US Open

04. September 2010 20:28; Akt: 05.09.2010 09:23 Print

Federer ohne Satzverlust im AchtelfinalFederer ohne Satzverlust im Achtelfinal

Roger Federer setzt seinen Steigerungslauf am US Open fort. Der Titelfavorit bleibt auch gegen den Franzosen Paul-Henri Mathieu ohne Satzverlust und siegte souverän mit 6:4, 6:3 und 6:3.

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Roger Federer konnte das Traumfinale mit Rafael Nadal nicht perfekt machen. Der Schweizer unterlag einem entfesselten Novak Djokovic in fünf Sätzen mit 7:5, 1:6 7:5, 2:6 7:5. Der Serbe wehrte im finalen Durchgang beim Stande von 4:5 und eigenem Aufschlag zwei Matchbälle ab und breakte Federer danach bei dessen Aufschlag. Dabei endet für Federer das US Open zum ersten Mal seit sieben Jahren vor dem Final. Zwei bandagierte Beine und viel Frust: Stanislas Wawrinka verliert gegen Michail Juschni mit 6:3, 6:7, 6:3, 3:6, 3:6. Auch das Racket musste unter seinem Frust leiden. Diesen Bewegungsablauf dürfte Wawrinka in nächster Zeit üben: den Aufschlag. In den letzten beiden Sätzen brachte der Romand beinahe keinen ersten Service ins Feld. Roger Federer lässt Robin Söderling keine Chance und zieht nach einem Dreisatzsieg ins Halbfinale ein. Der Schwede liess seinem Ärger beim 4:6, 4:6 und 5:7 frein Lauf. Stanislas Wawrinka ist dank einem hart erkämpften Fünfsatzsieg über den Amerikaner Sam Querrey zum ersten Mal in seiner Karriere in einen Viertelfinal eines Major-Turniers eingezogen. Der Schweizer spielte wie schon gegen Murray sehr angriffig. Querrey war beim 7:6. 6:7, 7:5, 4:6 und 6:4 aber der erwartet schwere Gegner. Im Entscheidungssatz hatte auch der Amerikaner seine Chance, das Match für sich zu entscheiden. Gegen Jürgen Melzer blieb Roger Federer wieder ohne Satzverlust. Beim 6:3, 7:6, 6:3 musste der Schweizer im Tie Break des zweiten Satzes aber auch etwas Glück in Anspruch nehmen. Der Schweizer war überall auf dem Feld anzutreffen und untermauerte mit seiner Leistung seine Favoritenrolle auf den Titel. Für den Österreicher war es zum Verzweifeln. Auch im zweiten Duell mit Roger Federer blieb Melzer chancenlos. Stanislas Wawrinka traf auf Andy Murray. Der Turnierfavorit holte sich den ersten Satz unverdient. Dann schlug Wawrinka zu und gewann die nächsten Sätze mit 7:6 (7:4), 6:3 und 6:3 und besiegte den Schotten nach zuletzt drei Niederlagen. Für Murray wirds wieder nichts mit dem ersten Grand-Slam-Sieg. Yanina Wickmayer kann es nicht fassen. Sie gewinnt den Krimi gegen Patty Schnyder. Mit 6:7 (5:7), 6:3, 6:7 (6:8) setzt