National League

26. Januar 2018 22:26; Akt: 26.01.2018 22:42 Print

Lugano deklassiert den SCB – Zug in den Playoffs

Lugano lässt dem SCB in der Resega keine Chance. Kloten kann den Playouts endgültig nicht mehr entkommen.

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Das seit vier Runden verlustpunktlose Lugano stoppt den topklassierten SC Bern im vierten Duell zum dritten Mal. Beim 4:0 in der Resega brillieren die Einheimischen mit Effizienz und guter Defensive.

Die Konstanz der Bianconeri mit Blick auf den gesamten Saisonverlauf ist auffällig. Greg Ireland hat die Verantwortung gut verteilt, die Energie fliesst gleichmässiger als in den vergangenen Jahren. Auch ohne den verletzten Star Linus Klasen hat die Squadra viel Qualität und Winnermentalität zu bieten.

Kein Durchkommen bei Merzlikins

In der Abwehr lassen die Tessiner seit Wochen kaum etwas zu. Taktisch clever, konsequent und selbstbewusst stellen sie die Konkurrenz vor Probleme. In der Begegnung mit dem enttäuschenden Titelhalter demonstrierten sie bereits vor der Olympia-Pause schnörkelloses Playoff-Hockey.

Vor über 6000 Tifosi sorgte Dario Bürgler mit seinem 17. Saisontor für den perfekten Start. In der Folge beanspruchte der SCB zwar mehr Scheibenbesitz, richtig gute Chancen erspielte sich die uninspirierte Nummer 1 der Liga nicht - oder sie scheiterte am formstarken Keeper Elvis Merzlikins.

Zug in den Playoffs

Kloten verpasst eine Top-8-Klassierung endgültig. Derweil der EVZ sich mit dem 3:2 gegen den EHC für die Playoffs qualifiziert, stehen den Zürchern ungemütliche Wochen bevor. Der definitive Fall in die Abstiegsrunde war nach einer mehrheitlich missratenen Kampagne nur eine Frage der Zeit. Nun steht auch mathematisch fest, dass sich der EHC zum dritten Mal seit der letzten Playoff-Final-Teilnahme 2014 gegen die Relegation stemmen muss.

Mit nur einer überdurchschnittlichen Offensiv-Linie ist in der nationalen Elitekategorie wenig zu bewegen. Hollenstein, Praplan und Santala allein können die Defizite der übrigen Teamkollegen nicht kompensieren. Und im Duell mit dem EV Zug verdeutlichte sich beim Solo von Lino Martschini, wie unausgewogen die Equipe auch in der eigenen Zone besetzt ist. Eine Rhythmusänderung, zwei, drei Körpertäuschungen genügten dem filigranen Innerschweizer, die Zürcher Defensive auszutricksen.

Servette gewinnt das Derby

Für den Genève-Servette Hockey Club gerät der Freitag zum Jubeltag. Zuerst nimmt der nicht mehr erwünschte Präsident Hugh Quennec den Hut, anschliessend gewinnt Servette das Derby gegen Lausanne 4:3. Lausanne führte im ersten Abschnitt 1:0 und 2:1, brachte sich aber selber um die Früchte des gelungenen Starts. Im zweiten Abschnitt spielten die Waadtländer während sieben Minuten in Unterzahl. Im Powerplay fünf gegen drei gelang Henrik Tömmernes für Servette das Führungstor zum 3:2. 76 Sekunden später erhöhte Damien Riat auf Vorarbeit von Tömmernes auf 4:2. Im Schlussabschnitt kam Lausanne durch Alain Miéville nur noch auf 3:4 heran.

Tigers drehen Partie

Die SCL Tigers drohten sechs Spiele vor Schluss die Playoffs wieder aus den Augen zu verlieren. Doch auf wundersame Weise finden sie im Direktduell gegen Freiburg den Weg vom 0:1 zum 2:1-Sieg. Gottéron führte bis zur 57. Minute durch das Tor von Nathan Marchon mit 1:0. Himelfarbs überraschende Aufstellung schien als Fehlgriff von Langnaus Coach Heinz Ehlers zu enden. Doch dann begann die Schlussphase: Yannick Albrecht hechtete zum Puck und wahrte so den Langnauer Scheibenbesitz. Himelfarb kam an den Puck. Und dem Kanadier, der auf den Schweizer Pass wartet, gelang ein Traumpass auf Pascal Berger, der 231 Sekunden vor Schluss ausglich. 22 Sekunden später befanden sich die Tigers in Überzahl. Und unmittelbar nach Ablauf der Strafe hämmerte der Finne Eero Elo den Puck aus der Halbdistanz in den Netzhimmel.

