Super League

23. Juli 2017 16:01; Akt: 28.07.2017 15:38 Print

Aufsteiger FCZ bejubelt Derby-Sieg

GC hat im ersten Zürcher Stadtderby seit 15 Monaten gegen den FCZ keine Chance und verliert 0:2. Goalgetter Dwamena feiert ein Doppelpack.

Die beiden Tore von Raphael Dwamena im Video. (Quelle: SRF)
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Alleine die ersten Minuten gaben Aufschluss darüber, wie viel Selbstvertrauen der FC Zürich aus der abgelaufenen Saison in der Challenge League in die neue Spielzeit mitnehmen konnte. Die Mannschaft von Uli Forte kombinierte sich ab der ersten Minute mutig nach vorne und brachte die Grasshoppers mit Zuspielen in die Tiefe immer wieder in Bedrängnis. Exemplarisch für den Offensivdrang des Aufsteigers war das 1:0 durch Dwamena (23.). Adrian Winter überlistete auf dem Flügel GC-Verteidiger Souleyman Doumbia, in der Mitte traf der Ghanaer mit dem Kopf zur Führung.

Die Grasshoppers, die von den letzten vier Zürcher Derbys drei hatten gewinnen können und einmal unentschieden spielten, verpassten es derweil, die vermeintlichen Schwachstelle im Spiel des FC Zürichs auszunutzen. Zwar schaffte es das Team vom Argentinier Carlos Bernegger mit schnellem Umschalten, die FCZ-Abwehr phasenweise zu übertölpeln. Spätestens bei der Chancenauswertung machte sich aber der Aderlass im Angriff nach den beiden Abgängen von Munas Dabbur (zu Salzburg) und Caio (zu Maccabi Haifa) bemerkbar. Die potentiellen neuen GC-Heilsbringer in der Offensive, Jeffren und Marco Djuricin, konnten sich gegen den Stadtrivalen noch nicht auszeichnen.

FCZ gewinnt Zürcher Derby

Einer sticht aus der Masse heraus

Dafür machte eine andere Neuverpflichtung der Grasshoppers positiv auf sich aufmerksam. Der österreichische National-Keeper Heinz Lindner, auf die neue Saison hin von Eintracht Frankfurt verpflichtet, zeigte, dass er für die Hoppers Gold wert sein könnte. Sekunden vor der Pause lenkte er mit einer starken Parade einen Schuss Dwamenas um den Pfosten, in der 61. Minute parierte er einen Penalty von Michael Frey und bewahrte er GC erneut vor einem höheren Rückstand. Erst gegen Dwamenas herrlichen Schlenzer in der 82. Minute konnte auch der starke GC-Schlussmann nichts mehr ausrichten.

Der FCZ bewies gegen GC aber nicht nur, dass er spielerisch ins Oberhaus des Schweizer Klubfussballs gehört. Er zeigte auch, wie wichtig er für die Super League ist. Dem ersten Zürcher Derby seit 15 Monaten wohnten im Letzigrund 20'000 Zuschauer bei.

Tomi Juric erlöste Luzern

Drei Tage nach dem Out in der Europa-League-Qualifikation gestaltet Luzern das Auftaktspiel in der Meisterschaft siegreich. Der FCL muss sich im Duell mit Lugano das 1:0 erdulden.
Drei Treffer erzielte Luzern in den drei Pflichtspielen der Saison, der Torschütze trug stets den gleichen Namen: Tomi Juric. Gegen Osijek (2:1 nach 0:2 im Hinspiel) genügte die Doublette des 26-jährigen Australiers nicht zum Weiterkommen. Gegen Lugano entschied Juric die Partie verdientermassen zugunsten der Luzerner. Neun Minuten vor Schluss traf er nach starker Vorarbeit von Sturmpartner Cedric Itten per Kopfball.

