GC-Chef Manuel Huber

13. April 2018 18:33; Akt: 13.04.2018 20:56 Print

«Seit Winter herrschte keine Einigkeit im Team»

von E. Tedesco - «Wenn Leute, die keine Verantwortung übernehmen wollen, mitreden – dann wird es schwierig», sagt CEO Manuel Huber zu den Unruhen bei GC.

Das sagen CEO Manuel Huber und GC-Sportchef Mathias Walther zu den Gründen, die zur Entlassung von Trainer Murat Yakin geführt haben. (Video: 20 Minuten)
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GC ist auf Trainersuche. Wieder einmal. In der Amtszeit von Stephan Anliker ist es bereits das vierte Mal, dass der GC-Präsident einen neuen Übungsleiter suchen muss. In den 1520 Tagen seiner Präsidentschaft hat Anliker schon Michael Skibbe (Juli 2013-Januar 2015), Pierluigi Tami (Januar 2015 – März 2017), Carlos Bernegger (März 2017 - August 2017) und nun Murat Yakin bis letzten Dienstag gefeuert. Bis die Hoppers einen neuen Trainer gefunden haben, übernimmt Mathias Walther zusammen mit zwei Assistenten das Team. Der Sportchef, der das Heu mit Murat Yakin gar nicht auf der gleichen Bühne hatte, ist der grösste Profiteur der Trennung.

Der stellte sich zusammen mit CEO Manuel Huber am Freitag erstmals seit der Entlassung Yakins den Medien. In knappen Worten erläuterte Huber, wie es zu dem Entscheid gekommen war. «Es gab Entwicklungen in der Mannschaft, die unter anderem auch mit den Personalumstellungen in der Winterpause passiert sind, die das Team nicht verkraftet hat, respektive sich in den Resultaten ausgewirkt haben. Und auch clubpolitische Themen, die vielleicht auch bewusst geschürt wurden von einer Seite, haben dazu geführt, dass wir uns dazu entschlossen haben», sagt Huber.

Erich Vogel und die Schattenorganisation

In erster Linie zielt Huber indirekt auf die internen Machtkämpfe ab und auf Yakins Nähe zu Erich Vogel, der einen wichtigen Part einer Schattenorganisation einnimmt und mal als Einflüsterer akzeptiert und dann wieder verpönt ist. Huber meint dazu: «Wenn Leute, die keine Verantwortung übernehmen wollen, mitreden – dann wird es schwierig.» Die Planung der nächsten Saison, die akute Tabellenlage und die letzten Resultate hätten den Schnitt jetzt nötig gemacht.

Auf die Schuldfrage kommt von Huber lediglich eine Gegenfrage. «Wer ist daran interessiert, den Club zu destabilisieren? Vielleicht muss man sich diese Gegenfrage stellen und kommt dann zu einer Antwort», sagt Huber am Freitag. «Und auch die Frage nach dem Zeitpunkt, als die Internas rausgegangen sind...» Es war wohl zu jener Zeit, als Vizepräsident Roland Klein begann mitzureden, seinen Einfluss geltend machte und Walther sukzessive zur Seite drängte.

Keine Einigkeit im Team

Klein war im Verwaltungsrat der Vertreter der Geldgeber Heinz Spross und Peter Stüber, denen zusammen mit Anliker 90 Prozent des Clubs gehören. Klein ist eng verbunden mit Yakin und Vogel, der wiederum seit Jahrzehnten der Vertraute von Spross ist. War das der Zeitpunkt, an dem die Verwaltungsräte um Anliker Klein abgesägt hatten? «Ich nenne keine Namen», sagt Huber am Freitag im Campus.

GC-Sportchef Mathias Walther und CEO Manuel Huber über den Zeitraum, einen neuen Trainer zu finden. (Video: 20 Minuten)

Aber Yakin hätte die Transfers nicht ohne die Unterschriften der sportlichen Führung machen können. «Es geht nicht um die Transfers», kontert Huber, «es geht darum, dass nach der Winterpause keine Einigkeit im Team geherrscht hat, um positive Resultate zu erzielen.» Auf diese Uneinigkeit schloss man auf Grund von diversen Emails von Spielern, so schrieb die NZZ, die sich über Yakin beklagt hätten.