Entscheidung in der Overtime

Nach sechs Heimniederlagen in Serie hat sich Ambri-Piotta zurückgemeldet. Der Overtime-Coup gegen Biel (3:2) verändert an der schwierigen sportlichen Situation wenig, könnte aber mit Blick aufs Playout einen Schub auslösen. Bereits vom frühen 0:1 Joggis hatte sich der Vorletzte nicht irritieren lassen - im Gegenteil: Der tschechische Verteidiger Dominik Kubalik, ein Mann mit internationaler Perspektive und einem Olympia-Aufgebot, leitete mit dem Ausgleich in der 22. Minute die temporäre Wende ein. Auf einen späten Lapsus von Ambri-Goalie Benjamin Conz, der Pouliots Ausgleich (59.) verschuldet hatte, reagierte der 21-jährige Austria-Antreiber Dominic Zwerger in der letzten Minute der Verlängerung mit dem sehenswerten Solo zum 3:2.


Lugano - Bern 4:0 (1:0, 1:0, 2:0)
6048 Zuschauer. - SR Eichmann/Urban, Progin/Wüst.
Tore: 5. Bürgler (Vauclair) 1:0. 27. Morini (Reuille) 2:0. 53. Riva (Walker) 3:0. 57. Hofmann 4:0 (ins leere Tor).
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Lugano, 3mal 2 Minuten gegen Bern.
PostFinance-Topskorer: Fazzini; Arcobello.
Lugano: Merzlikins; Furrer, Sanguinetti; Ronchetti, Vauclair; Chiesa, Riva; Wellinger; Brunner, Lajunen, Hofmann; Etem, Lapierre, Bertaggia; Bürgler, Cunti, Romanenghi; Walker, Morini, Reuille; Fazzini.
Bern: Genoni; Untersander, Blum; Noreau, Gerber; Andersson, Krueger; Kamerzin; Bodenmann, Arcobello, Ruefenacht; Berger, Ebbett, Pyörälä; Scherwey, Haas, Meyer; Kämpf, Hischier, Randegger.
Bemerkungen: Lugano ohne Klasen, Ulmer, Sannitz (alle verletzt), Bern ohne Moser (verletzt), Raymond (überzählig). 1. Pfostenschuss von Brunner. 20. Pfostenschuss von Riva. Timeout von Bern in der 55., der SCB ab 54:43 bis 56:19 ohne Goalie.

Kloten - Zug 2:3 (0:1, 1:1, 1:1)
5741 Zuschauer. - SR Dipietro/Massy, Borga/Castelli.
Tore: 16. Leeger (Suri, McIntyre) 0:1. 25. Martschini 0:2. 29. Marchon 1:2. 57. (56:13) Stalberg (Roe, Martschini) 1:3. 57. (57:00) Ramholt (Trachsler) 2:3.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Kloten, 3mal 2 Minuten gegen Zug.
PostFinance-Topskorer: Hollenstein; Stalberg.
Kloten: Boltshauser; Egli, Kellenberger; Harlacher, Bäckman; Stoop, Ramholt; Bieber; Praplan, Santala, Hollenstein; Bozon, Sallinen, Abbott; Grassi, Schlagenhauf, Bader; Obrist, Trachsler, Marchon; Leone.
Zug: Stephan; Diaz, Morant; Thiry, Alatalo; Schlumpf, Leeger; Helbling, Geisser; Klingberg, McIntyre, Suri; Lammer, Diem, Senteler; Martschini, Roe, Stalberg; Schnyder, Kast, Haberstich.
Bemerkungen: Kloten ohne Poulin, Kparghai (beide überzählig), Back, Weber, Lemm, Von Gunten und Bircher (alle verletzt), Zug ohne Grossmann (verletzt), Holden (überzählig). 12. Lattenschuss von Klingberg. 29. Boltshauser hält Penalty von Stalberg. 55. Pfostenschuss von Diaz. 59. Timeout von Kloten, ab 58:38 ohne Goalie.