sich die Belgierin durch. Damit sind alle Schweizerinnen ausgeschieden. Auch in seinem dritten Spiel war Roger Federer nicht zu stoppen. Der Schweizer besiegte den Franzosen Paul-Henri Mathieu klar in drei Sätzen. Der Aussenseiter erspielte sich beim 6:4, 6:3 und 6:3-Sieg der Weltnummer 2 zwar vier Breakchancen, aber auch Mathieu konnte Federers Service nicht durchbrechen. Bittere Niederlage für Marco Chiudinelli. Der Baselbieter unterlag dem amerikanischen Service-Giganten John Isner 3:6, 6:3, 6:7 (7:9), 4:6. Wie erwartet war der Aufschlag der grösste Faktor zugunsten des Mannes, der in Wimbledon mehr als elf Stunden auf dem Platz verbracht hatte. Am Schluss wies die Statistik 24 Asse und nur einen Doppelfehler aus - einen sensationellen Wert! Stanislas Wawrinka konnte bei seinem klaren Dreisatzsieg gegen Juan Ignacio Chela überzeugen. Vor allem bei den Big Points behielt der Romand für einmal die Nerven. Chela blieb beim 7:5, 6:3, 6:4-Erfolg des Schweizers absolut chancenlos. Wawrinka trifft in der nächsten Runde nun auf Andy Murray. Zwar ohne zu zaubern, aber dennoch äusserst souverän zog Roger Federer in die dritte Runde ein. Der «Zauberer» liess dem Deutschen Andreas Beck beim 6:3, 6:4 und 6:3 nicht den Hauch einer Chance. Federers Schuhe mit der New Yorker Skyline. Auch Patty Schnyder gewann ihr Zweitrundenspiel ohne grössere Probleme. Die routinierte Schweizerin schlug die Spanierin Martinez Sanchez in zwei Sätzen mit 7:6 und 6:4. Als Letzter qualifizierte sich Marco Chiudinelli für Runde 2. Er räumte den jungen Jack Sock (USA) mit 6:1, 6:4, 1:6, 6:1 aus dem Weg. Nur drei Sätze benötigte Stanislas Wawrinka zum Auftakt. Der Romand besiegt den Kasachen Michail Kukuschkin mit 6:3, 6:2, 6:2. Patty Schnyder erreichte endlich ihren 100. Sieg an einem Grand-Slam-Turnier. Mit 6:1, 6:3 gegen Kirsten Flipkens (Be) erreichte sie souverän die 2. Runde. Dominika Cibulkova (Slk) war dagegen für die dritte Schweizerin eine Nummer zu gross. Die Slowakin setzte sich gegen Stefanie Vögele mit 6:2, 4:6, 7:5 durch. Vögele ist somit die zweite Schweizerin, welche an der Starthürde scheiterte. Roger Federer setzte sich gegen den Argentinier Brian Dabul souverän in drei Sätzen durch. Beim 6:1, 6:4 und 6:2 begeisterte Federer wie im Vorjahr mit einem zauberhaften Winner zwischen den Beinen hindurch das Publikum. Der fünffache Champion konnte seine Freude am gelungenen Trickschuss nicht ganz verbergen. Bereits ausgeschieden ist Timea Bacsinszky. Die Westschweizerin verlor gegen die Chinesin Zheng Jie mit 7:6 und 7:6.

