«Time-out»

25. November 2012 09:26; Akt: 25.11.2012 09:45 Print

Die vergebliche Suche nach einem grossen Team

von Klaus Zaugg - Biel kann grosse Spiele gewinnen. Aber Biel ist noch keine grosse Mannschaft: Das zeigt das 2:8 gegen den SC Bern.

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Grosse Teams können eine grosse Leistung wiederholen. Dazu ist der EHC Biel noch nicht in der Lage. 24 Stunden nach dem 4:2 in Bern folgt gegen den gleichen Gegner ein 2:8 auf eigenem Eis.

Entscheidend: Der SCB war bereit. Die Bieler nicht. So wie Biels 1:0 in Bern den SCB gelähmt hatte, so vermochten sich nun die Bieler vom 0:1 nie mehr richtig zu erholen. In Bern hatten wir ein grosses, emotionales Biel mit einem Weltklassegoalie gesehen. Jetzt, 24 Stunden später, war es erst ein gewöhnliches und schliesslich sogar kleinlautes Biel mit einem durchschnittlichen und am Ende gedemütigten Goalie.

Reto Berra spielte 24 Stunden nach seiner besten Saisonpartie sein schwächstes Spiel und erreichte lediglich eine Abwehrquote von 66,67 Prozent (Abwehrquote beim 4:2 in Bern: 95,24 %). Ein Team wie Biel braucht für einen Sieg einen Goalie, der mehr als 90 Prozent der Schüsse hält.

Berra: «Ich fühlte mich eigentlich gut»

Beim 4:2 in Bern liess Reto Berra erst den 25. Schuss ins Netz fahren, nun bedeutete gleich der erste Schuss das 1:0 für Bern. In der Form des Vorabends hätte er drei der fünf ersten Gegentore verhindert. Das 0:3 war sogar haltbar. War es eine Frage der Energie? «Ich fühlte mich eigentlich gut, aber im Laufe des Spiels fehlte dann doch der letzte Zwick», sagte Berra gegenüber 20 Minuten Online.

«Ich war in den letzten drei Tagen erkältet und musste Medikamente nehmen. Das hat vielleicht doch Wirkung gezeigt. Hinzu kam, dass ich im Gegensatz zur Partie in Bern gar nie ins Spiel gekommen bin. Bevor ich einen richtigen Schuss halten konnte, stand es schon 0:2.» Das 2:8 hat er allerdings bereits abgehakt: «Es ist besser, alles Ungemach in einem Spiel zu erleiden, als verteilt auf drei oder vier Partien.»

Seguin zauberte nur zehn Minuten

NHL-Star Tyler Seguin, am Freitag beim 4:2 in Bern noch dreifacher Torschütze, tanzte erst nach Spielmitte und nur während gut zehn Minuten. Aber das Glück hatte ihn verlassen. Mit einem Kunstschuss verkürzte er zwar auf 1:3. Aber ein zweiter oder später ein dritter Treffer, der vielleicht doch noch die Emotionen zurückgebracht und die Wende herbeigeführt hätte, gelang ihm nicht mehr. Am Ende ging er mit einer Minus-2-Bilanz vom Eis. Dafür steigerten sich die NHL-Stars beim SCB. Beim 2:4 am Freitag blieben Mark Streit (1 Assists/+1) und John Tavares (kein Punkt/+1) im Mittelmass stecken. Beim 8:2 in Biel dominierten Streit (1 Tor/2 Assists/+4) und Tavares (2 Tore/4 Assists/+5) das Spiel.

Biels Trainer Kevin Schläpfer haderte an seinem 43. Geburtstag nicht mit dem Schicksal. Er schätzte die Situation realistisch ein. «Letztlich haben wir wohl noch nicht die Substanz, um zwei Spiele hintereinander einem so starken Gegner wie dem SCB zu trotzen.»

«Playoff-Mümpfeli» für den SCB

Für SCB-Trainer Antti Törmänen ist dieser Erfolg in Biel extrem wichtig. Im November werden zwar keine Titel vergeben. Aber zwei Spiele hintereinander gegen den gleichen Gegner und in aufgeheizter Atmosphäre sind wie ein «Playoff-Mümpfeli». Die Fähigkeit zur sofortigen Reaktion ist gerade im Hinblick auf die Playoffs für ein Team, das eine Meisterschaft gewinnen will, eine ganz entscheidende Qualität des Trainers. Zwei Pleiten hintereinander hätte die Trainer-Diskussion in Bern wieder befeuert und die Erinnerung an die kläglich verlorene Playoff-Finalserie gegen die ZSC Lions belebt. Nach kurzem Wellengang am Freitagabend dampft die Hockey-Titanic SCB nach dem 8:2 in Biel unter finnischem Kommando nun für ein paar Tage in ruhigen Gewässern.

Ein Merkmal dieser Qualifikation ist bei Halbzeit das Fehlen einer ganz grossen Mannschaft. Das hat sich nun bei den zwei Partien hintereinander gegen die gleichen Gegner gezeigt: Nur zwei Teams haben beide „Doppelspiele“ gewonnen: Fribourg-Gottéron gegen Leader Servette (3:0 und 2:1) und Zug gegen die SCL Tigers (6:2 und 7:2). So gesehen ist vorübergehend nur Gottéron ein grosses Team. Zug hingegen nicht: Die Langnauer sind inzwischen in so lamentabler Verfassung, dass Erfolge gegen die Emmentaler als «Gratis-Siege» abgebucht werden müssen. Wer jetzt Langnau nicht schlägt, ist die Playoffs nicht «wärt».