Genève-Servette - Lausanne 4:3 (2:2, 2:0, 0:1)
6880 Zuschauer. - SR Mollard/Stricker, Fluri/Kovacs.
Tore: 3. In-Albon (Genazzi) 0:1. 13. Loeffel (Wick) 1:1. 16. Herren (Ausschluss Fransson) 1:2. 17. Simek (Loeffel, Mayer) 2:2. 38. Tömmernes (Richard/Ausschlüsse Fischer, Junland) 3:2. 39. Riat (Tömmernes, Almond) 4:2. 44. Miéville 4:3.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 4mal 2 Minuten gegen Lausanne.
PostFinance-Topskorer: Richard; Jeffrey.
Genève-Servette: Mayer; Petschenig, Tömmernes; Wick, Fransson; Guebey, Loeffel; Chuard; Riat, Almond, Rod; Hodener, Romy, Simek; Douay, Rubin, Heinimann; Da Costa, Richard, Spaling; Traber.
Lausanne: Zurkirchen; Junland, Borlat; Genazzi, Gernat; Schelling, Frick; Nodari, Fischer; Zangger, Jeffrey, Danielsson; Antonietti, Vermin, Herren; Ryser, Froidevaux, Conz; Kneubuehler, Miéville, In-Albon.
Bemerkungen: Genève-Servette ohne Hasani, Jacquemet, Mercier, Descloux, Vukovic, Bezina und Schweri, Fribourg-Gottéron ohne Walsky, Trutmann (alle verletzt) und Pesonen (überzähliger Ausländer). - Rubin verschiesst Penalty (49.). - Timeout Lausanne (59:07).

SCL Tigers - Fribourg-Gottéron 2:1 (0:0, 0:1, 2:0)
6000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Müller/Wiegand, Kaderli/Rebetez.
Tore: 39. Marchon (Mottet, Maret) 0:1. 57. Pascal Berger (Himelfarb, Albrecht) 1:1. 59. Elo (Blaser, Albrecht) 2:1.
Strafen: 4mal 2 plus 10 Minuten (Gerber) gegen SCL Tigers, 4mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron.
PostFinance-Topskorer: Elo; Cervenka.
SCL Tigers: Punnenovs; Zryd, Seydoux; Huguenin, Blaser; Lardi, Erni; Randegger; Thuresson, Gagnon, Dostoinow; Elo, Gustafsson, Neukom; Himelfarb, Albrecht, Pascal Berger; Gerber, Peter, Nils Berger; Kuonen.
Fribourg-Gottéron: Brust; Holos, Stalder; Rathgeb, Chavaillaz; Maret, Abplanalp; Glauser; Rossi, Bykow, Cervenka; Fritsche, Slater, Mottet; Neuenschwander, Meunier, Chiquet; Marchon, Schmutz, Kühni.
Bemerkungen: SCL Tigers ohne Stettler, Erkinjuntti, Nüssli (alle verletzt) und Barker, Fribourg-Gottéron ohne Birner (beide überzählige Ausländer), Vauclair, Sprunger, Schilt, Kienzle und Rivera (alle verletzt). - Pfostenschuss Zryd (30.). - Timeout Fribourg-Gottéron (60.).

Ambri-Piotta - Biel 3:2 (0:1, 2:0, 0:1, 1:0) n.V.
3929 Zuschauer. - SR Hebeisen/Wehrli, Bürgi/Stuber.
Tore: 6. Joggi (Sutter) 0:1. 22. Kubalik (Zwerger, Fora/Ausschluss Kreis) 1:1. 33. D'Agostini (Zwerger, Emmerton) 2:1. 59. Pouliot 2:2. 65. (64:29) Zwerger (Fora) 3:2.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 2mal 2 Minuten gegen Biel.
PostFinance-Topskorer: D'Agostini; Pouliot.
Ambri-Piotta: Conz; Plastino, Zgraggen; Ngoy, Pinana; Fora, Gautschi; Jelovac; D'Agostini, Emmerton, Zwerger; Trisconi, Kostner, Bianchi; Guggisberg, Müller, Kubalik; Monnet, Berthon, Lauper.
Biel: Hiller; Hächler, Jecker; Kreis, Fey; Maurer, Dufner; Moser; Pedretti, Pouliot, Rajala; Micflikier, Fuchs, Earl; Schmutz, Diem, Fabian Lüthi; Joggi, Sutter, Wetzel; Nussbaumer.
Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Collenberg, Incir, Stucki (alle verletzt), Taffe, Karhunen (beide überzählig), Biel ohne Forster (gesperrt), Steiner, Tschantré, Neuenschwander, Valentin Lüthi (alle verletzt), Lofquist (überzählig). National-League-Debüt von Moser. 2. Pfostenschuss von Fora. 38. Pfostenschuss von Plastino. 36. D'Agostini verletzt ausgeschieden. 58. Timeout von Biel, ab 58:00 bis 58:43 ohne Goalie.

