Raphael Wicky

21. April 2017 20:54; Akt: 21.04.2017 21:00 Print

«Ich glaube nicht, dass es mutig ist»

von E. Tedesco - Einst Nati-Kollegen, bald Sportchef und Trainer. Marco Streller und Raphael Wicky sprechen über den FCB der Zukunft. Nur beim Thema Cupfinal zieht Wicky den Joker.

Das sagt Raphael Wicky zu seiner Zukunft als neuer FCB-Cheftrainer. (Video: 20 Minuten)
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Nicht Markus Babbel. Nicht Thorsten Fink, der vor Ostern in Basel gesichtet worden war. Der neue Cheftrainer des FCB heisst Raphael Wicky und kommt aus dem eigenen Nachwuchs. Am frühen Freitagabend präsentieren sich die ehemaligen Nati-Kollegen den Medien und Streller erläutert, warum die Wahl auf den im Profi-Fussball als Trainer unerfahrenen Walliser fiel.

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«Raphael Wicky überzeugte uns mit einem bestechenden Dossier, das absolut kompatibel mit unserer Strategie ist. Er ist jung, er hat eine gute Spielphilosophie, er ist ein Fachmann und wir im FCB konnten in den letzten Jahren auch seine hohe soziale Kompetenz kennen lernen und dabei erleben, wie er Ziele und Werte des FCB verinnerlichte», so Streller. Erfahrung als Profi-Trainer bringe Wicky zwar nicht mit, dafür verfüge er über einen grossen Erfahrungsschatz als langjähriger Fussball-Profi und Nationalspieler.

Gute, aber auch mutige Wahl

Es ist ein gute, aber auch mutige Wahl, so der allgemeine Tenor. «Es ist nicht mutig, es ist konsequent, nachdem Raphael Wicky bei den Junioren gute Arbeit geleistet hat», sagt Streller. «Vereine wie Hoffenheim, Mainz und Barcelona haben gezeigt, dass Mut belohnt werden kann.» Dass sich Wicky aber nicht scheut Verantwortung zu übernehmen, belegt Streller mit einer kleinen Anekdote.

«In meiner schwärzesten Stunde als Fussballer wäre Wicky hinter mir der nächste Schütze gewesen», so Streller, der das Penaltyschiessen im WM-Achtelfinal 2006 gegen die Ukraine anspricht. «Er hatte den Mut anzutreten.» Wobei Wicky nicht zum Zug kam, weil vor ihm Streller, Barnetta und auch Cabanas schon ihre Elfmeter versiebt hatten.
Das sagt Marco Streller über Raphael Wicky. (Video: 20 Minuten)

Wicky will Emotionen wecken

«Ich glaube nicht, dass es Mut braucht», sagt Wicky, «ich bin von meiner Fachkompetenz überzeugt. Und diese Überzeugung muss man haben, wenn man in dieses Geschäft einsteigen will. Es ist ein grosser Schritt, aber den traue ich mir absolut zu.»

Über seinen Spielstil sagt er: «Ich habe gerne den Ball und will eine Mannschaft, die taktisch flexibel ist und Emotionen wecken kann. Ich will, dass die Spieler im Training auch den Kopf brauchen müssen und konstruktiven Fussball spielen. Klar will ich erfolgreich sein, weiter die Ziele Meisterschaft und Cup verfolgen und die lange erfolgreiche Geschichte der Nummer 1 in der Schweiz weiter schreiben, aber ich möchte auch attraktiven Fussball spielen lassen und ich will, dass der Fan nach wie vor gerne ins Stadion kommt.»

Menschenführung und Kommunikation sind dem fast 40-jährigen Walliser – er feiert am 26. April den runden Geburtstag – wichtige Anliegen und Dinge, die er von seinen ehemaligen Trainern mitgenommen hat. Wicky: «Schon als Spieler versucht man, von jedem Trainer das Beste mitzunehmen. Und ein paar Sachen nicht so zu machen wie er. Bei Luis Aragones war ich von seiner Ehrlichkeit, seiner Passion beeindruckt. Thomas Doll hat uns mit seiner Art beim HSV unglaublich gepackt. Man versucht, von allen etwas mitzunehmen und seine eigene Linie zu finden.»

Mit Martin Schmidt, Mainz-Trainer und sein bester Freund, tauscht er sich regelmässig aus – wenn auch nicht immer nur zum Thema Fussball. «Wir sprechen über alles», so Wicky.

