Super League

30. Oktober 2013 18:33; Akt: 31.10.2013 08:22 Print

GC gewinnt Derby dank Caio-Doppelpack

Im 234. Zürcher Derby besiegen die Grasshoppers den FC Zürich 3:1. Matchwinner für die Hoppers ist Caio, der gleich doppelt trifft. Im zweiten Spiel trennen sich Aarau und St. Gallen 2:2.

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Die Grasshoppers gingen als logischer Sieger aus dem 234. Zürcher Derby hervor. Mit dem 3:1 gegen den lange Zeit erschreckend harmlosen FCZ verkürzte GC den Rückstand auf Leader Basel auf einen Punkt.

Im Nachtragspiel der siebten Runde gab es im Prinzip von Beginn weg wenig Zweifel. Nicht über den Ausgang, aber über den Sieger. Denn die Grasshoppers dominierten vor allem die erste Halbzeit praktisch nach Belieben. Der Vorsprung von nur einem Tor war angesichts der klaren Überlegenheit zu knapp. Caio hatte für die zweitklassierten Grasshoppers in der 19. Minute getroffen. Er war nach einem Einwurf und der folgenden Flanke vifer als FCZ-Captain Philippe Koch und erzielte aus kurzer Distanz das 1:0.

Caio ist definitiv angekommen

Der Brasilianer, zu Beginn seines Engagements von einigen vorschnell als Fehleinkauf abgetan, durfte sich vom Grossteil der 13'600 Zuschauer als Matchwinner feiern lassen. Mit dem 3:1 raubte Caio dem FCZ jenen Funken Hoffnung auf einen möglichen Punktgewinn, der nach Milan Vilotics Eigentor (69.) aufgekommen war. In zehn Super-League-Einsätzen hält der einstige Profi von Eintracht Frankfurt (unter dem aktuellen GC-Trainer Michael Skibbe) bei nunmehr fünf Toren.

Aus Sicht des FCZ scheint der Punktgewinn vom Sonntag gegen Basel ein Strohfeuer gewesen zu sein. Die Equipe von Urs Meier präsentierte sich erst nach dem 1:2 auf Augenhöhe mit dem Stadtrivalen. Vor allem in der ersten Halbzeit hatte im FCZ so gut wie nichts zusammengepasst. Die Angriffsauslösung funktionierte ebenso wenig wie das Kontrollieren des Balles. Deshalb hatte der FCZ Glück, dass er zur Pause nur 0:1 in Rückstand lag. Goalie David da Costa, der nach verbüsster Sperre wieder ins Team zurückkehrte, zeigte während der gleichen Aktion in der 24. Minute (Kopfball Vilotic, Nachschuss Michael Lang) zwei sehenswerte Paraden. Dazu kamen Caio (32.) und Lang (40.) zweimal sprichwörtlich einen Schritt zu spät.

Teixeiras Verletzung überschattet die Partie

Die Abwehr der Grasshoppers blieb weniger beschäftigt, als dies der FCZ angedroht hatte. Michael Dingsdag zeigte an der Seite von Milan Vilotic, den der Holländer während dessen Sperre ersetzen wird, ein solides Debüt. Offensiv war vom ehemaligen Sittener, der seinen ersten Ernstkampf seit dem 11. Mai noch nicht so viel zu sehen wie damals im Wallis. Das war aber auch nicht die Aufgabe, die Skibbe seinem Neuzuzug gestellt hatte. Am Ende durfte die GC-Fraktion zufrieden das feststellen, was Goalie Roman Bürki im Vorfeld angekündigt hatte: Dem Gegner keine Chance lassen und selber nicht jenes Team sein, das den FCZ aufbaut. Für einen grossen Teil der Partie traf die «Drohung» des Berner Keepers tatsächlich zu.

