«Time-Out»

28. Dezember 2011 12:22; Akt: 28.12.2011 14:10 Print

Der Torhüter ist immer schuldDer Torhüter ist immer schuld

von Klaus Zaugg, Davos - Warum spielen Mannschaften an einem Tag gut und am nächsten schlecht? Schuld ist (fast) immer der Torhüter. Auch beim Spengler Cup.

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Der HC Davos gewinnt zum 15. Mal in der Vereinsgeschichte den Spengler Cup. Das Team von Arno Del Curto besiegt im Final den KHL-Vertreter Dinamo Riga knapp mit 3:2. Dinamo-Trainer Pekka Rautakallio konnte die Final-Pleite trotz grossem Einsatz an der Bande nicht verhindern. Seine Mannschaft konnte nur zeitweise ihre Leistung abrufen. Dinamo Riga qualifiziert sich nach dem HCD als zweite Mannschaft für den Final. GA Wolfsburg konnte lange Zeit mithalten. Nicht nur das: Über weite Strecken waren sie sogar die bessere Mannschaft. Am Schluss schaute dennoch ein 4:1-Sieg für die Letten heraus. Finale O-ho! Dank einem 4:2-Sieg gegen die Widersacher aus Vitkovice steht der HCD am Spengler Cup im Finale. Allerdings lieferten die Tschechen dem Gastgeber einen harten Fight. Und überdies zeigte sich HCD-Coach Arno Del Curto oft unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Wolfsburg schafft die Überraschung und wirft das Team Canada aus dem Turnier. Mit 3:2 nach Penaltys müssen sich die Favoriten gegen den Underdog aus Deutschlang geschlagen geben. Domenico Pittis kann es kaum fassen. Am Freitag spielt Wolfsburg gegen Dinamo Riga um den Finaleinzug am Spengler Cup. Den anderen Halbfinal bestreiten der HC Davos und Vitkovice. Anders Eldebrink muss zusehen, wie seine Spieler während 60 Minuten nicht auf Touren kommen. Für Torhüter Ronnie Rüeger war es ein Turnier zum Vergessen. Die Tschechen vom HC Vitkovice stehen dagegen als dritter Halbfinalist fest. Wer hätte das gedacht? Gleich mit 8:1 fertigt Gastgeber Davos das Team Canada ab. Massgeblich mitverantwortlich für das Davoser Torfestival: Petr Sykora mit drei Toren. Nach dem zweiten Drittel stand es 2:1 für Davos - hernach brachen die Kanadier ein. Gruppensieg! Dinamo Riga bleibt auch gegen die Grizzly Adams Wolfsburg ungeschlagen. Mangelnden Kampfgeist oder Siegeswillen müssen sich die Wolfsburger aber gewiss nicht vorwerfen lassen. Endstation Maris Jucers: Lange bissen sich die Deutschen die Zähne an Rigas Hintermann aus. Leonardo Genoni (m.) sichert seiner Mannschaft mit einer grandiosen Parade kurz vor Schluss den Sieg. Seine Teamkollegen bedanken sich bei ihrem Schlussmann. Die HCD-Fans haben Grund zu feiern. Nach dem 2:1 über Vitkovice kann der HCD morgen um den Gruppensieg spielen. Reto von Arx (r.) und seine Mannschaft hat die Aufgabe gegen die punktelosen Tschechen souverän gemeistert. Nun geht es morgen gegen das Team Kanada. Die Flyers können wieder lachen! Das überzeugende 6:0 gegen Wolfsburg ist gleichzeitig der erste Sieg am Spengler Cup. Wolfburgs Keeper Daniar Dshunussow kann die Scheibe im letzten Moment sichern. Matchwinner ist Roman Wick (m.). Der Stürmer trifft doppelt, sein zweites Tor zum 6:0 ist besonders sehenswert. Das Team Canada feiert gegen Vitkovice einen klaren 7:1-Sieg. Die Kanadier haben gut lachen. Die Tschechen wussten oft nicht, was sie machen sollen. Die Kloten Flyers kassieren beim 2:9 gegen Dinamo Riga fast ein «Stängeli». Riga-Trainer Pekka Rautakallio scheint trotz des klaren Resultats nicht alles zu passen. Die Klotener kamen gegen die Letten meistens einen Schritt zu spät.

Die besten Bilder vom Spengler Cup 2011.

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Geht ein Spiel wegen des Torhüters verloren, so pflegen Trainer auf der ganzen Welt zu sagen, der Goalie sei nicht schuld. Eishockey sei ein Mannschaftsport und man gewinne und verliere zusammen.

