FCSG-Sportchef Alain Sutter

12. Februar 2018 08:15; Akt: 12.02.2018 09:59 Print

«Die Trainerdiskussion zu führen, ist witzlos»

von E. Tedesco, St. Gallen - Alain Sutter weiss, welchen Fussball er beim FC St. Gallen sehen will. Aber kann Giorgio Contini den Fussball auch spielen lassen? Die Luft für den Trainer wird dünner.

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Es ist nicht überliefert, ob sich Sportchef Alain Sutter und FCSG-Präsident Matthias Hüppi nach der 1:2-Niederlage gegen den FCZ im Büro zu einem Krisengespräch oder einer normalen Analyse des Spiels getroffen haben. Anlass für Sprüche und Spekulationen gaben die Sorgenfalten und unzufriedenen Mienen der neuen Macher beim FC St. Gallen vor diesem Treffen aber allemal.

Hatte der FCSG in der ersten Halbzeit das Spiel noch gut im Griff gehabt, gab das Team von Trainer Giorgio Contini die Geschicke nach der Pause komplett aus der Hand. Kein anderes Team in der Super League kassierte nach der Pause so viele Gegentore (25) wie die Ostschweizer. Am Sonntag verschlechterte sich diese Statistik um weitere zwei Treffer. «Wir sind viel zu tief gestanden, haben zu viele lange Bälle gespielt», sagte Sutter nach der zweiten Niederlage in der Rückrunde. «Wir waren zu wenig mutig. Die zweite Halbzeit war nicht gut.»

Eine Sache der Interpretation

Für den angezählten Trainer der St. Galler wird die Luft immer dünner. «Ich weiss, was ich für einen Fussball sehen will, aber die Trainerdiskussion in der Öffentlichkeit zu führen, ist witzlos», so der FCSG-Sportchef. Er könne dabei nur verlieren. Egal, was er sage. «Ich werde solchen Diskussionen mit Aussagen von mir keine Richtung geben», sagt Sutter.

Eine Sache der Interpretation sei auch die Entlassung der engsten Mitarbeiter Continis just vor dem Rückrundenstart. Denn neben Nachwuchschef Marco Otero mussten auch Konditionstrainer Harry Körner und Physiotherapeut Benjamin Bubeck gehen. Die Frage, ob das nicht etwa Aktionismus der Hüppi-Crew gewesen sei, um den Vorwurf, der FCSG stünde unter Einfluss eines bestimmten Clans, zu entkräften, verneint Sutter. «Wenn, dann ist es Aktionismus der Medien.»
Verteidiger Alain Wiss nach der zweiten Niederlage in der Rückrunde. (Video: 20 Minuten)

Ruhigere Gewässer

Fakt ist aber, dass man Contini damit seiner Vertrauenspersonen beraubt hat. Dazu kommt, dass die neue Führung Simon Storm als Bubecks Nachfolger einsetzen will. Ausgerechnet jenen Mann, der im Sommer entlassen wurde, weil er und Contini nicht miteinander auskamen. Auch der ehemalige Assistenztrainer Daniel Tarone soll angefragt worden sein, soll eine Rückkehr in die Ostschweiz aber abgelehnt haben.

Man wollte ein Zeichen setzen, aber am Ende sei das immer Interpretationssache, sagte Sutter zu den Darstellungen in den Medien. «Es ist klar, wenn man in der Öffentlichkeit nicht alles begründet, lässt das Spielraum für Spekulationen, aber das muss man aushalten und das Beste draus machen. Der Umbruch in St. Gallen erfolgte nicht, weil vorher alles so super gewesen ist», so der neue Sportchef, «unser Ziel ist, den FC St. Gallen in ruhigere Gewässer zu bringen.» Das scheint vorerst wohl noch weit weg, vor allem, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt. Und für den ist der Trainer hauptverantwortlich.
Das sagen die FCZ-Spieler zum 2:1-Sieg in St. Gallen. (Video: 20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • El Entrenador am 12.02.2018 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    entweder oder

    Wenn man Contini nicht mehr will, dann muss man ihn freistellen. Will man ihn, hat man ihm den Rücken zu stärken! Weiss nicht was der Alain da rumeiert.

