«Time-Out»

04. Januar 2012 08:41; Akt: 04.01.2012 09:21 Print

Ambris drohender Goalie-AlbtraumAmbris drohender Goalie-Albtraum

von Klaus Zaugg - Die Torhüterfrage in der NLA ist fast geklärt. Aber sie wird mit ziemlicher Sicherheit Ambri noch diese Saison schlaflose Nächte bescheren.

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Noch in Ambri - nächste Saison in Langnau: Goalie Thomas Bäumle. (Bild: Keystone)

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Elf von zwölf NLA-Klubs haben die Nummer 1 im Tor für nächste Saison unter Vertrag: Bern (Bührer), Davos (Genoni), Zug (Markkanen), Langnau (Bäumle), Lugano (Manzato), Biel (Berra), ZSC Lions (Flüeler), Kloten (Rüeger), Ambri (Schaefer), Fribourg (Huet) und Servette (Stephan).

Überraschungen sind zwar nicht ganz auszuschliessen: Ein Wechsel von Leonardo Genoni oder Reto Berra nach Nordamerika oder eine von Jussi Markkanen verschuldete Playoffpleite in Zug könnten nochmals für Aufregung sorgen. Aber wenn alles in geordneten Bahnen verläuft, ist bei elf von zwölf Klubs die Goaliefrage für nächste Saison geregelt.

Wo landet Conz wirklich?

Bleiben die Lakers. Hier wird das letzte Teilchen des Goalie-Puzzles eingesetzt. Die Lösung liegt auf der Hand. Zumal die Transfer-Kriegskasse der Lakers ja voll ist: Die Lakers übernehmen für nächste Saison von Servette leihweise den jetzt in Lugano tätigen Benjamin Conz. Servette-General Chris McSorley will Conz nächste Saison noch einmal dem Meistbietenden leihweise überlassen – aber nur noch die Lakers haben noch Bedarf an einer Nummer 1. Zwar will es unser Arbeitsrecht, dass Benjamin Conz nicht gegen seinen Willen bei einem Klub platziert werden kann. Aber da er nächste Saison noch bei Servette unter Vertrag steht, bleibt ihm nichts anderes übrig als das zu tun, was McSorley will. Sonst muss er zurück nach Genf und dort hinter Tobias Stephan auf die Ersatzbank.

Benjamin Conz hat Langnau letzte Saison in die Playoffs gehext. Mit Benjamin Conz ist der letztjährige Playout-Teilnehmer Lugano wieder auf Playoff-Kurs und mit Benjamin Conz wären die Lakers nächste Saison ein Anwärter auf die Playoffs.

Verzwickte Situation für Bäumle

Doch wenden wir uns wieder der Gegenwart zu: Weil die Hockey-Teufel nie schlafen, wird ein Goalie-Transfer dem tapferen Ambri noch diese Saison einen Albtraum bescheren. Ambris Torhüter Thomas Bäumle hat bereits für nächste Saison bei den SCL Tigers unterschrieben. Ein Blick auf die NLA-Rangliste zeigt: Voraussichtlich werden die SCL Tigers und Ambri in der ersten Playoutrunde aufeinander treffen. Was, wenn sich Nolan Schaefer nicht wohl fühlt oder sich gar leicht verletzt? Was, wenn Ambri vier Ausländerlizenzen für Feldspieler braucht? Richtig: Dann muss Thomas Bäumle ins Tor.

Bei einem Feldspieler ist es halb so schlimm, wenn er gegen einen künftigen Arbeitgeber spielen muss. Für einen Torhüter ist es ein Albtraum: Selbst wenn er sich gewissenhaft auf ein Spiel vorbereitet und in Hochform ist, kann er ein «faules» Tor kassieren. Erst recht, wenn er seine Sache ganz besonders gut machen will und sich selbst unter Druck setzt. Eine gewisse Paranoia – wir sind allein gegen eine Welt voller Hockeyfeinde und werden betrogen - gehört zu jedem Aussenseiter. In Ambri ist diese Paranoia besonders stark ausgeprägt.

Auf die Polemik, die losbricht, wenn Ambri gegen Langnau wegen eines Fehlers von Thomas Bäumle eine Playoutpartie verlieren sollte, freue ich mich schon jetzt. Denn wie gesagt: Die Hockeyteufel schlafen nie. Es kommt schon, wie es kommen muss.

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  • Dario Haller am 06.01.2012 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem

    Thomas Bäumle ist genug Profi um so einer Situation gewachsen zu sein.

  • Mike Myers am 04.01.2012 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Fehlende Objektivität und Breite

    Lieber Herr Zaugg. Wissen Sie eigentlich, dass das schweizer Eishockey nicht nur aus den SCL Tigers besteht? Wäre es nicht möglich mal über Kloten, Rappi, ZSC oder Zug zu berichten? Meinetwegen kann über Ambri, Lugano, Genf oder Fribourg vor allem in den anderssprachigen Zeitungen berichtet werden. Aber lieber Herr Zaugg, Sie arbeiten nicht bei der BZ, dem BT oder bei der WZ ,sondern bei einem NATIONALEN Medienunternehmen. Freundliche Grüsse, ein Bielfan

  • hockeynut am 04.01.2012 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Trades

    Und wenn eben alles nur per "Trade" funktionieren würde, wären solche "Kuhhandel-Deals" wie letztes Jahr Deruns zu Bern für satte 600 000.- nicht möglich. Denn bei genau solchen Deals haben doch meist eben die Clubs die Nase vorn die auch das nötige Geld dafür haben. Ich wiederhole mich nochmals und sage, die Transferpolitik ist nicht sauber gelöst...