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Das ist natürlich nicht richtig. Der Spengler Cup hat uns dafür soeben ein wunderbares Beispiel geliefert. Mit ziemlicher Sicherheit ist erst einmal so eindrücklich von einem Tag auf den nächsten bewiesen worden wie bei diesem Spengler Cup, welchen Einfluss Goalies tatsächlich haben.

Gegen Team Canada setzt Vitkovice den von Sparta Prag ausgeliehenen Martin Falter (28) ein. Der Lottergoalie lässt von den ersten elf Schüssen vier ins Netz fahren und beendet das Spiel schliesslich mit einer Fangquote von 76,67 Prozent. Vitkovice verliert gegen die Kanadier 1:7.

Ein neuer Goalie und fast ein neues Glück

Selbst ein so erfahrener Hockeykenner wie Willy Vögtlin, einst internationaler Schiedsrichter, später SCB-Manager, heute Weinhändler und Liga-Spielplangeneral mit Einsitz in der Spengler-Cup-Jury, gibt Vitkovice fürs zweite Spiel gegen Davos keine Chance. Er vergisst die Bedeutung des Goalies und tippt auf ein 7:2 für Davos. Mit der Nachbemerkung: «Mindestens 7:2».

Aber Vitokovice stellt gegen Davos Roman Malek (34) ins Tor. Die Nummer eins. Und siehe da: Ein neuer Goalie, eine neue Mannschaft und fast ein neues Glück. Malek hext auf höchstem Niveau und wehrt 92 Prozent der Schüsse ab. Der HCD muss im intensiven, hochstehenden Spiel bis zu den letzten Sekunden um den 2:1-Sieg zittern. Logisch auch, dass der noch bessere Goalie das Spiel gewonnen hat: HCD-Schlussmann Leonardo Genoni wehrte sogar 97,70 Prozent der Schüsse ab.

Flückiger feierte Shutout

Auch bei der Wiederherstellung der Ehre der Kloten Flyers (beim 6:0 gegen Wolfsburg) spielt der Torhüter eine Rolle. Es wäre frech und respektlos, Ronnie Rüeger (38) die Schuld für das 2:9 gegen Dynamo Riga zu geben. Und doch: Rüeger war allerhöchstens ein gewöhnlicher Goalie und auf internationalem Niveau gewinnt eine Schweizer Mannschaft nur mit einem ungewöhnlich guten Torhüter ein Spiel. Und so haben die Klotener beim zweiten Spiel halt nicht mehr Ronnie Rüeger eingesetzt. Sondern Michael Flückiger, die tüchtige Nummer zwei, die eigentlich eine Nummer eins sein könnte: Flückiger, ein ehemaliger Langnauer Junior, wehrte beim 6:0 gegen Wolfsburg gleich alle Schüsse ab und kam bei seinem ersten Spengler-Cup-Spiel auf eine Fangquote von 100 Prozent.

Flückiger hat das Pech des falschen Jahrganges: Servettes Tobias Stephan, Ambris Thomas Bäumle und Daniel Manzato haben ebenfalls Jahrgang 1984. Flückiger konnte bis heute nicht aus dem Schatten seiner prominenten Jahrgänger treten und es bleibt ihm immer nur die Rolle einer Nummer zwei. Diese Saison in Kloten und nächste Saison in Lugano – hinter Daniel Manzato.

Oder wird er vielleicht doch die Nummer eins? Wer beim Spengler Cup gegen den Deutschen Vize-Meister ohne Gegentreffer bleibt, müsste doch dazu in der Lage sein, auch gegen die SCL Tigers, die Lakers oder gar den SC Bern die Differenz zu machen. Oder?

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  • Objektiver Zuschauer am 28.12.2011 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr 

    Wie so oft gilt auch hier: eine Statistik ist eine grosse Lüge aus vielen kleinen Wahrheiten. Bei diesen Fangquoten geht immer wirder vergessen, dass die Feldspieler einen massgeblichen Anteil daran haben, was während den 60 Minuten an Schüssen aufs Tor kommt. Ein faules Ei bei 20 schlechten Schüssen gib eine bessere Quote als drei Bigsaves und zwei unhaltbare Gegentore bei 20 hochkarätigen Chancen.

  • Patrik W. am 28.12.2011 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehler

    Wenn der Goalie so viele Fehler machen würde, wie die Feldspieler auf dem Feld würde mindestens 20 Goals geben

  • GOALIE93 am 28.12.2011 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Torhüter

    Im Hockey macht der Torhüter 75 % des Spiels aus. Es sei denn es ist ein schlechter Torhüter dann sind es 100 %.