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«Time-out» mit Klaus Zaugg
09. November 2009 06:55; Akt: 12.11.2009 14:49 Print
So haben die USA die Hooligans im Griff
von Klaus Zaugg, USA - Nein, die grosse Differenz zwischen Amerika und der NLA machen nicht Geld oder Stadien oder kleinere Eisfelder aus. Sondern die Ordnung im und ums Stadion. In den USA hat man die Hooligans im Griff. Mit einem einfachen Mittel.

NHL: Die Action ist auf dem Eis und nicht auf den Sitzplätzen.
Chaoten bedrohen bei uns den regulären Ablauf der Meisterschaft, provozieren eine Forfaitniederlage der ZSC Lions in Zug, empören das Volk, verursachen riesige Kosten und halten Sportmanager und Politiker auf Trab. Und offenbar hat niemand eine Lösung für dieses Problem.
Amerika, du hast es besser. Zumindest in diesem Bereich. Ich staune immer wieder, wie ordentlich und gesittet die NHL-Partien über die Bühne gehen. Keine Rangeleien. Kein Gegröle und keinerlei Ausschreitungen. Niemand wirft Gegenstände aufs Eis. Und dies in einem Land, dessen Kultur die Gewalt verherrlicht wie keine andere in der westlichen Welt und in einer Gesellschaft mit einem viel grösseren sozialen Gefälle als bei uns. Logisch wären eigentlich in Amerika Prügeleien und Schiessereien rund um jedes Spiel und dafür Anstand und Ordnung bei uns.
Der Gesetzgeber ist gnadenlos
Warum ist es eher umgekehrt? Die Erklärung ist eigentlich ganz einfach. Ja banal. In Amerika herrscht Ruhe und Ordnung, weil es der Gesetzgeber, anders als bei uns, so will und so durchsetzt. Und zwar überall, nicht nur in und um die Sportstadien. Gnadenlos. Von persönlichen Freiheiten und Rechten und sozialen Sicherheiten, wie wir sie als Arbeitnehmer und Bürger als Selbstverständlichkeit geniessen, können Durchschnittsamerikaner ohne Hilfe von Rechtsanwälten nur träumen. Gott bewahre uns vor dem barbarischen, korrupten Justizsystem der USA mit seinen geldgeilen Anwälten. Aber die Abschreckung wirkt. Eine Gesetzesübertretung, die bei uns als Bagatelle abgetan wird, kann in den USA ein Leben ruinieren. Hier wird kein Polizist oder ein privater Wachmann einfach so zum Spass provoziert.
Bis zu 20 Jahre für Rauchpulver oder Knallkörper
Der Respekt vor jeglicher Art Gesetzeshüter steckt den Menschen in den Knochen und die USA gelten zu Recht als einer der letzten Polizeistaaten. Mindestens zehn Prozent aller Matchbesucher eines durchschnittlichen NLA-Spiels würden in den USA für verschiedenste Vergehen inhaftiert. Beispielsweise wegen Alkoholkonsums vor dem Stadion oder Urinieren in der Öffentlichkeit und wer gar mit Feuerwerken oder Rauchpulver oder Knallkörpern erwischt würde, müsste mit bis zu 20 Jahren Knast rechnen.
In Kanada gehts ohne brutale Gesetze
Oben in Kanada funktionieren Hockeyspiele auch reibungslos. Ohne die Drohung der Staatsgewalt. Hier ist es etwas anderes: Die Menschen respektieren den Sport. Eishockey ist in Kanada ein Kulturgut. Vergleichbar mit dem Schwingen bei uns und wir haben ja auch keinerlei Sicherheitsprobleme beim Schwingfest. Ein Eishockeyspiel einfach so zum Spass zu stören und als rechtsfreien Raum für Unfug zu nutzen, ist noch gar niemanden in den Sinn gekommen. Würden sich Chaoten zu einem Hockeyspiel verirren, würden sie an Ort und Stelle von den Matchbesuchern in die Schuhe gestellt.
Die zwei Probleme der Schweiz
Wir haben bei uns also zwei Probleme: Es fehlt der Respekt vor dem Sport und es fehlt dem Gesetzgeber am Willen, Ruhe und Ordnung durchzusetzen. Es gibt, von Nordamerika aus betrachtet, auch diese Analyse: So gut gemeint und löblich Arbeitsgruppen und «Fangespräche» und sonstige subventionierte Aktivitäten auch sein mögen: Sie sind völlig wirkungslos und nützen nur jenen, die für diese Aktivitäten mit Steuergeldern bezahlt werden. Ordnung und Sicherheit gibt es auf der ganzen Welt nur, wenn die Störung dieser Ruhe und Ordnung Konsequenzen hat. Richtige Konsequenzen. Und es kommt der Tag, an dem sich die Sportmanager diese Frage stellen müssen: Ist es Aufgabe des Sportes, in den Stadien billige Stehplätze anzubieten, damit sich dort Chaoten im Schutze der Anonymität in einem rechtsfreien Raum austoben können? Müssten nicht Stehplätze längst verboten werden? Wenn die Tickets teurer sind, wenn es nur noch gut kontrollierbare Sitzplätze gibt wie in Nordamerika, dann wird auch die soziale Struktur der Zuschauer nach und nach verbessert. Langfristig werden die Fussball- und Hockeyklubs nicht darum herumkommen, sich mit diesem Tabuthema auseinanderzusetzen.
Amis staunen über Schweizer Verhältnisse
Wenn ich amerikanischen Freunden erzähle, was bei uns bei gewissen Hockey- oder Fussballspielen abgeht, und zwar ohne zu übertreiben, dann gibt es ungläubiges Staunen, ab und zu böse Witze und immer wieder die simple Frage: «Ja mein Gott, warum macht denn die Polizei nichts? Warum steckt ihr die Idioten nicht einfach in den Knast?» Ja, warum eigentlich nicht?
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Alle 398 Kommentare































jaja
Nur die Lüge benötigt die Stütze der Medien Die Wahrheit steht von alleine aufrecht! So wie war denn die Lage nach dem Lakersspiel vor 6 Tagen? Ruhig humanitär? Das ist nur schon der gegenbeweis, dass das Land der unbegrenzten Möglichkeiten das "Hooligan"problem im griff habe... Zur nächsten Lüge, die sie uns Auftischen möchten: "Nur dank härteren Gesetzen..." Nur ist der gegenbeweis erwiesen, dass ein Täter nicht an die Strafe beim vergehen denkt.
schlechter Journalist!
Schon mal was von den Stanley Cup Riots gehört! 1994 zum Beispiel als die New York Rangers den Titel in Vancouver holten und dannach die ganze Stadt tobte!? Wo bitte war da die hoch gelobte Sitte? nene Weltweit das gleiche Problem. nicht nur hier. danke
Ich bin zur Zeit in den USA
Es tut mir leid, wenn ich das eine oder andere in diesem Artikel hinterfragen muss. Ich bin zur Zeit in den USA und mir zeigt sich ein anderes Bild: Es gibt keine Gewalt in den Stadien weil das Publikum ein anderes ist. Die Preise fuer die Spiele sind so hoch angesetzt, dass man nur mit dem entsprechenden Portemonaie ins Stadion kommt. Man kann dies vielleicht auch mit der Gastronomie-Branche vergleichen: Im Baur au lac kommt es auch zu massiv weniger Pruegeleien als in der Lugano Bar. Die Frage die sich nun stellt, ist daher nicht ob man live-Sport zu einem Wohlstandsgut machen moechte.