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12. Februar 2013 09:33; Akt: 12.02.2013 10:49 Print
Statistisch ist Brunner ein NHL-Star, aber ...
von Klaus Zaugg, New York - Statistisch ist Damien Brunner auf dem Weg zum Superstar. Aber die Statistik ist auch in der NHL nicht immer die letzte Wahrheit. Der Schweizer kämpft auch gegen ein Vorurteil.
Spitznamen von NHL-Spielern.
In seinen ersten zwölf NHL-Partien hat Damien Brunner für die Detroit Red Wings sechs Tore und drei Assists und damit neun Skorerpunkte gebucht. Ein sehr guter Start.
Bildstrecken Schweizer in der NHL 2012/2013Ja, statistisch ist er ähnlich gut oder sogar besser in die wichtigste Liga der Welt gestartet als einige der aktuellen NHL-Superstars. Sidney Crosby produzierte in seinen ersten 12 NHL-Spielen 2 Tore und 13 Assists (15 Punkte), Alex Owetschkin 8 Tore und 5 Assists (13 Punkte), John Tavares 4 Tore und 5 Assists (9 Punkte), Henrik Zetterberg 3 Tore und 4 Assists (7 Punkte), Rick Nash 1 Tor und 4 Assists (5 Punkte) und Steven Stamkos 2 Tore und 2 Assists (4 Punkte). Nur mit einem Superstar ist kein Vergleich möglich: Teemu Selänne startete einst mit 11 Toren und 9 Assists in den ersten 12 Partien – und am Ende der Saison war er mit 76 Treffern der beste Rookie («Neuling») aller Zeiten. Brunner wird also nicht der nächste Teemu Selänne. Aber müsste es nicht wenigstens zum nächsten Zetterberg, Nash oder Stamkos reichen?
Statistik zählt für die Zukunft wenig
Diese Frage kann noch nicht beantwortet werden. Die Statistik sagt wenig über Damien Brunners Zukunfts-Aussichten. Er hat jetzt den Fuss in der Türe zur NHL. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Er hat die optimale Ausgangslage – Start im ersten Sturm und im Powerplay – genutzt. Doch der Weg zum NHL-Stammspieler oder gar NHL-Superstar ist noch lang und beginnt erst jetzt. Es ist einfacher, die Tür zur NHL in einem ersten stürmischen Anlauf zu öffnen, als sie dann offenzuhalten.
Damien Brunner ist die Rolex, die Detroit auf dem internationalen Transferwühltisch gefunden hat. Mit Verwunderung und zunehmendem Interesse betrachten die NHL-Experten den Stürmer aus der Schweiz. Sie wissen noch nicht recht, was sie von diesem wunderlichen Wesen halten sollen. Ein «Sniper» aus der Schweiz, der auch in der NHL die Netze füllt? Das kann nicht sein. Nicht einmal in einer Liga, deren Skorerliste von einem Österreicher (Thomas Vanek, Buffalo) angeführt wird.
Bestätigung wird hartnäckig eingefordert
Bestätigung wird in der NHL für Spieler wie Damien Brunner hartnäckig eingefordert. Er ist kein Star, auf den alle gewartet haben wie Sidney Crosby, Joe Thornton, Rick Nash oder John Tavares. Wenn Damien Brunner nicht mehr trifft, wird kaum jemand fragen, was los ist. Bei Namen wie Crosby, Owetschkin oder Tavares hätte sich die nordamerikanische Hockeywelt hingegen im Falle eines Scheiterns noch monatelang mit der Frage befasst: Warum? Was ist passiert? Und sie hätten auch eine zweite und dritte Chance bekommen. Ein Spieler wie Brett Hull kam in seiner ersten NHL-Saison gerade mal auf fünf Spiele (1 Tor) und verbrachte den Rest der Zeit im Farmteam. Aber er war der Sohn von Bobby Hull und bekam die nächste Chance und nutzte sie. Auf diese zweite Chance kann Damien Brunner noch nicht zählen. Bleibt er über eine längere Zeit ohne Skorerpunkte, dann ist seine NHL-Karriere auch nach diesem Start in Gefahr.
Damien Brunner wird ein NHL-Star, wenn er seine Unbekümmertheit bewahrt, das aktuelle Niveau hält und am Ende der Saison einen neuen Mehrjahresvertrag mit einem Salär zwischen zwei und drei Millionen Dollar im Jahr bekommt. Dann ist er drin in der NHL. Dann kann er auch eine Krise durchstehen, die in der zweiten NHL-Saison («sophomore season») recht häufig ist. Dann wird auch bei ihm die Frage gestellt: Was ist los? Und er wird eine zweite und dritte Chance bekommen.
«Swiss men can't score»
Damien Brunners Vorteil: Die Saison ist von 82 auf 48 Partien verkürzt worden und damit steigen die Chancen, dass er durchhält. Das grösste Problem für einen europäischen NHL-Neuling ist sehr oft, dass in der NHL wegen der vielen Spiele und Reisen bereits bis Weihnachten so viel Energie verbraucht wird wie während einer ganzen europäischen Saison. Dieses Problem hat der letztjährige NLA-Topskorer nicht.
Setzt sich Damien Brunner durch, werden es Schweizer Stürmer künftig etwas einfacher haben, einen NHL-Vertrag zu bekommen. «White men can't jump» galt einst im Basketball. «Swiss men can't score» ist ein NHL-Vorurteil, das Damien Brunner widerlegen kann.
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Alle 117 Kommentare

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Ein riesen Unterschied:
Ganz klar ist ein Spieler zwisch 25 und 28 in den besten Jahren. Alle aufgeführten Spieler hatten die erste Saison mit 18-20 Jahren.. Zudem war John Tavares z.B die erste Saison nicht in der Linie mit Datsjuk und Zetterberg! Es ist einiges schwieriger mit 2 durchschnittlichen Sturmpartner 2 Tore zu Schiessen als mit 2 Superstars welche dir die Scheibe auf den Stock legen 6 Tore zu erzielen. Dieser ganze Hype verstehe ich nicht. Was ist mit Diaz? 9 Punkte als Verteidiger in der 2. Saison! Man liest nicht 1/10 von ihm im Vergleich zu Brunner!
Brunner
Hmm, als Detroit die Verpflichtung von Brunner bekanntgab, da hat der Trainer schon gesagt er wird seine Chance in der 1. oder 2. Linie bekommen. Also die Chance hätte er so oder so erhalten. Und jetzt ehrlich, glaubt ihr nur der EVZ wollte den Zetterberg. Da war sicher nicht nur der EVZ im Spiel. Ich kann mir vorstellen (oder es war so) dass Detroit Zug den Zetterberg empfohlen hat. Genau aus diesem Grund, dass er mir Brunner zusammenspielen kann. Die haben dies Vorausgeplant. Brunner muss nur dass machen was er jetzt macht. Tore schiessen und Assists geben.
Diaz
nur peinlich das der Verteidiger Diaz bist dahin mehr punkte hatte als Stürmer Brunner! Brunner hat erst vor kurzem. punktemässig auf Diaz aufgeschlossen!
autsch...
was genau ist daran peinlich wenn beide gut spielen. völlig deplaziert dieser eintrag...
er hat schon recht
ein stürmer der 1 linie sollte schon mehr tore schiessen als ein verteidiger (auch wenn er offensiv spielt und in der 1 Linie ist)