SFL Award Night

29. Januar 2018 20:51; Akt: 30.01.2018 09:50 Print

Lang ist der beste Spieler der Super League

von E. Tedesco, Luzern - In Luzern zeichnete die Swiss Football League die besten Spieler von 2017 aus. Der FC Basel war mit drei Awards der Sieger des Abends.

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Auszeichnungen und Verteidiger passen eigentlich nicht zusammen. Normalerweise sind diese für kreative und offensive Spieler reserviert. 2006 schaffte Fabio Cannavaro das Kunststück und wurde zum Fifa-Weltfussballer des Jahres geehrt. Stéphane Henchoz (2001 und 2002), Ricardo Rodriguez (2014) und Stephan Lichtsteiner (2015) schafften es zum besten Nationalspieler.

Normalerweise gilt nicht für Michael Lang. Der FCB-Rechtsverteidiger räumte an der SFL-Award-Night im Luzerner KKL gleich drei Preise ab. Die Fans wählten den Ostschweizer zum Liebling der Nation und für eine Fachjury war Lang der beste Fussballer der Super League 2017 – als erster Verteidiger seit Murat Yakin 2002. «Ich bin Verteidiger geworden, weil ich nicht gerne im Rampenlicht stehe. Das ist mir jetzt schon fast zu viel und wird schon etwas unheimlich, so der beste Fussballer der Super League nach seinem dritten Auftritt (Wahl ins Team des Jahres) zwischen den Moderatorinnen Claudia Lässer und Melanie Winiger.

Die Krönung

Für weniger Rampenlicht hätte er auf einen der Preise verzichten müssen. Welche Auszeichnung bedeutet ihm mehr? «Die des Best Players – ganz klar», so Lang, «es ist schön, dass die Fans für mich gestimmt haben, aber es ist schöner und wichtiger für mich als Sportler, von den Gegenspielern, Trainern und Experten zum Besten gewählt zu werden, deshalb nehme ich die Auszeichnung zum Best Player noch ein Stück lieber mit nach Hause.»

Das sagt Awards-Abräumer Michael Lang nach seiner Auszeichnung zum besten SL-Fussballer des Jahres. (Video: 20 Minuten)

Rund 600 geladene Gäste verfolgten die SFL-Awards in Luzern. Darunter viel Fussball-Prominenz. Der prominenteste war aber wohl Marco van Basten. Der ehemalige Ajax- und Milan-Star und Europameister mit den Holländern, übergab den Preis für das schönste Jahr des Jahres 2017. Erzielt hat den Treffer YB-Stürmer Jean-Pierre Nsame mit dem Absatz beim 1:1 der Berner gegen den FCB. Ob der 24-jährige Kameruner realisierte, was für eine Legende ihm den Preis dafür übergab? Als Nsame 1992 zur Welt kam, erhielt der 58-fache niederländische Internationale, der allein in der Serie A fast 100 Tore erzielt hat, bereits zum dritten Mal die Auszeichnung zum Weltfussballer.

Die Ehrung von Michael Lang übernahm Andy Egli. Zwar erlangte der 77-fache Schweizer Internationale keinen Weltruhm wie van Basten, aber er kann für sich sagen, dass er einer der ersten Schweizer war, der zum BVB in die Bundesliga wechselte. Laudator hin oder her: Für Lang ist die Auszeichnung die Krönung. «2017 war das erfolgreichste Jahr bisher in meiner Karriere.»

Ein Jahr voller Highlights, wie der Verteidiger es selber nennt. Als das Highlight unter vielen Höhepunkten bezeichnet er seinen späten Siegtreffer in der Champions League gegen Manchester United. «Ich habe danach drei Tage lang Whatsapp und andere Nachrichten beantwortet und entschuldige mich bei dieser Gelegenheit bei all jenen, die ich vergessen habe.» Eine lange Liste von Gratulanten ist auch nach der Preisverleihung in Luzern auf dem Display des Nationalspielers zu erwarten.

Wohl die einzige Auszeichnung

«Meistens sind es die Offensivspieler, die diese Preise gewinnen. Das auch Zurecht, denn das sind die Spieler, denen man gerne bei ihren Toren und Tricks zuschaut», so der Verteidiger, «umso mehr hat diese Auszeichnung eine Bedeutung für mich, denn wahrscheinlich konnte ich das erste und letzte Mal auf dieser Bühne stehen, nachdem ich abgesahnt habe, denn nächstes Jahr wird es sicher wieder ein Offensiver sein.»

Oder aber, Lang zieht es inzwischen ins Ausland. «Wer weiss, Sportchef Marco Streller ist nicht da und das Transferfenster ist noch zwei Tage offen», antwortete Lang augenzwinkernd auf die Frage zu einem möglichen Transfer. An Angeboten fehlte es dem FCB-Verteidiger nicht. Englische Clubs, aber auch Teams in Frankreich und Deutschland sollen sich für Lang interessieren oder interessiert haben. Wie lange kann er den Verlockungen widerstehen?

Lang: «Ich habe immer gesagt, dass es mir gut gefällt in Basel und ich nicht einfach wechsle, nur um einmal im Ausland gespielt zu haben. Das sieht man immer wieder. Vielleicht sind aber auch noch weitere, jüngere Spieler schneller im Ausland wie ich. Im Fussball kann es schnell gehen.»

