Super League

01. Oktober 2017 15:41; Akt: 01.10.2017 18:54 Print

Der FCZ ist neu erster Verfolger von YB

Zürich gewinnt gegen Lugano klar und klettert auf den zweiten Tabellenrang. Leader YB fährt indes einen Kantersieg gegen St. Gallen ein.

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Nach fünf sieglosen Partien kehrt der FC Zürich gegen den Tabellenletzten Lugano zum Erfolg zurück und gewinnt 3:0.
Ein Eigentor der Luganesi sowie zwei Treffer von Michael Frey und Jagne Pa Modou führten zum verdienten Heimsieg, der den FCZ wieder auf Platz 2 zurückführte.


Lediglich zweimal versuchten sich die Gäste aus dem Tessin selber im Toreschiessen. Beide Male bildete FCZ-Goalie Andris Vanins gegen Mattia Bottani und Alexander Gerndt souveräne Endstation. Ansonsten hatte Lugano der vierten Meisterschafts-Niederlage in Folge nichts entgegenzusetzen. Nimmt man noch die beiden Europa-League-Gruppenspiele hinzu, warten die letztplatzierten Tessiner nun bereits sechs Partien auf einen Punktgewinn.

Dwamena scheitert am Pfosten - Frey und Pa Modou treffen

Die Zürcher nahmen verdiente Revanche an Lugano, das am 11. Mai 2016 mit einem 4:0-Auswärtserfolg im Letzigrund massgeblich zum Abstieg des FCZ in die Challenge League beigetragen hatte. Heute war alles anders: In der 20. Minute prallte der Ball nach einem Corner von Roberto Rodriguez unglücklich an den Hinterkopf von Fabio Daprelà und von dort ins Lugano-Tor. Raphael Dwamena zirkelte zehn Minuten später einen Freistoss an den Pfosten, ehe Frey kurz nach der Pause mit einem Prachtsschuss in die hohe Ecke alles klar machte.

Das 3:0 von Joker Pa Modou kurz vor dem Schlusspfiff war dann nur noch Zugabe nach einer überlegenen Darbietung des Gastgebers, der nach dem ersten Sieg seit fast zwei Monaten wieder an St. Gallen vorbei auf den 2. Platz vorrückte.

YB demontiert St. Gallen

Die Young Boys bleiben in der Super League aktuell das Mass der Dinge. Im Spitzenspiel fertigt der Leader den bislang ersten Verfolger St. Gallen gleich mit 6:1 ab. Mit dem höchsten Erfolg seit einem 7:2 gegen Lausanne im August 2016 bauten die Young Boys ihren Vorsprung auf sechs und mehr Punkte aus. Die Berner profitierten davon, dass der Gegner nach dem dritten Gegentor in seine Einzelteile zerfiel. St. Gallen leistete im Sprachsinn keine Gegenwehr mehr, die Tore vom 4:1 zum 6:1 in der 76. Minute schoss YB innert einer Viertelstunde.

Der St. Galler Matchplan geriet bereits nach 158 Sekunden völlig durcheinander. Erstmals in die Defensive gedrängt und mit dem ersten Torschuss geriet der Herausforderer der Young Boys bereits in Rückstand. Zwei Akteure boten Roger Assalé Begleitschutz, der Ivorer dribbelte, legte sich den Ball zurecht und zirkelte ihn ins Tor. Für den Ivorer, zu Saisonbeginn als «Chancentod» verschrien, war es der vierte Meisterschaftstreffer in Serie.

Überfälliges 2:0 kurz nach der Pause

Auch die Vorgabe von Trainer Giorgio Contini, die Young Boys wie beim 2:2 im Hinspiel zu langen Bällen zu zwingen, ging nie auf. Die Pace gab trotz anfänglich mehr Ballbesitz des FCSG das Heimteam vor. YB erspielte sich in regelmässigen Abständen Torchancen, vergab diese aber vor der Pause, wie im Fall von Christian Fassnacht, teils grobfahrlässig. Das rächte sich aber darum nicht, weil YB nach 66 Sekunden der zweiten Halbzeit das längst fällige 2:0 erzielte.

Assalé in Zentrum der Diskussionen

Contini ereiferte sich furchtbar, weil Assalé der Ball nach einem Corner an die Hand gesprungen sein soll und Kevin Mbabu die Berner Führung ausbaute. Es war nicht die erste Szene mit Beteiligung des zweifachen Torschützen, die für Diskussionen sorgte. Kurz vor der Pause hatte Assalé, der kurz nach dem St. Galler Anschlusstreffer wiederum ohne Gegenwehr das 3:1 erzielte (55.), in Erwartung eines Einwurfs Alain Wiss mit dem Handrücken im Gesicht getroffen. Die Meinungen, ob es eine Tätlichkeit war oder nicht, gingen auseinander.