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Spielerisch bekundete Federer bisher zwar keinerlei Probleme, gestern fand er sich phasenweise dennoch in einem Sturm wieder,. Die Bedingungen im Arthur-Ashe-Stadium waren so extrem schwierig wie nur selten, starke Böen erschwerten die Ballkontrolle sowohl bei Aufwurf wie auch beim Schlagen selber. Beide Spieler mussten einige Male vor der unberechenbaren Flugbahn kapitulieren, Federer sogar einmal nach einem «Topspin-Wind-Lob».

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Der in eine Baisse gefallene einstige Gstaad-Sieger hielt anfänglich ausgezeichnet mit und kam bei 4:3 sogar zu einem Breakball, den Federer mit einem Service-Winner annullierte. Mit elf von zwölf gewonnenen Punkten beendete er dann den Satz doch noch standesgemäss. Im letzten Game, bei 5:3 im dritten Satz, musste Federer dann noch einmal drei Breakchancen abwehren, ehe Mathieu die Partie nach 99 Minuten mit einem «Penalty-Volleyfehler» selber bendete.

Nach zwei Auftritten am Tag dürfte der fünffache Champion nächste Woche, wenn die Aufgaben immer schwieriger werden, wieder am Abend angesetzt werden. Am Montag (also voraussichtlich in der Nacht auf Dienstag Schweizer Zeit) trifft er auf Jürgen Melzer (Ö/13), welcher Juan Carlos Ferrero (Sp/22) ausschaltete, ehe wohl das erneute Duell mit Robin Söderling (Sd/5) anstehen würde. Der Schwede müsste gegen Albert Montañes (Sp/21) ungefährdet sein.

Schnyder trotz Matchball out

Patty Schnyder verpasste den Einzug in die Achtelfinals des US Open denkbar knapp. Gegen die Vorjahreshalbfinalistin Yanina Wickmayer unterlag Schnyder 7:6, 3:6, 7:6 (8:6). Im Entscheidungssatz vergab die Baselbieterin einen Matchball.

Schnyder führte im ersten Satz in der Kurzentscheidung schon 5:3, verlor dann aber alle verbleibenden Punkte des Durchgangs. Die Linkshänderin liess sich diesmal aber weder durch den Rückstand noch die diffizilen Witterungsbedingungen unterkriegen und führte später im dritten Satz sogar 2:0. Bei 3:4 wehrte sie mit offensivem Spiel drei Breakchancen ab.

Nachdem sie auch noch einen Matchball abwehren konnte, schaffte sie es erneut ins Tiebreak, hatte bei 6:5 selber einen Ball zum 22. Einzug in einen Major-Achtelfinal, den Wickmayer stark konterte und wenig später brachte sie sich mit einem Doppelfehler um die Früchte ihrer Arbeit.

Wawrinkas Zufriedenheit

Stanislas Wawrinka fordert heute Andy Murray (Gb/4). Der Romand hatte sich am Freitag souverän mit 7:5, 6:3, 6:4 gegen Juan Ignacio Chela (Arg, ATP 51) durchgesetzt.

Vor drei Jahren war Wawrinka in Flushing Meadows noch im Achtelfinal auf höchst vermeidbare Weise am schlaksigen Argentinier gescheitert. Diesmal agierte er nun in den Schlüsselmomenten effizienter und wehrte auch sieben von acht Breakchancen ab.

Damit erhält er nun eine Chance, gegen den bisher in Nordamerika so starken Murray zu spielen, der in Toronto gewann und in Los Angeles das Endspiel erreichte. Der Schotte, der den jamaikanischen Showman Dustin Brown sicher im Griff hatte, hat zwar die letzten drei Duelle für sich entschieden. Er wird aber Wawrinka sicher nicht unterschätzen, hat die Schweizer Nummer 2 doch drei von acht Partien gewonnen und ihn auch 2009 in Wimbledon, im ersten Spiel, das im Tennis-Mekka unter geschlossenem Dach ausgetragen wurde, ans Limit geführt. «Ich werde einen optimalen Match spielen müssen, wenn ich eine Chance haben will», so Wawrinka, «aber ich fühle mich in guter Form.»


Flushing Meadows, New York. Grand-Slam-Turnier (22,668 Mio. Dollar/Hart). Männer. 3. Runde:
Roger Federer (Sz/2) s. Paul-Henri Mathieu (Fr) 6:4, 6:3, 6:3.
Robin Söderling (Sd/5) s. Thiemo De Bakker (Ho) 6:2, 6:3, 6:3.
Gael Monfils (Fr/17) s. Janko Tipsarevic (Ser) 7:6 (7:4), 6:7 (4:7), 6:2, 6:4.
Albert Montañes (Sp/21) s. Kei Nishikori (Jap) 6:2, 2:1 w.o.
Richard Gasquet (Fr) s. Kevin Anderson (SA) 6:4, 7:6 (7:3), 7:5.

Frauen: Yanina Wickmayer (Be/15) s. Patty Schnyder (Sz) 7:6, 3:6, 7:6 (8:6

(pre/si)