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28. Dezember 2011 12:22; Akt: 28.12.2011 14:10 Print
Der Torhüter ist immer schuld
von Klaus Zaugg, Davos - Warum spielen Mannschaften an einem Tag gut und am nächsten schlecht? Schuld ist (fast) immer der Torhüter. Auch beim Spengler Cup.
Die besten Bilder vom Spengler Cup 2011.
Geht ein Spiel wegen des Torhüters verloren, so pflegen Trainer auf der ganzen Welt zu sagen, der Goalie sei nicht schuld. Eishockey sei ein Mannschaftsport und man gewinne und verliere zusammen.
Das ist natürlich nicht richtig. Der Spengler Cup hat uns dafür soeben ein wunderbares Beispiel geliefert. Mit ziemlicher Sicherheit ist erst einmal so eindrücklich von einem Tag auf den nächsten bewiesen worden wie bei diesem Spengler Cup, welchen Einfluss Goalies tatsächlich haben.
Gegen Team Canada setzt Vitkovice den von Sparta Prag ausgeliehenen Martin Falter (28) ein. Der Lottergoalie lässt von den ersten elf Schüssen vier ins Netz fahren und beendet das Spiel schliesslich mit einer Fangquote von 76,67 Prozent. Vitkovice verliert gegen die Kanadier 1:7.
Ein neuer Goalie und fast ein neues Glück
Selbst ein so erfahrener Hockeykenner wie Willy Vögtlin, einst internationaler Schiedsrichter, später SCB-Manager, heute Weinhändler und Liga-Spielplangeneral mit Einsitz in der Spengler-Cup-Jury, gibt Vitkovice fürs zweite Spiel gegen Davos keine Chance. Er vergisst die Bedeutung des Goalies und tippt auf ein 7:2 für Davos. Mit der Nachbemerkung: «Mindestens 7:2».
Aber Vitokovice stellt gegen Davos Roman Malek (34) ins Tor. Die Nummer eins. Und siehe da: Ein neuer Goalie, eine neue Mannschaft und fast ein neues Glück. Malek hext auf höchstem Niveau und wehrt 92 Prozent der Schüsse ab. Der HCD muss im intensiven, hochstehenden Spiel bis zu den letzten Sekunden um den 2:1-Sieg zittern. Logisch auch, dass der noch bessere Goalie das Spiel gewonnen hat: HCD-Schlussmann Leonardo Genoni wehrte sogar 97,70 Prozent der Schüsse ab.
Flückiger feierte Shutout
Auch bei der Wiederherstellung der Ehre der Kloten Flyers (beim 6:0 gegen Wolfsburg) spielt der Torhüter eine Rolle. Es wäre frech und respektlos, Ronnie Rüeger (38) die Schuld für das 2:9 gegen Dynamo Riga zu geben. Und doch: Rüeger war allerhöchstens ein gewöhnlicher Goalie und auf internationalem Niveau gewinnt eine Schweizer Mannschaft nur mit einem ungewöhnlich guten Torhüter ein Spiel. Und so haben die Klotener beim zweiten Spiel halt nicht mehr Ronnie Rüeger eingesetzt. Sondern Michael Flückiger, die tüchtige Nummer zwei, die eigentlich eine Nummer eins sein könnte: Flückiger, ein ehemaliger Langnauer Junior, wehrte beim 6:0 gegen Wolfsburg gleich alle Schüsse ab und kam bei seinem ersten Spengler-Cup-Spiel auf eine Fangquote von 100 Prozent.
Flückiger hat das Pech des falschen Jahrganges: Servettes Tobias Stephan, Ambris Thomas Bäumle und Daniel Manzato haben ebenfalls Jahrgang 1984. Flückiger konnte bis heute nicht aus dem Schatten seiner prominenten Jahrgänger treten und es bleibt ihm immer nur die Rolle einer Nummer zwei. Diese Saison in Kloten und nächste Saison in Lugano – hinter Daniel Manzato.
Oder wird er vielleicht doch die Nummer eins? Wer beim Spengler Cup gegen den Deutschen Vize-Meister ohne Gegentreffer bleibt, müsste doch dazu in der Lage sein, auch gegen die SCL Tigers, die Lakers oder gar den SC Bern die Differenz zu machen. Oder?
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Alle 18 Kommentare


































Herr
Wie so oft gilt auch hier: eine Statistik ist eine grosse Lüge aus vielen kleinen Wahrheiten. Bei diesen Fangquoten geht immer wirder vergessen, dass die Feldspieler einen massgeblichen Anteil daran haben, was während den 60 Minuten an Schüssen aufs Tor kommt. Ein faules Ei bei 20 schlechten Schüssen gib eine bessere Quote als drei Bigsaves und zwei unhaltbare Gegentore bei 20 hochkarätigen Chancen.
Fehler
Wenn der Goalie so viele Fehler machen würde, wie die Feldspieler auf dem Feld würde mindestens 20 Goals geben
Torhüter
Im Hockey macht der Torhüter 75 % des Spiels aus. Es sei denn es ist ein schlechter Torhüter dann sind es 100 %.