«Time-Out»

02. November 2012 07:44; Akt: 02.11.2012 10:22 Print

ZSC Lions: Alles fast zu schön, um wahr zu sein

von Klaus Zaugg - Nur die Tage der meisterlichen und internationalen Triumphe waren für die ZSC Lions noch schöner als der 1. November 2012. Wird nun auch der Titelkampf in New York entschieden?

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Vancouvers Keeper verstärkte während dem Lockout Ambri-Piotta, bestritt aber am Wochenende vom 5./6. Januar genauso wie alle anderen noch in der Schweiz spielenden NHL-Stars seine letzten Partien. Der kanadische Jungstar von den Colorado Avalanche stiess am 9. Dezember zu Ambri und verliess die Leventiner am 7. Januar wieder. Der Center der Ottawa Senators spielte während dem Lockout für die Rapperswil-Jona Lakers. Am 3. Januar 2013 flog er zurück in die Heimat, in der Hoffnung, dass die NHL den Spielbetrieb in dieser Saison doch noch aufnimmt. Womit er wenige Tage später recht erhielt. Der Stürmer der Boston Bruins lief bis am 31. Dezember für den EHC Biel auf. Nach der Spengler-Cup-Teilnahme mit dem Team Canada kehrte er in seine Heimat zurück. Der Kanadier kam von den Boston Bruins zum HC Lugano. Er verliess den Verein zum Jahreswechsel wieder. Davos nahm am 4. Dezember den 27-jährigen Schweden von den Dallas Stars unter Vertrag. Er war in der letzten Saison der erfolgreichste Skorer seines Teams. Der Captain von Stanley-Cup-Sieger Los Angeles Kings spielte für die ZSC Lions. Der Stürmer der Montreal Canadiens lief während der Lockout-Zeit für Fribourg-Gottéron auf. Der New-York-Rangers-Akteur gab ein Gastspiel bei den Lakers, reiste aber bereits Mitte Dezember wieder ab. Die Nummer 88 von den Chicago Blackhawks verstärkte während des Lockouts den EHC Biel. (vorne) Der Erstrundendraft von 2007 hatte zu Beginn des Lockouts bei Ambri einen kurzen Auftritt. Nach nicht einmal drei Wochen reiste der Stürmer der Montreal Canadiens wieder ab. Angeblich wegen einer Ellenbogen-Entzündung. Der Goalgetter der Detroit Red Wings sorgte beim EV Zug für Furore. Der Teamkollege von Mark Streit bei den New York Islanders stürmte während des Lockouts beim SC Bern. Tavares war in der letzten NHL-Saison achtbester Skorer der Liga. Der Center der Washington Capitals spielte für die Kloten Flyers. Wegen Adduktorenproblemen reiste er aber bereits vor dem Lockout-Ende zweimal in die USA. Der Kanadier gehört seit sechs Jahren zum Stamm der Washington Capitals. Der Stürmer der Buffalo Sabres wurde von den SCL Tigers verpflichtet. Er reiste Ende November für medizinische Abklärungen vorerst zurück nach Nordamerika reisen - und kam auch nicht mehr zurück. Der Verteidiger der Minnesota Wild wurde während dem Lockout ebenfalls von den SCL Tigers verpflichtet. Und auch er musste Ende November für medizinische Abklärungen zurück in die USA reisen. Zurück kam er nicht mehr. Der Ur-Berner von den Nashville Predators spielte während dem Lockout beim SC Bern. Der Kanadier (vorne) gab ein Gastspiel beim HC Genf-Servette. In der NHL spielt der Center für die San Jose Sharks. Anfangs Dezember reiste er aus persönlichen Gründen in die Heimat zurück. Der Verteidiger der New York Islanders lief während des NHL-Lockouts für den SC Bern auf. Wie bereits beim letzten NHL-Lockout lief der Center der San Jose Sharks für den HC Davos auf. Auch der zweite «NHL-Davoser» vom Lockout 2005 kehrte zum HCD zurück. Der Verteidiger der Montreal Canadiens verstärkte für die Dauer des Lockouts den HC Genf-Servette. Der Stürmer, der mit den Detroit Red Wings in seine erste NHL-Saison starten wollte, spielte wie die vier Saisons zuvor beim EVZ. Der Ducks-Verteidiger verstärkte den HC Lugano. Der Verteidiger der Montreal Canadians kehrte während dem Lockout zum EV Zug zurück. Bereits bevor er sein Glück in der nordamerikanischen Ferne gesucht und gefunden hat, war Diaz bei den Innerschweizern acht Jahre lang unter Vertrag. Der Nashville-Predators-Spieler verstärkte Red Ice Martigny für knapp einen Monat. Nach dem Abgang von Hörnqvist sicherte sich Martigny die Dienste des Boston-Bruins-Akteurs. (r.) Der Däne spielte für den NLB-Klub Langenthal. Er steht seit 2008 bei den Ottawa Senators unter Vertrag.