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  • Bodenseeler am 12.02.2018 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechtes Trio

    Für mich stimmt das gesamte Trio nicht: Sutter, Hüppi und der Trainier. Ich bin mir sicher, dass es in einigen Wochen irgend welche Konsequenzen haben wird.

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  • Dan am 12.02.2018 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welche denn?

    Welche Diskussion in der Öffentlichkeit ist denn witzig, Herr Sutter?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Schorschi am 13.02.2018 10:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweifel

    Suter, Streller und Co. mögen von Fussball viel Ahnung haben, aber dieses Wissen erfolgreich in einer Managementfunktion umzusetzen und das mit minimaler Ausbildung, sollte doch eher von Zweifeln begleitet werden!

  • PeteW am 13.02.2018 08:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Penalty Punkt

    Contini : warum nur wurde er als Wunschtrainer verpflichtet? Er war trotz des Abstiegs von Vaduz der Wunsch vieler -weil sehr erfolgreich und erfolgreich. Wie definiert sich Erfolg heute? Wo war der Leistungsausweis vor dem Antritt ? Wenn man mit Vaduz absteigt?? Hab mich da schon gewundert. Torwart: man sollte junge talentierte Spieler einbauen wenn die Mannschaft stabil ist. Nun das wird der FCSG wohl nie sein.

    • Paul Müller am 13.02.2018 09:15 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt nicht ganz

      Contini ist nicht abgestiegen mit Vaduz; zum Zeitpunkt der einvernehmlichen Trennung anfangs März 2017 war der Abstiegskampf noch in vollem Gange, abgestiegen ist Vaduz dann erst im Mai 2017.

    • PeteW am 13.02.2018 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Paul Müller

      Ok. Klar...aber er war ein Teil des kommenden Misserfolgs. Welche Erfolge gibt es denn zu verbuchen für ihn ?

    • Steven am 13.02.2018 09:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @PeteW

      Warum verdient ein derart unerfahrener Coach so viel und warum bekommt solch lange Verträge - schon nach 3 Monaten eine 2-jährige Vertragsverlängerung ?

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  • Jose Gomez am 12.02.2018 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    SC Brühl St.Gallen forever

    Es ist völlig absurd, dass Sutter Sportschef eines Fusballclubs wurde. Er hat doch absolut keinen Leistungsausweis als Manager. Es ist doch ein grosser Unterschied einen Fussballclub zu führen oder Fussballspiele als Experte zu kommentieren.

  • Beamter am 12.02.2018 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    DieAnalyse

    In der ersten Halbzeit hat der FCZ sehr abwartend aggiert und der FCSG war mehrheitlich im Ballbesitz aber ohne wirkliche Raumgewinnung. Nur wenn es mal schnell über die Seiten ging kamen die Espen zu wirklichen (und seltenen) Changen (siehe Tor). In der zweiten Halbzeit hat der FCZ mehr für das Spiel gemacht haben aber aus meiner Sich auch nicht 100% überzeugt. Die St.Galler standen bis zum Gegentor hintendrin und warteten mit den "schnellen und flinken" Stürmern auf Konter. Ab den Gegentoren schlugen sie nur noch lange Bälle vom Halbfeld in den Strafraum wo jedes Kopfballduell verloren ging! Fraglich ist für mich auch warum die Flügel immer so weit eingerückt sind, das Zentrum war so oder so schon viel zu dicht besetzt. Dies ist die Aufgabe des Trainers die Anweisungen zu geben und allenfalls zu reagieren... Contini raus und ein vollkommender Neubeginn muss her!

  • C-REAL1896 am 12.02.2018 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rohner

    sehr erfrischend wie sich Rohner im interview präsentierte, fast schon herzig.. ohne diese medienabgestumpfte art der routiniers, welche nach den spielen stets das gleiche nichtssagende zeug plappern..