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«Time-Out»
06. Oktober 2011 15:03; Akt: 06.10.2011 15:03 Print
Raphael Diaz auf den Spuren von Mark Streit
von Klaus Zaugg - Der 25-jährige Raphael Diaz beginnt die NHL-Saison mit den Montreal Canadiens. Mit ein bisschen Glück wird er nie im Farmteam spielen.
Diese Schweizer versuchen sich in der besten Eishockey-Liga der Welt.
Die guten Leistungen an der WM (auch je ein Kunstschuss-Tor gegen Kanada und die USA) hatten in Montreal die letzten Zweifel beseitigt: Raphael Diaz ist gut genug für die NHL. Die Montreal Canadiens haben ihn mit einem Einjahres-Zweiweg-Vertrag zu den bestmöglichen Konditionen verpflichtet. Diaz wird in der NHL rund 900 000 Franken verdienen. Im Farmteam aber knapp 100 000 Franken.
Wie stehen die mittel- und langfristigen Chancen für Diaz? Sehr gut. Er kann der nächste Mark Streit werden. Denn Montreals Pierre Gauthier ist ein General-Manager, der weit über den nordamerikanischen Tellerrand hinaus blickt. Er schätzt die europäische Hockeykultur. Mark Streit verdankt seine Karriere Gauthier. Der Kanadier hat Streit nicht nur «entdeckt» und in seiner früheren Funktion als Chef der Scouting-Abteilung nach Montreal geholt. Er hatte seinerzeit auch das «Experiment Streit» überwacht: Gauthier ordnete an, dass Streit nicht ins Farmteam zurückversetzt werden darf, sondern bei den Canadiens ans NHL-Niveau herangeführt wird. Er hatte das Potenzial Streits richtig eingeschätzt.
Wenn Gauthier auf einen Spieler setzt, dann sind die Chancen sehr gross, dass dieser Spieler die denkbar besten Bedingungen erhält. Damit sind die Voraussetzungen für Diaz ungleich besser als beispielsweise seinerzeit für Andres Ambühl (in der Organisation der New York Rangers gescheitert). Bei den Rangers wusste kaum jemand, dass im Farmteam noch ein Schweizer steckt.
Diaz' Spielertyp ist in der NHL gefragt
Raphael Diaz ist spielerisch längst gut genug für die NHL. Der Zuger hat die Intelligenz und die Beweglichkeit für die wichtigste Liga der Welt. Wenn er noch vier oder fünf Kilo Muskelkraft zulegt und robuster wird, hat er alles für die NHL. Diese Kilos kann er sich durch Krafttraining holen. Diaz hat auch deshalb gute Chancen, weil sein Typ («puck-moving defenseman») gesucht ist. Er verkörpert im Grunde den Spielertyp, der aus der Schweiz heraus die grössten Chancen in der NHL hat: Gut ausgebildet und überdurchschnittlich talentiert. «Rumpelspieler» gibt es hingegen in Nordamerika mehr als genug.
Zudem steht der 56fache Internationale für einen von zwei Wegen in die NHL. Es gibt die Möglichkeit, als Junior nach Nordamerika zu gehen und über die nordamerikanischen Juniorenligen in den Draft und in die NHL zu kommen: Luca Sbisa, auch ein Zuger, steht für diese Variante. Der andere Weg führt über die NLA: Erst die spielerische Ausbildung in unserer höchsten Spielklasse beenden und zu einer Spielerpersönlichkeit reifen, die eine Mannschaft führen kann. Und dann der Wechsel in die NHL. Inzwischen ist klar: Wer als Schweizer in der NLA spielerisch dominiert, ist gut genug für die NHL. Der nächste, der den gleichen Weg wie Diaz gehen kann (und mit grösser Wahrscheinlichkeit gehen wird) ist auch ein Zuger: Damien Brunner (25). Er ist reif für die NHL.





























