Giorgio Contini sauer

01. Oktober 2017 22:28; Akt: 01.10.2017 22:38 Print

«Nächstes Mal schicken wir St. Otmar St. Gallen»

von E. Tedesco, Bern - Ein Nachmittag zum Vergessen für Giorgio Contini: Der FCSG-Trainer war nach dem 1:6 bei YB sauer auf den Referee und auf seine Mannschaft.

St.-Gallen-Trainer Giorgio Contini ist nach dem 1:6 seiner Mannschaft gegen YB sauer. (Video: 20 Minuten)
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«Die letzten dreissig Minuten waren zum Vergessen», ereifert sich Giorgio Contini nach der 1:6-Ohrfeige, die sein Team gegen YB im Stade de Suisse kassierte. Die Berner legten gegen St. Gallen eine Machtdemonstration hin, degradierten die Ostschweizer Abwehrspieler zu Statisten. «Wir haben unseren Job nicht zu hundert Prozent erfüllt, dann kommt so etwas dabei heraus», so der St. Galler Trainer weiter.

Was bei der Deutlichkeit des Ergebnisses erstaunt: Contini war auch mit dem Unparteiischen unzufrieden. Die eine oder andere Entscheidung von Fedayi San liess Continis Adrenalinspiegel in die Höhe schnellen und sorgte für Diskussionen im Stade de Suisse. Vor allem zwei Szenen gaben zu reden, und beide Male war YB-Angreifer Roger Assalé beteiligt.

Handball im Fussball

In der 42. Minuten klatschte der Ivorer mit der Hand ins Gesicht von Alain Wiss, der in seinem Rücken stand. Obwohl Assalé eine Absicht bestreitet («ich bin kein aggressiver Spieler») und Fedayi San es bei einer Gelben Karte beliess, hatte der Stürmer viel Dusel bei dieser Entscheidung. Rot wäre korrekt gewesen. Auch wenn Ohrfeigen auf Schweizer Fussballplätzen in den letzten Wochen an der Tagesordnung zu sein scheinen.

Für Contini war klar, dass es keine zwei Meinungen geben konnte. Für ihn hätte die Farbe der Karte dunkler ausfallen müssen. Und auch Amtskollege Adi Hütter räumt ein: «Der Schiedsrichter hätte auch anders entscheiden können. Da haben wir Glück gehabt. Wenn es Rot gegeben hätte, wäre dieses Resultat nicht zustande gekommen.»
YB-Goalie David von Ballmoos nach dem 6:1-Kantersieg gegen St. Gallen und zur Leaderposition. (Video: 20 Minuten)

Auch, weil bei der zweiten strittigen Szene erneut Assalé im Mittelpunkt des Geschehens stand. Dem 2:0 durch Kevin Mbabu (47.) war ein Handspiel von Assalé im Strafraum vorausgegangen. Contini giftig: «Das war ein klares Hands. Alle haben es gesehen, nur der Schiri nicht. YB darf gegen uns offenbar mit der Hand zu Toren kommen.» Contini spielt damit das 2:2 aus dem Hinspiel an, als Jean-Pierre Nsamé in letzter Minute mit der Hand ausglich. «Nächstes Mal schicken wir St. Otmar St. Gallen», ereiferte sich Contini.

Unter die Räder gekommen

Wie ein Hohn muss sich dann angefühlt haben, dass Assalé die Kanterniederlage mit seinem zweiten Treffer zum 3:1 einleitete, nachdem die Ostschweizer zuvor durch ein Penaltytor von Danijel Aleksic verkürzt hatten (53.). Ein im Übrigen sehr hart gepfiffener Elfmeter.

Nach dem 1:3 fiel St. Gallen auseinander und die Abreibung hätte noch höher ausfallen können. «Wir sind unter die Räder gekommen – verdient», sagt Goalie Daniel Lopar. Sein Team, das vor eineinhalb Wochen noch Meister Basel eine Niederlage zufügte, ist in Bern wieder jäh in der Realität angekommen. «Man hat unsere Grenzen gesehen«, so Contini, «und auch, dass wir noch viel zu tun haben.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roger K. am 01.10.2017 23:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Penalty

    Den geschenkten Penalty erwähnt Contini wohlweislich nicht.

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  • cartagena am 01.10.2017 23:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was..

    ..ist los mit dem Trainer? warum jammert er über die Schiedsrichter, Entscheide? das hilft doch wenig, bis gar nichts, 6:1 gibt mehr als Auskunft über den Matsch! Schirri Entscheide hin oder her...

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  • Roque am 02.10.2017 06:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Buuuhhh

    Wenn ich als Trainer mit meiner Mannschaft 1-6 verliere, bin ich erstens hässig auf mein Team und gratuliere zweitens dem Gegner... aber ich heisse ja auch nicht Contini

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ivan Zamorano am 02.10.2017 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Noch kein grosser Trainer

    Wenn Contini wirklich einmal ein grosser Trainer sein will, dann sollte er lernen eine Niederlage nicht auf den Schiedsrichter abzuschieben. Ist ja nicht das 1. Mal. Ich hoffe trotzdem dass er lernfähig ist.

  • Balo Telly Savalas am 02.10.2017 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee...

    Genau, schickt die Handballer, wenn ihr wieder mal richtigen Männer- und keinen Memmensport sehen wollt!

  • stab am 02.10.2017 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pech und Fehlentscheidungen

    In Anbetracht der Schiedsrichterleistung sollte St. Gallen die hohe Niederlage nicht zu dramatisch einstufen. Etwas Anderes als eine Niederlage bei YB wäre so oder so eine Überraschung gewesen. Die Aufgabe des Trainers ist es nun die Mannschaft mental wieder aufzurichten und gewisse Fehler in der Abwehr zu korrigieren. Wir dürfen von St. Gallen diese Saison Einiges aber nicht zuviel erwarten.

  • xxlbmw am 02.10.2017 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gugus

    Hätte hätte, fahrradkette

  • Yusuf Kleinistanbuler am 02.10.2017 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Fasnacht wird Trauer tragen

    St Galler , tröstet Euch , der FCB ist schlimmer dran ,als X Facher Meister in der Absteiger Ausmarchung sein ist hart !