Wie einst Heusler

22. Juli 2017 15:45; Akt: 22.07.2017 15:45 Print

FCB-Fans liegen Burgener am Herzen

von E. Tedesco, Basel - Beim FC Basel bleiben die Belange um die Fans Chefsache. Der neue Präsident Bernhard Burgener hat ein offenes Ohr für alle Anhänger.

FCB-Präsident Bernhard Burgener zieht vor dem Saisonstart eine Zwischenbilanz zum Thema «Für immer rotblau». (Video: 20 Minuten)
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Sein Prinzip folge dem Föderalismus und er habe sich in seinen Unternehmen immer Leute ins Boot geholt, die es besser könnten als er. Es brauche kontroverse Diskussionen, sagt Bernhard Burgener. «Ich will keine fünf Ja-Sager am Tisch. Das bringt uns nicht weiter und so gibt es die besten Lösungen», so der neue FCB-Präsident, «ich kenne das seit 35 Jahren so und bin immer gut gefahren damit.»

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Der neue Boss meidet Mikrophone und Kameras, wenn es nicht unbedingt sein muss. Bernhard Burgener, das sagte er schon vor Monaten, als er erstmals sein Konzept «Für immer rotblau» präsentierte, würde in der Öffentlichkeit nur Stellung beziehen, wenn es tatsächlich den Präsidenten erfordere. Und das scheint beim Thema Basler Anhang der Fall zu sein. Wie sein Vorgänger Bernhard Heusler erklärt auch Burgener die Belange rund um die rotblaue Fangemeinde zur Chefsache.

Der Kapitän stellt sich der Aufgabe

Heusler pflegte den intensiven Dialog mit der Muttenzerkurve, signalisierte den Anhängern stets, dass ihre Anliegen ernst genommen würden. Die Pflege eines guten Verhältnisses zwischen Club und Fans sei eine Daueraufgabe, sagte der abgetretene Wirtschaftsanwalt einst. Dazu gehörten auch die weniger schönen Momente und schwierigen Situationen.

Gerade in Bern gab es in den letzten Jahren rund um die Partien gegen YB immer wieder Probleme und Scharmützel. Und am Samstag muss der FCB in die Hauptstadt reisen, wo der Saisonauftakt gegen YB auf dem Programm steht. Auf die Thematik angesprochen, sagte Burgener an einer Medienkonferenz: «Als guter Kapitän muss ich in solchen Situationen da sein. Ich werde mich dieser Aufgabe stellen.»

«Als Präsident liegen mir die Fans am Herzen – und zwar von der Muttenzerkurve bis in alle Sektoren», so der 59-jährige Basler, «da halten wir Kontakt, denn die Fans sind uns natürlich wichtig. Es wird auch da Treffen geben und ich werde mir auch ihre Wünsche anhören.»

Ein erstes Lob an die Mitarbeiter

Offenbar sehr gut zugehört hat bisher die neue sportliche Führungscrew um Sportchef Marco Streller. Erfreut sagt Burgener, dass seine neuen «Mitarbeiter» nach nur wenigen Wochen seine Pläne gut umgesetzt hätten. «Wir haben von der alten Führungscrew 33 Spieler – inklusive die Rückkehrer aus Leihgeschäften – übernommen, jetzt sind es 29. Wenn wir die Jungen abziehen sind es noch 24. Unser Ziel liegt bei 18 Spielern nach Ende dieser Saison.»

Wichtig sei auch das Bekenntnis zur Region. Das Konzept «Für immer rotblau» sieht vor, dass sechs bis acht Junioren aus dem eigenen Nachwuchs oder mit Basler Hintergrund im Kader Platz haben sollen. «Jetzt sind es schon sieben», vermeldete der FCB-Boss in seiner Zwischenbilanz nicht ohne Stolz. Fünf stammten aus dem Campus, der eigenen Eliteschule.

Burgener rechnet vor

Um seine Worte zu bekräftigen, las Burgener einige Zahlen vor, die die «Basler Zeitung» im März veröffentlicht hatte: In der Saison 2011/12 standen im rotblauen Kader acht Spieler unter 21 Jahren, die zusammen 12'200 Einsatzminuten vorwiesen. Das ging dann kontinuierlich zurück. Letzte Saison waren es nur noch 1743 Minuten, wobei Blas Riveros auf 844 Minuten, also fast die halbe Zeit, kam. «Wir wollten diesen Umbruch. Wir haben den Umbruch. Sie sehen, wir setzen unser Konzept um. Ich kann nur sagen: Hut ab vor meinem Team».

Er meinte sein Team hinter dem Team. Die Mannschaft auf dem Feld ist ab Samstag gefordert. Und auch für sie hat der FCB-Präsident Ziele formuliert. «Die Titelverteidigung. Das Erreichen des Cupfinals. Und internationales Überwintern», sagt Burgener. Neue Führung, alte Führung – die sportlichen Vorgaben bleiben ehrgeizig wie bisher.