Super League

03. Dezember 2017 15:49; Akt: 03.12.2017 18:34 Print

FCZ schlägt St. Gallen – Thun schockt Leader YB

In der 17. Runde der Super League gewinnt der FC Zürich das Verfolgerduell gegen St. Gallen. YB unterliegt überraschend dem FC Thun, GC verliert ebenfalls.

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Der FC Zürich festigt in der Tabelle den 3. Rang hinter dem Spitzenduo YB und Basel. Die Zürcher gewinnen das Verfolgerduell in St. Gallen 3:1. Beim 4:3 im Cup unter der Woche gegen den FC Thun hatte der FCZ mit einer spektakulären Schlussphase und drei späten Treffern die Partie noch gedreht, gegen St. Gallen legten die Zürcher den Grundstein zum Sieg in der Startviertelstunde.

Präsent, zielstrebig und effizient trat die Mannschaft von Uli Forte von Beginn an auf. Symptomatisch für den Auftritt der Zürcher in den ersten 45 Minuten war das 2:0 in der 12. Minute, als Adrian Winter nach einem schönen Seitenwechsel von Roberto Rodriguez den Ball mit der Brust gekonnt annahm und diesen aus 14 Metern herrlich in den Winkel schoss. Fünf Minuten zuvor hatte der Isländer Victor Palsson mit seinem ersten Treffer in der Super League die Gäste in Führung gebracht.

St. Gallen nach der Pause engagierter

Mit einem Treffer aus dem Nichts in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit kehrte beim Heimteam die Hoffnung auf ein positives Resultat zurück, nachdem der 19-jährige Nigerianer Stephen Odey in seinem ersten Spiel für den FCZ von Beginn nach knapp einer halben Stunde das 3:0 und damit die Vorentscheidung verpasst hatte. Nach einem Fehler von Alain Nef schaffte Roman Buess mit seinem fünften Saisontor den Anschluss zum 1:2.

Das Heimteam trat nach der Pause engagierter und spielstärker auf und kam durch Danijel Aleksic in der 53. Minute zu seiner besten Ausgleichschance. Der Serbe agierte aber zu eigensinnig und scheiterte an FCZ-Keeper Andris Vanins. Für das Heimteam erwies sich somit die Hypothek der schwachen Startphase als zu gross. Die Siegsicherung für den FCZ gelang Raphael Dwamena. Der Ghanaer traf kurz nach seiner Einwechslung zum 3:1. Es war der erste Treffer des Stürmer seit Mitte Oktober.

Starke Thuner Reaktion nach Enttäuschung im Cup

Drei Tage nach dem spektakulären und für sie niederschmetternden 3:4 im Cup beim FCZ landen die Fussballer des FC Thun einen Coup in der Meisterschaft. Sie gewinnen gegen die Young Boys 3:1.
Das Resultat im Kantonalduell war eine ähnlich grosse Überraschung, wie es der 4:0-Sieg der Berner Oberländer Anfang August im Stade de Suisse gewesen war. Die Tor bis zur Entscheidung erzielten der nicht als Goalgetter bekannte Thuner Rechtsverteidiger Stefan Glarner acht Minuten vor der Pause sowie kurz nach einander in der zweiten Halbzeit Dejan Sorgic zum 2:0 und Miralem Sulejmani zum 2:1. Direkt nach dem 3:1 von Simone Rapp in der Nachspielzeit ertönte der Schlusspfiff.
Thuns Trainer Marc Schneider zog aus der Überforderung der Abwehr in der Schlussphase des 3:4 verlorenen Cupspiels beim FCZ Konsequenzen. Er liess die Mannschaft entgegen seinen Gewohnheiten in einem defensiveren Grundkonzept spielen, mit einen Dreier- respektive Fünferabwehr.

Es zahlte sich aus. Im neuen Kostüm gefielen die Berner Oberländer von Anfang an. Sie schnürten die favorisierten Stadtberner fast 20 Minuten lang ein und kamen zu drei guten Möglichkeiten. YB-Verteidiger Kasim Nuhu musste einen Direktschuss von Sandro Lauper aus rund 18 Metern in höchster Not mit dem Kopf entschärfen. Als die Young Boys zaghaft besser ins Spiel bekommen waren, schlugen die Thuner zu. Nach 37 Minuten verwertete Glarner eine präzise Flanke von Simone Rapp mit einem unhaltbaren Kopfball-Lob. Glarner war unbedrängt und hatte alle Zeit, den Kopfball vorzubereiten. Die ganze Aktion von Moreno Costanzo über Rapp zu Glarner erinnerte an ein lockeres Spielchen nach einem harten Training.

Schlechte Bilanz gegen Thun

Die Young Boys enttäuschten mehr als beim besagten 0:4 im August. Sie erspielten sich damals zahlreiche Chancen, verwerteten aber keine davon. Diesmal kam das Anschlusstor in der 75. Minute bei der allerersten reellen Chance zustande. Guillaume Hoarau spielte dabei Sulejmani mit einem prächtigen Absatzpass frei. Im Gesamten jedoch zeigte auch Hoaraus Hereinnahme anstelle von Jean-Pierre Nsame kaum Wirkung. Zwei halbbatzige Möglichkeiten von Michel Aebischer, der den weiterhin verletzten Sékou Sanogo vertrat, war nebst dem Tor alles, was die Mannschaft von Trainer Adi Hütter zustande brachte.