Übervorsichtiges Lugano

Luzern musste sich im dritten Pflichtspiel der Saison in Geduld üben. Denn Lugano trat wie ein Team auf, das sich noch in der Findungsphase befindet. Der Europa-League-Teilnehmer wollte offensichtlich nicht mit allen Mitteln gewinnen und stattdessen möglichst keine Fehler begehen. Die Tessiner agierten im ersten Auftritt unter Pierluigi Tami entsprechend defensiv. Der absolute Wille, ein Tor erzielen zu wollen, war nicht zu erkennen.

Etwas Schwung brachte erst die Einwechslung von Neuzuzug Younes Bnou Marzouk, der nach 71 Minuten die erste und einzige Chance der Luganesi verzeichnete. Akute Gefahr, erstmals seit 2009 ein Startspiel zu verlieren, bestand für Luzern nie.

Einen wie den zu Leeds United gezogenen Ezgjan Alioski, der ein Spiel mit einem entscheidenden Impuls hätte beeinflussen können, hätte Lugano gut gebrauchen können. Stattdessen entschied mit Juric jener Akteur die Partie, dem dies die Mehrheit der nur etwas mehr als 8500 Zuschauer am ehesten zugetraut hätte.

Bitterer Geburtstag für Thuns Trainer Schneider

So hat sich Thuns neuer Trainer Marc Schneider den Sonntag nicht vorgestellt. An seinem 37. Geburtstag kassierte er im ersten Spiel in der Chefrolle eine vermeidbare 0:1-Niederlage gegen Sion.
22:8 Schüsse (7:2 auf das Tor), 61 Prozent Ballbesitz, ein Lattenschuss - und dies trotz 17-minütiger Unterzahl: Für Schneider war klar, dass sich seine Mannschaft vor allem mangelnde Effizienz vorzuwerfen hatte.

Sions Goalie Anton Mitrjuschkin verhinderte mit zwei starken Paraden gegen Sandro Lauper (69./86.) den Ausgleich, dazu hatte der Russe beim Lattentreffer von Nuno Da Silva kurz nach seiner zweiten Grosstat das Glück auf seiner Seite.

Es lief nichts für die Thuner

Neben Unvermögen kam für Thun aber auch Pech dazu. Vor dem entscheidenden 1:0 in der 28. Minute stand Moussa Konaté erst im Offside, dann fiel dem Senegalesen der geblockte Schuss von Roy Gelmi direkt vor die Füsse.

Francesco Ruberto, der von Trainer Schneider bis auf Weiteres den Vorzug gegenüber Guillaume Faivre (Stammgoalie in den letzten fünf Saisons) erhält, war bei Konatés zweitem Versuch ohne Abwehrchance.

Auswärtsserie für Sion

Sion, das auch die nächsten sechs Pflichtspiele ausserhalb des Tourbillon bestreiten muss, begnügte sich beim Debüt von Trainer Paolo Tramezzani mit dem minimalen Aufwand. Der Ertrag war dank Konatés 35. Super-League-Treffer (im 90. Spiel) maximal. Die Walliser schafften es als erstes Team seit Lugano beim 4:1 Mitte April, Thun zu bezwingen.

Angesichts des schwerstmöglichen Startprogramms - die Thuner spielen bis am 9. August gegen Zürich (auswärts), Basel und wiederum auswärts gegen die Young Boys - wären drei Punkte gegen Sion willkommen und auch verdient gewesen.

Grasshoppers - Zürich 0:2 (0:1)
20'000 Zuschauer. - SR Jaccottet.
Tor: 23. Dwamena 0:1. 82. Dwamena 0:2.
Grasshoppers: Lindner; Lavanchy, Vilotic, Bergström, Doumbia; Fasko, Pickel (81. Bajrami); Jeffren, Sigurjonsson (68. Avdijaj), Andersen; Djuricin (68. Munsy).
FC Zürich: Vanins; Nef, Bangura, Kukeli; Winter (79. Brunner), Rüegg, Sarr, Pa Modou; Koné (60. Rodriguez), Frey, Dwamena (86. Cavusevic).
Bemerkungen: Grasshoppers ohne Basic (verletzt). FC Zürich ohne Alesevic, Kempter, Kryeziu, Marchesano, Schönbächler, Voser (alle verletzt). 61. Frey (Zürich) verschiesst Foulpenalty.
Verwarnungen: 38. Pa Modou (Foul). 42. Fasko (Foul) 56. Koné (Foul). 71. Kukeli (Foul).

