Super League

22. Oktober 2017 18:14; Akt: 22.10.2017 22:37 Print

YB im Stil eines Leaders, St. Gallen desolat

Trotz einer mässigen ersten Halbzeit holt YB in Luzern drei Punkte. St. Gallen kommt zuhause gegen Lausanne unter die Räder, Lugano stoppt Negativserie.

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In Luzern droht nach acht sieglosen Runden der Kampf gegen den Abstieg. Die Young Boys hingegen führen nach dem Erfolg beim FCL die Tabelle der Super League mit fünf Punkten vor Meister Basel an.

Die Abwärtstendenz der Innerschweizer hält an. Im Duell gegen das Topteam YB hinterliessen sie vor allem in der ersten Hälfte zwar einen ordentlichen Eindruck. Trotz guter Organisation war die Fortsetzung der inzwischen 74-tägigen Serie ohne Sieg nicht abzuwenden. Nach der zweiten Heimniederlage hintereinander steht am kommenden Sonntag im Cornaredo gegen den Tabellenletzten Lugano eine Begegnung mit richtungsweisendem Charakter an. Verliert der FCL erneut, sackt er definitiv ans Ende der Super League ab.

Aebischers Geniestreich und Sulejmanis Kaltschnäuzigkeit

YB dosierte seinen Aufwand aufgrund seiner anspruchsvollen Agenda auf europäischer und nationaler Ebene spürbar. Richtig unter Druck geriet die Nummer 1 der Liga trotzdem kaum. Und eine gute Szene genügte, sich nach 42 durchschnittlichen Minuten einen wegweisenden Vorteil zu verschaffen: Miralem Sulejmani verwertete einen gut getimten Pass des überzeugenden YB-Talents Michael Aebischer gekonnt.

Vom markanten Aufschwung Basels lassen sich die Berner offenkundig nicht allzu sehr irritieren. Am Tag nach dem 2:1 des Titelträgers gegen Thun legte Adi Hütters gefestigtes Ensemble nach. Ohne Kürelemente zwar, aber mit der nötigen Härte und jederzeit abgebrüht genug, dem aggressiven Herausforderer keine Angriffsflächen anzubieten.

Heikle Konstellation

Luzern steht ein schwieriger Spätherbst bevor. Nach drei sehr guten Jahren unter Markus Babbel stagniert der FCL. Die Sparrunde im Sommer hat Spuren hinterlassen, die Qualität im Kader ist kleiner, der Erfahrungsschatz ist deutlich geringer als beispielsweise in der letzten Kampagne. Zudem fehlt der verjüngten Equipe eine gewisse körperliche und mutmasslich auch mentale Widerstandsfähigkeit.

Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Der als Leader engagierte Ex-Nationalspieler Reto Ziegler leidet unter körperlichen Problemen. Auch andere Leistungsträger sind angeschlagen, und Tomi Juric, der in der Offensive als Orientierungshilfe vorgesehen wäre, kam gegen die Young Boys abermals nicht wie gewünscht auf Touren.

Lausanne demütigt St. Gallen

Lausanne hat einen Lauf und setzte diesen eindrücklich in St. Gallen fort. Die selbstsicheren Waadtländer deklassierten die einfallslosen Ostschweizer im Olma-Spiel mit 4:0.

13 Mal in Folge hatte St. Gallen gegen Lausanne zuhause in der Meisterschaft nicht mehr verloren - und nun trotz vermeintlicher Aufwärtstendenz der glücklosen Ostschweizer gleich mit 0:4. Die spielstarken Gäste bestätigten ihre Siege gegen YB und in Basel, überzeugten als geschlossene, gut organisierte und disziplinierte Einheit und konterten die ideenlosen St. Galler mit gefälligem, gepflegtem und schnellen Spiel mehrmals aus.

0:2 nach Treffern von Leandro Marin und Joël Geissmann hiess es vor knapp 12'000 Zuschauern bereits bei Halbzeit, 0:4 nach einer Stunde, nach einem Tempolauf des überragenden Samuele Campo über das halbe Feld und einem Kopfball-Tor von Yeltsin Tejeda. Da machten die St. Galler Spieler und Fans im Olmaspiel lange Gesichter.

St. Gallens Bemühen war zwar zu erkennen, die Mängel in der Abwehr, die ungenauen Pässe und der fehlende Spielwitz ebenfalls. So jedenfalls hat die Mannschaft von Trainer Giorgio Contini keinen Anspruch auf einen Spitzenplatz in der Super League.

Sion zu schwach für einen Heimsieg gegen Lugano

Auch nach seinem sechsten Heimspiel wartet der FC Sion auf den ersten Heimsieg in dieser Saison. Obwohl die Walliser über eine Halbzeit lang in Überzahl spielen konnten, sprang gegen Lugano nur ein 2:2 heraus.

