Skurriles Friedensangebot

20. Oktober 2017 10:33; Akt: 20.10.2017 11:59 Print

Constantin will sich mit Fringer versöhnen

Christian Constantin will sich mit Rolf Fringer an einen Tisch setzen, stellt aber klar: Fringer müsse den ersten Schritt machen.

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Nun ist auch das Verfahren gegen Barthélémy Constantin, den Sportchef des FC Sion, abgeschlossen. Der 22-Jährige hatte Rolf Fringer vor der Attacke seines Vaters, Sion-Präsident Christian Constantin, mit dem Tod bedroht. Constantin junior wurde dafür mit einer Platzsperre von 10 Spielen und einer Busse von 15'000 Franken belegt. Der gesperrte Sion-Boss legt gegen das Urteil der Swiss Football League wie angekündigt und fristgerecht Rekurs sein. Bis auf die Tatsache, dass CC den Rekurs ankündigt, bringt der mit Spannung erwartete Auftritt im Westschweizer Fernsehen RTS keine neuen Erkenntnisse. Er bereut weiter nicht, was er am 21. September im Cornaredo getan hat. Wenige Stunden vor Constantins TV-Auftritt im Tourbillon: Jurist Alexandre Zen-Ruffinen (h.l.) und CVP-Politiker Pierre Kohler (M.) schauen sich die Partie Sion - St. Gallen an. Constantin hatte seinen Platz für 2000 Franken und einen guten Zweck an Kohler verkauft. Ist er das? Nein! Der gesperrte Präsident kündigte sein Kommen zwar an, am Ende leistete er jedoch Folge und blieb dem Stadion fern. Die Sion-Fans sorgten mit ihrer Masken-Aktion dafür, dass CC trotzdem omnipräsent war. Er lässt es offenbar doch sein. Der FC Sion teilt mit, dass der Präsident seinen Stammplatz im Tourbillon verkauft habe. Die Swiss Football League hat ihr Urteil gefällt: Sion-Boss Christian Constantin wird für 14 Monate kein Stadion betreten dürfen. Zudem muss der Sion-Präsident eine Busse von 100'000 Franken bezahlen. Die Sperre gilt für folgende Wettbewerbe: Super League, Challenge League, Schweizer Cup und Spiele der Schweizer Nationalmannschaft. «Sie wollen Krieg - den kriegen sie!», liess der gesperrte Sion-Boss die Liga nach dem Urteil wissen. Zudem kündigte er an, dass er sich nicht an das Stadionverbot halten werde. Zieht CC das wirklich durch? Zuzutrauen ist es ihm, aber die Folgen wären unschön: Taucht er beim Heimspiel gegen St. Gallen wirklich auf, drohen ihm weitere Sanktionen. Rolf Fringer gibt nach seinem Timeout sein Comeback als Teleclub-Experte. (Bild: 14.10.2017) Die Swiss Football League wird auch gegen Sion-Sportchef Barthélémy Constantin aktiv. Der Vorwurf: Er soll Rolf Fringer vor der Attacke seines Vaters mit dem Tod bedroht haben. Rolf Fringer hat sich nach der Attacke von Christian Constantin eine Auszeit genommen. Der 60-Jährige erholt sich im Tessin. «Er steht noch immer unter Schock», teilt Teleclub mit. Spiel 1 nach der Attacke auf Fringer: Der Sion-Boss sitzt beim Heimspiel gegen die Young Boys im Stadion. Er schirmte sich die meiste Zeit hinter einer Sonnenbrille ab und wich den TV-Kameras so gut es ging aus. Er soll einzig dem Westschweizer Fernsehen «RTS» gesagt haben, dass er «das als Präsident nicht hätte tun sollen, aber als Vater schon». Am Tag nach dem Skandal in Lugano trat Constantin in Martigny vor die Medien, um seinen Ausraster zu erklären. Er bereute nicht, dass er Fringer attackierte. «Das Problem mit Fringer besteht nicht erst seit gestern. Meine Reaktion war die, dass es jetzt einfach reicht», sagte der Sion-Boss. Christian Constantin attackiert TV-Experte Rolf Fringer vor laufender Kamera. Er hatte Fringer am Spielfeldrand in Lugano mehrere Ohrfeigen und Fusstritte verpasst. Reue? Nein. «Ich habe ihm einen Tritt in den Hintern versetzt. Das hat mir gutgetan», sagte Constantin zur Attacke. Zuvor hatte Barthélémy Constantin Fringer verbal bedroht. «Zuerst kam der Sohn, dann er. Er hat mir mehrere Ohrfeigen gegeben», schilderte Fringer danach.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die «Aargauer Zeitung» hat Christian Constantin in Martigny zum Gespräch getroffen. Der gesperrte Präsident des FC Sion bereut weiterhin nicht, was er am 21. September in Lugano getan hat, als er Teleclub-Experte Rolf Fringer Ohrfeigen und Tritte verpasste, «aber im Augenblick, in dem es passiert ist, war ich extrem wütend. Mein Sohn und ich arbeiten Tag und Nacht für den FC Sion. Wir haben beide unsere Ehre und unseren Stolz. Und für meine Familie gehe ich durchs Feuer. Noch einmal: Es ist nicht gut, es ist falsch, was ich gemacht habe.»