Spätestens das fünfte Saisontor des Stürmers entschied den Spitzenkampf, der aufgrund des ziemlich einseitigen Spielverlaufs eigentlich ohnehin keiner war. YB hätte das Kräftemessen zwischen dem Leader und dem vor der 10. Runde zweitklassierten Team noch wesentlich deutlicher für sich entscheiden können. Das war für das davor vier Spiele ungeschlagene St. Gallen, das die höchste Niederlage seit dem denkwürdigen 0:7 gegen Basel im April 2016 unter Joe Zinnbauer kassierte, die bitterste Erkenntnis des Nachmittags.

Thun gibt sich keine Blösse und holt wichtige Punkte

Thun nutzt gegen einen schwachen FC Luzern die Gelegenheit, sich wichtige drei Punkte im Abstiegskampf zu sichern. Dennis Hediger und Simone Rapp erzielen die Treffer zum verdienten 2:0-Heimsieg. Dank dem erst zweiten Heimsieg rückten die Berner Oberländer an den Innerschweizern vorbei und auf den 7. Platz vor. Die Luzerner dagegen rutschten nach der dritten Niederlage in Folge auf Rang 8 ab und liegen weiterhin nur zwei Zähler vor Schlusslicht Lugano.

Während die Thuner wussten, was auf dem Spiel stand, bekamen die Gäste kaum einmal Zugriff auf das Geschehen. Wäre Goalie Jonas Omlin nicht gegen Spielmann (30.) und Ferreira (70.) richtig gestanden, hätte das Ergebnis für die Luzerner noch ernüchternder ausgesehen.

Pech für Reto Ziegler

So blieb es bei den beiden Toren von Hediger, der nach einem Prellball am schnellsten reagierte und aus der Drehung präzis in die weite Ecke traf sowie von Rapp, der nach einer Stunde mit einem Billardtreffer erfolgreich war. Eine Tosetti-Flanke wurde von Omlin unglücklich an den Oberschenkel seines Verteidigers Christian Schneuwly abgelenkt. Von dort prallte der Ball ans Bein des mitgelaufenen Rapp und kullerte dann über die Torlinie.

Viel Pech verzeichnete Reto Ziegler bei seinem Einstand im Luzerner Dress: Nach einem Zusammenprall mit Thun-Goalie Francesco Ruberto musste er mit blutender Nase und einer Fussverletzung schon nach 39 Minuten ausgewechselt werden.

Zürich - Lugano 3:0 (1:0)
9272 Zuschauer. - SR Fähndrich.
Tore: 20. Eigentor Daprelà (Corner Rodriguez) 1:0. 51. Frey (Rodriguez) 2:0. 89. Pa Modou (Dwamena) 3:0.
Zürich: Vanins; Nef, Bangura, Thelander; Brunner (62. Winter), Rüegg, Palsson, Voser; Dwamena, Frey (83. Pa Modou), Rodriguez (73. Sarr).
Lugano: Da Costa; Golemic (58. Carlinhos Junior), Sulmoni, Daprelà; Mihajlovic, Vécsei (46. Sabbatini), Milosavljevic (73. Yao), Amuzie; Bottani, Gerndt, Mariani.
Bemerkungen: Zürich ohne Alesevic, Kempter, Koné, Kryeziu, Marchesano und Schönbächler (alle verletzt). Lugano ohne Guidotti, Jozinovic, Piccinocchi und Rouiller (alle verletzt). 30. Pfostenschuss Dwamena.
Verwarnungen: 7. Vécsei (Foul), 33. Da Costa (Reklamieren), 34. Rüegg (Foul).

Young Boys - St. Gallen 6:1 (1:0)
20'098 Zuschauer. - SR San.
Tore: 3. Assalé (Sanogo) 1:0. 47. Mbabu 2:0. 53. Aleksic (Foulpenalty) 2:1. 55. Assalé 3:1. 61. Nsame (Mbabu) 4:1. 71. Nuhu (Sow) 5:1. 76. Fassnacht (Assalé) 6:1.
Young Boys: Von Ballmoos; Mbabu, Nuhu, von Bergen, Lotomba; Fassnacht, Sow (78. Aebischer), Sanogo, Sulejmani (84. Schick); Nsame (72. Moumi Ngamaleu), Assalé.
St. Gallen: Lopar; Koch, Haggui, Hefti, Lüchinger (64. Wittwer); Aleksic (59. Tafer), Wiss, Kukuruzovic, Aratore; Buess, Albian Ajeti (78. Taipi).
Bemerkungen: Young Boys ohne Benito, Bertone, Hoarau und Seferi, St. Gallen ohne Adonis Ajeti, Barnetta, Toko und Tschernegg (alle verletzt).
Verwarnungen: 12. Sow (Unsportlichkeit). 42. Assalé. 50. Koch. 53. Mbabu. 63. Lüchinger. 78. Sanogo (alle wegen Fouls).