Ein heikles Thema

Über ein heisses Thema spricht er wie ein Trainer: Den Cupfinal zwischen dem FCB und dem FC Sion am 25. Mai in Genf. «Ich versuche es so zu erklären», sagt Wicky. «Ich bin Walliser. Im Wallis sind meine Wurzeln, meine Familie und habe dort als Bub erlebt, was ein Cupfinal für Sitten und für das Wallis bedeutet. Ich habe selber dreimal im Cupfinal gestanden und habe ihn dreimal gewonnen und kenne die Emotionen. Auf der anderen Seite bin ich seit vier Jahren hier, bin absoluter Fussball-Basler und werde in sechs, sieben Wochen die erste Mannschaft übernehmen und darum bitte ich - den Joker ziehen zu dürfen.»

Er darf natürlich. Noch. Und vielleicht auch darauf hoffen, dass der Cup-Mythos in einem Jahr beendet und das Thema dann nicht mehr ganz so heiss ist.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • KeinFCBFan am 21.04.2017 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Symphatischer Typ. Chance absolut verdient!

    Symphatischer Typ..Qualitäten sind vorhanden, sowie auch menschlich. Eine Chance hat er absolut verdient! Aber mit Streller und Frei an der Seitenlinie naja da kann man zum heutigen Zeitpunkt nur spekulieren ob Basel weiterhin auf der Erfolgsspur bleibt..

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  • YB Fan am 21.04.2017 21:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sympathisch

    Dank Wicky könnte der FC Basel sogar noch sympathisch werden. Wünsche ihm viel Erfolg!

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  • IMBI am 21.04.2017 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Sache

    Ein Wolf in Basel!Genial...natürlich passt das vielen wieder nicht! Ich finde als Walliser toll das Wicky Trainer von Basel wird...kann nicht verstehen das schon unter den ersten Kommentaren über Geld geredet wird! Das hat mit Leidenschaft zu tun,und nicht mit Geld! Hoffe nur das er vielleicht eines Tages auch Sion Trainer wird!oder doch lieber wieder ein Witsch? Schön wenn Schweizer Trainer auch Schweizer Mannschaften anführen können!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 22.04.2017 23:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommt nicht gut?

    Das kommt gar nicht gut die neue Führung sind für mich fast alle zu arrogant hauptsächlich der Streller

  • Fritzli am 22.04.2017 23:05 Report Diesen Beitrag melden

    Schade....

    Es ist Schade um Raphael Wicki, ich hätte ihm gegönnt eine gute Trainerkarriere aufzubauen! Zudem ist er viel zu sympathisch für den FC Basel. Ob die jungen im Vorstand Erfolg haben werden, weiss ich nicht, dass wird sich zeigen. Die guten Schweizer Trainer haben sich von unten hoch gearbeitet (Gross, Koller, Favre.....). Basel hat 5 Trainer verbraucht, hoffentlich sind es in einem Jahr nicht sechs!

  • Strarco Meller am 22.04.2017 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    unmitger Mutheld

    "Es ist nicht mutig, es ist konsequent....Vereine wie Hoffenheim, Mainz und Barcelona haben gezeigt, dass Mut belohnt werden kann." Alles klar?

  • BWler am 22.04.2017 16:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Etwas musste sich ändern

    Die Idee ist gut, die Frage ist ob alle Fans das verstehen ? Der FCB muss an seiner aussendarstellung etwas verändern um in Zukunft gut aufgestellt zu sein, der BvB ist ein gutes Beispiel, 2006 am Boden und Pleite und Heute der Club mit dem meisten Potential was Junge Talente angeht in ganz Europa, die Jungen sehen wie sich Talente dort entwickeln und gehen dann auch dort hin, siehe ein Dembele geht zum BvB statt nach Barcelona und wer Ihn Spielen sieht weis das Beide Seiten alles richtig gemacht haben, der war auch für den FCB bezahlbar aber der BvB bekam ihn einzig und allein durch seine Bekanntheit Talente zu fördern und das muss der FCB auch schaffen für solche Jungs Attraktiv zu sein. Der FCB hat zwar Geld aber die Konkurenz wird immer grösser und daher hoffe ich der FCB schlägt einen Weg ein wo die Jugend eine Chance bekommt auch wenn es mal nicht so läuft, lieber werde ich 2 oder 3 mal nicht Meister habe dafür aber einen FCB dessen Zukunft gesichert ist und dessen Aussendarstellung eine bessere ist als die Heutige.

    • Fritzli am 22.04.2017 23:55 Report Diesen Beitrag melden

      Basel braucht den Erfolg!

      Ob das finanziell (bei diesem Budget) tragbar ist, zwei, dreimal nicht Meister werden!??! Ich denke nicht, denn Basel ist mittlerweile auf so hohem Niveau (finanziell) das die Mannschaft nur mit guten Leistungen (Einnahmen) bezahlt werden kann.

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  • Noudii am 22.04.2017 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sympathisch

    sympathischster Trainer der Basel je hatte. Aber dennoch Hopp Lözärn