Hart aber fair

22. August 2010 10:40; Akt: 22.08.2010 12:14 Print

«Schwinger sind Vorbilder für das Land»«Schwinger sind Vorbilder für das Land»

Voller Einsatz, hart in der Sache, fair im Umgang: Bundespräsidentin Doris Leuthard wünscht sich von den Schweizerinnen und Schweizern, dass sie es den Schwingern im Ring gleich tun.

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Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest fand vom 21. August bis 22. August statt. Auch wenn es so aussieht: Kopflos wird nicht geschwungen am Eidgenössischen. Ein Mann räumt alles weg: Nach 8 Gängen und 8 Siegen steht Kilian Wenger als Sieger und Schwingerkönig des Eidgenössischen fest. Das Berner Riesentalent: ein Modellathlet modernen Zuschnitts. Ein Bild mit Symbolcharakter: Wenger Kilian reisst nach seinem Sieg im 5. Gang gegen Abderhalden Jörg den Arm in die Höhe. Der nachdenkliche König nach seiner Niederlage. Wenger Kilian führt mit viertem Sieg in Folge das Zwischenklassement nach vier Gängen an. Bless Micheal und die geballte Kraft des Siegreichen. Action pur in Frauenfeld. Alphörner dürfen am Eidgenössischen natürlich nicht fehlen. Früh übt sich, wer ein starker Mann werden will. Jodeldidüühh! Für musikalische Unterhaltung war ebenfalls gesorgt. Da gabs wohl schon Bier vor Vier - und nicht jedem bekams gut. Auch sonst war hie und da eine Siesta auszumachen... ... ... Wo viele Leute sind, gibts viel Abfall. Uriniert wird, wo es grad gefällt. Fans aus allen Regionen der Schweiz waren angereist. Gepannt verfolgte man das Geschehen um die sieben Kreise. Die Ringrichter haben nicht immer einen leichten Job. Jedes abgezogene Vierteli könnte entscheidend sein. Samir Leuppi, rechts, ringt gegen Tiago Vieira. Vogelperspektive auf die Kampfstätte der sogenannt Bösen. Die besten Schwinger konnten bei hervorragenden äusseren Bedingungen antreten. Matthias Sempach wird von Philipp Laimbacher in luftige Höhen gehievt. Im ersten Gang gestellt: Das Duell zwischen Stucki Christian und Abderhalden Jörg. Abderhalden und Stucki. Stucki danach am Brunnen. Und Abderhalden Jörg gezeichnet von den Anstrengungen.

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Der Geist, der am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest im Sägemehlring vorherrsche, habe die Schweiz wesentlich mitgeprägt und werde auch in Zukunft weiterleben, sagte Leuthard am Sonntagmorgen am Festakt in Frauenfeld vor rund 40 000 Zuschauern.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten Jahre habe gezeigt, dass die Schweiz gut trainiert sei, Stresstests gut bestehen, rasch reagieren könne und auch bereit sei, Neues zu lernen.

Königsallee

«Schwinger pflegen aber auch eine wunderschöne Tradition mit grosser Symbolkraft», sagte Leuthard. Der Sport wecke Bilder und Emotionen und schaffe dadurch Schweizer Tradition. Das sei besonders in Zeiten, wo Globalisierung zu Entfremdung führt, wichtig.

Dem Publikum wird in Sachen Schweizer Brauchtum und Tradition einiges geboten: Neben dem Schwingen messen sich auch die besten Schweizer Sportler im Hornussen und Steinstossen. Höhepunkt bildet am Sonntagnachmittag der Schlussgang der «Bösen».

Schwingerkönige und Erstgekrönte werden gefeiert wie Helden und schreiben Sportgeschichte. Deshalb widmet das Organisationskomitee in Frauenfeld den 12 noch lebenden Schwingerkönigen und Erstgekrönten auf dem Festgelände eine Königsallee. Die 13. Säule ist noch leer.

Open Air mit urchigem Touch

Das «Eidgenössische» ist ein friedliches Happening. Längst ist das Schwing- und Älplerfest mehr als ein Treffen der Freunde des Schweizer Ursports und Brauchtums; auf dem Zeltplatz neben der 47 000 Besucher fassenden Arena haben Tausende ihre Zelte aufgeschlagen wie an einem Open Air.

Für die Zuschauer des 42. Eidgenössische Schwing- und Älplerfests, das nach 1966 bereits zum zweiten Mal in Frauenfeld stattfindet, wurden 300 000 Liter Mineralwasser und 200 000 Liter Bier kühlgestellt.

Das «Eidgenössische» in Frauenfeld ist der grösste Sportanlass in diesem Jahr in der Schweiz. Das Budget beträgt 20 Millionen Franken. Die erwartete Zahl von 200 000 Besuchern wird bei der Bekanntgabe der effektiven Besucherzahlen am Sonntag wohl nach oben korrigiert werden.

(sda)