft und ich hatte immer ein Käfferfest. Schade ich hätte mir gerne das selbe für meine Kinder gewünscht, was ich erlebt habe.

    • Mänu73 am 16.03.2017 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sara

      Sara diese Zeiten kenne ich zu genüge. Aber aus dem alten erwürdigen Berner Tempel. Aber war viel an Auswärtsspielen, so auch am Schluefweg. Es gab Spiele, da wurde gefeiert egal ob Sieg oder Niederlage. Ein Bier, eine Kippe, bischen Gras. Keine in Megaphone schreienden Typen, ausser in Lugano, die Stimmung kam von alleine. Leider geht die Stimmung in vielen Arenen verloren, da immer mehr auf Events und Show setzen. Klar gab es auch Scharmützel, aber die waren in der Minderheit. Ach wie schön ist es manchmal von diesen Zeiten zu Träumen. Gruss aus Bern

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  • Mänu73 am 16.03.2017 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheitsdienst????

    Zahner sagt: Für die Sicherheit ist der HC Lugano verantwortlich. Welche Sicherheit meint er damit? Der Sicherheitsdienst, der mit den Krawallbrüdern unter einer Decke steckt und Sie noch deckt? Die Polizei, die dort nichts macht, um allgemein keine Probleme zu kriegen. Der HCL hat eines der schlechtesten Sicherheits Dispositive. Siehe Meister ZSC etc. Hier könnte man auch Verschwörung rufen, sonst hätte der Verband hier auch schon lange ein Stadion Verbot ausgesprochen. Gruss aus Bern

    • Walter Portmann am 16.03.2017 18:07 Report Diesen Beitrag melden

      Härte und Repression

      Lugano müsste schon längst Geisterspiele haben. Für jedes Ding aufs Eis geworfen muss es ein Forfait für den Gegner geben. Dann hört das subito auf.

    • Marc82 am 16.03.2017 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Walter Portmann

      lieber herr portmann, wiso schreiben sie über etwas wovon sie keine ahnung haben. ok es ist mal was anderes. sonst kommt von ihnen jahr für jahr der gleiche spruch mit dem modus...

    • Mänu73 am 16.03.2017 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Walter Portmann

      Dann wären in der ganzen Schweiz nur Geisterspiele wenn sachen aufs Eis fliegen.

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