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Serena Williams rastet aus
13. September 2009 12:01; Akt: 13.09.2009 14:17 Print
«Ich stopfe dir den Ball in den Hals»
Das Frauen-Halbfinal beim US Open zwischen Kim Clijsters und Serena Williams endete mit einem handfesten Skandal. Bei Matchball für die Belgierin beleidigte und bedrohte die Amerikanerin eine Linienrichtierin derart, dass ihrer Gegnerin einen Punkt zugesprochen wurde - und damit den Sieg. Zuvor war Williams bereits verwarnt worden.
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US Open 2009
Die jüngere Williams-Schwester und die Comeback-Queen lieferten sich eines der wenigen guten Duelle im diesjährigen Frauenturnier - dies interessierte aber schon bald niemanden mehr. Viel bedeutsamer wurde die Schlussphase: Williams wurde ein Fussfehler angekreidet, was der Belgierin zwei Matchbälle brachte. Die Amerikanerin verlor daraufhin völlig die Contenance und beschimpfte die Linienrichterin mit nicht druckreifen und nicht jugendfreien Ausdrücken: Die sichtlich eingeschüchterte Linienrichterin rapportierte die Vorkommnisse anschliessend dem Referee Brian Earley und dieser musste die Titelverteidigerin mit einer Verwarnung wegen «Unsportlichem Verhalten» belegen.
Da die elffache Gewinnerin von Major-Turnieren schon nach dem Verlust des ersten Satzes eine Verwarnung kassiert hatte, wegen Zerstören eines Schlägers, war dieses Vergehen gleichbedeutend mit einem Punktgewinn für ihre Gegnerin.
Es ist sehr selten, dass in dieser Phase einer Partie ein Fussfehler gegeben wird, von einem Halbfinal eines Grand-Slam-Turniers ganz zu schweigen, der Unparteiischen muss man jegliches Fingerspitzengefühl absprechen. Der letzte Spieler, der eine Grand-Slam-Bühne auf derart unrühmliche Art verlassen musste, war ein gewisser John McEnroe, der 1980 in Melbourne gegen Mikael Pernfors disqualifiziert wurde.
Gross sind nun die Spekulationen um Williams' Wortwahl, mit der sie die Linienrichterin beleidigt und sogar bedroht haben soll. Die Ausgeschiedene wollte ihre Worte nach dem Spiel nicht mehr wiederholen, Spekulationen von Lippenlesern gehen aber in die Richtung: «Ich stopfe dir den Ball in den Hals.» Dass sie der Linienrichterin gedroht haben soll, sie werde sie umbringen, bestreitet die Amerikanerin.
Rückkehrerin Clijsters, die erste Mutter in einem Major-Final seit Evonne Goolagong Cawley 1980, spielt in der Nacht auf Montag gegen Caroline Wozniacki um ihre zweite Grand-Slam-Krone, nachdem sie in Flushing Meadows schon 2005 triumphierte. Sie hatte natürlich gemischte Gefühle: «Logisch will man nicht, dass eine Partie so endet. Mit etwas Distanz konnte ich mich aber immerhin ein wenig freuen.» Verdient hatte Clijsters den Sieg allemal, sie war während der 91 Minuten die deutlich bessere Spielerin gewesen.
Für Wozniacki, die sich das 6:3, 6:3 gegen Yanina Wicmayer dank grösserer Athletik und Sicherheit (nur 14 unerzwungene Fehler gegenüber 40 von Wickmayer) sicherte, ist dies das erste Major- Endspiel. Die Dänin mit polnischen Wurzeln, ein wahrer Sonnenschein auf der WTA-Tour, freute sich mit ihrem charakteristischen Lachen: «Das ist ein Traum, der Realität geworden ist. Ich habe gegen Kim absolut nichts zu verlieren, sie spielt im Moment unglaublich gut.»
Beide Partien wurden am späten Samstag Abend parallel ausgetragen. Die Organisatoren, welche wegen der sehr TV-lastigen Anspielzeiten massiv in die Kritik geraten sind, wollten damit verhindern, mit dem Programm noch weiter in Verzug zu geraten.
Serena an der Pressekonferenz
(Video: YouTube)
(tog/si)


