Der gesperrte Christian Constantin war wie in der Vorwoche nicht im Tourbillon. Wäre der Präsident im Stadion gewesen, er hätte es wohl rasch mal nicht mehr auf seinem Platz ausgehalten und sich in die Nähe der Trainerbank begeben. Die Sittener zeigten eine miserable Leistung. Dabei profitieren sie von einem vorteilhaften Szenario. Auf das frühe 0:1 konnten sie durch den glückhaften Freistoss von Salih Uçan fast unmittelbar reagieren und spielten nach der Gelb-Roten Karte gegen Steve Rouiller ab der 38. Minute mit einem Spieler mehr.

In Überzahl brachten die Walliser spielerisch soviel zustande wie zuvor - nämlich so gut wie nichts. Der ohnehin gemächliche Aufbau der Sittener gegen die defensiv eingestellten, aber kämpferisch tadellosen Luganesi war geprägt von Fehlpässen, missglückten Ballannahmen und Ideenlosigkeit. Und doch kam der FC Sion in der 71. Minute wie aus dem Nichts zum 2:1: Nach einem Eckball von Uçan traf Cunha mit dem Kopf. Den ersten Sittener Heimsieg seit drei Monaten verhinderte Lugano dank einem schönen Weitschuss von Davide Mariani in der 86. Minute.

Den Punkt, den ersten in der Super League nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge, hatte sich Lugano verdient. Beim Team von Pierluigi Tami stimmte die Moral und der Einsatz. Dem FC Sion fehlte es dagegen an Überzeugung, Tempo und Ordnung. Für Trainer Paolo Tramezzani wird die Luft nach vier Heimspielen in Serie mit nur zwei Punkten zunehmend dünn.

Luzern - Young Boys 0:1 (0:1)
11'637 Zuschauer. - SR Erlachner.
Tor: 42. Sulejmani (Aebischer) 0:1.
Luzern: Omlin; Grether (86. Custodio), Alves, Schulz, Schwegler; Schneuwly, Kryeziu; Rodriguez, Demhasaj (76. Ugrinic), Kutesa (63. Jong); Juric.
Young Boys: Von Ballmoos; Mbabu, Nuhu, Von Bergen, Lotomba; Fassnacht (78. Ngamaleu), Aebischer, Sanogo, Sulejmani (84. Schick); Nsame (87. Sow), Assalé.
Bemerkungen: Luzern ohne Ziegler, Arnold, Lustenberger, Follonier, Schürpf, Schindelholz (alle verletzt), Young Boys ohne Bertone, Benito, Seferi, Hoarau (alle verletzt).
Verwarnungen: 20. Sanogo (Foul), 32. Nuhu und Schneuwly (beide Unsportlichkeit), 42. Demhasaj, 82. Von Bergen (beide Foul), 89. Von Ballmoos (Unsportlichkeit).

St. Gallen - Lausanne-Sport 0:4 (0:2)
11'878 Zuschauer. - SR Schnyder.
Tore: 18. Marin (Margiotta) 0:1. 38. Geissmann (Campo) 0:2. 55. Campo 0:3. 59. Tejeda (Asllani) 0:4.
St. Gallen: Lopar; Koch (46.Taipi), Haggui, Hefti, Wittwer; Aleksic (83. Tschernegg), Kukuruzovic, Wiss, Aratore; Buess, Ben Khalifa (69. Tafer).
Lausanne-Sport: Castella; Monteiro, Manière, Rochat (71. Pasche); Marin, Tejeda, Maccoppi (85. Zarate), Asllani; Campo, Geissmann; Margiotta (79. Torres).
Bemerkungen: St. Gallen ohne Lüchinger (gesperrt), Toko und Adonis Ajeti (beide verletzt). Lausanne-Sport ohne Gétaz (verletzt) und Mesbah (nicht im Aufgebot).
Verwarnungen: 41. Monteiro, 63. Wiss, 69. Rochat (alle Foul).

Sion - Lugano 2:2 (1:1)
9000 Zuschauer. - SR Klossner.
Tore: 8. Carlinhos (Gerndt) 0:1. 10. Uçan 1:1. 71. Cunha (Uçan) 2:1. 86. Mariani (Bottani) 2:2.
Sion: Mitrjuschkin; Zverotic, Ricardo (55. Angha), Bamert, Lenjani; Zock, Kasami (78. Ndoye); Cunha (84. Mveng), Uçan, Mboyo; Schneuwly.
Lugano: Da Costa; Golemic, Rouiller, Daprelà; Mihajlovic, Crnigoj (46. Sulmoni), Ledesma, Piccinocchi (77. Bottani), Mariani, Carlinhos; Gerndt (46. Sabbatini).
Bemerkungen: Sion ohne Adão, Adryan, Carlitos, Cümart, Dimarco und Kukeli (alle verletzt). Lugano ohne Guidotti und Jozinovic (beide verletzt). 38. Gelb-Rote Karte gegen Rouiller (Foul). 57. Lattenschuss von Uçan.
Verwarnungen: 20. Rouiller. 63. Zock. 64. Golemic. 91. Carlinhos. 93. Zverotic (alle Foul).