So wenig umstritten und emotional das Derby davor gewesen war, so hektisch wurde es kurz vor Schluss, allerdings ungewollt. Ein unabsichtlicher Ellbogenschlag von Nassim Ben Khalifa ins Gesicht von FCZ-Innenverteidiger Jorge Teixeira endete damit, dass der Portugiese auf der Bahre festgezurrt aus dem Stadion gefahren werden musste. Die Gesten der Sanitäter liessen wenig Gutes erahnen. Teixeira, der davor zusammengesackt war, wurde zur Abklärung ins Spital gebracht.
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FCZ-Verteidiger Philippe Koch nach der 1:3-Pleite gegen GC. (Video: 20 Minuten)
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GC-Verteidiger Michael Lang nach dem 1. Derbysieg der Saison. (Video: 20 Minuten)

Aarau für Kampfgeist belohnt

Der FC St. Gallen wähnte sich nach einem Doppelpack von Marco Mathys bereits als Sieger des Nachholspiels der 8. Runde in Aarau. Doch die Ostschweizer hatten nicht mit dem Kampfgeist des Aufsteigers gerechnet. In der 91. Minute glich Linus Hallenius zum 2:2 aus.

Der Vorstoss der St. Galler auf Rang drei schien bereits Tatsache, als Aarau im kampfbetonten Spiel ohne eine einzige Verwarnung mit dem Ausgleich belohnt wurde. Der eingewechselte Schwede Hallenius, einst in Genoas Diensten, entwischte der zu stark aufgerückten Ostschweizer Abwehr und markierte den verdienten Ausgleich vor 4362 Zuschauern. Im unterhaltsamen und abwechslungsreichen Spiel war Marco Mathys lange Zeit der überragende Akteur. Der Spielmacher erzielte beide St. Galler Tore. Das erste in der 19. Minute nach verschlafenem Start der Gäste zum 1:1-Ausgleich, das zweite per Kopf in der 48. Minute nach einer Massflanke von Roberto Rodriguez. Mit einem Blitzstart war Aarau in der 6. Minute durch Igor Nganga in Führung gegangen.

Abschlussschwächen bei Aarau

In den letzten fünf Meisterschaftsspiele herrschte bei St. Gallen Torflaute. Lediglich zweimal traf man noch in Gegners Netz. Aarau seinerseits, kämpferisch wie eh und je und nie aufsteckend, vergab eine Handvoll erstklassiger Torchancen, bestätigte die mangelnde Effizienz und Entschlossenheit im Abschluss, konnte aber die vierte Heimniederlage in letzter Sekunde doch noch abwenden. Garat, Staubli, Schultz und der kaum vom Ball zu trennende Callà waren zuvor an St. Gallens Torhüter Marcel Herzog gescheitert.

Rotation auch beim FC St. Gallen: Gleich auf sieben Positionen stellte Trainer Jeff Saibene seine Mannschaft gegenüber der Startformation am vergangenen Sonntag und dem 0:0 gegen Thun um. Torhüter Marcel Herzog gelangte sogar zu seinem Saisondebüt. Das Vertrauen rechtfertigte der 33-jährige Ersatz für den geschonten Daniel Lopar mit einigen guten Paraden.

Mathys mit Doppelpack für St. Gallen

Aarau legte zu Beginn vehement los und verursachte vor Herzog ein heilloses Durcheinander. Die Zuordnung im Abwehrbereich fehlte gänzlich. Das machte sich der kecke Aufsteiger sofort zu Nutzen. Sven Lüscher schlug den ersten Corner auf den vorderen Pfosten. Dejan Janjatovic verfehlte, nicht aber der aufgerückte Kongolese Igor Nganga, der den Ball über die Linie schubste. Erst nach 20 Minuten fand St. Gallen ins Spiel. Massgebend hiefür zeichnete Marco Mathys, der oft mit in die Spitze ging und Alhassane Keita und später Goran Karanovic im Sturm wirkungsvoll unterstützte.

Auf überlegtes Zuspiel von Matias Vitkieviez glich Mathys (19.) mit einem gefühlvollen Schuss ins rechte Eck aus. Die Ostschweizer übernahmen nun das Spieldiktat, führten auf dem seifigen Terrain die technisch feinere Klinge, wurden aber durch einen Lattenkopfball des ehemaligen St. Gallers Juan Pablo Garat (28.) nochmals geschockt, ehe sie in der zweiten Halbzeit das Tempo verschärften, in Führung gingen und lange Zeit wie die Sieger aussahen.