Nichts Neues. Jedoch bekräftigte der Walliser, was sein Anwalt Alexandre Zen-Ruffinen schon vor Wochen gesagt hatte: Die beiden wollen sich mit Fringer an einen Tisch setzen. CC sprach von einer Angelegenheit «zwischen zwei 60-jährigen Männern», die beide Fehler gemacht hätten, und pochte ein weiteres Mal darauf, dass die Swiss Football League nicht für den Fall zuständig sei.

«Warum können Rolf und ich die ganze Sache nicht unter uns regeln? Warum setzen wir uns nicht an einen Tisch und suchen nach einer Lösung?» Constantin weiter: «Natürlich kann ich den Fall von einem Gericht zum anderen ziehen, aber das muss nicht sein.»

Gemeinsames Projekt für Flüchtlinge?

Wie könnte die Lösung aussehen? Gemäss Constantin ist es «ganz einfach». «Wie wäre es, wenn Fringer und ich ein 14-tägiges Trainingslager für fussballbegeisterte Flüchtlinge durchführen würden? Ich würde dieses Lager finanzieren. Und Fringer wäre für die Trainings zuständig.» Die «Aargauer Zeitung» jedoch stellt infrage, ob Constantin diese Aussage auch wirklich ernst gemeint hat.

Klar dagegen ist in seinen Augen, wer den ersten Schritt zu machen hat: Rolf Fringer. «Es wäre das Vernünftigste», so CC zum Vorschlag eines gemeinsamen Trainingslagers, «aber bei einem Streit braucht es immer eine Partei, die über ihren Schatten springt und den ersten Schritt macht. Das müsste Rolf sein. Schliesslich hat er die Sache ausgelöst.»

Streit dauert schon acht Jahre

Die Fehde zwischen den beiden begann schon 2009, als Fringer noch Luzern-Trainer war und im Cup auf Sion traf. «Nach einem dramatischen Spiel mit vielen Emotionen siegten wir im Penaltyschiessen. Statt mir zu gratulieren, behandelte mich Fringer nach dem Schlusspfiff wie einen kleinen Jungen», erinnert sich Constantin. «Er sagte, dass ich keine Trainerdiplome und deshalb auch nicht das Recht habe, auf der Trainerbank zu sitzen.»

Auch heute noch vermisst der Sion-Boss jeglichen Respekt vonseiten Fringers. «Und nicht nur das! Er gibt auch meinem Sohn Barthélémy immer wieder zu verstehen, dass er nichts von ihm hält. Das frustriert.»

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • P.W. am 20.10.2017 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    nichts

    Ich halte auch von beiden Constantins überhaupt nichts. Und jetzt sowieso noch weniger.

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  • RIT am 20.10.2017 10:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So was verdient der FC Sion NICH

    Und so ein Typ repräsentiert den FC Sion den ich eigentlich als FCZ Fan cool finde, aber verhalten von Herrn CC ist dem FC Sion nicht gerecht! Das Faustrecht wurde vor langer Zeit abgeschafft!

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  • ben keller am 20.10.2017 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ach ja...

    braucht es für eine langen Streit nicht immer zwei ?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Emil Gantenbein am 21.10.2017 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Moby

    Hätte eine Aufgabe für Fringer : Die Unruhen der Fußballfans in Zürich endlich beenden diese Schande

  • Egon Schmid am 21.10.2017 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja Respekt

    Es gibt einen Unterschied zwischen Fringer und Constantin ich nehme an Fringer hat noch nie Löhne bezahlt

  • peschä am 21.10.2017 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fringer

    Ich halte von Herr Fringer nichts, kenne ihn von früher, als ich Spieler und er Trainer war. Er war und ist es heute noch ei n provokateur und arroganter Mensch

  • Wolfgang Walliserq am 21.10.2017 15:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Patt Situation

    Constatin hatts gut getan. Fringer hoffentlich auch!

  • toschi am 20.10.2017 23:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja logisch... Versöhnen wir uns!...

    ...Aber Du mach den ersten Schritt, weil schliesslich bist Du ja schuld dran! Und ich bestimme dann was Du zur Versöhnung leisten musst! Das kann ja nur ... Da weiss ja einer sehr gut wie Versöhnung funktioniert! ...

    • kuk f am 21.10.2017 11:31 Report Diesen Beitrag melden

      @toschi

      Gemäss Aussagen CC via Presse soll er Fringer (von A uge zu Auge) vorher gewarnt haben. RF machte jedoch weiter. Jetz frage ich mich: Wer muss für die Entschuldigung den ersten Schritt machen?

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