Luzern - Lugano 1:0 (0:0)
8553 Zuschauer. - SR Bieri.
Tor: 81. Juric (Itten) 1:0.
Luzern: Omlin; Schwegler, Knezevic (78. Oliveira), Schulz, Feka (60. Lustenberger); Schneuwly, Kryeziu, Custodio (66. Ugrinic), Rodriguez; Itten, Juric.
Lugano: Da Costa; Rouiller, Sulmoni, Golemic; Sabbatini; Crnigoj (83. Culina), Vecsei (67. Piccinocchi), Mariani, Mihajlovic; Milosavljevic (56. Marzouk), Carlinhos.
Bemerkungen: Luzern ohne Arnold, Grether, Lucas und Schindelholz, Lugano ohne Jozinovic, Padalino (alle verletzt) und Yao (noch nicht spielberechtigt). 14. Schuss von Juric an die Lattenoberkante.
Verwarnungen: 31. Mariani. 47. Sulmoni. 65. Sabbatini. 85. Mihajlovic (alle wegen Fouls).

Thun - Sion 0:1 (0:1)
5617 Zuschauer. - SR Amhof.
Tor: 28. Konaté (Constant) 0:1.
Thun: Ruberto; Glarner, Bürgy, Gelmi, Facchinetti; Tosetti, Hediger, Lauper, Spielmann (68. Da Silva); Hunziker (61. Rapp); Sorgic (86. Peyretti).
Sion: Mitrjuschkin; Zverotic, Cümart, Ricardo; Adão; Lüchinger, Mveng (79. Ndoye), Constant (40. Karlen), Dimarco (40. Maceiras); Konaté, Schneuwly.
Bemerkungen: Thun ohne Bigler, Ferreira und Rodrigues, Sion ohne Carlitos (alle verletzt). 73. Gelb-Rote Karte gegen Hediger (Foul). 86. Lattenschuss von Da Silva.
Verwarnungen: 8. Hediger. 34. Ricardo. 35. Lauper (alle wegen Fouls). 63. Lüchinger (Unsportlichkeit)

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • FCB Fan am 23.07.2017 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Starke Leistung

    Selbst ich als FCB Fan muss sagen, starke Leistung FCZ! Willkommen zurück in der Super League.

  • A.P. aus W. am 23.07.2017 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    WELCOME BACK FCZ

    starkes Spiel des FCZ. Offensiv furios, defensiv solide, GC den ganzen Match über dominiert. Chancenverwertung könnte aber noch besser sein. Wird interessant ob sie dieses Tempo und die offensive Spielweise bis Ende Saison durchhalten können.

  • Stan am 23.07.2017 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SK

    Bravo FCZ, musste ja mal schnell geklärt werden wer die Nummer 1 in ZH ist!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • GC Fan am 24.07.2017 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo FCZ

    Der FCZ hat gestern sowas von verdient gewonnen das muss jeder GC Fan zu geben ! Sie haben sie vorgeführt wie nichts! Starke Leistung! Jedoch GC mit ihren vielen Neuzügängen Katastrophale die konnten nicht einen Ball annehmen und haben schwach gespielt aber ich vieleicht war das jetzt eine gute Lehre das nicht jeder GC Spieler meint er sei Ronaldo und endlich mal Fussball spielt !#comebackstronger!