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Die Meisterfeiern 2000, 2001, 2008 und 2012, der Sieg in der Champions Hockey League und der Triumph über Chicago – das sind die Feiertage der ZSC Lions im 21. Jahrhundert. Nun kommt noch der 1. November 2012 dazu. Pokale wurden zwar an diesem Tag keine gewonnen. Aber es war doch einer der grossen Tage: Erst der Transfer von Dustin Brown und dann der Sieg (5:3) gegen die SCL Tigers, der die Segel des Selbstvertrauens nach zwei Pleiten (1:2 in Ambri, 1:5 in Davos) wieder bläht.

Dieser Sieg in einer der 50 Qualifikationspartien wird bald im Ozean der Statistik verloren gehen. Die Verpflichtung von Dustin Brown werden wir hingegen nicht so schnell vergessen. Er könnte dereinst als bester ZSC-Ausländer aller Zeiten in die Geschichte eingehen.

Ein kompletter Powerstürmer

Dustin Brown ist einer der komplettesten Powerstürmer der Welt. Der Amerikaner steht im Zenit seiner Karriere: Captain, Leitwolf, bester Playoff-Skorer und Playoff-Torschütze beim Stanely Cup-Sieger (Los Angeles). Er kann das Spiel auf allen drei Stürmerpositionen, rechts, links und in der Mitte, dominieren. Er ist stark am Bully und im Boxplay und arbeitet auch gerne in der Defensive. Zudem pflegt er hart einzusteigen. Letzte Saison notierten die NHL-Statistiker 293 Checks. Sozusagen ein rumpelfester Künstler. Mehr noch: Als Familienvater ist er kein Rock’n’Roller. Und weil er in Los Angeles schon zwei Jahre unter Trainer Marc Crawford gespielt hat, wird auch seine Integration ins Team kein Problem sein. Da die Zürcher zurzeit nur über drei Ausländer verfügen, muss keiner wegen des NHL-Stars auf die Tribüne. Es gibt nicht einmal Unfrieden im Team oder Mehrarbeit im Sekretariat: Dustin Brown kann das Auto und die Wohnung von Gilbert Brulé übernehmen, dessen Vertrag aufgelöst worden ist. Alles fast zu schön für die Zürcher, um wahr zu sein. Aber es ist wahr.

Hätte Trainer Marc Crawford den Spieler sozusagen «erschaffen» können, den er für sein Team noch braucht – er hätte Dustin Brown kreiert. Der neue Stürmer wird nach der Nationalmannschaftspause gegen die Zuger und Henrik Zetterberg zum ersten Mal antreten.

Crawford hilft beim Transfer persönlich mit

Kein Wunder, war der ZSC-Trainer nach dem Spiel in Langnau gesprächig und guter Laune wie noch nie seit Beginn der Saison. Dustin Brown werde der Mannschaft helfen, sagte Marc Crawford und betonte explizit, welch grossartige Persönlichkeit der Amerikaner sei. Ja, er habe beim Transfer nach Zürich mit ein paar Telefonanrufen geholfen. Und er charakterisierte Dustin Brown als eine perfekte Mischung aus Technik, Kraft, Schnelligkeit und Leaderqualitäten.

Mit Dustin Brown werden die ZSC Lions in jeder Beziehung auf Augenhöhe mit dem SC Bern und Servette stehen. Also mit der nominell besten bzw. mit der bestgecoachten Mannschaft der Liga. Wenn Andres Ambühl und Luca Cunti wieder gesund sind, werden die Zürcher in allen vier Verteidigerpaaren und allen vier Sturmreihen Ausländer oder Nationalspieler einsetzen können.

Einer, der den Unterschied ausmachen kann

Mit Dustin Brown kommt nun ein Spieler dazu, der in einzelnen Partien die Differenz machen kann. Einer für die grossen Partien. Einer für die Playoffs. Er hat bisher in der Qualifikation im Schnitt 0,60 Punkte pro Partie erzielt. In den Playoffs 0,84 – und letzte Saison buchte er beim Stanley Cup-Triumph in den Playoffs sogar exakt einen Punkt pro Partie. Der Titelkampf könnte in New York entschieden werden. Die ZSC Lions können den Titel auch ohne Dustin Brown verteidigen. Also auch dann, wenn in New York eine Einigung zwischen Liga und Gewerkschaft erzielt und die NHL-Saison doch noch gestartet wird. Aber wenn die NHL-Saison nicht beginnt und der NHL-Star bleibt, dann sind die ZSC Lions Titelfavorit.