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Okran am 22.10.2017 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    Witz

    Luzern ist für mich schon lange DIE Witzmannschaft schlechthin. Ständig so tun, als ob man zur Topelite von Europa gehört. Aber nach dem Spiel können sie froh sein, wenn man sie nicht mit 4. Liga-Spielern vergleicht (sorry 4. Liga).

  • Rummelnigge am 22.10.2017 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Die super FCSG Fans können einem

    fast schon leid tun! Nach dem Zinnbauer Fussball folgt der Contini Fussball !

  • Hopper am 22.10.2017 18:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Ruedi SG

    Aber Ruedi SG, wie kann es sein, dass der FCSG zu Hause so hoch verliert, mit all den vielen Zuschauern im Rücken??

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Beat am 23.10.2017 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2 Abstiege zugleich

    Wäre irgendwie schön, wenn St. Gallen und der FCZ gleichzeitig absteigen. Dann kann sich die Nati B mit den Berufsschlägern der Südkurve und dem krankhaft zwanghaftem Zuschauertick der St. Galler herumschlagen.

  • Enzin am 23.10.2017 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Still

    Oh, die St. Güller sind plötzlich so still. Wohl erkannt, dass eure Zuschauerzahlen keinen Einfluss auf die Tabelle hat? Willkommen in der Realität. Darf ich euch herumführen?

  • Roman Kilcher am 23.10.2017 08:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schiedsrichter ersetzen

    Schiedsrichter Erlachner. Sollte 5. Liga pfeifen. Solche Leistung ist unakzeptabel. YB würde von A-Z benachteiligt. Hat der Schiri eigentlich Schuppen auf den Augen. Oder evtl. die Anweisung vom SFV so schlecht und einseitig zu entscheiden. Alle im Stadion haben gesehen dass der Schiri YB ein Penalty unterschläg!

    • Diego am 23.10.2017 10:45 Report Diesen Beitrag melden

      Penalty ok 2x Rot auch!

      Der Penalty war offensichtlich, jedoch vergisst du noch die zwei Rote Karten gegen YB, an die Adresse von Adams und "Helikopter Sanogo", die Hände haben nichts in den Gesichtern der Gegenspieler zu suchen!!! Vor allem bei "Heli Sanogo" frag ich mich ob die Schiedsrichter dies extra nicht sehen wollen...

    • Paulo am 23.10.2017 10:51 Report Diesen Beitrag melden

      stimmt

      "Alle im Stadion haben gesehen dass der Schiri YB ein Penalty unterschläg!" Ja, das ist schon so, nur sollte man dann auch fairerweise sagen, dass Sanogo mit Gelb/Rot vom Platz gehört hätte. Sag ich als YB-Fan. Aber OK, auch Schwegler's Einsteigen, war Dunkelgelb. Die Gelb-Flut gegen YB ist zwar schon ein wenig unverständlich, zwar mehr im Spiel gegen Kiew, wo NUR YB-Spieler Karten erhielten, die Ukrainer wurden nie bestraft. YB's Dress-Farbe animiert die Schiris offenbar zum ständigen Karten ziehen !?

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  • BULLDOG am 23.10.2017 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Woche der Wahrheit...

    FCL=== Die Woche der Wahrheit,,,ja Out im Cup und eine Packung gegen Lugano und seit ihr dort wo ihr hingehört... Und der Babel sieht und sagt, wie er mit der Mannschaft zufrieden war...Hallo das ist doch nicht Fussball was ihr zelebriert, 1 Gegentor und ihr seit Futsch am Ende,,nicht's geht mehr. Hört auf und geht Arbeiten, sofern man euch irgendwo einsetzten kann..

    • Päuli am 23.10.2017 08:07 Report Diesen Beitrag melden

      @Bulldog

      Mit zelebrieren hat das nichts zu tun. Eher mit zerfallen.

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  • Roland Müller am 22.10.2017 22:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ständig diese Beschimpfungen

    Ich weiss nicht wie viele Runden in der Super Ligue bis jetzt gespielt worden sind. Interressiert mich auch nicht. Aber hört doch endlich auf Euch gegenseitig zu beschimpfen. Ich meine da die "Fans" von FCB, YB, FCZ etc. Und wenn schon, dann bitte in richtigem Deutsch.