  • Diana GC-Fan am 24.07.2017 10:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An die Fanklub-Betreuer und

    den Staff vom GC-Klub. Was gestern vor dem Match wieder abgelaufen ist kann und darf einfach nicht sein. Wollt Ihr Euer Hardturm- Stadion dann unternehmt sofort etwas gegen diesen Pulk. Es kann nicht sein dass ECHTE GC-Fan's unter diesem Mob zu leiden haben. Auch die Steuerzahler sind sicher nicht mehr gewillt die Schäden weiterhin zu Berappen.

  • Kai Z. am 24.07.2017 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Hardturmstadion

    Liebe GC-Fans Gestern vor dem Derby habt ihr euch bei der Hardturmbrache versammelt. Ca. 200 waren eine gute Stunde da. Während der Zeit wurden Böller gezündet (auch gegen Gebäude), es wurde uriniert wo es gerade war und es wurde skandiert. Vereinzelt vermummte Personen streiften umher und schlussendlich zog der Pulk über die Pfingstweidstrasse zum Letzigrund. Zurück blieben Flaschen, Büchsen, Erbrochenes und ein mulmiges Angstgefühl. Als nicht Sportfan stimmte ich immer für ein Stadion. Bei sowenig Rücksicht auf die Bevölkerung, sehe auch ich keinen Grund mehr, solidarisch zu sein.

    • Lean GC-Fan am 24.07.2017 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kai Z.

      Werter Kai, ich möchte mich für den Ärger der durch diese Chaoten entstanden ist entschuldigen. Kann Ihren Frust nachvollziehen. Doch es sind nicht alle GC- Fan's Chaoten. Würde es schade finden wenn Sie bei Ihrer Meinung bleiben betr. Stadion. Wünsche Ihnen einen Guten Start in die neue Woche.

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  • Tyrannski am 24.07.2017 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat das organisiert?

    Ich fand es bedenklich, dass sie den Sektor D überbucht haben. Die Leute standen dichtgedrängt in den Aufgängen, während es im Sektor A genügend Platz hatte. Ich nehme an, dass das GC war, der Gastgeber. Sowas darf nie passieren. Ich habe Fotos, denn ich war schon einmal mitten in einer Panik in einem Stadion in England. Das will ich nie wieder erleben müssen.

    • Joker am 24.07.2017 09:42 Report Diesen Beitrag melden

      Passiert leider öfters

      Das Problem ist, wenn die Stehplätze voll sind, buchen die Leute Sitzplätze im D, viele drängen sich aber dennoch in den Stehplatzbereich zu den Kollegen. Das führt bei Spitzenspielen zu deutlicher Überfüllung.

    • Kuditoef am 24.07.2017 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tyrannski

      Die GL des Grasshopper Clubs ist schlicht und ergreifend mit einer solch hohen Zahl an Zuschauern überfordert. 20000 Schaulustige ist sonst das Ergebnis von 5 Partien, wenns hoch kommt!!! Der "Z" hat die 3 Punkte, GCZ das Geschäft des Jahres... GRÖL

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  • Kuditoef am 24.07.2017 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sponsoren wo seid Ihr...???

    Super Rückkehrer und ein verdienter Sieger im Derby. Ein SCHANDE für die sog. Wirtschaftsmetropole ZRH ist die Tatsache, dass bislang kein Trikot Sponsor eingesprungen ist! Ihr Banken und Versicherungen reisst endlich was und reisst euch am Riemen!

    • Nestlé am 24.07.2017 08:53 Report Diesen Beitrag melden

      Logisch

      Kein Wunder hat der fcz keinen Trikotsponsor, mit diesem primitiven Klub will kein seriöses Unternehmen etwas zu tun haben.

    • Zürcher am 24.07.2017 10:43 Report Diesen Beitrag melden

      Verkehrte Welt

      Ich würde sagen, dass eher der "primitive" Fussballclub sich um sein Ruf sorgen müsste, wenn "seriöse" Unternehmen wie Nestle, die in Afrika die Wasserquellen wegkaufen, Werbung auf der Brust machen würde!

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