In der letzten Viertelstunde liess YB jeden Sturmlauf, jedes Auflehnen gegen die drohende Niederlage vermissen.
Sollten sie am Schluss der Meisterschaft abermals hinter Basel klassiert sein, müssten die Young Boys wohl feststellen, dass sie zu viele Punkte gegen schwächere Mannschaften liegengelassen haben. Gegen den potentiellen Absteiger Thun holten die Basler in diesem Herbst sechs Punkte (5:1 Tore), die Berner dagegen beim Torverhältnis von 1:7 keinen einzigen.

Lugano siegt bei den Grasshoppers

Dem FC Lugano gelingt gegen die Grasshoppers die Revanche für das Ausscheiden unter der Woche im Cup im Penaltyschiessen. Die Tessiner siegen im Letzigrund 1:0.
Fulvio Sulmoni entschied die Partie vor 4100 Zuschauern mit seinem Treffer in der 68. Minute. Der Innenverteidiger traf nach einem Corner von Davide Mariani und einer Kopfballverlängerung von Alexander Gerndt zum Tor des Tages.

Im Vergleich zur Partie am Donnerstag im Cornaredo war die Partie im Letzigrund bereits vor dem Treffer animiert verlaufen. Während die Zürcher vor der Pause ein Chancenplus verzeichneten, traten die Gäste aus dem Tessin nach dem Seitenwechsel zielstrebiger auf. Sulmoni hatte sich bereits in der 51. Minute die Chance zur Führung geboten, als er alleinstehend zum Kopfball kam, vier Minuten später parierte GC-Torhüter Heinz Lindner den Abschluss von Dragan Mihajlovic.

Die Zürcher hingegen taten sich mit Fortdauer der Partie in der Offensive immer schwerer und schafften es nicht, auf den Verlusttreffer zu reagieren. Die erste Heimniederlage unter Murat Yakin war die logische Folge des schwachen Auftritts der Zürcher, die zum dritten Mal in Serie ohne Torerfolg blieben. Die besten Möglichkeiten hatte sich dem Rekordmeister nach einer Viertelstunde geboten, als zuerst Albion Avdijaj mit seinem Abschluss an David Da Costa scheiterte und im Nachschuss Marko Basic das leere Tore verfehlte.

St. Gallen - Zürich 1:3 (1:2)
12'577 Zuschauer. SR Bieri.
Tore: 7. Palsson 0:1. 12. Winter (Rodriguez) 0:2. 45. Buess (Barnetta) 1:2. 82. Dwamena (Bangura) 1:3.
St. Gallen: Lopar; Lüchinger, Hefti (40. Gönitzer), Haggui, Wittwer; Barnetta (70. Aratore), Kukuruzovic, Taipi (89. Toko), Aleksic; Babic, Buess.
Zürich: Vanins; Nef, Bangura, Brunner; Winter, Palsson, Rüegg, Pa Modou; Odey (67. Dwamena), Frey (86. Cavusevic), Rodriguez (81. Sarr).
Bemerkungen: St. Gallen ohne Tschernegg (gesperrt), Ajeti, Musavu-King, Ben Khalifa, Tafer, Wiss (alle verletzt), Zürich ohne Koné (gesperrt), Alesevic, Kempter, Maouche, Marchesano, Schönbächler (alle verletzt). 40. Hefti verletzt ausgeschieden. 88. Lattenschuss Buess. Verwarnungen: 23. Frey (Foul). 37. Barnetta (Reklamieren). 47. Buess (Unsportlichkeit). 73. Taipi (Reklamieren).

Thun - Young Boys 3:1 (2:1)
7627 Zuschauer. SR Amhof.
Tore: 37. Glarner (Rapp) 1:0. 73. Sorgic (Hediger) 2:0. 75. Sulejmani (Hoarau) 2:1. 93. Rapp (Kablan) 3:1.
Thun: Ruberto; Bürgy, Gelmi, Righetti; Glarner, Hediger, Lauper, Kablan; Costanzo (76. Spielmann); Rapp, Sorgic (87. Dzonlagic).
Young Boys: Von Ballmoos; Lotomba (72. Schick), Nuhu, von Bergen, Benito; Fassnacht, Sow, Aebischer, Sulejmani (86. Moumi Ngamaleu); Nsame (46. Hoarau), Assalé.
Bemerkungen: Thun ohne Tosetti, Rodrigues, Facchinetti, Bigler, Alessandrini, Hunziker, Sutter, Schäppi (alle verletzt) und Faivre (krank). Young Boys ohne Mbabu (gesperrt), Sanogo, Bertone und Seferi (alle verletzt). Letztes Super-League-Spiel von Schiedsrichter Sascha Amhof. Verwarnungen: 56. Sow (Foul), 62. Hediger (Foul), 67. Fassnacht (Foul).