Thun - Luzern 2:0 (1:0)
5571 Zuschauer. - SR Hänni.
Tore: 31. Hediger (Bürgy) 1:0. 62. Rapp (Tosetti) 2:0.
Thun: Ruberto; Kablan, Bürgy, Lauper, Schäppi; Tosetti, Hediger, Sutter (72. Costanzo), Da Silva (63. Ferreira); Rapp, Spielmann (82. Hunziker).
Luzern: Omlin; Christian Schneuwly, Schulz, Ziegler (39. Schmid), Lustenberger (77. Rodriguez); Follonier (46. Kutesa), Kryeziu, Custodio, Schürpf; Juric, Demhasaj.
Bemerkungen: Thun ohne Gelmi, Glarner (beide gesperrt), Alessandrini, Bigler, Facchinetti, Rodrigues und Sorgic (alle verletzt). Luzern ohne Arnold, Lucas, Schindelholz, Schwegler und Ugrinic (alle verletzt). 39. Ziegler wegen Nasenverletzung ausgewechselt.
Verwarnungen: 44. Schneuwly (Foul), 90. Custodio (Foul).

Rangliste:
1. Young Boys 10/23 (25:8). 2. Zürich 10/17 (12:5). 3. Basel 10/15 (14:11). 4. St. Gallen 10/15 (15:17). 5. Grasshoppers 10/13 (15:16). 6. Sion 10/12 (9:12). 7. Thun 10/11 (17:19). 8. Luzern 10/10 (13:18). 9. Lausanne-Sport 10/10 (15:21). 10. Lugano 10/8 (9:17).

(var/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tell am 01.10.2017 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    huiii - die RSL ist wirklich wieder...

    spannend...! ;) Gratulation an die erfolgreichen Teams! und: weiter so! noch besser werden! ist für die gesamte RSL gut! freue mich... ;)

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  • Yves Delgado am 01.10.2017 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meisterliches yb

    Ich muss neidlos anerkennen yb ist im Moment einfach eine Nummer zu gross für meinen fcb. Mag es den Fans von yb non herzen gönnen die mussten in den letzten 30jahren manche Enttäuschung ertragen Gruss aus basel

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  • kuwi74 am 01.10.2017 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    yb fan

    Merci Adi, alles richtig gemacht diese woche. YB ist noch keine grosse Manschaft die alle drei tage topspiele abliefern kann. dies weiss unser Trainer und hat deshab am donnerstag einige spieler geschont und die haben ihm heute recht gegeben. und Basel? Das müssen sie selber wissen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fred am 02.10.2017 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    Go FCZ

    Endlich wieder mal einen Dreier für den FCZ! Die letzten 4-5 Spiele waren wirklich nichts besonders und nicht attraktiv. Umso wichtiger dass sie jetzt wieder gewonnen haben. Ich hoffe sie nehmen den Schwung mit und kommen stärker aus der Nati-Pause zurück. Einer muss ja die Young Boys verfolgen, wenn der FCB patzt! :-)

  • Marco am 01.10.2017 23:33 Report Diesen Beitrag melden

    Modefans

    YB ist der Club mit den meisten Modefans. Kaum haben Sie etwas Erfolg haben sie gleich wieder fast doppelt so viele Zuschauer. Nein, ich mag es YB gönnen. Es ist mir aber nur so aufgefallen.

    • Johnny Schmidt am 02.10.2017 17:31 Report Diesen Beitrag melden

      @Marco

      Ich sehe diese Modefans aber nirgends... Wieso? Weil YB seit ewiger Zeit nix gewonnen hat - und wegen einem guten Saisonstart kommen die Modefans NOCH nicht - das wäre dann am Ende so einer Saison der Fall. YB ist aber das Team mit den meisten weiblichen Fans in der Schweiz - hat wohl mit dem Namen zu tun, die mögen halt junge dynamische Boys.

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  • Who Cares am 01.10.2017 23:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langweilig

    So ist die Liga doch nicht interessant... wenn eine Mannschaft so davon zieht! ..... oder wie ging dieses Geheule die letzten Jahre?

    • Paulo am 02.10.2017 14:43 Report Diesen Beitrag melden

      Cares who

      es ging nicht nur darum, dass eine Mannschaft davonzieht, es ging vor allem darum, dass immer der gleiche Klub davon zieht. Ein kleiner, aber nicht zu verachtender Unterschied, nicht !?

    • Tell am 02.10.2017 17:45 Report Diesen Beitrag melden

      irgendwo hat er nicht ganz unrecht...

      stell dir nur mal die Kommentare vor wenn Basel an YB's Stelle wäre... ;)

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  • Fcsg am 01.10.2017 22:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schiri gekauft

    Yb wird halt schon von den schiris bevorteilt! Klare rote karte für yb wird nicht gepfiffen! Spiel were so wohl nicht heraus gekommen!

    • Abi_07 am 02.10.2017 00:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fcsg

      Und der Penalty vom FCSG war auch eigentlich keines! Hätte hätte Fahrradkette sag ich nur:) YB war einfach besser!

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  • Stefan am 01.10.2017 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fussball

    Ich habe nichts gegen basel, aber diese abwechslung ist sehr gut!