YB dominiert Rotblau

Das sagen GC-Trainer Murat Yakin (Best Coach) und FCB-Stürmer Dimitri Oberlin (Best Youngster) zu ihren Auszeichnungen. (Video: 20 Minuten)

Das hat man auch bei der Wahl des Dream Teams 2017 gesehen. Während vor einem Jahr noch mehr rotblaue Spieler in der «Golden 11» standen als Berner, waren es diesmal mehr gelbschwarze. «Jetzt müssen wir ein Superjahr hinlegen, damit es 2019 wieder anders aussieht», sagt Lang und fügt schmunzelnd an: «Wenigstens hatten wir bei den Einzelpreisen die Nase vorn.» Dank Michael Lang, einem Verteidiger.

Für den Sound sorgte diesmal Matteo Tosetti. Der Thun-Mittelfeldspieler coverte - begleitet von der Band seines Präsidenten Markus Lüthi - einen Zuccero-Hit, für den Spruch des Abends Claudio Sulser. Von Liga-Präsident Heini Schifferle auf die starke WM-Gruppe der Schweizer angesprochen, sagte der Nati-Delegierte: «Besser in diese starken Gruppe mit Brasilien als in der mit Italien.» Der Weltmeister von 2006 hat die Qualifikation bekanntlich verpasst.
Marco van Basten übergibt den Preis für das schönste Tor des Jahres. (Video: 20 Minuten)

Luzern. 5. SFL Award Night. Die Auszeichnungen des Jahres 2017.

«Best Player - Super League»: Michael Lang (Basel). - Ebenfalls nominiert: Roger Assalé (Young Boys), Manuel Akanji (Basel).

«Best Player - Challenge League»: Raphaël Nuzzolo (Neuchâtel Xamax). - Ebenfalls nominiert: Steven Lang (Schaffhausen/Servette), Miroslav Stevanovic (Servette).

«Best Youngster»: Dimitri Oberlin (Basel). - Ebenfalls nominiert: Albian Ajeti (St. Gallen/Basel), Nedim Bajrami (Grasshoppers).

«Best Coach»: Murat Yakin (Grasshoppers). - Ebenfalls nominiert: Adi Hütter (Young Boys), Raphaël Wicky (Basel).

«Best Goal» (Publikumswahl): Jean-Pierre Nsame (Young Boys). - Ebenfalls nominiert. Mohamed Elyounoussi (Basel), Anthony Sauthier (Servette).

«Mein Spieler» (Publikumswahl): Michael Lang (Basel). - Ebenfalls nominiert: Kevin Mbabu (Young Boys), Roger Assalé (Young Boys).

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jackie Eugstet am 29.01.2018 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grossartig

    Bravo Michael Lang Wirklich hoch verdient. Herzlichen Glückwunsch!!! Wer so grosses leistet, verdient es auch geehrt zu werden.

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  • Ruth Stark am 29.01.2018 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Supiiiiii

    Cool gratuliere dir ganz herzlich!

  • Reto Burri am 30.01.2018 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grosser Witz

    Wie kann Murat Yakin zum Trainer der Super League gewählt werden, wenn er erst im nachhinein von Schaffhausen zu GC gewechselt ist? Habe rein gar nichts gegen Yakin, aber da gäbe es mindestens zwei Trainer die vor ihm liegen müssten, nämlich Adi Hütter als Herbstmeister bei uns Wintrrmeister mit YB und Raffi Wicky der mit dem FCBasel in einer schweren CL Gruppe locker ins AF gekommen ist. Mag es Yakin und den GC Fans gönnen, aber diese Nomination ist ein grosser Witz.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alex Del Hero am 30.01.2018 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    oje

    Wenn das der Beste ist........

    • Kein Held am 30.01.2018 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alex Del Hero

      Sie wären besser;)

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  • Fussballexperte am 30.01.2018 17:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Wahl

    warum nicht xhaqiri? Er ist viel besser als der lang.

    • Hirn Schmalz am 30.01.2018 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fussballexperte

      Spielt nicht in der RSL lieber Fussballexperte.

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  • Kein FCB- oder YB-Fan am 30.01.2018 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Alles ist vergänglich

    Herrlich wie sich die Fans streiten. Ich frage mich allerdings, was der Sinn so einer Wahl ist? Wir zeichnen ja auch nicht den besten Metzger, Bäcker, Schreiner etc. aus. Ist doch alles nur Show. Völlig überflüssig und unnötig. Dieses Geld könnte für sinnvollere Aufgaben eingesetzt werden. Aber irgendwie braucht die Cervelatprominenz ja auch eine Plattform. Es wäre unerträglich, wenn man plötzlich in Vergessenheit geriete.

    • ömpf am 30.01.2018 12:47 Report Diesen Beitrag melden

      @Kein FCB- oder YB-Fan

      doch, tun wir. Metzger, Jungmetzger, Metzgerlehrling. Dasselbe mit Bäcker und Schreiner. Tante Google weiss Bescheid.

    • Fair am 30.01.2018 16:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kein FCB- oder YB-Fan

      Wir streiten nicht. Wehre mich gegen Beleidigungen betreffend Lang und den FCB und Yakin. Beleidige auch keine andern Spieler.

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  • Reto Burri am 30.01.2018 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grosser Witz

    Wie kann Murat Yakin zum Trainer der Super League gewählt werden, wenn er erst im nachhinein von Schaffhausen zu GC gewechselt ist? Habe rein gar nichts gegen Yakin, aber da gäbe es mindestens zwei Trainer die vor ihm liegen müssten, nämlich Adi Hütter als Herbstmeister bei uns Wintrrmeister mit YB und Raffi Wicky der mit dem FCBasel in einer schweren CL Gruppe locker ins AF gekommen ist. Mag es Yakin und den GC Fans gönnen, aber diese Nomination ist ein grosser Witz.

  • Andreas N. am 30.01.2018 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nuzzolo

    Gratulation an Raphael Nuzzolo, er hat diese Auszeichnung verdient.