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Unvergessene Erfolge
20. April 2010 15:18; Akt: 20.04.2010 15:18 Print
Aus dem Nichts zu Doppel-Olympiagold
von Reto Fehr - Ohne zuvor je ein Rennen gewonnen zu haben, katapultierte sich die damals 17-jährige Marie-Theres Nadig bei den Olympischen Spielen 1972 zweimal zuoberst aufs Podest.

Marie-Theres Nadig auf dem Weg zu Olympia-Gold im Riesenslalom 1972.
Nicht vielen war Marie-Theres Nadig vor 1972 ein Begriff. Die Flumserin gewann 1970 den Junioren Schweizermeistertitel im Riesenslalom, Slalom und der Kombination und gehörte ab der Saison 1970/1971 zur Nationalmannschaft. Anfangs 1972 fuhr sie in Grindelwald erstmals auf ein Weltcuppodest, was die Qualifikation für die Winterspiele in Sapporo bedeutete.
Viermal Gold: Die Olympiasiege 1972 in der Abfahrt und im Riesenslalom bedeuteten gleichzeitig auch Weltmeistertitel.
40 Jahre Sporthilfe
Die Stiftung Schweizer Sporthilfe hilft seit 40 Jahren Schweizer Talenten, ihren Traum vom Spitzensport zu verwirklichen. Zum Jubiläum setzen sich 40 Sportgrössen als Botschafter für den Nachwuchssport ein. 20 Minuten Online stellt bis Ende 2010 wöchentlich mit der Serie «Unvergessene Erfolge» einen dieser grossen Schweizer Sportler seit 1970 vor.
Wettbewerb
Gleichzeitig mit der Serie läuft auf Sporthilfe.ch wöchentlich ein Wettbewerb mit einer Frage zur vorgestellten Person.
Dorthin reiste das 17-jährige Talent, um «so gut wie möglich zu fahren». Eine Abfahrt und einen Riesenslalom später konnte sie sich als erste Schweizerin Doppelolympiasiegerin feiern lassen. «Unsere Maite» trug einen Grossteil zu den «Goldenen Tagen von Sapporo» bei. Die Schweiz erreichte im Medaillenspiegel mit 4-mal Gold, 3-mal Silber und 3-mal Bronze hinter der Sowjetunion (16 Medaillen) den zweiten Rang.
Mit vier Medaillen von Sapporo zurück gekehrt
Doppelolympiasieger dürfen sich bis heute nur drei Schweizer Athleten nennen: Vreni Schneider (1988), Simon Ammann (2002 und 2010) und eben Nadig. Sie kehrte aus Sapporo gar mit vier Medaillen zurück. Denn die Olympischen Spiele waren damals auch noch Weltmeisterschaften. Nadig wurde in der Schweiz zur Sportlerin des Jahres gewählt. «Ich selber rechnete ja auch nicht mit Goldmedaillen. Dass ich der Pröll aber auf dem Siegerpodest zweimal von der obersten Stufe für Silber gratulieren konnte - unfassbar. Sie war für mich immer das grosse Vorbild. Sie war ja auch saustark.»
Rekord für die Ewigkeit
Genau diese Annemarie Moser-Pröll stellte Nadig in den kommenden Jahren immer wieder in den Schatten. Erst im Januar 1975 fuhr die Schweizerin ihren ersten Weltcupsieg ein, 23 weitere sollten folgen. Mit der Olympia-Titelverteidigung klappte es 1976 in Innsbruck allerdings nicht. Die Flumserin verpasste die Abfahrt wegen hohen Fiebers und fuhr im anschliessenden Riesenslalom «nur» auf Rang 5. Trotz einigen Tiefs und nicht immer überragenden Resultaten, erarbeitete sich Nadig in den 70er Jahren den Ruf als «lebende Schweizer Legende». Wohl nie mehr übertroffen wird ihr Sieg beim Riesenslalom in Furano 1979. Damals distanzierte sie Moser-Pröll um 5,2 Sekunden. Das ist der grösste, je gemessene Abstand einer Siegerin im Weltcup.
Letzte zwei Saisons überragend
Ihre letzten zwei Saisons im Spitzensport sollten in der Folge zu ihren besten werden. 1979/80 dominierte sie die Abfahrten fast nach Belieben. Sie gewann sechs der sieben Rennen und wurde einmal Zweite. Ausgerechnet bei den Olympischen Winterspielen 1980 in Lake Placid fuhr sie mit dem dritten Rang ihr schlechtestes Ergebnis ein.
Eine Saison danach sicherte sich Nadig überlegen die Gesamtweltcup- , Riesenslalom- und Kombinationswertung. Im Juli 1981 erklärte sie aufgrund von Motivationsproblemen ihren Rücktritt. «Meinungsverschiedenheiten mit Trainern und Funktionären haben mir den Entschluss leichter gemacht», erklärte sie später.
Von der Athletin zur Trainerin
Bereits 1979 eröffnete Nadig in Flumserberg ein Sportgeschäft. 1986 übernahm sie den liechtensteinischen Nachwuchs, zu welchem damals auch Marco Büchel zählte. Zehn Jahre später wechselte sie zum Schweizer Verband, wo sie ab 1999 fürs A-Kader tätig war. Als Nadig als Cheftrainerin der Nationalmannschaft in der Saison 2004/05 die schlechteste Bilanz seit Einführung des Weltcups nicht verhindern konnte und die Schweiz bei der WM 2005 ohne Medaillen blieb, wurde sie freigestellt.





























