10-Mio-Angebot abgelehnt

11. August 2017 08:53; Akt: 11.08.2017 08:53 Print

FCZ verzichtet auf Dwamena-Millionen

von E. Tedesco - Premier-League-Aufsteiger Brighton bietet für FCZ-Stürmer Raphael Dwamena 10 Millionen Franken. Präsident Ancillo Canepa betont, man habe die Millionen nicht nötig.

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«Ich bin froh, dass ich keinen Präsidenten habe, der sich von ein paar Nullen locken lässt», sagt Uli Forte nach dem 2:0-Sieg gegen Sion. Was der FCZ-Trainer mit «ein paar Nullen» umschreibt, sollen über 10 Millionen Franken sein, die der Premier-League-Aufsteiger Brighton für Raphael Dwamena zu zahlen bereit ist. Präsident Ancillo Canepa betont aber, der Verein habe den Transfererlös nicht nötig. Dwamena sei für den FCZ zu wichtig, um ihn jetzt gehen zu lassen, habe der FCZ-Boss gegenüber Forte geäussert, «und ich bin froh, dass der Präsident so denkt».

Erst im Januar holte der FCZ den 21-jährigen Ghanaer von Austria Lustenau nach Zürich. Geschätzte 300'000 Franken soll der Stürmer, der via Red Bull Salzburg über Liefering beim österreichischen Zweitligisten gelandet war, gekostet haben. Acht Monate später und nach nur vier Einsätzen (2 Tore) in der Super League ist Dwamena den Engländern das 30-Fache wert. «Die Auswüchse der Premier League, verursacht durch die Milliarden aus TV-Verträgen, ziehen sich nun auch in die Super League hinein», sagt Forte achselzuckend.

Schmerzgrenze noch nicht erreicht

Neben dem Transfererlös für den FCZ locken auch die nicht vergleichbaren Spielersaläre. Der Lohn Dwamenas würde sich ebenfalls um ein Mehrfaches erhöhen. Forte: «Zum Glück sieht das Raphael vernünftig. Er lässt sich nicht von solchen Summen beeinflussen. Er weiss, was er am FCZ hat, und auch, dass er noch lernen und an sich arbeiten muss.» Aber auch Forte ist sich bewusst, dass jeder Spieler, jeder Club irgendwann schwach wird. Die Schmerzgrenze haben die Engländer offenbar noch nicht ausgereizt.

FCZ-Trainer Uli Forte: «Die Tabelle ist jetzt noch zu wenig aussagekräftig.» (Video: 20 Minuten)

Ob Brighton and Hove Albion das Angebot nachbessert, ist noch ungewiss. Über die «Seagulls», die Möwen von Englands Südküste, ist wenig bekannt. Ausser vielleicht, dass Sami Hyypiä vor dem FCZ dort auch einmal Trainer war. Für Brighton ist die Premier League ein Abenteuer. Und das allererste Spiel der Vereinsgeschichte in der Premier League ist für den Aufsteiger gleich ein Knaller: Am Samstag heisst Brightons Gegner Manchester City.

FC Chippis statt FC Chelsea

Aber nicht für Dwamena. Für den Stürmer und den FCZ am Sonntag heisst der Gegner im Schweizer Cup FC Chippis (2. Inter). Und was sagt der Ghanaer selbst zum Thema Transfer und Brighton? «Ich habe noch nichts gehört», sagt Dwamena in der Interview-Zone nach dem Sion-Spiel. «Momentan bin ich FCZ-Spieler, aber es kann im Fussball schnell gehen.» Doch die Frage muss erlaubt sein: Ist er nicht enttäuscht, wenn er, statt in der Premier League gegen Manchester, Arsenal und Chelsea zu spielen, in der Super League bleiben muss? «Ich bin ja noch jung», sagt Dwamena locker, lächelt und verschwindet – vorerst aber nur in der FCZ-Kabine.
Roberto Rodriguez und Alain Nef zur Tabellenführung nach vier Runden. (Video: 20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fussballer am 11.08.2017 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    FCB Fan gratuliert dem FCZ

    Gratuliere Herr Canepa, falls das Angebot über 10 Mio. wirklich vorhanden ist, ist das ist ein toller Charakterzug. Sie zerlegen die Mannschaft nicht in Einzelteile nach einem guten Saisonstart mit dem Ziel, möglichst viel Geld zu machen, sondern wollen möglichst eine gute Saison spielen. Dies ist heutzutage sehr selten und muss gelobt werden, ich hoffe die FCZ Fans wissen dies zu schätzen.

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  • sepp am 11.08.2017 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Geldmaschinerie

    Wenn ein Aufsteiger solche Summe für einen fast noch unbekannten Spieler bieten kann, dann stimmt mit dem Fussball so einiges nicht!

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  • Querus schlägerus am 11.08.2017 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deja vû

    Der FCZ hat schon einmal ein hohes Millionen Angebot abgelehnt. Hoffe es kommt besser als bei Y. Chochaoui.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Baselboy12 am 11.08.2017 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter entscheid

    Ich denke es ist auch besser für dwamena. Er soll zuerst sich in der super league beweisen das er wirklich auch ein guter sl stürmer ist. Zwei tore einem spiel ist nicht schlecht, aber er muss sich noch über eine saison in der super league beweisen.

  • Rintintin am 11.08.2017 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wärs glaubt.

    Mit diesen Zuschauerzahlen (11000 im Schnitt, jetzt noch) ist jedes Heimspiel ein Minus. Herr Canepa, erzählen Sie das jemandem anderen.

  • Giancarlo am 11.08.2017 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Mehrwert

    Der Junge ist 223 Millionen wert. Warum ihn dann für 10 abgeben.

  • George Best am 11.08.2017 14:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld lockt

    Wenn ein offizielles Angebot von 10 Millionen und ein Gehalt geschätzt von 1,5 Mill auf dem Tisch liegt, wäre jedermann nicht ehrlich, wäre es doch sehr verlockend. Dieses Angebot wird er vermutlich nie mehr erhalten. Ganz ehrlich ich würde verkaufen und wie richtig in junge Spieler, Schnäppchen investieren. Gerücht von Spielerberater in den Medien geschürt, vermute eher das

  • Cuira am 11.08.2017 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Ich finde das toll von Canepa aber ich hätte den Spieler sofort verkauft. 10 mio. sind sehr viel Geld für einen Schweizer Fussballverein. Evtl. wäre sogar noch mehr möglich gewesen. Damit hätte man dann auch gleich nochmals ein paar solcher Spieler kaufen können. Wenn er den Vertrag nicht mehr verlängern will dann geht er dann halt in 1-2 Jahren gratis...

    • Fussball Fan am 11.08.2017 13:24 Report Diesen Beitrag melden

      Vertrags-Info

      Vertrag läuft bis 2020...er wäre also erst in 3 Jahren ablösefrei...

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