«Time-Out»

30. November 2012 10:22; Akt: 30.11.2012 14:11 Print

Biel braucht einen, der Schläpfer aushält

von Klaus Zaugg - Destabilisiert ausgerechnet Basel mit Kevin Schläpfer den berühmtesten Trainer aus dem Baselbiet? Denn die «Sharks» schnappen dem Biel-Coach den Assistenten weg.

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Die Meldung ist auf den ersten Blick eigentlich nur eine Fussnote wert: Kevin Schläpfers Assistent Dino Stecher verlässt Ende Saison den EHC Biel und wird neuer Bandengeneral bei den Basel Sharks.

Nun können wir sagen: Na und? Was spielt es denn für eine Rolle, wenn der Assistent von Kevin Schläpfer geht? Aber auf den zweiten Blick erkennen wir: Es spielt sehr wohl eine Rolle. Möglicherweise sogar eine grosse Rolle. Der Abgang von Dino Stecher kann sogar die NLA-Leistungslandkarte der nächsten Saison verändern.

Viele grosse Hockeytrainer funktionieren unabhängig davon, wen sie als Assistenten neben oder unter sich haben. Chris McSorley, Arno Del Curto, Larry Huras oder Hans Kossmann sind charismatische Alphatiere, die den Assistenten als Helfer brauchen. Aber nicht als Ergänzung. Ihre Assistenten sind austauschbar wie ein Fahrrad auf einem Parkplatz in Peking.

Bei Schläpfer spielt der Assistent eine wichtige Rolle

Auch Kevin Schläpfer ist ein charismatisches Alphatier. Mit einem leichten Hang zum Chaos und zum Übertreiben. Oder wie es einmal einer seiner engsten Mitarbeiter formuliert hat: «Es ist nicht einfach, Kevin Schläpfer jeden Tag auszuhalten.» Das werden zwar auch die Assistenten von Winston Churchill oder Napoleon gesagt haben. Aber für das Funktionieren von Kevin Schläpfer spielt der Assistent eine zentrale Rolle. Seinen grössten Erfolg (die sensationelle Playoff-Qualifikation) hat Kevin Schläpfer letzte Saison mit Dino Stecher an seiner Seite gefeiert.

Dino Stecher ist mehr als einfach der Assistent von Kevin Schläpfer. Er ist die Ergänzung seines emotionalen Chefs im Sinne von «Yin und Yang». Der ehemalige Kultgoalie (Olten, Gottéron) ist beides: Einer, der Kevin Schläpfer einerseits herausfordert und widerspricht, der seinem Chef auf Augenhöhe begegnet und sich andererseits trotzdem absolut loyal verhält, wie es sich für einen gewöhnlichen Assistenten gehört. Dazu gibt es eine Anekdote. Ich habe einmal über Dino Stecher eine Story geschrieben. Wir trafen uns in Biel im Trainerbüro. Ich setzte mich auf einen der beiden Stühle und Dino Stecher blieb stehen. Ich fragte, warum er sich nicht auf den anderen, freien Stuhl setze. Er sagte: «Das ist der Stuhl von Kevin Schläpfer. Es gehört sich nicht für mich, darauf zu sitzen.» Es war kein Spass. Er meinte es so.

Ersatz zu finden, wird schwer

Mit Dino Stecher wird Kevin Schläpfer seinen wichtigsten Mitarbeiter verlieren. Um es salopp zu sagen: Sein «Yang», sein emotionales Gleichgewicht. Es wird sehr schwierig sein, ein neues «Yang» für Biels «Hockeygott» zu finden. Einen Assistenten, der Kevin Schläpfer gewachsen ist, der Kevin Schläpfer aushält und sich bedingungslos bis zur Selbstaufgabe loyal verhält.

Die Basler haben ungewollt den berühmtesten Trainer der Basler Hockeykultur (den Baselbieter Kevin Schläpfer) destabilisiert. Dino Stecher hätte die Bieler Ende Saison allerdings auch dann verlassen, wenn er kein Angebot der Basel Sharks erhalten hätte. Weil er sich neu orientiert. Notfalls hätte er sogar eine Auszeit von einer Saison genommen. Er sagt es nicht. Aber es wird so sein: Assistent eines so fordernden, im guten Sinne unberechenbaren Chefs wie Kevin Schläpfer zu sein, ist anstrengend, sehr anstrengend. So anstrengend, dass einer nach zwei Jahren eine Auszeit oder einen Wechsel braucht.

Stecher nicht der Erste, der Biel verlässt

Die Bieler sind inmitten des dramatischen Ringens um die erneute Playoffteilnahme in die kritischste Situation seit dem Wiederaufstieg von 2008 geraten: Unternehmens-Leitwolf Kevin Schläpfer verliert seinen wichtigsten Mitarbeiter und nächste Saison sind die Nationalverteidiger Thomas Wellinger (zum SCB) und Clarence Kparghai (zu Lugano) weg. Vielleicht geht auch noch Torhüter-Titan Reto Berra (ins Ausland?). Viel, sehr viel Arbeit für Sportchef Martin Steinegger und Manager Daniel Villard.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus F. am 30.11.2012 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Assistent und Verteidiger

    Das mit dem Assistenz-Trainer stimmt schon, Biel wird aber vor allem ein paar neue Verteidiger brauchen...

  • kinimod am 30.11.2012 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    schade

    richtig erkannt, bedaure den abgang von stecher sehr!

  • Berner (mein Familienname) am 30.11.2012 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Der Titel

    ist super. Her Zaugg hats wieder mal getroffen. Einer meiner -nein besser, mein Lieblingsschreiberling.

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