FC Zürich

24. Juli 2017 10:02; Akt: 28.07.2017 15:37 Print

Derby-Held Dwamena soll böser werden

von E. Tedesco - Nach der Gala im Derby kennen auch die Fans in der Super League Raphael Dwamena. FCZ-Trainer Uli Forte hat dem Juwel einen Rat ans Herz gelegt.

Raphael Dwamena war der Man of the Match im ersten Derby nach 460 Tagen. Der FCZ-Stürmer traf beim 2:0 gegen GC doppelt. (Video: 20 Minuten)
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20'000 Fans staunten im Letzigrund Bauklötze, was der erst 21-jährige Ghanaer draufhat. Raphael Dwamena war der auffälligste Spieler im 247. Derby zwischen dem FCZ und GC, und das nicht nur, weil er beim 2:0-Sieg des Aufsteigers ein Doppelpack schnürte. «Man weiss, was Raphael Dwamena draufhat», sagt sein Trainer Uli Forte, «auf seine Stärken muss man nicht mehr gross eingehen.» Das trifft zumindest auf jene Fans zu, die den Stürmer in der letzten Rückrunde in der Challenge League gesehen haben.

Und den anderen sei gesagt. «Er hat eine unglaubliche Schusstechnik. Er ist schnell. Er ist bullig. Er hat einen feinen linken Fuss – und der rechte kommt immer besser, aber daran arbeiten wir noch», so der FCZ-Trainer über das noch ungeschliffene Juwel, das im Januar 2017 von Austria Lustenau zu Zürich kam, weil es keine Perspektiven für sich sah. Der FCZ sah viel Potenzial im jungen Stürmer und stattete ihn mit einem Vertrag bis 2020 aus.

Dwamenas Doppelpack im Derby. (Video: Tamedia/SRF)

Ein Talent aus der Red-Bull-Schule

Dwamena stammt aus der Red-Bull-Schule. Scouts haben ihn in seinem Geburtsort Kwahu Tafo, einer Kleinstadt drei Stunden ausserhalb der ghanaischen Hauptstadt Accra, bei einem Turnier entdeckt. Sie holten ihn in die Fussballschule in Sogakope, einem Dorf im Südosten, wo der Getränkekonzern einen Sitz hat. In dieser Akademie werden die jungen Talente aus Westafrika auf europäische Vereine vorbereitet.

Drei Jahre dauerte es, bis er 2014 in die Akademie von Red Bull Salzburg wechselte. In der Talentschmiede in der Mozartstadt tummelten sich unzählige Nachwuchsfussballer, die wie Dwamena auf den Durchbruch hofften. Der heutige FCZ-Stürmer schaffte es nicht.

Spekuliert wurde, dass der damalige Trainer Roger Schmidt und Ralf Rangnick (damals sportlicher Leiter) die Champions League erzwingen wollten und die Jungen deshalb nicht zum Zug kamen. Dwamena wurde zu Liefering abgeschoben. Wegen Adduktorenproblemen kam er aber auch bei Salzburgs Farmteam nicht zum Einsatz. Seine nächste Station hiess Austria Lustenau.

Der liebe Gott wird nicht böse

In der zweithöchsten Liga in Österreich lief es Dwamena endlich nach Wunsch. Auch, weil Trainer Lassaad Chabbi das Potenzial in Dwamena erkannte. Der Ghanaer schoss in 22 Pflichtspielen 20 Tore und machte einige Vereine auf sich aufmerksam. Darunter auch YB, allein schon, weil Trainer Adi Hütter den Spieler, der von der Firma der Degen-Zwillinge David und Phillip beraten wird, aus gemeinsamen Zeiten bei RB kannte. Den Zuschlag erhielt Zürich, mit dem er nach einem halben Jahr in der Challenge League (18 Spiele/12 Tore) auch eine Liga höher überzeugen möchte.

Die Doublette gegen GC war ein beachtlicher Anfang. Forte sieht eine gute Entwicklung seines Stürmers, er wünscht sich aber, dass Dwamena auf dem Platz resoluter wird, noch mehr in die Zweikämpfe geht und seinen Körper extremer einsetzt, denn die Liga sei ein Haifischbecken. Zudem sagt der FCZ-Trainer: «Raphael ist sehr gläubig und das ehrt ihn. Aber ich habe ihm gesagt: Der liebe Gott wird dir sicher nicht böse sein, wenn du auf dem Platz ein wenig böser wirst. Denn das brauchst du, wenn du weiterkommen willst in deiner Karriere.»

An einer guten Karriere zweifelt (spätestens seit Sonntag) wohl keiner mehr. Aber ein böser Dwamena ...?
Das sagt FCZ-Trainer Uli Forte über Stürmer Dwamena und die Offensive. (Video: 20 Minuten)




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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel Gut am 24.07.2017 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Versau das nicht Uli

    Warum sollte er "böser" werden. Am Beispiel Raffael (Gladbach) sieht man, dass auch ein anständiger, sensibler Mann zu einem Top Spieler reifen kann. Notabene kam der Mann auch aus Zürich in die Bundesliga. Bin ein wenig eiversüchtig auf den FCZ, den hätte ich auch gerne. :-) Gruss aus St.Gallen

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  • Zucker am 24.07.2017 11:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn, dass er geht jetzt

    Du meine Güte. Wieso sollte er den FCZ nach ein paar wenigen SL-Spielen verlassen? Mit 21? Schon wieder neidisch?

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  • Pierre am 24.07.2017 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Forte hat Recht

    Ein Trainer äussert seine Meinung. Und es geht ihm nur darum, einen Spieler besser zu machen. Davon wird sein ganzes Team profitieren. Und der Spieler übrigens auch.

Die neusten Leser-Kommentare

  • roli fcz fan am 25.07.2017 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ohh Herr Canepa schade

    uiiii das wird geld kosten,da verlängern sie den vertrag vorzeitig,von einem trainer der noch nichts vorzuweisen hatte, (cup mit gc sonst nur entlassungen, und davon gelaufen) schade um das geld das er kosten wird bei einer vorzeitigen entlassung. melde mich dann wieder

  • Fussballbanause am 25.07.2017 00:55 Report Diesen Beitrag melden

    Nix böser werden

    Ein Guter Mann bringt die Leistung auf faire Art und Weise. Bleiben Sie wie sie sind Herr Dwamena. Erfolgreich und Fair.

  • Pierre am 24.07.2017 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Forte hat Recht

    Ein Trainer äussert seine Meinung. Und es geht ihm nur darum, einen Spieler besser zu machen. Davon wird sein ganzes Team profitieren. Und der Spieler übrigens auch.

  • Glaedr . am 24.07.2017 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    er ist gut aber

    haltet mal den Ball flach. das war 1 Spiel. es gibt tausende die mal 2 Tore geschossen haben aber das heisst nicht das man eine grosse Karriere hat. im Dezember können wir weiter reden aber bis jetzt war es 1 Spiel. ja in der Challenge League war er gut aber seit wann ist das eine gute Liga? ich erinnere Vonlanthen ist der jüngste Torschützen an einer EM und was hat er erreicht?

  • Anton am 24.07.2017 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    M. Frey

    War bei YB nichts und wird auch beim FCZ den Durchbruch nicht schaffen. Sein Schauspielertalent vor der erzwungenen Auswechslung war auch sehr bescheiden.