Auch die Langnauer haben ihren Dustin Brown. Der Kanadier Tyler Ennis (23) spielt auch in der NHL. Er ist einfach noch in jeder Beziehung eine Nummer kleiner. Weniger kräftig, weniger torgefährlich, weniger bissig (letzte Saison lediglich 26 Checks) und als offensiver Schillerfalter leistet er auch fast keine Defensivarbeit. Er verdient ja bei Buffalo mit 2,5 Millionen Dollar auch eine Million weniger als Dustin Brown in Los Angeles. Aber sein Stil ist in lichten Momenten durchaus ähnlich und er hat von allen Spielern am meisten Anteil an am neuen Schwung der SCL Tigers. Gegen die Lakers ist er nach einer Verletzungspause ins Team zurückgekehrt, hat das Spiel beschleunigt und geprägt. Obwohl er beim 5:1 kein Tor erzielt hatte, war er einer der Väter des Sieges.

Erstes Tor für Tyler Ennis

Gegen die ZSC Lions buchte der Kanadier nach einem Sturmlauf über die Aussenbahn sein erstes Tor in der NLA (zum 2:2, das den Tigern vorübergehend die Hoffnung zurückbrachte) – auf jene Art und Weise, wie auch Dustin Brown zu skoren pflegt. Tyler Ennis steht nun nach vier Partien bei einem Tor und vier Assists.

Dass am Ende einer intensiven, hochstehenden und ausgeglichenen Partie (29:30 Torschüsse) eine bittere 3:5-Niederlage stand, die die Playoff-Hoffnungen der Emmentaler auf ein theoretisches Minimum reduziert, ist letztlich ganz einfach zu erklären. In der Regel gewinnt die Mannschaft mit dem besseren Torhüter. Lukas Flüeler spielte ordentlich und in der stärksten Phase der Langnauer im Mitteldrittel und zu Beginn des Schlussdrittels sogar sehr gut (Abwehrquote 89,60 %). Thomas Bäumle spielte in seinem zweiten Spiel für die SCL Tigers nicht sein bestes Hockey (82,76 % Abwehrquote). Bei drei Toren (0:1, 0:2, 3:4) war er nicht frei von aller Schuld. Langnaus Torhüter war nicht gut genug. Die SCL Tigers gewinnen gegen ein Team wie die ZSC Lions nur, wenn alle ihr bestes Hockey spielen und der Goalie mehr als 90 Prozent der Schüsse stoppt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sid the Kid am 03.11.2012 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Crosby

    Und jetzt kommt dann ev. auch noch Crosby, was wohl gleichbedeutend mit dem Meistertitel wäre. ZSC

  • Büeli am 03.11.2012 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Crosby zum ZSC

    Liebe Neider, Dustin Brown ist noch nicht genug. Wenn die Informationen laut "The Fourth Period" stimmen, könnte bald auch mit etwas Glück Sid The Kid für den "Z" stürmen. Sideny Crosby beim "Z", top Transfer.

    • Möögg am 03.11.2012 17:09 Report Diesen Beitrag melden

      Nein danke

      ..dann rennt er in ein Checklein, fällt der Rest aus und die NHL ist für ewig sauer auf the Swiss. Lieber Parise, der steht auch auf der Wunschliste

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  • Icke am 03.11.2012 09:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeder ist seines Glückes Schmied...

    ...und das ist auch gut so! Endlich kann man ohne über den grossen Teich fliegen zu müssen, richtig gute Spieler sehen. Jetzt treten NHL-Stars gegen NHL-Stars an. Krachende Checks, geile Spielzüge, geniale Tricks. Mit Sicherheit bin ich kein Z-Fan, aber Glückwunsch zu diesem Einkauf. Die Genialität zeigt sich erst auf dem Eis...

  • Tobias am 03.11.2012 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ZSC

    Ich sag jetzt nur: Wer ist Zetterberg?

    • noah ev zug am 04.11.2012 07:55 Report Diesen Beitrag melden

      monster-hit

      Dann ist zu hoffen, dass der Herr Brown den Kopf schön oben hält, nicht so wie der Kollege Ambühl.

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  • Sandro Lanz am 03.11.2012 09:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jawoll!

    Freue mich ihn zu sehen! Natürlich auch als SCB Fan! Freund oder Verfechter des Lockouts, es ist jetzt so und damit müssen alle klar kommen!

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