Rangliste: 1. Bern 43/86 (147:99). 2. Zug 44/80 (136:109). 3. Lugano 43/77 (141:111). 4. Biel 44/76 (134:115). 5. Davos 42/67 (119:134). 6. ZSC Lions 43/66 (127:115). 7. Genève-Servette 43/64 (116:131). 8. Fribourg-Gottéron 43/62 (114:123). 9. SCL Tigers 44/61 (108:118). 10. Lausanne 43/57 (130:142). 11. Ambri-Piotta 43/43 (109:145). 12. Kloten 43/38 (96:135).

(fsc/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dave am 27.01.2018 00:38 Report Diesen Beitrag melden

    Hallo?

    Kubalil ist stürmer und nicht verteidiger

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  • Jamaika Jamal am 27.01.2018 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    4:0 ist ein hoher Sieg aber noch keine Deklassierung.

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  • flower_kings am 27.01.2018 08:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seit wann...

    ...gilt ein 4:0 als Deklassierung...?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • silvano schmid am 27.01.2018 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    HCAP - Biel unwürdige Schiris!!!

    Interessant, dass niemand über das grässliche Faul des Bielers Fey an De Agostini berichtet! Solch ein Spieler sollte wie Forster 5 Spielsperren kassieren. Und die beteiligten Schiedsrichter, allen voran Wehrli, sollte man sofort beurlauben! Unwürdige machenschaften dieses Quartets!!!

  • René am 27.01.2018 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer meister wird hin oder her,

    eins muss man dem Lausanne HC lassen - die haben die schönsten Eishockey Leibchen der Liga [...]

  • Dave Suter am 27.01.2018 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Campioni Ilusioni

    Alle die hier sagen, dass Zug ein Meisterkandidat ist muss ich entäuschen.. die haben letztes Jahr gezeigt, dass sie eines Meistertitel unwürdig sind. Dieses Jahr kommen sie max. in die HF

    • Paul am 27.01.2018 11:47 Report Diesen Beitrag melden

      Wir werden sehen

      Gut entscheiden das die Mannschaften und nicht besoffene Fans

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  • Kenner am 27.01.2018 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Gurkenliga

    In dieser Gurkenliga passiert es noch, dass der 7. oder 8. am Schluss Meister wird.

  • Jamaika Jamal am 27.01.2018 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    4:0 ist ein hoher Sieg aber noch keine Deklassierung.

    • Walteli am 27.01.2018 13:36 Report Diesen Beitrag melden

      Tore

      Vorallem wenn man sieht wie die Tore zustande gekommen sind. Das erste wurde von einem Berner abgelenkt, das zweite war gut von Lugano, das dritte zu Recht geschenkt, weil Blum die Notbremse gezogen hatte, da der Goalie draussen war, und das 4. ins leere Tor...also von deklassieren verstehe auch ich was anderes...aber der Reporter wahrscheinlich nicht...

    • Daniel am 27.01.2018 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jamaika Jamal

      vorallem war das letzte ins leere tor und das erste war auch nur glück. und über weite strecken das bessere team war lugano auch nicht. ein ausgeglichenes spiel wo das glück auf lugano seite war.

    • Donpascha am 27.01.2018 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jamaika Jamal 

      Vielleicht war es kein deklassieren, vielleicht war Lugano nicht die bessere Mannschaft, vielleicht waren die Tore glücklich... Was zählt ist jedoch, dass Lugano gewonnen hat, und zwar das dritte Spiel von vier in dieser Saison. Natürlich ist bern überragend dieses Jahr, und natürlich haben die Berner alle PO Serien der letzten Jahre gegen Lugano gewonnen, aber diese Saison ist Lugano sicher kein wunschgegner. Ich rechne auf jeden Fall mit einer spannenden Serie, sollte sie zustande kommen. Forza ragazzi!

    • Phil76 am 27.01.2018 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Walteli

      Wenn du noch die Pfostentreffer von Brunner und Riva dazuzählst? Dieser Sieg hat mit Glück nichts mehr am Hut. Wieviele solcher glücklicher Tore hat der SCB vor 2 Jahren im Final oder letztes Jahr im Halbfinal geschossen?

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