Grasshoppers - Lugano 0:1 (0:0)
4100 Zuschauer. SR Fähndrich.
Tor: 68. Sulmoni (Gerndt) 0:1.
Grasshoppers: Lindner; Bergström, Vilotic, Zesiger; Lavanchy (46. Pusic), Basic, Pickel (76. Bahoui), Doumbia; Bajrami, Andersen; Avdijaj (59. Munsy).
Lugano: Da Costa; Rouiller, Sulmoni, Golemic, Daprelà; Sabbatini, Piccinocchi; Mihajlovic, Mariani (90. Vecsei), Culina (57. Gerndt); Carlinhos (57. Bottani).
Bemerkungen: Grasshoppers ohne Djuricin, Jeffren, Pnishi, Sigurjonsson (alle verletzt). Verwarnungen: 30. Mariani (Foul). 34. Carlinhos (Foul). 79. Pusic (Foul). 85. Zesiger (Foul).

(lif/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ww am 03.12.2017 18:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dominanz pur?

    Am Donnerstag noch Dominanz pur (Aussage von YB-Spielet Fasnacht) beim alles überragenden 2:1Sieg gegen St. Gallen und heute eine 3:1Klatsche gegen den kleinen Bruder. Hochmut kommt vor dem Fall.

    einklappen einklappen
  • fred@züri am 03.12.2017 18:37 Report Diesen Beitrag melden

    Die Punkte Schrumpfen!

    Der Vorsprung von YB auf die Verfolger schrumpft!

  • Tell am 03.12.2017 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    !!! Thun ist einfach geil !!!

    herzliche Gratulation ! ;) ...ich sags ja schon immer... nach Basel sind mit die Thuner einfach am sympatischsten...! ;) DIE tun was! die Thuner! Bravo, Bravissimo... ;) gut gemacht - weiter so! ;) starke Reaktion nach dem brutalen Cup-Aus... - Chapeau! ;)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris Berger am 04.12.2017 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Langes warten

    Jetzt mussten die Neider aber lange warte bis sie endlich mal wieder was gegen YB schreiben konnten. YB hat schlecht gespielt, das kann passieren. Wichtig ist das die Mannschaft darauf reagiert und das hat sie diese Saison immer gut gemacht. Ich freue mich wie es für YB läuft im Moment, Titel hin oder her ich geh trotzdem an die Spiele. Im Cup souverän ins 1/2 Finale gespielt und hoffentlich mit min. 4 Punkten Vorsprung in die Winterpause, das wollen wir in Bern, alles andere wird sich in der Rückrunde zeigen!

  • Werner am 04.12.2017 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Beschämenden Auftritt

    3 Spiele keine Tore. Das Defensivsystem von Yakin ist traurig für die Zuschauer die Eintritt bezahlt haben. Die spielen mehr rückwärts, statt das Tor zu suchen. Lindner hatte die meisten Ballkontakte.

  • insider am 04.12.2017 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Thun macht was es thun muss

    Erinnert Ihr Euch noch daran, als die Berner im Stade de Suisse in der Champions League gespielt haben? Eine super Geschichte damals! Danke Thun, dass Ihr wenigstens 1 Mal die Champions League Hymne nach Bern gebracht habt ...

  • Tor am 04.12.2017 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gurkenliga

    Seit jahren ist basel meister seit jahren ist yb praktisch die einzige mannschaft wo basel punkte abnimmt! Wie wärs wenn andere gurkenliga mannschaften basel auch punkte abnehmen? Dann soll halt basel wieder meister werden mit schiri bonusse wie gehabt!

    • urs am 04.12.2017 08:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tor

      ich frage mich wieso gurkenliga? frage mich wer hier die Gurke ist

    • Michi am 04.12.2017 08:19 Report Diesen Beitrag melden

      Gurken YB

      Wir wäre es wenn YB mal wieder ein Derby gewinnt? Gegen Basel sind alle Mannschaften motiviert. Logisch, man spielt auch nicht jede Woche im St. Jakob Park vor voller Kulisse.

    • Tell am 04.12.2017 09:50 Report Diesen Beitrag melden

      bei drei Niederlagen und 5 Remis...

      waren da neben den Bernern eventuell auch noch andere für den "Punkteklau" beim FCB verantwortlich??? oder schlüpften die iongboisler in fremde Trikots??? alle 19 Punkte von Ihbe geholt...? Chapeau! das musste auch erst schaffen - in einer Saisonhälfte... ;) ...wie mir scheint wähltest du deinen Namen zu recht... ;)

    • Seth Rollins am 04.12.2017 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tor

      Was erzählst du für einen Käse? Schirribonus ist nur eine bilige Ausrede und was kann Basel dafür wenn YB fast immer gegen kleine versagt? FCB kann wenigstens International etwas erreichen...was man von YB nicht sagen kann(siehe wie schlecht sie in der EL spielen) Gratulationan Thun...die kämpfen und zeigen Leidenschaft...

    einklappen einklappen
  • evi am 04.12.2017 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja

    jetzt bauen sie das Hardturm Stadion mit 5100 plätzen und es werden immer weniger Zuschauer