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Nachholspiel der 7. Runde

Grasshoppers - Zürich 3:1 (1:0)

Letzigrund - 13'600 Zuschauer - SR Bieri.
Tore: 19. Caio (Flanke Michael Lang) 1:0. 56. Toko 2:0. 69. Vilotic (Eigentor) 2:1. 83. Caio 3:1.
Grasshoppers: Bürki; Michael Lang, Vilotic, Dingsdag, Pavlovic; Abrashi, Salatic; Hajrovic (74. Gashi), Toko, Caio (97. Bauer); Ben Khalifa (98. Steven Lang).
Zürich: Da Costa; Philippe Koch, Nef (59. Raphael Koch), Teixeira, Glarner; Mariani, Benito (14. Kukuruzovic); Rikan (78. Chermiti), Chiumiento, Pedro Henrique; Gavranovic.
Bemerkungen: Grasshoppers ohne Grichting, Zürich ohne Brecher, Kukeli (alle verletzt) und Chikhaoui (nicht im Aufgebot). Verletzt out: 8. Benito (Auge). 59. Nef (Bein). 92. Teixeira.
Verwarnungen: 50. Mariani. 67. Vilotic (beide wegen Fouls).

Nachholspiel der 8. Runde

Aarau - St. Gallen 2:2 (1:1)

Brügglifeld - 4362 Zuschauer - SR Pache.
Tore: 6. Nganga (Corner Lüscher) 1:0. 19. Mathys (Vitkieviez) 1:1. 48. Mathys (Rodriguez) 1:2. 91. Hallenius 2:2.
Aarau: Aarau: Mall; Nganga, Garat, Jaggy, Martignoni (86. Brahimi); Burki, Ionita; Lüscher (54. Staubli), Schultz (75. Hallenius), Callà; Senger.
St. Gallen: Herzog; Martic, Montandon, Stocklasa, Lenjani; Nater, Janjatovic (68. Mutsch); Vitkieviez, Mathys, Rodriguez (63. Nushi); Keita (67. Karanovic).
Bemerkungen: Aarau ohne Mouangue (verletzt). St. Gallen ohne Cavusevic, Ivic, Lehmann und Sikorski (alle verletzt). 28. Lattenkopfball von Garat. 49. Tor von Keita wegen Abseits aberkannt.

(ete/si)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • PZ am 31.10.2013 00:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selber schuld

    nur damit ihr es wist, ihr wolltet kein neues stadion wegen den bössen ultras... GC hatt in den 6 jahren Rostlaube höchst selten pyros im stadion gezündet (nicht wie der FCZ, da sieht es jedem spiel so au!!) jetzt habt ihr die ultras die ihr gefürchtet habt aber es nie wirklich gab selber erschaffen!! gut gemacht!!!

    • Hopperin am 31.10.2013 05:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      wie wahr

      Genau so ist es.. völlig selber schuld. Nimmt mich wunder wie es in den nächsten Spielen im Letzi aussehen wird.

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  • k b. am 30.10.2013 23:25 Report Diesen Beitrag melden

    peinlich...

    bin selbst gc fan, waru auch im stadion und über grosse teile vom spiel sehr zufrieden. als sich dann teixeira verletzt hat und vom platz gefahren wurde, musste ich mich einfach nurnoch schämen wegen unseren fans, die in ausgepfiffen hatten.. ehrgeiz und liebe zum eigenen verein in ehren, aber wenn sich jemand verletzt wünscht man demjenigen alles gute...

  • Ex Zürcher am 30.10.2013 23:22 Report Diesen Beitrag melden

    Hammer

    Wirklich der Hammer, da spielen die 2 Zürcherclubs gegeneinander und es kommen nur 13600 Zuschauer. Was waren denn wieder die Gründe. War heute auch der ZSC am Puck oder anderswo ein spektakuläreres Feuerwerk ? Als Ex Zürcher vermiss ich die alten Zeiten.

  • Mona am 30.10.2013 22:50 Report Diesen Beitrag melden

    Texeira

    Hoffentlich ist Tex nichts schlimmeres passiert. Für den Täter sollte es aber so oder so eine lange Sperre absetzen.

    • Yannick Müller am 31.10.2013 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Lies nal

      Du hast die Situation nicht gesehen was? Informier dich in jeder Zeitung, dann weisst es du auch noch.

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  • Rocco am 30.10.2013 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwacher FCZ

    Das gute für GC sind die 3 Punkte. Jedoch diesen Sieg zu überschätzen wäre falsch. Heute hätte vermutlich der FC Muotathal ( 3 Liga ) gegen den FCZ gewonnen.