Schwache Goalies

09. September 2011 07:32; Akt: 09.09.2011 12:14 Print

Die ZSC Lions haben ein Torhüter-ProblemDie ZSC Lions haben ein Torhüter-Problem

von Klaus Zaugg - Bob Hartley hat sein erstes Meisterschaftsspiel mit den ZSC Lions verloren. 5:6 nach Verlängerung gegen den EV Zug. Die grosse Frage ist nun: Kann er das Torhüter-Problem lösen?

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Die Torhüter sind nach dem Spiel im Hallenstadion kein Thema. Dafür sorgt auch das Verhalten von Bob Hartley. Der Kanadier knöpft sich Headschiedsrichter Didier Massy vor. Lautstark beschwert er sich im breiten Quebec-Französisch über ungerechte Behandlung: Er sei wegen langsamen Spielerwechseln ermahnt worden. Dabei habe Zugs Doug Shedden viel langsamer die Linien gewechselt.

Nur Verlierer hadern mit den Schiedsrichtern. Und wir dürfen uns freuen: Wenn sich der neue ZSC-Trainer schon wegen einer solchen Lappalie aufführt wie ein kleiner Chris McSorley, dann ist die Frage nicht ob, sondern nur wann Einzelrichter Reto Steinmann sein erstes Verfahren eröffnen wird.

Die richtigen Worte gefunden

1:4 liegen die Zürcher nach zwei Dritteln im Rückstand und der neue ZSC-Trainer wird hinterher sagen, seine Spieler hätten von den Zugern im zweiten Drittel einen Tritt in den Hintern gekriegt. Ich habe sie in der Pause gefragt: «Ist das die hart arbeitende Mannschaft, die ich im Trainingslager kennen gelernt habe? Oder die Mannschaft, die einfach aufgibt, wenn es nicht läuft und vor der man mich gewarnt hatte?»

Nun, die Reaktion ist nicht ausgeblieben und das Charisma des neuen Trainers hat nicht gelitten: Bob Hartley stellt die Linien um und die ZSC Lions holen ein 1:4 und 3:5 auf und verlieren erst in der Verlängerung 5:6. Er habe in der Kabine in der zweiten Pause nicht getobt. «Aber ich habe auch nicht so gesprochen wie man mit Kindergartenschülern redet.» Man sei hier im «Business of winning».

Lottergoalie Sulander

Er habe einiges gesehen, das ihm gefallen habe: Die Reaktion der Mannschaft auf den Rückstand etwa. Aber er habe auch vieles gesehen, das ihm nicht gefallen habe. Das Defensivspiel beispielsweise.

Das sind die Themen nach der Startniederlage im Hallenstadion. Das wichtigste Thema aber meiden alle wie der Teufel das geweihte Wasser. Dabei liefert es die Erklräung für die Niederlage. Die Torhüterleistung. Ari Sulander in der Form von

1998/99
1999/00
2000/01
2001/02
2002/03
2003/04
2004/05
2005/06
2006/07
2007/08
2008/09
2009/10
2010/11

hätte gegen die Zuger höchstens zwei Treffer kassiert. Und Bob Hartley hätte sein erstes Meisterschaftsspiel mit den ZSC Lions gewonnen.

Die Chance für Flüeler?

Nur diese eine Frage kommt, ganz am Schluss: Spielt Lotter-Ari auch am Freitag in Lugano? Bob Hartley sagt: «Es ist besser, solche Entscheidungen eine Nacht zu überschlafen. »Wohl wissend, dass kein Coach der Welt ein Wort gegen den eigenen Torhüter sagen darf.

Es ist noch ein bisschen früh für eine Polemik. Noch sind 49 Spiele plus die Playoffs/Payouts zu bestreiten. Und doch zeichnet sich ab: Die ZSC Lions haben in dieser Saison ein Torhüterproblem.

Ari Sulander ist am 6. Januar 42 Jahre alt geworden. Er ist nicht mehr so gut, wie alle glauben. Und Lukas Flüeler, die Nummer zwei, wird am 22. Oktober 23 Jahre alt. Er ist noch nicht so gut, wie alle hoffen.

Aus Erfahrung lernen

Bob Hartley ist es bei dieser Konstellation möglicherweise nicht ganz wohl. Die Situation kennt er nämlich. Aus seiner Zeit als Cheftrainer bei der Colorado Avalanche (Lawine) in Denver. Im Herbst 2002 ist Patrick Roy, einer der grössten Torhüter aller Zeiten, nicht mehr so gut, wie alle glauben, und er wird am Ende der Saison seine Karriere im Alter von 38 Jahren beenden. Und die Nummer 2, David Aebischer (24), ist nicht so gut, wie alle hoffen (er wird als Nachfolger von Roy scheitern). Am 18. Dezember 2002 wird Bob Hartley in Denver nach viereinhalbjähriger Amtszeit gefeuert.

Der Kanadier hat die Mannschaft im Frühjahr 2001 zum Stanley Cup geführt. Aber jetzt kann er die himmelhohen Erwartungen nicht mehr erfüllen: nur 10 Siege in 31 Spielen. Der wichtigste Grund für die Krise und damit für seine Entlassung: Patrick Roy spielt nicht immer, aber immer öfter wie ein Lottergoalie. So wie Ari Sulander beim 5:6 gegen Zug. Nur sagt das damals in Denver niemand offen und direkt. Und es sagt es jetzt niemand in Zürich. Weil es hockeytechnische Gotteslästerung wäre.

Kann Hartley das Goalie-Problem lösen?

Aber es ist, wie es ist. Mag sein, dass die Abwehr der ZSC Lions kein Bollwerk ist. Aber der Ari Sulander der grossen Tagen hat aus defensiven Kartenhäusern feste defensive Burgen gemacht (wie der grosse Patrick Roy in der NHL). Nun ist er dazu nicht mehr in der Lage.

Die ZSC Lions haben ein Torhüterproblem. Aber mit Bob Hartley einen Trainer, der dieses Problem aus eigener, bitterer Erfahrung kennt und vielleicht lösen kann.

P.S. Auch der EV Zug hat ein Goalieproblem. Aber 6:5 nach Verlängerung gewonnen. Die Polemik ist nicht aufgehoben. Nur aufgeschoben.

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  • Hans Muster am 13.09.2011 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Time-Out ade

    Bitte, bitte liebe 20min Redaktion: Setzt Zaugg's Märchenstunde endlich ab!

  • Dominik Gräub am 09.09.2011 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    naja

    sulo kassierte 2 eigentore...kann er nichts. schuss zwischen die beine... haltbar, passiert aber jedem torhüter ab und zu(z.B. Markkanen im gleichen spiel). 4es tor...fehler der Verteidigung, nicht haltbar. 5es...guter platzierter schuss, sehr schwierig zu halten. 6es...meiner meinung nach abwehrfehler, kaum haltbar. nach einem spiel so ein bericht ist lächerlich, weil ein spieler mit einem spiel nicht eingeschätzt werden kann.

  • klausklaus am 09.09.2011 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Klaus der Szenenkenner ;-)

    Unglaublich.....Klaus Zaugg der Szenenkenner. Seine Berichte und Ansichten sind weit weg von der Realität. Verstehe nicht wie mann nach einen Spiel bereits von einem Torhüterproblem sprechen kann. Hat Klaus Zaugg die Schlittschuhe schon einmal selbst geschnürrt und Mannschaftssport betrieben???