Fust in Langnau auf dem Schleudersessel

Diese vergebliche Suche nach einem grossen Team erklärt die Ausgeglichenheit in dieser Qualifikation. Nicht einmal der SC Bern, der immerhin sechs der letzten acht Partien gewann, hat die Playoffs auf sicher. Das ist die Chance der vermeintlich Kleinen wie Biel oder Kloten oder Rapperwil-Jona. Nur für Ambri und die SCL Tigers, die zwei kleinen Teams dieser Saison, sind bei Halbzeit der Qualifikation die Playoffs nicht mehr möglich. Ambri hat den Trainer gewechselt. Langnau noch nicht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SCB Fäbu am 25.11.2012 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Schläpfer for Ever

    SCB Fäbu Ich will Euch SCB Fan's mal ehrlich was schreiben: Wenn der SCB so einen Trainer wie Schläpfer an der Bande hätte, dann wäre der grosse SCB schon von Anfang an Tabellen Erster! Vergesst nicht dass Schläpfer 3 mal gegen uns gewonnen hat, also bitte mehr Respekt diesem Trainer gegenüber. Wir brauchen keinen Streicheltrainer wie Törmänen aber einen klardenker wie Schläpfer! Ich bin mir nicht ganz sicher, ob der SCB so den Titel holen kann!

  • Rene Steffen am 25.11.2012 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ehcb

    Ich als scb fan finde es einfach super was der ehcb und schläpfer auf die beine stellen und mit den lockout stars ist jeder match ein highlight !

  • Mitch am 25.11.2012 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für ein Titel...

    ..mit 9.5 Millionen Budget ist Biel eines der kleinsten Teams (wenn nicht sogar das kleinste). Was Biel letste und diese Saison erreicht hat ist unglaublich. Der Golf EHCB hat diese Saison den Porsche SCB 3 von 4 mal geschlagen. Und seit dem Aufstieg wurde der SCB schon mehrfach mir einer Kanterniederlage vom Eis geschikt. Das ist einfach nur peinlich für den grooossen SCB.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • SCB Fäbu am 25.11.2012 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Schläpfer for Ever

    SCB Fäbu Ich will Euch SCB Fan's mal ehrlich was schreiben: Wenn der SCB so einen Trainer wie Schläpfer an der Bande hätte, dann wäre der grosse SCB schon von Anfang an Tabellen Erster! Vergesst nicht dass Schläpfer 3 mal gegen uns gewonnen hat, also bitte mehr Respekt diesem Trainer gegenüber. Wir brauchen keinen Streicheltrainer wie Törmänen aber einen klardenker wie Schläpfer! Ich bin mir nicht ganz sicher, ob der SCB so den Titel holen kann!

  • ZSC Fan am 25.11.2012 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wo seid ihr?

    Hei, wo seid ihr timeout kritiker? Vo den letzten 8 berichten ging es je zur hälfte um biel und kloten... Wo sind sie die... Es gibt 12 teams jammeris...

  • Mitch am 25.11.2012 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für ein Titel...

    ..mit 9.5 Millionen Budget ist Biel eines der kleinsten Teams (wenn nicht sogar das kleinste). Was Biel letste und diese Saison erreicht hat ist unglaublich. Der Golf EHCB hat diese Saison den Porsche SCB 3 von 4 mal geschlagen. Und seit dem Aufstieg wurde der SCB schon mehrfach mir einer Kanterniederlage vom Eis geschikt. Das ist einfach nur peinlich für den grooossen SCB.

    • M13 am 25.11.2012 21:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Die armen Bieler un die bösen Berner

      die Armen Bieler mit ihrem SCB- Komplex: der Witz mit dem 9.5 Mio-Budget ist einfach nur lächerlich, spätestens dann wenn eure Lockout-Stars wieder nach Hause gehen, wird euch die Recnung in sportlicher und wirschaftlicher Hinsicht präsentiert, und die wird nicht aufgehen..das ist eben die Differenz zum Porsche bzw. Zu einem erfolgreichen Unternehmen

    • Köbi am 25.11.2012 22:34 Report Diesen Beitrag melden

      Die Rechnung ist schon aufgegangen M13

      Biel ist in der Mitte der Tabelle, womit niemand gerechnet hat. Ausserdem wurden die zwei NHL-Stars fremdfinanziert. Biel wird am Ende der Saison also keine Schulden haben. Ohne Lockout wäre Biel wohl auch über dem Strick, waren Sie vor dem Lockout ja auch. mannschaften wie Zug und Davos haben da die grösseren Probleme. So viel zum Thema.

    • mr.pepit am 26.11.2012 12:13 Report Diesen Beitrag melden

      die armen berner

      hahaha m13 schau mal wie viele punkte in diesem spiel auf das konto EURER lockout-spieler geht. und es muss schon hart sein 3 von 4 spielen gegen den ehcb verloren zu haben.

    • Michael am 28.11.2012 14:33 Report Diesen Beitrag melden

      Angstgegner

      Es gibt immer Teams, die einem besser liegen... oder eben nicht. Der Blick auf die Tabelle ist wichtig. Und zur Zeit sind Platz 10.-2. eigentlich alle gleich auf.

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  • Rene Steffen am 25.11.2012 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ehcb

    Ich als scb fan finde es einfach super was der ehcb und schläpfer auf die beine stellen und mit den lockout stars ist jeder match ein highlight !

  • Michi Schelbert am 25.11.2012 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ambri ohne Playoffs?

    Für Ambri gibt es noch zwei Möglichkeiten die Playoffs zi erreichen entweder der Lockout wird beendet oder sie verpflichten Patrick Sharp und Jonathan Towes.

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