Christian Fassnacht

29. Juli 2017 23:26; Akt: 30.07.2017 00:02 Print

«In Thun war ich noch ein Chancentod»

von E. Tedesco - Bei YB habe er an Effizienz zugelegt, sagt Christian Fassnacht über sich selbst. Nach drei Spielen und zwei Toren kann man das so sagen.

YB gewinnt gegen GC 4:0. Christian Fassnacht war mit zwei Toren und einer Vorlage der Mann des Spiels im Letzigrund. (Video: 20 Minuten)
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Christian Fassnacht ist nach dem 4:0-Sieg der Berner gegen GC ein gefragter Mann. Schon wieder. Denn das war er auch nach dem 1:3 in der Champions-League-Qualifikation in Kiew. In der Ukraine war es eine kleine persönliche Erfolgsmeldung – der 23-Jährige stand erstmals in der Startelf und erzielte dabei seinen ersten Treffer zum zwischenzeitlichen 1:2 für YB – was ihn für die Journalisten so interessant machte.

Am Samstagabend ist die Anzahl der Medienschaffenden zwar kleiner, aber dafür die Erfolgsmeldung grösser. YB siegt gegen GC deutlich mit 4:0 und Fassnacht ist mit zwei Toren und einer Vorlage der Mann des Spiels. Nicht einmal eine blutende Platzwunde konnte den Offensivmann stoppen – weder auf dem Platz, noch nach dem Spiel.

Beim FCZ einst aussortiert

«Es war ein wunderschöner Tag. Ich glaube, mit einem 4:0-Sieg lässt es sich gut leben und ich fahre gerne von Zürich zurück nach Bern», sagt der 23-jährige Zürcher lachend. Dabei läuft ihm Blut der Schläfe entlang und sickert durch einen riesigen gelben Turban. Ein Andenken an Milan Vilotic. Er sei mit dem GC-Abwehrchef bei einem Kopfballduell zusammengestossen. «Ich muss die Wunde sicher noch nähen lassen, aber so lange es drei Punkte gibt, ist das egal und ich kann immer noch das andere Auge offen halten.»

Der Schritt von Thun zu YB mit seinem starken Reservoir an Offensivpersonal scheint Fassnacht keine Probleme zu bereiten. «Nein, eigentlich nicht, denn ich habe mich schon vorher gut gefühlt und das ganze Gebilde der Mannschaft stimmt einfach und macht Freude», so der ehemalige FCZ-Junior, der in der U16 der Zürcher einst als zu leichtgewichtig befunden und aussortiert wurde. Via Red Star, Thalwil, Tuggen und Winterthur kämpfte sich Fassnacht nach oben und war nach nur einem Jahr bei Thun im Sommer der erste Wunschspieler von YB und dessen Sportchef Christoph Spycher.

Jung, dynamisch und hungrig

«Über seine Qualitäten brauche ich keine Worte zu verlieren, denn sonst hätten wir ihn nicht zu YB gelotst», sagt Trainer Adi Hütter über den Matchwinner vom Samstag. «Er ist ein Spieler, der Spass macht: jung, dynamisch und hungrig.» Fassnacht könne ein enorm wichtiger Spieler für YB in dieser Saison werden. So weit blickt der 23-Jährige nicht voraus, sagt aber zu seinem fulminanten Start bei den Bernern: «Die Mannschaft hat es mir auch einfach gemacht, denn es ist unbestritten Qualität vorhanden. Die Flanken kommen an, die Bälle in die Tiefe stimmen und so habe auch ich einen Schritt vorwärts gemacht.»

Fassnacht führt gleich selber aus, wo er den Fortschritt bei sich sieht: «Ich denke vor allem betreffend Effizient. In Thun war ich ein kleiner Chancentod. Ich habe zwar zehn Tore geschossen, hätte aber das eine oder andere mehr machen müssen. Am letzten Mittwoch und auch gegen GC war ich effizient, und auf dem will ich aufbauen.»

Tore kann YB auch im Rückspiel gegen Kiew am Mittwoch brauchen. An Motivation mangelt es Fassnacht nicht. «Ich möchte einmal europäisch spielen – nicht nur Qualifikation», sagt der YB-Profi, «und es wäre schön, wenn wir das mit YB schaffen könnten.» Er hätte wohl weiter erzählt, wenn da nicht Sportchef Christoph Spycher das Gespräch unterbrochen hätte. Die medizinische Abteilung wartet mit Nadel und Faden auf Fassnacht. Die Kopfwunde muss endlich genäht werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • David am 30.07.2017 00:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Thun

    Was wäre diese Liga nur ohne Thun Schaut mal wie viele Spieler von Thun gekommen sind.

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  • Querus schlägerus am 30.07.2017 00:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsequenz

    Danke FCZ für diese Beurteilung. Dafür habt ihr jetzt Michi Frey. Win-Win Situation.

  • YB99 am 30.07.2017 00:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mbabu

    Klar ist Fassnacht der Mann des Spiels. Meiner Meinung nach sollte jedoch Mbabu die Auszeichung erhalten. Unglaublich viele Zweikämpfe gewonnen, viel gelaufen und unzählige Offensivaktionen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • rotweissgold am 02.08.2017 00:27 Report Diesen Beitrag melden

    FCThun liefert Spieler

    @David, so ist es! Und das sollte sich auch Fassnacht bewusst sein! Ich mag gar nicht alle aufzuzählen, aber in 13 Saisons erdrückend!!!

  • Rulf Bartholäus am 31.07.2017 01:59 Report Diesen Beitrag melden

    allesändert

    Fassnacht also neu am Wochenende. Merke schon, dass ich 3 Monate kein Internet hatte. Früher kam die jeweils am Donnerstag.

  • FCB am 30.07.2017 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Juhu

    Nach zwei Spielen ist er schon der Goalgetter des Jahres..ach..

  • Viktoria am 30.07.2017 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Sache

    Jetzt hat YB auch wieder mal einen Schweizer in der Startelf , sonst sind sie optisch sowas wie ein zweites Sion.

    • Schwoiz am 30.07.2017 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Viktoria

      Von Ballenmoos, von Bergen, Lotomba, Mbabu, Sow, Bertone... sind alles Schweizer und waren in der Startaufstellung

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  • ZHSK am 30.07.2017 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    FCZ Fan

    Als FCZ Fan wusste ich gar nicht, dass er mal bei der Jugendmannschaft des FCZ spielte. Schade spielt er nun bei der Konkurrenzmannschaft. Auf jeden Fall alles Gute für die Zukunft. Wer weiss vielleicht spielt er ja mal für die Nationalmannschaft, wenn er weiterhin so spielt, wie gestern.