Der Ruf leidet

Das Image des einstigen Nobelclubs hat unter den Machtkämpfen, Intrigen und einem Klima des Misstrauens argen Schaden erlitten. «Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass das Image von GC nicht gelitten hat», so Huber, «ich bin nicht glücklich mit solchen Artikeln in den Medien.»

GC muss sich nach nur acht Monaten schon wieder auf Trainersuche machen, denn für Notlösung Walther ist klar: «Ich werde sicher nicht längerfristig Trainer sein.» Wie lange die Suche nach dem neuen Mann dauern wird, wollten oder konnten weder Huber noch Walther sagen. Wichtig sei jetzt zu verhindern, dass GC tiefer in den Abstiegskampf gerate. Der Abstand zu Schlusslicht Sion beträgt aktuell 4 Punkte.

Auf eine mögliche Nicht-Abstiegsprämie in seinem Vertrag, von der berichtet wurde, angesprochen, sagt Walther: «Es gibt keine.» Vom Theater bei GC sind mittlerweile alle gezeichnet. Walther räumt ein: «Der Trainerwechsel und die Unruhen gehen an keinem spurlos vorbei. Ich muss dafür sorgen, dass die Spieler die Energie zurück bekommen. Es geht darum, die Handbremse zu lösen. Ich werde alles tun, dass GC wieder gewinnt. Politik können andere machen.»


Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ecky am 13.04.2018 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heugümper vom Aussterben bedroht

    Wer kann das alles noch Ernst nehmen ? Nehmt bitte alle den Hut - die ganze Versager Führung ! Das Vertrauen der meisten Fans ist auf dem Nullpunkt ! Mal ehrlich ihr GC Herren: Denkt wirklich jemand von Euch, dass bei einer solch amateurhaften Führung und dem Chaos welches ihr angerichtet habt die Zürcher Bevölkerung zu einem Neuen Hardturm bewogen werden kann ? Ich bin seit über 50 Jahren Ein Hoppers Fan. Ihr zieht die Marke GC runter und zerstört sie gar. Der Rest der Schweiz hat nur noch Mitleid mit uns... was gibt es schlimmeres als dies ??? Traurig Traurig

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  • GCler am 13.04.2018 18:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeder kann es!

    Wenn ein Walther Trainer sein kann, dann bin ich es auch.

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  • Pierre am 13.04.2018 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seriöse Arbeit statt Show

    Hoffentlich kommt bei GC endlich ein halbwegs intelligenter Trainer ans Ruder.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • koma am 14.04.2018 21:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kopflos

    sprichwort: ein "kopfloser" präsident kann leider auch seinen eigenen hut niemals nehmen......oder etwa doch bald.

  • kurz Analyse am 14.04.2018 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schwachstelle bei GC

    war nicht Yakin sondern klar ersichtlich der Sportchef! Die Führung macht schon seit Jahren einen konzeptlosen Eindruck.

  • Markus am 14.04.2018 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    klar Schiff machen

    Das Problem bei GC in den letzten Jahren waren kaum die Trainer. Sondern die uneinheitliche Struktur in der Führung und die damit verursachten Probleme. Sportlich natürlich der deutliche Qualitäts-Abbau im Kader sowie die zu grosse Fluktuation bei den Spielern. Der Ursprung all dessen sind die zu geringen Einnahmen. Falls es nicht mehr möglich ist, die Qualität im Kader zu steigern oder eine klare Führungs-Struktur hinzukriegen, sollte man sich aus dem Profi-Fussball zurückziehen. Bin seit über 40 Jahren Anhänger, es war schon erfreulicher. Die Abstiegsgefahr erachte ich als ziemlich gross.

    • Hättrick am 14.04.2018 16:16 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig so ist es! Ein Super-Lague

      Verein sollte zumindest in der Lage sein ein anständiges Fussballstadion zu präsentieren!

    • Dani Düsentrieb am 14.04.2018 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hättrick

      Hat das etwas mit der Trainerentlassung zu tun?

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  • Zielorientiert am 14.04.2018 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja...

    ...immer noch lieber zwei Krisenclubs als eine schlagkräftige und konkurrenzfähige Organisation - Einfach unglaublich!

  • Zico am 14.04.2018 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Juxtruppe

    Walter, Huber und die Yakins, eine Gruppe von Selbstdarstellern. Da wichtigste war da wohl der Zahltag. Herr Fromme muss da wohl schon eine menge überschüssiges Geld haben um so eine Juxtruppe mit zu finanzieren!